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 Artikel 9: Zeit-FragenNr. 47 vom 28.11.2005

HAARP: «Herrschaft über das Wetter» für militärische Zwecke

von Michel Chossudovsky, Kanada

«Environmental warfare wird definiert als die absichtliche Veränderung oder Manipulation der natürlichen Ökologie wie Klima und Wetter, von Systemen der Erde wie der Ionosphäre, der Magnetosphäre, des tektonischen Plattensystems und/oder die Auslösung von seismischen Ereignissen (Erdbeben), um absichtlich physische, ökonomische und psycho-soziale Zerstörung bei einem ausgesuchten Ziel, einem geophysikalischen oder bevölkerten Ort hervorzurufen, und zwar als Bestandteil strategischer oder taktischer Kriegsführung.»
Eco News

zf. Der kanadische Wirtschaftswissenschafter Professor Dr. Michel Chossudovsky hat in den vergangenen Jahren mehrere Artikel über Waffensysteme, die das Wetter beeinflussen können, veröffentlicht. Im September 2004 hat er den folgenden Grundlagenartikel verfasst. Die auffällige und bislang ungewöhnliche Vielzahl von verheerenden Wetterkatastrophen der letzen Wochen und Monate haben uns veranlasst, diesen Artikel in deutscher Übersetzung zu veröffentlichen. Wir möchten damit unseren Lesern diese interessanten Informationen zur Verfügung stellen.

«Washingtons Waffen der neuen Weltordnung haben die Fähigkeit, Klimaänderungen hervorzurufen»
Third World Resurgence vom 1.12.2001

Welche Ursachen liegen der extremen Instabilität des Wetters zugrunde, die jede wichtige Region der Welt im Verlauf der letzten Jahre heimgesucht hat?
Hurrikane und tropische Stürme haben die Karibik verwüstet. Zentralasien und der Mittlere Osten sind von Dürre betroffen. Westafrika sieht sich mit dem grössten Heuschreckenschwarm während mehr als einem Jahrzehnt konfrontiert. Vier zerstörerische Hurrikane und ein tropischer Sturm, «Alex», «Ivan», «Frances», «Charley» und «Jeanne», haben sich nacheinander innerhalb kurzer Zeit entwickelt. Das gab es in der Geschichte der Hurrikane in der Karibik noch nie: Die Insel Grenada wurde komplett verwüstet, 37 Menschen starben, und ungefähr zwei Drittel der 100000 Einwohner der Insel wurden obdachlos; in Haiti sind mehr als zweitausend Menschen gestorben und Zehntausende wurden obdachlos. Die Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba, die Bahamas und Florida wurden ebenfalls verwüstet. In den USA war das Ausmass der Zerstörung in einigen Staaten einschliesslich Florida, Alabama, Georgia, Mississippi und North und South Carolina so gross wie noch nie in der Geschichte der USA. Eine im Juli 2003 veröffentlichte Studie der World Meteorological Organization (WMO) macht dafür ohne weitere Prüfung die globale Erwärmung verantwortlich: «Diese Rekorde extremer Ereignisse [hohe Temperaturen, niedrige Temperaturen und grosse Niederschlagsmengen und Dürren] fliessen alle in die Berechnung der monatlichen und jährlichen Durchschnittswerte ein, die bezüglich der Temperaturen in den letzten 100 Jahren graduell angestiegen sind», sagt die WMO in ihrer Stellungnahme. (CNN vom 3.7.2003, www.cnn.com/2003/WEATHER/07/03/wmo.extremes/) Obwohl die globale Erwärmung unzweifelhaft ein bedeutsamer Faktor ist, erklärt sie allein diese extremen und ungewöhnlichen Wettermuster nicht.
Weather Warfare –

Wetter-Kriegsführung
Die signifikante Zunahme von Amerikas -Arsenal zur Kriegsführung mit Wetter, die eine Priorität des Verteidigungsministeriums darstellt, ist in der öffentlichen Diskussion kein Thema. Während die Umweltaktivisten der Bush-Administration vorwerfen, das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet zu haben, wird das Thema «Weather Warfare», insbesondere die Manipulation des Wetterverlaufes für militärische Zwecke, nie erwähnt.
Die US Air Force verfügt über die Fähigkeit, das Klima entweder zu Testzwecken oder für eigentliche Geheimdienstzwecke zu manipulieren. Dazu gehören Fähigkeiten wie auch die künstliche Auslösung von Überschwemmungen, Hurrikanen, Dürren und Erdbeben. In den vergangenen Jahren sind grosse Geldbeträge vom US-Verteidigungsministerium für die Weiterentwicklung und Perfektionierung dieser Fähigkeiten verwendet worden. «Wetterveränderung wird im Inland und international ein Teil der Sicherheitsmassnahmen werden und könnte einseitig angewendet werden … Sie hat offensive und defensive Anwendungsbereiche und könnte auch für Zwecke der Abschreckung Verwendung finden. Die Fähigkeit, Niederschläge, Nebel und Stürme auf der Erde zu erzeugen oder das Wetter in der Atmosphäre zu verändern, … und die Erzeugung von künstlichem Wetter sind Teil eines integrierten Vorrates an Technologien, die für einen wesentlichen Anstieg der Fähigkeit der USA bzw. einem Rückgang entsprechender Fähigkeiten eines Gegners zur Wahrnehmung von Vorgängen auf der Welt, Möglichkeiten und Macht führen können.» (US Air Force, Hervorhebung vom Autor, Air University of the US Air Force, AF 2025 Final Report, www.au.af.mil/au/2025)
Obwohl es keine sicheren Beweise dafür gibt, dass die Fähigkeiten der US Air Force zur Wetterkriegsführung bereits absichtlich angewendet worden sind, um den Verlauf von Wetter zu verändern, darf man erwarten, dass – wenn diese Fähigkeiten für militärische Zwecke entwickelt werden – sie zumindest Gegenstand routinemässiger Tests sind, ebenso wie neue konventionelle und strategische Waffensysteme getestet werden.
Es erübrigt sich zu erwähnen, dass dieses Thema ein wissenschaftliches Tabu darstellt. Die Möglichkeit von Manipulationen des Klimas oder der Umwelt als Teil der militärischen und geheimdienstlichen Agenda wird zwar stillschweigend zugegeben, aber nicht als relevant betrachtet. Militäranalytiker schweigen zu dem Thema. Meteorologen untersuchen die Problematik nicht, und Umweltaktivisten halten sich bei der globalen Erwärmung und dem Kyoto-Protokoll auf.
Ironischerweise hat sich das Pentagon dem Konsens hinsichtlich der globalen Erwärmung angeschlossen, obwohl es seine Fähigkeit zugegeben hat, das Weltklima für militärische Zwecke zu verändern. In einer wichtigen Studie hat das Pentagon die Folgen der verschiedenen Szenarios der globalen Erwärmung im Detail analysiert. Das Pentagon-Papier stellt ein bequemes Täuschungsmanöver dar. Mit keinemWort wird das wichtigste Programm der Wetterkriegsführung erwähnt: Das High-Frequency Active Auroral Research Program (HAARP), stationiert in Gokona, Alaska, gemeinsam gemanagt von der US Air Force und der US-Navy.
Es gibt mehrere Mainstream-Erklärungen für die Wetter- und Klimaveränderungen, von denen aber keine innerhalb ihres jeweiligen Bezugssystems die in hohem Masse ungewöhnlichen und sprunghaften Wetterereignisse erklären kann, von den menschlichen Opfern und der Zerstörung gar nicht zu reden, die zur Destabilisierung des gesamten Agrar- und Ökosystems geführt haben. Es erübrigt sich festzustellen, dass diese Erklärungen die Frage der Klimamanipulation zu militärischen Zwecken zu keiner Zeit ansprechen.

Klimamanipulation durch das US-Militär: das HAARP-Programm
Das High-Frequency Active Auroral Research Program (HAARP), stationiert in Gokona, Alaska, existiert seit 1992. Es ist Teil einer neuen Generation von hoch entwickelten Waffensystemen unter der US Strategic Defense Initiative (SDI). Betrieben von dem Space Vehicles Directorate des Air Force Research Laboratory stellt HAARP ein System starker Antennen dar, das in der Lage ist, «kontrolliert lokale Modifikationen der Ionosphäre» [obere Schicht der Atmosphäre] zu bewirken: «[HAARP wird benutzt werden], um kleine, lokal begrenzte Veränderungen der Temperatur der Ionosphäre zu erzeugen, so dass die daraus folgenden physikalischen Reaktionen mit anderen Instrumenten studiert werden können, die entweder auf dem Gelände von HAARP oder in der Nähe stationiert sind.» (HAARP-Webseite)
Nicholas Begich – aktiv an der öffentlichen Kampagne gegen HAARP beteiligt – beschreibt HAARP als «eine superstarke Radiowellen-Sender-Technologie, die Bereiche der Ionosphäre anhebt, indem ein Strahl von Radiowellen fokussiert wird und die Bereiche erwärmt werden. Dann werden elektromagnetische Wellen zurück auf die Erde geworfen und durchdringen alles – lebendig oder tot.» (zu weiteren Details siehe Michel Chossudovsky, www.globalresearch.ca/articles/CHO201A.html)
Die weltweit anerkannte Wissenschaftlerin Dr. Rosalie Bertell beschreibt HAARP als «eine gigantische Heizung, die grössere Störungen der Ionosphäre verursachen kann und so nicht nur Löcher, sondern lange Einschnitte in der Schutzschicht bewirkt, welche die tödliche Strahlung davon abhält, unseren Planeten zu bombardieren.» (zitiert in Chossudovsky, a.a.O.)
Nach Richard Williams, Physiker und Berater des David-Sarnoff-Laboratory in Princeton, «stellt HAARP ‹einen unverantwortlichen Akt von globalem Vandalismus dar.› Er und andere fürchten eine geheime zweite Stufe, in der HAARP ‹viel mehr Energie in die Ionosphäre senden würde. Das könnte an einer Stelle eine ernsthafte Störung der oberen Atmosphäre hervorrufen, die Effekte erzeugen könnte, die sich schnell und auf Jahre hinaus um die ganze Erde verbreiten.›» (zitiert in Scott Gilbert, Environmental Warfare and US Foreign Policy: The Ultimate Weapon of Mass Destruction, http://www.globalresearch.ca/articles/GIL401A.html)
HAARP ist der Öffentlichkeit als ein Programm wissenschaftlicher und akademischer Forschung vorgestellt worden. Nach Dokumenten des US Militärs scheint es jedoch so zu sein, dass der wesentliche Zweck von HAARP darin besteht, «die Ionosphäre Zwecken des Verteidigungsministeriums dienlich zu machen.» (zitiert in Chossudovsky, a.a.O.)
Ohne sich explizit auf das HAARP-Programm zu beziehen, weist eine Studie der US Air Force auf den Nutzen von «induzierten Veränderungen der Ionosphäre» zum Zwecke der Veränderung von Wettermustern als auch der Unterbrechung von feindlichen Kommunikationsmöglichkeiten und von feindlichem Radar hin. (Ibid)
HAARP hat darüber hinaus die Fähigkeit, Stromausfälle und Unterbrechungen der Stromversorgung in ganzen Regionen hervorzurufen.
Eine Analyse von Stellungnahmen der US-Air-Force lässt auf Undenkbares schliessen: die verdeckte Manipulation von Wettermustern, Kommunikationssystemen und Elektrizität als Waffe in der globalen Kriegsführung, die die USA befähigt, ganze Regionen der Welt abzuschneiden und zu dominieren.

Weather Warfare: eine Goldgrube für Unternehmen
HAARP ist seit den frühen 1990er Jahren in Betrieb. Es stellt ein System von Antennen dar, das ursprünglich auf einer Technologie beruht, die von Advanced Power Technologies Inc. (APTI), einem Tochterunternehmen der Atlantic Ritchfield Corporation (ARCO), patentiert wurde.
Die erste Phase des HAARP Ionospheric Research Instrument (IRI) wurde von APTI errichtet. Das IRI-Antennensystem wurde 1992 zuerst von einem Tochterunternehmen der British Aerospace Systems (BAES) unter Verwendung des APTI-Patents installiert. Die Antennen senden in die äussere Atmosphäre, indem sie eine Reihe von drahtlosen Hochfrequenz-Transmittern benutzen.
1994 hat ARCO sein Tochterunternehmen APTI einschliesslich Patenten und Bauvertrag für die zweite Phase an E-Systems, ein geheimnisvolles militärisches High-Tech-Unternehmen mit Verbindungen zur CIA, verkauft. (www.crystalinks.com/haarp.html)
E-Systems ist auf die Produktion von elektronischer Kriegsausrüstung, Navigations- und Aufklärungsmaschinerie einschliesslich «hoch entwickelter Spionagevorrichtungen» spezialisiert. «[E-Systems] ist einer der grössten Hersteller von Geheimdiensttechnologie in der Welt und arbeitet für die CIA, für Geheimdienste und andere. Umsätze in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar macht sie mit diesen Organisationen. Davon entfallen 800 Millionen Dollar auf sogenannte ‹Black Projects›, Projekte, die so geheim sind, dass nicht einmal der Kongress der Vereinigten Staaten erfährt, wofür das Geld ausgegeben wird.» (www.earthpulse.com/haarp/vandalism.html)
«Die Firma hat militärische Projekte wie den Doomsday-Plan (das System, das es dem Präsidenten ermöglicht, einen Atomkrieg zu managen) und Operation Desert Storm ausgerüstet.» (Princeton Review, www.princetonreview.com/cte/profiles/internshipGenInfo.asp?internshipID=998)
Mit dem Kauf von APTI hat E-Systems die Technologie und die Patentrechte für die strategische Wetterkriegsführung erworben, einschliesslich Bernard J. Eastlunds US-Patent Nr: 4686605 mit der Bezeichnung «Method and Apparatus for Altering a Region in the Earth’s Atmosphere, Ionosphere and/or Magnetosphere».
Es ist erwähnenswert, dass die Patente von Eastlund und APTI auf der Forschung des jugoslawischen Wissenschaftlers Nicola Tesla beruhen (dem viele seiner Ideen von US-Unternehmen gestohlen wurden). (Vgl. Scott Gilbert, Environmental Warfare and US Foreign Policy: The Ultimate Weapon of Mass Destruction, www.globalresearch.ca/articles/GIL401A.html )
Eastlund hat behauptet, seine tödliche Technologie sei fähig, «eine totale Störung der Kommunikationsmöglichkeiten auf einem sehr grossen Teil der Erde … Zerstörung von Raketen und Flugzeugen, Ablenkung und Verwirrung … Wetterveränderung… zu verursachen» (www.wealth4freedom.com/truth/12/HAARP.htm)
Es überrascht nicht, dass das Patent zuvor aufgrund einer Geheimhaltungsanordnung der Regierung versiegelt worden war.
Kaum ein Jahr nachdem E-Systems die Wetterkriegsführungs-Technologie von APTI gekauft hatte, wurde E-Systems von Raytheon, dem viertgrössten Ausrüster des US- Militärs, übernommen. Durch diese kostenträchtige Akquisition wurde Raytheon der grösste Produzent von «Verteidigungselektronik» weltweit.
In der Zwischenzeit war ARCO, die APTI an E-Systems verkauft hatte, ihrerseits vom BP-AMOCO Ölkonsortium gekauft worden, wodurch die grösste Ölfirma der Welt (BP) entstand.
Durch die Tochterfirma E-Systems hält Raytheon jetzt die Patente, die benutzt wurden, um die Wetterkriegsführungseinrichtung HAARP in Gakona, Alaska, zu entwickeln. Raytheon ist auch in anderen Bereichen der Wetterforschung für militärische Zwecke beteiligt, einschliesslich der Aktivitäten ihrer Tochterfirma in der Antarktis, Raytheon Polar Services.
«Das Wetter gehört uns» – Auf dem Weg zum erweiterten endgültigen Stand
Die HAARP-Antennenanlage und -Transmitter sind so konzipiert, dass sie in mehreren abgegrenzten Phasen gebaut werden (www.haarp.alaska.edu/haarp/phases.html):
• Developmental Prototype (DP) [Entwicklungsprototyp] (vgl. http://www.haarp.alaska.edu/haarp/dp.html),
• Filled DP (FDP) [ergänzter Prototyp],
• Limited IRI (LIRI) [begrenztes Ionospheric Research Instrument],
• Full size or final IRI (FIRI) [vollständiges oder endgültiges Ionospheric Research Instrument]. (vgl. dazu http://www.haarp.alaska.edu/haarp/fdp.html)
Während der Clinton-Administration wurde der «Filled Developmental Prototype» (FDP) [ergänzter Prototyp], insbesondere ein System mit einer Anlage von 48 aktiven Antennenelementen mit verbundenen drahtlosen Transmittern im Jahr 1994 auf dem Gelände von HAARP installiert und fertiggestellt. Bei dem ursprünglichen Developmental Prototype (DP) [Entwicklungsprototyp] waren nur 18 der 48 Transmitter angeschlossen.
Bernard Eastlund hat diese Antennenanlage in einem Interview von 1997 auf dem Stand des ergänzten Prototyps [Filled DP stage] als «die grösste Ionosphärenheizung, die je gebaut wurde», beschrieben.
Dieses System von 48 Antennen war nach Eastlund, obwohl voll funktionstüchtig, (im Jahr 1997) nicht stark genug, «die Ideen seiner Patenten zu verwirklichen»: «Aber sie reichen dort hinauf,» sagte er. «Dies ist eine sehr starke Anlage. Besonders, wenn das erweiterte Stadium erreicht sein wird.» (zitiert in Scott Gilbert, a.a.O., siehe auch http://www.emagazine.com/january-february_1997/0197currhaarp.html)
Dieses «endgültige erweiterte Stadium», das Eastlund im Auge hatte, das die maximale Leistung zur Manipulation der Weltwettermuster zur Verfügung stellt, ist jetzt erreicht.
Unter der Bush-Administration ist der Hauptpartner von Raytheon (die die Patente hält) in der Bau- und Entwicklungsphase der HAARP Antennenanlage die British Aerospace Systems (BAES), die bereits in den frühen 1990er Jahren an der ursprünglichen Installation der Antennenanlage beteiligt war.
Der millionenschwere Auftrag wurde 2003 von dem Office of Naval Research an BAES vergeben, und zwar an deren US-Tochterfirma BAE Systems Advanced Technologies Inc. Der Vertrag wurde knapp zwei Monate vor der anglo-amerikanischen Invasion im Irak unterzeichnet.
Unter Verwendung von Raytheons Technologie hatte BAES das HAARP Ionospheric Research Instrument (IRI) bis zu dessen maximaler Kapazität des «Full size or final IRI (FIRI)» [vollständiges oder endgültiges Ionospheric Research Instrument] weiterzuentwickeln.
Im April 2003 hat BAE Systems Advanced Technologies die Produktion und Installation der Antennen an die Phazar Corp (www.phazar.com/) weitervergeben, ein Unternehmen, das auf fortgeschrittene drahtlose Antennen für militärische Zwecke spezialisiert ist. (Phazar besitzt die Antenna Products Corporation von Mineral Wells, Texas, www.antennaproducts.com/) Phazar wurde die Produktion und Installation von 132 gekreuzten Dipol-Antennen für die HAARP-Einrichtung anvertraut. (http://www.antennaproducts.com/News%20Release%2004-18-03.pdf)
Ein Jahr später, im April 2004, wurde die Endphase des Ausbaus der HAARP-Einrichtung eingeleitet (vgl. Verteidigungsministerium, 19. April 2004). Diese Phase bestand in der Ausrüstung aller 180 Antennen mit Hochfrequenztransmittern. BAE Systems erhielt einen weiteren lukrativen Auftrag, dieses Mal über 35 Millionen Dollar.
Im Juli 2004 hatte Phazar die 132 -gekreuzten Dipol-Antennen geliefert und auf dem HAARP-Gelände installiert, einschliesslich der Unterstützungsbauwerke für die Antennen und der Abschirmung am Boden, wodurch die Zahl der Antennen von 48 im FDP-Stadium auf 180 anstieg (vgl. Tabelle).
Zwischenzeitlich hatte BAE Systems mit der aus Jersey stammenden Firma für Verteidigungselektronik DRS Technologies Inc einen Subunternehmervertrag im Wert von 11,5 Millionen Dollar über die Produktion und Installation der Hochfrequenz- (HF) Radiotransmitter für die HAARP Antennenanlage abgeschlossen. (vgl. www.drs.com/press/archivelist.cfm?PRESS_RELEASE_ID=1529&preview=1 und Business Wire, 15. Juni 2004) DRS ist auf eine Reihe von Spitzenprodukten für das US-Militär und die Geheimdienste spezialisiert. (www.drs.com/corporateinfo/index.cfm)
Nach ihrem Vertrag mit BAE Systems Information and Electronic Warfare Systems in Washington, D.C., soll DRS «mehr als 60 10-Kilowatt Dual Transmitter vom Typ D616G für die Benutzung am HAARP Antennensystem herstellen und installieren. (Aus der Stellungnahme der Firma wird nicht klar, ob alle 180 Antennen mit einem Transmitter ausgerüstet werden, um das System auf volle IRI Leistung zu bringen.)
Lieferung und Installation sind bis zum Juli 2006 zu vollenden. Obwohl HAARP als ein «Forschungsprojekt» beschrieben wird, wurde die Produktion der Transmitter der DRS’ C41 «Command, Control, Communications, Computers and Intelligence (C41) Group» anvertraut.

Erprobung der HAARP-Ausrüstung (2003 – 2004)
Festzuhalten ist, dass die Erweiterung der Antennenanlage (etwa in den Jahren 2003 – 2004) als Bestandteil der Verträge zwischen BAE Systems und ihren verschiedenen Subunternehmern verlangte, routinemässige Tests der installierten Wetterkriegsführungsausrüstung durchzuführen. Ein Zwischenstadium, Limited IRI (LIRI), könnte bis 2004 in Betrieb gehen, nachdem die Anlage mit 180 Antennen nach dem Vertrag mit Phazar fertiggestellt ist und die endgültige Auslieferung der noch ausstehenden HF Radiotransmitter bevorsteht.
Diesbezüglich legt ein vom russischen Parlament (Duma) 2002 veröffentlichter Bericht nahe, dass das US-Militär Pläne hatte, seine Technik zur Wetterveränderung in den Anlagen in Alaska und an zwei anderen Standorten zu testen: «Die Komitees berichteten, dass die USA planen, drei Einrichtungen dieser Art zu testen. Eine davon befindet sich auf dem militärischen Testgelände in Alaska, und ihr volles Testprogramm soll im Frühjahr 2003 beginnen. Die zweite ist in Grönland und die dritte in Norwegen.
Wenn diese Einrichtungen von Norwegen, Alaska und Grönland aus auf den Weltraum einwirken, wird ein geschlossenes Profil mit einem wirklich phantastischen integralen Potential zur Beeinflussung des erdnahen Mediums geschaffen», sagte die Staatsduma.
Die Pläne der USA, gross angelegte wissenschaftliche Experimente unter dem HAARP-Programm, von der Weltgemeinschaft nicht kontrolliert, durchzuführen, werden Waffen hervorbringen, die in der Lage sind, Radiokommunikationslinien zu unterbrechen und Ausrüstung, die sich an Bord von Raumfahrzeugen und Raketen befindet [zu stören], ernsthafte Unfälle in Elektrizitätsnetzen und an Öl- und Gaspipelines hervorzurufen, und sie werden einen negativen Einfluss auf die geistige Gesundheit der Bevölkerungen ganzer Regionen haben, sagten die Abgeordneten. (Interfax News Agency, original in russischer Sprache, BBC Monitoring, 8. August 2002, Hervorhebung vom Autor)
Ob dieser Bericht der russischen Duma über den «Beginn der Tests im Frühjahr 2003» zutrifft oder nicht – die US-Administration muss national und international, auf der politischen und auf der diplomatischen Ebene, vor den Vereinten Nationen und dem US-Kongress, von der internationalen wissenschaftlichen Gemeinde, von Umweltaktivisten und von der Antikriegsbewegung zur Rede gestellt werden. Die Zukunft der Menschheit wird durch den Einsatz der Techniken zur Wetterveränderung bedroht.

Wissenschaftliche Untersuchung dringend geboten
Zudem ist es für eine effektive Kampagne entscheidend, dass wissenschaftliche Untersuchungen der ungewöhnlichen Wettererscheinungen vorgenommen werden, die in den vergangenen Jahren (und insbesondere seit 2003) beobachtet wurden. Diese Untersuchungen sollten weitreichend sein, die relevanten Daten sammeln und Verbindungen zwischen bestimmten Wettererscheinungen und aufgezeichneten Antennenaktivitäten – sowohl in Alaska als auch an den anderen beiden Standorten – herstellen, usw.

Weitere Ausbaupläne bis 2006
Das Stadium des Full Size Ionospheric Research Instrument FIRI, das als «eine maximale Grösse von 180 Antennenelementen, angeordnet in 15 Spalten mit je 12 Reihen» beschrieben wird, soll planmässig Mitte 2006 fertiggestellt werden (unter der Voraussetzung, dass bis dahin die fehlenden dualen Transmitter installiert sind). Das HAARP Programm wird dann seine maximale FIRI-Leistungsfähigkeit erreicht haben, was bedeutet, gezielt zu militärischen Zwecken -Wettermuster an jedem Ort der Welt zu ändern.
«Das IRI besteht derzeit [Juni 2004] aus 48 Antennenelementen und hat eine Leistungskapazität von 960000 Watt. Wenn sie installiert sind, werden die zusätzlichen 132 HAARP-Transmitter eine Kapazität von 3,6 Megawatt geben [vgl. unten Abbildung 2]. Der Ausbau von HAARP wird gemeinsam von der US-Air-Force, der US-Navy and der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) finanziert.» (Business Wire, 10. Juni 2004)
Dieses fortgeschrittene Stadium der vollen Kapazität (FIRI) entspricht dem, was die US Air-Force bezeichnet hat mit: «Das Wetter gehört uns» [«Owning the Weather»]: «Den US-Luftstreitkräften [wird] ‹das Wetter gehören›, indem sie auf entstehende Technologien setzen und die Entwicklung dieser Technologien auf Anwendungen zuspitzen, die zur Kriegsführung geeignet sind … Von der Förderung verbündeter Operationen oder der Störung solcher des Feindes durch das Massschneidern natürlicher Wettermuster im kleinen Massstab, bis zur kompletten Dominanz über globale Kommunikation und Kontrolle über den Raum, eröffnet die Wettermodifikation für den Kriegführenden ein weites Feld von möglichen Optionen, einen Gegner zu besiegen oder zu etwas zu zwingen … In den Vereinigten Staaten wird die Modifikation des Wetters wahrscheinlich ein Teil der nationalen Sicherheitspolitik mit sowohl nationalen als auch internationalen Anwendungsbereichen werden. Unsere Regierung wird ihren Interessen entsprechend auf verschiedenen Ebenen eine solche Politik verfolgen. (US-Air-Force, Hervorhebung vom Autor. Air University of the US-Air-Force, AF 2025 Final Report, www.au.af.mil/au/2025/)

Wetterkriegsführung gegen «Schurkenstaaten»?
Über die ungewöhnlichen Wetterereignisse in den USA und in Westeuropa wurde ausführlich berichtet.
Jedoch haben die Nachrichtenmedien versäumt, darauf hinzuweisen, dass sich in den vergangenen Jahren in Ländern, die gemäss der Politik der präemptiven Kriege der US- Administration als mögliche Ziele identifiziert wurden, eine Reihe von ungewöhnlichen und dramatischen Klimaveränderungen ereignet haben.
Wettermuster in Nordkorea waren beispielsweise seit der Mitte der 1990er Jahre von einer Abfolge von Dürren, gefolgt von Überschwemmungen, geprägt. Das Resultat war die Zerstörung eines kompletten landwirtschaftlichen Systems. Auf Kuba war das Muster ganz ähnlich demjenigen, das in Nordkorea beobachtet wurde.
In Irak, Iran und Syrien ereignete sich 1999 eine zerstörerische Dürre. In Afghanistan haben vier Dürrenjahre in den Jahren vor der von den USA angeführten Invasion von 2001 zu einer Zerstörung der landwirtschaflichen Produktion geführt, was eine weit verbreitete Hungersnot zur Folge hatte.
Es gibt zwar keine Beweise dafür, dass diese Wetterereignisse das Ergebnis klimatischer Kriegsführung sind, aber das Phillips Geophysics Lab, das am HAARP-Projekt mitarbeitet, bietet einen Kurs für Militärpersonal auf der Hanscom Air Force Base in Maryland mit dem Thema «Wetterveränderungstechniken» an. Die Kursunterlagen enthalten Darstellungen über die Auslösung von Stürmen, Hurrikanen usw. zu militärischen Zwecken. (vgl. die Diashow auf www.dtc.army.mil/tts/1997/proceed/abarnes/, PowerPoint Präsentation auf www.dtc.army.mil/tts/tts97/abarnes.zip)

Präemptiver Wetter-Krieg
Wettermanipulation ist die präemptive Waffe überhaupt. Sie kann gegen feindliche Nationen oder sogar gegen «befreundete Nationen» ohne deren Wissen eingesetzt werden. Wetterkriegsführung stellt eine geheime Form des präemptiven Krieges dar. Die Manipulation des Klimas kann eingesetzt werden, um die Wirtschaft, das Ökosystem und die Landwirtschaft eines Feindes zu destabilisieren (z.B. Nordkorea oder Kuba). Es erübrigt sich zu betonen, dass sie verheerende Schäden an Finanz- und Rohstoffmärkten auslösen und gegebenenfalls als Instrument von «Insiderhandel» für finanzielle Gewinne benutzt werden kann. Klimamanipulation kann auch die Institutionen eines Landes destabilisieren. Gleichzeitig schafft die Störung der Landwirtschaft eine grössere Abhängigkeit von auswärtiger Nahrungsmittelhilfe und importierten Getreidevorräten aus den USA und anderen westlichen Ländern.
Die Bush-Administration hat erklärt, sie behalte sich das Recht vor, diese Länder präemptiv anzugreifen – dies mit dem Vorwand, die Sicherheit des amerikanischen Heimatlandes zu schützen.
Washington hat – als Teil seines Atom-Rückschlagprogramms – verschiedene Länder, darunter China und Russland, mit präemptiven Atomschlägen bedroht. Man darf annehmen, dass dieselben «Schurkenstaaten» auch als Ziele für den Einsatz von Wetterveränderungstechniken gelten.
Zwar gibt es keine Beweise für Wetterkriegsführung gegen Schurkenstaaten, doch gibt es bereits die politischen Leitlinien für «Wetterinterventionstechniken», und diese Technik ist voll einsatzfähig. •
Weitere Artikel in Global Research zum Thema
Weather Warfare:
Michel Chossudovsky, Washington’s New World Order Weapons Have the Ability to Trigger Climate Change, Jan 2001, http://www.globalresearch.ca/articles/CHO201A.html
Vladimir V. Sytin, Secret Use of Weather Modification Techniques by US Air Force? August 2003, http://www.globalresearch.ca/articles/SYT308A.html
Interfax,.US Could Dominate The Planet if It Deploys This Weapon In Space, CRG, August 2002, http://www.globalresearch.ca/articles/INT208A.html
Scott Gilbert, Environmental Warfare and US Foreign Policy: The Ultimate Weapon of Mass Destruction, January 2004, http://globalresearch.ca/articles/GIL401A.html
Bob Fitrakis, Rods from Gods: The insanity of Star Wars, 24 June 2004, http://globalresearch.ca/articles/FIT407A.html
Did a Secret Military Experiment Cause the 2003 Blackout? 7 September 2003, http://globalresearch.ca/articles/ANA309A.html
www.globalresearch.ca/PrintArticle.php?articleId=319

Ungewöhnliche Wettermuster (2003–2004)

Alex, Ivan, Frances, Charley and Jeanne, August-September 2004: Vier zerstörerische Hurrikane und ein tropischer Wirbelsturm ereignen sich nacheinander, innerhalb kurzer Zeit. Das gab es in der Hurrikangeschichte der Karibik noch nie, die Insel Grenada wurde völlig verwüstet: 37 Menschen starben und ungefähr zwei Drittel der 100000 Einwohner der Insel wurden obdachlos; in Haiti starben mehr als zweitausend Menschen und Zehntausende wurden obdachlos. Die Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba und die Bahamas wurden ebenfalls verwüstet.
In den USA waren die Schäden in einigen Südstaaten einschliesslich Florida, Alabama, Georgia, Mississippi und Nord- und Süd-Carolina die schwersten in der Geschichte der USA.
Brasilien, März 2004: Im Südatlantik traf der erste Hurrikan, der sich je dort gebildet hat, mit Windgeschwindigkeiten von 90 Meilen pro Stunde [144,8 km/h] auf Brasilien und verursachte bis zu einem Dutzend Todesfälle. «Meteorologen kratzten sich vor Verwirrung die Köpfe, als der vertraute Wolkenwirbel komplett mit einem gut ausgeprägten Auge in einem ozeanischen Becken auftauchte, wo man noch nie vorher einen beobachtet hatte.» (WP, 19. September 2004; siehe auch www.climate.org/topics/climate/brazil_hurricane.shtml)
Japan, China und die koreanische Halb-insel: «Japan war von der grössten Anzahl von Taifunen seit Beginn der Aufzeichnungen betroffen – die Stürme ereigneten sich in einem Rhythmus von einem pro Woche während eines grossen Teils des Sommers. Sie richteten in Taiwan, China und auf der Koreanischen Halbinsel Schäden an.» (ibid)
China, August 2004: Taifun Rananim, der schlimmste in 48 Jahren, hat in Chinas Provinz Zhejiang mindestens 164 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt. Tananim war nach einer Bestätigung von Chinas meteorologischen Behörden der stärkste Taifun, der sich auf dem chinesischen Festland seit 1956 ereignet hat. Er hat das Leben von schätzungsweise 13 Millionen Menschen beeinträchtigt. www.cma.gov.cn/ywwz/englishread.php?recid=39616
Vereinigte Staaten, Mai 2003: 562 Tornados trafen die Vereinigten Staaten, die grösste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen, bei weitem mehr als die bisherige grösste Zahl pro Monat von 399 im Juni 1992. (CNN, 3. Juli 2003, www.cnn.com/2003/WEATHER/07/03/wmo.extremes/)
Indien, Frühjahr 2003: Eine Hitzewelle vor der Monsunzeit verursachte Spitzentemperaturen zwischen 45 und 49 Grad Celsius (113 bis 120 Grad Fahrenheit) und tötete mehr als 1400 Menschen. (Ibid)
Sri Lanka, «schwere Regenfälle der tropischen Cyclone 01B steigerten die bereits nassen Bedingungen und verursachten Überflutungen und Erdrutsche und mehr als 300 Todesopfer.» (Ibid)
Westeuropa, Sommer 2003: Es kam zu extrem hohen Sommertemperaturen. «Die Schweiz erlebt ihren heissesten Juni [2003] seit mindestens 250 Jahren, während die Temperaturen in Südfrankreich zwischen 5 und 7 Grad Celsius (9 bis 13 Grad Fahrenheit) wärmer waren als der Langzeitdurchschnitt. England und Wales erlebten ebenfalls ihren heissesten Sommer seit 1976.» (Ibid)

 

Ungewöhnliche Wetterereignisse:

Nordkorea, Kuba, Afghanistan und Irak

Nordkorea
In der jüngeren Vergangenheit seit 1995 ereigneten sich Überschwemmungen und Dürren oft in ein- und demselben Jahr. 220000 Menschen starben in den darauffolgenden Hungersnöten nach den eigenen Angaben von Pjöngjang. Zahlen der USA sprechen von zwei Millionen Toten als Folge des Hungers.
Die erste grössere Überschwemmung ereignete sich 1995.
1999 gab es Überschwemmungen und Dürre. Die ernste Wasserknappheit als Folge der Dürre von 1999 war ursächlich für die Zerstörung von Ernten.
«Die Wassertemperatur auf den Reisfeldern steigt über 40 Grad und die Reispflanzen, die frisch aus den Saatbeeten kommen, verdorren. Insbesondere verkümmern fast alle Maissetzlinge und Saaten, die nach der Ernte ausgesät wurden.»
Im Juni 2001 ereignete sich eine extensive Dürre mit Niederschlagsmengen von nur 10% des üblichen, was zu erheblichen Einbussen bei den landwirtschaftlichen Produkten führte. Einige Monate später, im Oktober, gab es extensive Überschwemmungen, die weitere Zerstörungen der Reisernte und eine Krise in der Nahrungsmittelverteilung zur Folge hatten.
«Beamte in der Provinz Kangwon – einem Gebiet, das bereits unter Nahrungsmittelknappheit leidet – sagen, dass die Auswirkungen der sintflutartigen Regenfälle und der Überschwemmungen verheerend waren. Nach der Statistik läge die normale Niederschlagsmenge im Oktober bei etwa 20 mm. Aber in den am schlimmsten betroffenen Gebieten fielen 400 mm (18 Inches) Regen in nur zwölf Stunden. ‹Es war die schlimmste Überschwemmung, die wir seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1910 hatten›», sagte Kim Song Hwan, der Vorsitzende des Flood Damage Rehabilitation Committee der Regierung in der Region.» (BBC, 23. Oktober 2001, http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/asia-pacific/1614981.stm)

Kuba
Während mehrerer Jahre war Kuba von wiederkehrenden Dürreperioden betroffen. 1998 war der Niederschlag auf seinem niedrigsten Niveau seit 1941.
Ein Team der Vereinten Nationen schätzte, dass 539000 Menschen, davon 280000 Farmer, direkt von der reduzierten Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln oder von geringerem Einkommen auf Grund von Produktionsrückgängen betroffen waren. Einige der berichteten Auswirkungen waren: Hunger in verschiedenen Regionen; ein Verlust von bis zu 14% des Zuckerrohrs, das im vorhergehenden Jahr gepflanzt worden war, und eine Einbusse beim Zuckerrohr, das in diesem Frühling gepflanzt worden war, weil der Niederschlag für manche Samen nicht zum Keimen ausreichte (was die Ernte des nächsten Jahres verringern wird); bis zu 42% Verlust an Nahrungsmittelvorräten wie Wurzelgemüse, Bohnen, Bananen und Reis in den fünf östlichen Provinzen; und Verluste an Vieh, Geflügel und in der Eierproduktion. (UN Relief, www.reliefweb.int/w/rwb.nsf/0/ 2975570e60ff2a7685256680005a8e2d?OpenDocument)
2003 wurde der westliche Teil Kubas von einer zerstörerischen Dürre getroffen.
Im Mai und Juni 2004 wurde das Land von der schlimmsten Dürre seiner Geschichte betroffen:
«Eine schlimme Dürre, die das östliche Kuba betrifft, hat 40% des Farmlandes erodieren lassen, führte zum Verhungern von Tausenden Stück Vieh und veranlasst fast vier Millionen Menschen, jeden Tropfen Wasser, den sie verbrauchen, zu zählen.» Die Dürre wird als die schlimmste in 40 Jahren beschrieben.
«Die Dürre hat den Grundwasserspiegel um drei Meter (10 feet) in den vergangenen zehn Jahren sinken lassen, wodurch über 5000 Brunnen in der Provinz ausgetrocknet sind», sagte Leandro Bernudez, ein Geologe und der zweite Mann in Kubas National Institute of Hydraulic Resources. (MSNBC, 21. Juni 2004, http://msnbc.msn.com/id/5262324)
Den Städten geht das Wasser aus. Nach der Zeitung «Independent» «zwingt die Dürre Kuba in die Knie».
Unbemerkt von der Welt hat die längste Trockenperiode seit Jahrzehnten grosse Teile Kubas in die Knie gezwungen. Könnte dies die Krise sein, die schliesslich Fidels Revolution zerstört?
«Überall in Zentral- und Ostkuba haben Farmer, Viehzüchter, Bewohner der Städte und Regierungsbeamte mit einer mörderischen Dürre zu kämpfen, die vor einem Jahrzehnt begann und sich in den letzten zwei Jahren intensiviert hat.
Obwohl sie von jeher eher trocken waren, besitzen die Provinzen Holguin, Camaguey und Las Tunas einiges von Kubas bestem Weide- und Farmland und waren lange entscheidend für die Versorgung dieses kommunistischen Landes mit Milchprodukten, Rindfleisch und landwirtschaftlicher Industrie.
Mehr als 12500 Stück Vieh sind in Holguin allein im Jahr 2004 gestorben, und die Milchproduktion ist um 20% zurückgegangen. Die Preise für Bohnen, Kochbananen, Süsskartoffeln und andere Nahrungsmittel sind auf den privaten Märkten stark gestiegen.
Die Dürre hat Verluste in Höhe von Millionen von Dollars verursacht, und die Regierung gibt beim Versuch, die Krise zu mildern, weitere Millionen aus, um Brunnen zu graben, Wasserleitungen zu verlegen und andere Massnahmen zu ergreifen – riesige Summen für ein armes Land, das mit harten wirtschaftlichen Zeiten zu kämpfen hat und in einer Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten steht.
Die Regierung hat zudem Tausende von Rindern in fruchtbarere Gegenden umgesiedelt und arbeitet fieberhaft an der Fertigstellung einer 32 Meilen langen Pipeline, die Wasser von Kubas grösstem Fluss, dem Cauto, nach Holguin leiten wird. Die Pipeline im Wert von fünf Millionen Dollar könnte nächsten Monat fertig werden.» (Chicago Tribune, 29. Juli 2004, www.thestate.com/mld/thestate/news/world/9271316.htm)
Dieser Bericht stammt vom September 2004. Er wurde veröffentlicht, bevor die Hurrikane gefolgt von mörderischen Regenfällen auf die kubanische Küste trafen.

Afghanistan und die früheren -Sowjetrepubliken von Zentralasien
Die schlimmste Dürre in der afghanischen Geschichte ereignete sich in den drei Jahren, die dem Ansturm der von den USA angeführten Invasion vorangingen, von 1999 bis 2001. Die Erholung der Landwirtschaft der 1990er Jahre nach dem sowjetisch-afghanischen Krieg wurde damit zum Stillstand gebracht.
Nach der von den USA angeführten Invasion versorgten die Vereinigten Staaten Afghanistan mit genverändertem Weizen und mit Sorten von Dünger, die zu dem genveränderten Weizen passten, von dem gesagt wurde, dass er in hohem Masse widerstandsfähig sei gegen Trockenheit. Die Spende von genverändertem Weizen führte jedoch zu einer Destabilisierung der Wirtschaft der kleinen Bauern, weil die genveränderten Weizensorten nicht lokal reproduziert werden konnten. 2002 wurde das Land von einer Hungersnot heimgesucht, über die kaum berichtet wurde.
Ähnliche, wenn auch weniger ernste Bedingungen herrschten in den früheren Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.
Wie in Afghanistan war auch in Tadschikistan die Infrastruktur durch den langen Krieg mit den muslimischen Fundamentalisten ruiniert. Seither hat die schlimmste regionale Dürre seit 74 Jahren die Nahrungsmittelernten in einem grossen Teil des Landes zerstört, wodurch fast die Hälfte der 6,2 Millionen Menschen im Land Hunger und Krankheiten ausgeliefert waren, eine Steigerung gegenüber den drei Millionen im letzten Jahr. Der einzige Zweig der Wirtschaft, der davon nicht betroffen war, ist der Drogenhandel. Tadschikistan ist die Transitroute für 65 bis 85 Prozent des Heroins, das aus Afghanistan geschmuggelt wird, dem weltgrössten Produzenten von Heroin. (www.americanfreepress.net/Mideast/Drought__Desperation_Breed_Vio/drought__desperation_breed_vio.html)
Ausgelöst durch die geringsten Niederschlagsmengen (2001) seit Menschengedenken sind weite Teile von Iran, Usbekistan, Pakistan und Tadschikistan zu Wüste geworden, weil der Wasserspiegel sinkt, seit langem funktionierende Brunnen austrocknen und ganze Herden von Vieh verschwinden.
Die Krise scheint alarmierende Vorhersagen zur Klimaveränderung zu bewahrheiten, die besagen, dass Staaten entlang der alten Seidenstrasse steilere Anstiege der Temperaturen erleben werden als irgendeine andere Region der Welt. Ende des Jahrhunderts wird es in Gegenden, in denen regelmässig Temperaturen von über 40 Grad Celsius vorkommen, 5 Grad Celsius wärmer sein.
Die Studie, die letztes Jahr vom Tyndall Centre for Climate Change Research an der University of East Anglia veröffentlicht wurde, sagte vorher, dass asiatische Länder von Kasachstan bis Saudi-Arabien sich zwei Mal so stark erwärmen werden wie andere. «Einigen Staaten», fügte der Bericht hinzu, «einschliesslich Usbekistan, Tadschikistan, Afghanistan und Iran stehen Hungersnöte bevor.»
In Tadschikistan haben die Vereinten Nationen zu Hilfe aufgerufen, um ein Desaster abzuwenden. «Grundlegende auswärtige Hilfe wird benötigt, sonst wird es eine umfangreiche Hungersnot geben», sagte Matthew Kahane, der Koordinator der humanitären Hilfe bei den UN in einer Bekanntmachung aus der Stadt Duschanbe.
«Das Land hatte die niedrigsten Niederschläge seit 75 Jahren. Familien, die im letzten Jahr überlebt haben, weil sie ihre Kühe und Hühner verkauft haben, haben nun keinerlei Mittel mehr. Einige Haushalte haben das Glas ihrer Wohnungsfenster und die hölzernen Dachbalken verkauft, um an Geld für Nahrungsmittel zu kommen.» (The Guardian, 30. Oktober 2001, www.guardian.co.uk/famine/story/0,12128,736902,00.html)

Irak
1999 erlitt der Irak die schlimmste Dürre des Jahrhunderts mit dem Ergebnis, dass das Land unter dem «Oil for Food»-Programm noch abhängiger von importiertem Getreide wurde. Die einheimische Erzeugung von Weizen, Gerste und anderem Getreide fiel um bis zu 70 Prozent, was zu einer weiteren Schwächung der Wirtschaft des Landes führte, die ohnehin unter den Wirtschaftssanktionen und den routinemässigen Bombardierungen aus der Luft in den «no-fly»-Zonen litt.
Eine ähnliche (wenn auch weniger ernste) Situation herrschte in Syrien und im Iran, wo auch markante Rückgänge in der Agrarproduktion zu verzeichnen waren. •


Artikel 9: Zeit-Fragen Nr.47 vom 28.11.2005, letzte Änderung am 29.11.2005

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