Artikel 3: Zeit-Fragen Nr.46 vom 29.11.2004
Resolution
Am 23. November trafen sich Vertreter von verschiedenen europäischen Milchviehhalterverbänden in Hamburg, um gemeinsam die Situation auf dem Milchsektor zu erörtern. Es waren Vertreter aus der Schweiz, aus den Niederlanden, aus Belgien, aus Frankreich, aus Österreich, aus Dänemark und aus Deutschland vertreten.
Das Treffen wurde allgemein als sehr wichtig eingestuft. Die Situation der Milchviehhalter ist in allen europäischen Ländern ähnlich dramatisch.
Übereinstimmung bestand in dem Ziel einer Milchpreisforderung von mindestens 40 Cent in der EU und 1,1 Schweizer Franken bzw. etwa 70 Cent in der Schweiz, um auch in Zukunft nachhaltig Milch in Europa produzieren zu können. Wir erwarten, dass wir dieses Ziel möglichst gemeinsam mit den Molkereien erreichen. Die Genossenschaftler werden aufgefordert, sich aktiver in den jeweiligen Unternehmen für dieses Ziel einzusetzen. Insbesondere von den Genossenschaftsmolkereien und den Interessensverbänden wird volle Unterstützung gefordert.
Wir fordern den Einzelhandel auf, den zerstörerischen Preiskampf zu beenden, um eine nachhaltige Landwirtschaft in Europa zu ermöglichen. Der aktuelle Milchpreis entspricht in keinster Weise mehr dem tatsächlichen Wert des edelsten Lebensmittels «Milch».
In der Vergangenheit wurde vielfach durch Molkereien und andere Interessenverbände der Milchpreis durch «Schwarzmalerei» künstlich gering gehalten.
Der europäische Markt, der aus 468 Millionen Verbrauchern besteht, bietet mehr Chancen, als durch die negative Berichterstattung suggeriert wird. Mit den zehn neuen Beitrittsländern steigt der Verbrauch stärker als die Produktion; dies gilt auch weltweit.
Alle Organisationen waren sich darin einig, dass auf diesem Gebiet starke Zusammenarbeit auf der Ebene der Verbände erfolgen muss. Die Aufklärung der Landwirte und der Verbraucher wird ab sofort in den einzelnen Ländern zeitgleich und Europa-weit forciert.
Übereinstimmung besteht darin, dass in allen Ländern in Kürze etwas geschehen muss, um die zum Teil katastrophale wirtschaftliche Lage der Milchviehhalter zu verbessern.
Es wurden unterschiedliche Massnahmen und Vorgehensweisen diskutiert, von der Gründung von Vermarktungsgesellschaften bis zur Vorbereitung von europaweiten Aktionen und eines Lieferboykotts.
Die Zusammenkunft, die vom Bund Deutscher Milchproduzenten Nord organisiert wurde, wird kein Einzelfall bleiben, darin waren sich alle Beteiligten einig.
Milchpreise sind nicht Ländersache, sondern Europa-Sache!
Forderungen
1. Gemeinsam wird ein Erzeugerpreis von mindestens 40 Cent pro kg gefordert.
2. Die Milchviehhalter in Europa können nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden.
3. «Europäischer Milchlieferboykott wird vorbereitet!»
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