Artikel 11: Zeit-Fragen Nr. 17 vom 22 4. 2002
Was ich hier darstelle, könnte man als eine leicht revidierte Darstellung des Terrors vom 11. September und der Ursprünge des US-amerikanischen «Krieges gegen den Terrorismus» bezeichnen.
Die offizielle Darstellung, die durch die wichtigsten Medien verbreitet wurde, hört sich in etwa wie folgt an: Der US-amerikanische Krieg gegen Afghanistan war lediglich eine spezielle Antwort auf die schrecklichen Ereignisse des 11. September, welche die USA wie ein Blitz aus heiterem Himmel trafen, von den amerikanischen Sicherheitsbehörden völlig unerwartet. Der Krieg gegen Afghanistan entstand über Nacht, aus dem einfachen Grund, die Täter der abscheulichen Verbrechen zu bestrafen und so der Gerechtigkeit zuzuführen - namentlich das Netzwerk der al-Kaida-Terroristen, die vom berüchtigten Usama bin Ladin geschickt werden, der sich (ohne Zweifel mit seiner Dialysemaschine) in seiner Höhle in Afghanistan versteckt. Wahrscheinlich sollte die Bestrafung der Täter Amerika stärker vor Terrorismus schützen.
Da die afghanische Talibanregierung offiziellen Angaben zufolge bin Ladin Zuflucht gewährt, war es für die Vereinigten Staaten von Amerika notwendig und in ihren Augen auch gerecht, diese Regierung zu stürzen, welche gemäss dem US-amerikanischen Justizministerium nicht eine Regierung darstellt, sondern eine Schlangengrube von Terroristen, die genauso schlimm wie bin Ladin und al-Kaida sind. Schliesslich werde durch die Beseitigung der schändlichen Terroristen als Nebeneffekt auch die unterdrückte afghanische Bevölkerung von der Tyrannei befreit.
Unter Berufung auf Regierungsquellen identifizierten die Medien wenige Stunden nach den Anschlägen auf das World Trade Center bin Ladin als den wahrscheinlichen Drahtzieher. Es dauerte etwas länger, bis die Taliban als genauso böse wie bin Ladin und al-Kaida angesehen wurden. Aber schon bald wurde das Ganze offen als manichäischer Konflikt zwischen Gut und Böse dargestellt, inklusive der Behauptung, dass die Vereinigten Staaten angegriffen wurden, da die Bösen immer die Guten hassen.
Schliesslich wurde die offizielle Argumentation immer fadenscheiniger, und sogar Sprachrohre der Platitüden des Establishment wie Chris Matthews und Michael Kinsley erkennen nun, dass der Krieg wesentlich breiter angelegt ist, als nur die wirklichen Schuldigen des 11. September bestrafen zu wollen. Kinsley schreibt: «Wie war es möglich, dass es in diesem ÐKrieg gegen den Terrorismusð so schnell zu einer Schwerpunktverlagerung kommen konnte, vom ursprünglichen Ziel der Ausrottung und Bestrafung der Täter des 11. September - eine Aufgabe, die noch nicht erfüllt ist - bis hin zu so etwas wie der Vermehrung der Nuklearwaffen?» Laut Matthews haben Personen mit anderen, weitreichenderen Zielen in diesem begrenzten Vergeltungskrieg «das Ruder an sich gerissen», einschliesslich des Ziels, die Staaten der «Achse des Bösen» an der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen zu hindern.
Matthews schreibt: «Vor einem Monat wusste ich, warum wir kämpfen. Ihr wusstet, warum wir kämpfen. Wir wollten die Mörder des 11. September kriegen, bevor sie uns kriegen. Selbst wenn das bedeutet, Usama bin Ladin und seine Schurkenbande bis ans Ende der Welt zu verfolgen, sind wir dazu auch bereit.
Doch was ist aus dem mutigen Krieg geworden, der die Mörder des World Trade Centers und des Pentagons der Gerechtigkeit zuführen wollte? Wer hat sich der klaren, von allen Amerikanern mitgetragenen Front bemächtigt und sie dazu gebracht, diese Parole von der ÐAchse des Bösenð herauszugeben? Wer bemächtigte sich des gerechten Aufschreis der Feuerwehrmänner und brachte uns dazu, dieses bizarre Mantra von ausgerechnet den Ländern Iran, Irak und Nordkorea immer wieder aufzusagen?»
Kinsley und Matthews machen hier wichtige (wenn auch sehr offensichtliche) Beobachtungen. Dieser Krieg ist weit von dem einfachen Wunsch entfernt, die für die Greueltaten des 11. September Verantwortlichen zu bestrafen. Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang zwischen diesem Ereignis und den gegenwärtigen Sorgen des Präsidenten Bush bezüglich seiner «Achse des Bösen». Tatsächlich versucht das Weisse Haus nicht einmal, einen solchen Zusammenhang herzustellen. Wie der Kolumnist Robert Novak in seinem Kommentar zur Rede zur Lage der Nation im Jahr 2002 bemerkte: «Bush hat es aufgegeben, einen Zusammenhang zwischen den Terroranschlägen des 11. September und dem nächsten Schritt im Krieg gegen den Terrorismus herzustellen. Der hergestellte Zusammenhang zwischen den drei Schurkenstaaten und irgendeiner Art von Terrorismus war tatsächlich dürftig, wenn der Präsident behauptet, diese Länder 'könnten' Massenvernichtungswaffen an Terroristen 'liefern'».
Sogar die Meinung, der Krieg habe sich so verwandelt, dass seine ursprüngliche Absicht verlorenging, ist eine revisionistische Interpretation. Und es ist nur ein kurzer Weg von der Verwandlungsthese zu der Auffassung, dass dieser Krieg als einfacher, geradliniger, «gerechter Aufschrei der ÐFeuerwehrleuteð» geplant war und dass von Anfang an die Ereignisse des 11. September den amerikanischen Eliten der Aussenpolitik als Entschuldigung dienten, ihre Agenda, die schon vor dem Krieg bestanden hatte, in die Tat umzusetzen. Wie ich noch zeigen werde, war das Eindringen Amerikas in die rohstoffreichen Gebiete Zentralasiens schon seit einigen Jahren ein viel diskutiertes aussenpolitisches Ziel. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Vereinigten Staaten schon vor dem 11. September geplant hatten, das Taliban-Regime zu beseitigen.
Ausserdem haben zionistische Kreise in der regierenden amerikanischen Oberschicht schon immer versucht, die Vereinigten Staaten gegen die «terroristischen» Staaten aufzubringen, die, nicht ganz zufällig, Israels Feinde sind. Diese Kreise - die ihre Fühler sowohl in der Regierung Clinton als auch in der von GeorgeW. Bush ausgestreckt hatten - haben mit Sicherheit schon lange davon gesprochen, eine härtere Gangart gegen den Iran und den Irak einzuschlagen und auch Israels Krieg gegen «Terroristen» mehr zu unterstützen.
Kurz gesagt, es ist offensichtlich, dass der Krieg alles andere war als eine über Nacht konzipierte improvisierte Reaktion auf die Greueltaten des 11. September. Diese Abscheulichkeiten des 11. September lieferten vielmehr den Vorwand für die Vereinigten Staaten, ihre bereits bestehenden Kriegspläne in die Tat umzusetzen.
Dass Politiker bestimmte Ereignisse ausnutzen, um bereits bestehende Ziele zu erreichen, ist nichts Neues. Im Jahre 1840 beutete James K. Polk die Tatsache, dass die mexikanische Armee auf amerikanische Truppen geschossen hatte, die sich in dem umstrittenen Gebiet von Südtexas aufgehalten hatten, dazu aus, sein Ziel zu erreichen, sich mexikanisches Gebiet mit militärischen Mitteln anzueignen. Im Jahre 1898 lieferte die Explosion des Kriegsschiffes Maine im Hafen von Havanna den Vorwand für amerikanische Imperialisten, einen Krieg anzufangen, der dazu diente, sich überseeische Kolonien zu schnappen, vor allem die weit entfernten Philippinen. Und natürlich lieferte der japanische Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941 Franklin Roosevelt die lang ersehnte Gelegenheit, in den Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland einzutreten. Wenn sich ein echtes Ereignis nicht von selbst einstellt, wird es für den geschickten Politikus notwendig, eines zu erfinden - wie Lyndon B. Johnson mit dem Vorfall im Golf von Tonkin. Es könnten noch unendlich viele Beispiele aufgeführt werden.
Lassen Sie mich deshalb einfach sagen, dass es eine schon seit langer Zeit übliche Handlungsweise regierender Eliten ist, die Durchführung einer bereits existierenden militärischen Agenda damit zu rechtfertigen, dass sie aufgrund eines Ereignisses notwendig geworden ist. Dies besonders in formalen Demokratien, wo eine gegen den Krieg eingestellte Bevölkerung davon überzeugt werden muss, dass jegliche Politik, die die Regierenden auch durchführen wollen, auf jeden Fall gerechtfertigt ist, sei sie auch noch so chaotisch und mörderisch. (Ich sollte hinzufügen, dass im heutigen Kontext das Wort «überzeugen» ein zu starkes Wort ist, da die zeitgenössische amerikanische Öffentlichkeit nur eine geringe intellektuelle Überzeugung braucht. So wie die weniger intelligenten Tiere in Orwells «Animal Farm» glaubt sie statt dessen jede Geschichte, die ihr die Regierung und die offiziellen Medien vorsetzen.)
Sogar wenn nur das wahr wäre - dass die Ereignisse des 11. September als Vorwand dienten, schon bestehende Ziele durch militärische Aktion zu erreichen -, würde die Bedeutung des Krieges in Afghanistan radikal von der üblichen öffentlichen Darstellung abweichen. Aber es geht noch weiter: Es gibt Hinweise darauf, dass die Vereinigten Staaten (und ihr enger Verbündeter Israel) schon im Vorfeld von dem bevorstehenden Angriff wussten und deshalb nichts getan haben, ihn zu vereiteln, um die benötigte Rechtfertigung für den Krieg zu erhalten.
Weil diese These schwieriger zu beweisen ist, wird dieser Artikel den Beweis dafür erheblichen Raum einräumen.
Ich gebe zu, dass meine Gegeninterpretation zum 11. September kaum originell ist. Während die Mainstream-Medien sie natürlich gewissenhaft vermieden haben, ist sie im Internet sehr offen zu finden. In ihrer reinsten verschwörerischen Form - dass die US-Regierung vorher Kenntnis hatte oder tatsächlich diese Grausamkeit erleichtert hat - ist sie sehr populär bei der harten Linken und den verschwörerischen Rechtsaussen. In ihrer abgeschwächten Form - nämlich dass es von Anbeginn an Zweck dieses Krieges war, weitergesteckte Ziele zu erreichen als nur die Bestrafung der für den 11. September Verantwortlichen - scheint diese These tatsächlich ausserhalb der Vereinigten Staaten vorzuherrschen.
Welche Beweise gibt es für diese These? Gemäss einem althergebrachten Sprichwort heisst die erste Frage , wenn ein Verbrechen begangen wurde «Cui bono?» - «Wer profitiert?»
Der Krieg gegen Afghanistan ist offensichtlich vorteilhaft für die Versorgung Amerikas mit Öl und für die Parteiideologen, die an eine Weltherrschaft der Vereinigten Staaten denken. Er ermöglichte es den Vereinigten Staaten, sich so zu plazieren, dass sie die ungeheuren Öl- und Gasvorkommen von Zentralasien für sich sichern können. Die Stabilisierung Afghanistans ist der Schlüssel zur Erreichung dieses Gewinns. Als Folge des Krieges in Afghanistan scheinen der militärische und politische Einfluss der Vereinigten Staaten zum ständigen Inventar in Zentralasien zu werden, in einer Region mit höchster geostrategischer Wichtigkeit für die amerikanische globale Vorherrschaft. An späterer Stelle werde ich näher auf die amerikanischen Bodenschätze und ihre geostrategischen Interessen eingehen. Offensichtlich war Israel der andere wesentliche Nutzniesser. Für Israel gibt der «Krieg gegen den Terrorismus» nicht nur grünes Licht für die Vernichtung der Palästinenser, verbunden mit deren Vertreibung oder völliger Bantustanisierung, sondern positioniert auch Amerikas Macht auf der Seite von Israel gegen deren Feinde im gesamten Mittleren Osten. Und dies, weil die offiziell als «Terroristen» und als «Terroristen beherbergende» bezeichneten Länder sich als die Hauptfeinde Israels entpuppen. Bedenken Sie, dass Iran und Irak zwei Drittel von Präsident Bushs teuflischer «Achse» ausmachen und dass Nordkorea hauptsächlich deshalb dazugehört, weil es Waffen an diese beiden Länder liefert. Es ist interessant zu bemerken, dass der Ausdruck «Achse des Bösen» vom Verfasser von Bushs Reden, David Frum, einem Superzionisten, der die doppelte Staatsbürgerschaft der USA und Kanadas hat, geprägt wurde. (Es ist nicht offensichtlich, dass der Schutz nationaler amerikanischer Interessen Herrn Frums Hauptanliegen ist. Ich denke, Mr. Frum ist einer der Menschen, die der scharfsinnige Joe Sobran niemals der Doppelloyalität bezichtigen würde. Ich nehme ebenso an, dass Herrn Frums Loyalität nicht gegenüber Kanada besteht.)
Eine Politik der Einschränkung und Reduktion der militärischen Stärke seiner Nachbarn dient eo ipso dazu, das Machtmonopol der Atommacht Israel im Mittleren Osten zu erhalten, was eines der schon lange bestehenden grundsätzlichen Ziele israelischer Aussen- und Militärpolitik gewesen ist. Wie Israel 1981 bei seinem militärischen Schlag gegen den ostirakischen Reaktor in Irak veranschaulicht hat, ist es bereit, mit Gewalt sein regionales nukleares Monopol aufrechtzuerhalten. Lange vor dem 11. September haben die Vereinigten Staaten Israel aktiv unterstützt, sein Monopol durch die Beibehaltung einer scheinheiligen Doppelmoral zu erhalten: Auf der einen Seite ignorierten sie Israels Käufe von Massenvernichtungswaffen, und auf der anderen Seite verhinderten sie die Übertragung sogar friedlicher Atomtechnologien an andere.
Israel sieht den Iran momentan als den Nachbarstaat an, der höchstwahrscheinlich Nuklearwaffen entwickelt, und hat sehr darauf gedrängt, dies zu verhindern, indem es Irans angebliche Unterstützung des Terrorismus als vorgebliche Rechtfertigung für einen militärischen Angriff nahm. Es sind auch Hinweise darauf im Umlauf, dass Israel selbst handeln wird, wenn die Vereinigten Staaten nichts unternehmen. Die erste Bewegung der US-Militärs nach Afghanistan hinein brachte Anstrengungen auf der Seite des Iran, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu verbessern, aber diese vorsichtige Annäherung wurde nun abgebrochen, und dies aus dem wesentlichen Grund, aus dem man den Einfluss von Israel und seiner amerikanischen Unterstützer betrachten muss.
Eines muss klar gesagt werden: Eine Militäraktion mit dem Ziel, den Iran an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu hindern, hat nichts mit den Bemühungen zu tun, die Verursacher der Greueltaten vom 11. September zu bestrafen. Bei letzteren hat der Iran in jeder Hinsicht kooperiert.
Es ist von großer Bedeutung, dass die Interessen von Big Oil (den Öl-Magnaten) und Israel in dem Moment übereinstimmten, als es um Usama/Afghanistan ging. In der Vergangenheit waren die Interessen dieser beiden Gruppen nämlich häufig voneinander abgewichen, wobei die Ölinteressen stets darauf aus waren, Israels ölproduzierende Feinde zu besänftigen. Es ist zweifelhaft, ob eine der beiden Gruppen ihre Ziele ohne die andere hätte erreichen können. Während die Ölinteressen in der Bush-Regierung eine grosse Rolle spielen, regiert der zionistische Einfluss an oberster Stelle im Medien-Establishment. Es ist unwahrscheinlich, dass eine grössere Militärintervention ohne die wohlwollende Berichterstattung in den Medien erfolgreich sein könnte - denken Sie nur an die ablehnenden Beiträge der Medien zum Vietnam-Fiasko.
Obwohl sich die Interessen von Big Oil und Israel in der Afghanistan-Frage decken, sind ihre Gesamtinteressen nicht die gleichen. Big Oil scheint eher einen begrenzten Krieg zu bevorzugen, der sich im wesentlichen auf Afghanistan beschränkt und Nutzen aus der Kooperation der «gemässigten» islamischen Staaten in einer «Anti-Terror»-Koalition zöge. Aussenminister Colin Powell scheint in der Regierung der Vertreter für diese Position zu sein. Im Gegensatz dazu möchten Israel und seine amerikanischen Unterstützer einen breiteren Krieg gegen den «Terrorismus» - das heisst einen Krieg gegen die Feinde Israels - führen. In diese Ecke gehören auch der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, William Kristol und der Weekly Standard, Charles Krauthammer, William Safire, Richard Perle und die Neokonservativen im allgemeinen. Solch ein «Krieg gegen den Terrorismus» würde die Wünsche von Big Oil durchkreuzen, eine Koalition gemässigter islamischer Regierungen zu bilden, um dem islamischen «Fundamentalismus» entgegenzuwirken. Die Zionisten ihrerseits wissen, dass eine Koalition von «gemässigten» islamischen Staaten im Bett mit den USA dazu benutzt werden könnte, diplomatischen Druck auf Israel auszuüben mit dem Ziel, die israelische Politik gegenüber den Palästinensern zu mässigen.
Auch andere wichtige Gruppen haben ihren Nutzen aus dem 11. September gezogen, insbesondere die Bush-Administration selbst. Der 11. September war wie ein Gottesgeschenk für ein Regime in Schwierigkeiten - die Politik ohne Richtung und die Wirtschaft auf dem absteigenden Ast. Bushs Popularität hat seither astronomische Höhen erreicht. Nicht nur das: die gesamte Republikanische Partei hat versucht, aus der Popularität des Krieges Kapital zu schlagen. Karl Rove, politischer Top-Berater des Präsidenten, hat den Republikanern dringend geraten, das Thema Krieg ganz in den Mittelpunkt zu stellen. In einer Paraphrase auf den Wahlsieger-Spruch von Roosevelts Wahlhelfer Harry Hopkins: «Tax, tax; spend, spend; elect, elect» («Steuern erheben, Geld ausgeben, wählen»), sagte ein republikanischer Aktivist im Scherz zu mir: «Bomb, bomb; elect, elect.» Aus diesem Grund hielt sogar Franklin Roosevelt in Anbetracht seiner sinkenden Popularität es für nötig, sich von «Dr. New Deal» in «Dr. Win-the-War» umzubenennen.
Vom Krieg und vom Kriegsfieber profitiert auch der vorher so verunglimpfte militärisch-industrielle Komplex, der natürlich Grösse und Prestige hinzugewinnt. Ein einflussreiches, allerdings oft übersehenes Element darin sind die ehemaligen kalten Krieger (und die Institutionen, in denen sie hocken), die einen Feind brauchen, um überhaupt eine Existenzberechtigung zu haben. Viele von ihnen würden arbeitslos, wenn der Frieden «drohen» würde.
Dennoch spielen die zwei letztgenannten Gruppen - die Republikanischen Politiker und die Militärindustrie - vor allem eine Rolle als Unterstützer der Pro-Kriegsbewegung, sie haben sie aber nicht angestossen. Sie tendieren sowieso dazu, alle Kriege überall zu unterstützen. Der entscheidende Punkt ist, dass diese Gruppen, die zwar dazu neigen, den Krieg als solchen zu unterstützen, die spezifischen Parameter dieses besonderen Krieges, der sich gegen Zentralasien und die Feinde Israels richtet, nicht bestimmt haben.
Quelle: Belegstellen sind zu finden in: The Last Ditchwww.thornwalker.com/ditch
Dr. Stephen J. Sniegoski
promovierte in Geschichte der Vereinigten Staaten (University of
Maryland, 1977) mit dem Schwerpunkt amerikanische Geschichte der
Diplomatie. Zahlreiche Artikel zu geschichtlichen Themen, zur
Aussenpolitik und Bildung. Weitere Artikel von Stephen J. Sniegoski
finden sich unter:
www.thornwalker.com/ditch/towers_toc.htm.
Zum Artikel-Anfang: auf den roten Balken
klicken!
©
Zeit-Fragen 2001, Redaktion
und Verlag, Postfach, CH-8044 Zürich,
Tel. +41-1-350 65 50, Fax +41-1-350 65 51 http://www.zeit-fragen.ch
home | Über Zeit-Fragen | Leserdienst | Links | Archiv | Thmen | Inhalt