Depleted Uranium (DU) in der Schweiz
Auf dem Ochsenboden in Studen, in der Nähe von Einsiedeln, führt Oerlikon-Contraves regelmässig Schiessversuche durch. Heute mit Munition, die sich vor dem Ziel in 162 Wolfram-Subprojektile zerlegt, eine moderne Art Streumunition, die sich unter anderem sehr gut eignet zur massenhaften Tötung von Bodentruppen. Heute ist Oerlikon-Contraves im Besitz des grössten deutschen Rüstungskonzerns, von Rheinmetall. Rheinmetall ist eine Waffenschmiede, die seinerzeit massgeblich den Krieg Adolf Hitlers möglich machte und während des Zweiten Weltkriegs sehr viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigte.
Ende der sechziger Jahre testete die Firma Oerlikon Contraves auf dem Ochsenboden auch Uran-Munition. Vor fünf Jahren trat Thierry Lauffenburger von der staatlichen Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (SUVA) Befürchtungen entgegen, diese Schiessversuche könnten Spätfolgen für Mensch und Tier gehabt haben. Bei den eingesetzten äusserst geringen Dosen seien Spätschäden unwahrscheinlich. Eine Gefährdung von Personal und Bevölkerung könne ausgeschlossen werden. Vor dieser Stellungsnahme waren Meldungen erschienen, wonach der damalige Leiter der Schiessanlage von Oerlikon Contraves an Leukämie erkrankt sei.
Peter Haag vom Bundesamt für Gesundheit relativierte, noch vor fünf Jahren, Berichte über ein Kuhsterben auf dem Ochsenboden im Jahre 1975, das in einen Zusammenhang mit dem Einsatz von gefährlicher Munition gebracht wurde. Die Ursache für den Tod von fünf Rindern sei gemäss einer Untersuchung die Verwendung von Trocken- oder Silofutter gewesen, das zuviel Alpenkreuzkraut enthalte. Die dadurch bewirkte tödliche Leberzirrhose bei den Rindern sei auch andernorts aufgetreten.
H. Frei, Zürich