DU-Munition muss von unserem Globus verbannt werden!
von Dr. Doug Rokke, ehemaligem Direktor des U.S. Army Depleted Uranium Project
Die Vereinigten Staaten haben Israel für den Einsatz gegen Ziele in Libanon mindestens 100 GBU-28-Bunker-Brecher-Bomben geliefert, deren Sprengköpfe abgereichertes Uran enthalten. Das wird zu zusätzlicher radioaktiver Verseuchung und chemischer Vergiftung führen, die im ganzen Nahen Osten schädigende Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben werden. Auch israelische Panzerschützen verwenden, wie Fotorafien beweisen, Panzergranaten mit abgereichertem Uran.
Heute setzen Militärangehörige der Vereinigten Staaten, Grossbritanniens und nun auch Israels illegale Uranmunition ein ? Amerikas und Englands eigene «schmutzige Bomben». Gleichzeitig leugnen die Beamten der US-Armee, des US-Energieministeriums, des Verteidigungsministeriums der USA und des britischen Verteidigungsministeriums noch immer, dass die Produktion, die Tests und/oder der Einsatz von Uranmunition irgendwelche schädigenden Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben, weil sie damit vermeiden wollen, für die absichtliche und illegale Verbreitung von giftigem radioaktivem Material ? depleted uranium, abgereichertem Uran ? zur Verantwortung gezogen zu werden.
Die Verwendung von Uranwaffen ist absolut inakzeptabel und ein Verbrechen gegen die Menschheit. Infolgedessen müssen die Bürger der Welt und alle Regierungen die Beendigung des Einsatzes von Uranwaffen erzwingen. Ich muss die Forderung erheben, dass Israel jetzt allen Opfern von abgereichertem Uran in Libanon ärztliche Betreuung zukommen lässt und die gesamte Verseuchung mit abgereichertem Uran gründlich säubert.
Vertreter der Vereinigten Staaten und Grossbritanniens haben sich in arroganter Weise geweigert, ihren eigenen Bestimmungen, Anweisungen und Richtlinien nachzukommen, die von den Beamten des amerikanischen Aussen- und Verteidigungsministeriums verlangen, allen ausgesetzten Personen prompte und effektive medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen. Referenz: Medical Management of Unusual Depleted Uranium Casualties, Verteidigungsministerium, Pentagon, 10/14/93, Medical Management of Army personnel Exposed to Depleted Uranium (DU) Headquarters, U.S. Army Medical Command 29 April 2004, und Abschnitt 2?5 des U.S. Army Regulation 700-48. Israelische Beamte müssen das heute nicht tun.
Sie weigern sich auch, die ausgebrachte radioaktive Verseuchung zu beseitigen, wie die Armee Verordnung 700-48 zur «Handhabung von DU-verseuchter Ausrüstung oder radioaktiver Stoffe»1 und das Fachbulletin TB 9-1300-278 der US-Armee mit den «Richtlinien für die sichere Reaktion auf Unfälle beim Handhaben, Lagern und Transport von Panzermunition der Armee oder Rüstung, die DU enthält» es fordern.
Insbesondere die Paragraphen 2?4 der US-Armee-Verordnung (United States Army Regulation) AR 700-48 vom 16. September 2002 verlangt:
- «Militärpersonal identifiziert, trennt, isoliert, sichert und kennzeichnet die gesamte radioaktiv verseuchte Ausrüstung [RCE radiologically contaminated equipment].»
- «Verfahrensweisen, um die Verbreitung von Radioaktivität zu minimieren, werden schnellstmöglich umgesetzt.»
- «Radioaktive Materialien und Abfälle werden nicht vor Ort beseitigt, weder durch Beerdigen, Versenken, Verbrennen, Vernichten oder Zurücklassen» und
- «Alles Material, zu dem auch erbeutetes Material oder im Gefecht mit DU kontaminierte Ausrüstung gehört, wird überwacht, zusammengepackt, zurückgeführt, dekontaminiert und freigegeben. IAW Technical Bulletin 9-1300-278, DA PAM 700-48.» (Anmerkung: Grenzwerte für maximale Belastung sind im Anhang F aufgeführt).
Der frühere und gegenwärtige Einsatz von Uranwaffen, die Freisetzung radioaktiver Komponenten in zerstörter Ausrüstung des amerikanischen und ausländischen Militärs und die Freisetzung radioaktiven Materials aus industriellen, medizinischen und Forschungseinrichtungen haben zu inakzeptablen Belastungen geführt. Daher muss die Dekontaminierung durchgeführt werden, so wie sie die US-Armee-Verordnung 700-48 verlangt, und sie sollte auch alles radioaktive Material umfassen, das in militärischen Operationen freigesetzt wurde.
Die schädigenden Auswirkungen der Verseuchung durch Uranwaffen bleiben nicht auf die Kampfgebiete beschränkt, sondern zeigen sich auch in Einrichtungen und Örtlichkeiten, wo Uranwaffen hergestellt oder getestet werden: Dazu zählen die zu Puerto Rico gehörige Insel Vieques; die Städte Colonie im Staat New York und Concord in Massachusetts; die Jefferson Proving Grounds (Testgelände der US-Armee) in Indiana und das Armee-Trainings- und Testgelände Schofield Barracks auf Hawaii. Die Beamten des US-Verteidigungsministeriums müssen daher jedem einzelnen, der durch die Herstellung, das Testen und/oder die Anwendung von Uranmunition betroffen ist, ärztliche Betreuung zukommen lassen. Auch die gründliche Sanierung der Umwelt muss ohne weiteren Aufschub vollständig durchgeführt werden.
Ich bin erstaunt, dass 15 Jahre nachdem ich aufgefordert worden war, die Säuberungsaktion in Zusammenhang mit der ursprünglichen DU-Schweinerei des ersten Golf-Krieges durchzuführen und mehr als 10 Jahre nachdem ich das Depleted Uranium Project beendete Beamte des US-Verteidigungsministeriums und andere noch immer versuchen, den Einsatz von Uranmunition zu rechtfertigen, während sie gleichzeitig zwingende Auflagen ignorieren.
Ich bin bestürzt, dass Beamte und Vertreter des Verteidigungsministeriums und des Energieministeriums damit fortfahren, mit persönlichen Attacken diejenigen von uns zum Schweigen bringen oder diskreditieren zu wollen, die verlangen, dass in Erfüllung der US-Armee-Verordnung 700-48 allen DU-Opfern ärztliche Hilfe zuteil und die Umweltsanierung durchgeführt werden muss. Aber jenseits der missachteten Verpflichtungen ist die vorsätzliche Verbreitung von Tonnen massiv radioaktiven und chemisch giftigen Abfalls in Form von Uranmunition illegal3 und hält ganz einfach der Prüfung des gesunden Menschenverstandes nicht stand ? und sie ist gemäss dem US-Department für Homeland Security DHS eine «schmutzige Bombe». Das DHS hat am 3. Januar 2006 Richtlinien für die Reaktion auf «schmutzige Bomben» für Zwischenfälle innerhalb der USA herausgegeben,4 ignoriert aber den Einsatz von Uranwaffen durch das Verteidigungsministerium und die Bestimmungen des Verteidigungsministeriums.
Diese Richtlinien erklären ausdrücklich: «Charakteristika von Zwischenfällen mit RDD5 und IND: Ein radiologischer Zwischenfall wird definiert als ein Ereignis oder als Reihe von Ereignissen, die absichtlich oder versehentlich zur Freisetzung oder zur potentiellen Freisetzung radioaktiven Materials in die Umgebung führen, dessen Menge ausreicht, um die Erwägung von Schutzmassnahmen zu rechtfertigen. Der Einsatz eines RDD oder eines IND ist ein Akt des Terrors, der einen radiologischen Zwischenfall hervorruft.»
Der Einsatz von Uranmunition ist dementsprechend ein «Akt des Terrors», so wie ihn das Department of Homeland Security definiert.
Und endlich kann auch das weitere Befolgen des berüchtigten Memorandums von Los Alamos vom März 1991, mit dem der fortgesetzte Einsatz von Uranmunition sichergestellt werden sollte, nicht gerechtfertigt werden.
Der Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush, der Premierminister von Grossbritannien, Tony Blair, und der israelische Premierminister, Ehud Olmert, müssen schliesslich die Verantwortung für den vorsätzlichen Einsatz illegaler Uranmunition ? ihre eigenen «schmutzigen Bomben» ? eingestehen und übernehmen, aus dem sich schädigende Einflüsse auf Gesundheit und Umwelt ergeben.
Präsident Bush, Premierminister Blair und Premierminister Olmert sollten anordnen:
- Ärztliche Betreuung für alle Opfer
- Gründliche Sanierung der Umwelt
- Sofortiges Einstellen der Vergeltungsmassnahmen gegen all diejenigen von uns, die das Einhalten der Vorschriften zu ärztlicher Betreuung und Umweltsanierung verlangen
- Die Beendigung des (laut Uno-Befund) schon erfolgten illegalen Einsatzes von DU-Munition.
Quelle: www.uruknet.info vom 24.7.2006
(Übersetzung Zeit-Fragen)
1 Army Regulation AR 700-48: «Management of Equipment Contaminated With Depleted Uranium or Radioactive Commodities». (Headquarters, Department of The Army, Washington D.C., September 2002)
2 US-Army Technical Bulletin TB 9-1300-278: «Guidelines For Safe Response To Handling, Storage, and Transportation Accidents involving Army Tank Munitions Or Armor Which Contain Depleted Uranium» (Headquarters, Department Of The Army, Washington DC, Juli 1996)
3 www.traprockpaece.org/karen_parker_du_illegality.pdf
4 www.access.gpo.gov/su_docs/aces/fr-cont.html
5 RDD: Radiological Dispersal Device [etwa: Sprengsatz zur Verbreitung von Radioaktivität]
6 IND: Improvised Nuclear Devices, improvisierter Atomsprengsatz
Unter den nachfolgenden Quellenangaben finden Sie Kopien der vorliegenden Bestimmungen und Anweisungen und andere einschlägige offizielle Dokumente:
traprockpeace.org/twomemos.html
traprockpeace.org/rokke_du_3_ques.html
traprockpeace.org/du_dtic_wakayama_Aug2002.html
traprockpeace.org/karen_parker_du_illegality.pdf
www.access.gpo.gov/su_docs/aces/fr-cont.html
cryptome.org/dhs010306.txt
Doug Rokke, Professor für Umweltwissenschaft und -technik diente über 35Jahre in der US-Armee. Zu Beginn des ersten Golf-Krieges 1991 beauftragte man ihn, Soldaten auf den Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Waffen vorzubereiten. Nach der Operation «Desert Storm» sandte man ihn mit einem Team in den Irak, um die von der US-Armee hinterlassenen Strahlenruinen zu entsorgen. Trotz Atemmasken und Schutzkleidung erkrankten die Mitarbeiter seines Teams ? zuvor alle bei bester Gesundheit ? innerhalb einer Woche an Ausschlägen und Atembeschwerden, es folgten Nierenprobleme, nach ein paar Monaten traten die ersten Krebserkrankungen auf, nach zwei, drei Jahren starben die ersten. Bis 2001 waren 20 seiner Kameraden tot.
Auch Doug Rokke selbst leidet an verschiedenen Symptomen wie Atembeschwerden und Nierenproblemen und anderen. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit über Depleted Uranium für die US-Armee kam er zum Schluss und engagiert sich seither dafür, dass Uranmunition für alle Ewigkeit von unserem Planeten verbannt werden muss und jedermann ? nicht nur den US-Veteranen, den Briten, Kanadiern, Deutschen oder Franzosen, sondern auch den Menschen im Irak, auf Okinawa, in Schottland, Indiana, Maryland, Afghanistan, Kosovo und nun auch in Libanon ? ärztliche Hilfe zuteil werden muss.