Auch Desinformation kann Israels Kriegsverbrechen nicht vertuschen
von Prof. Dr. Paola Manduca, Lehrstuhl für Genetik, Universität Genua, Italien
zf. Am 14. August versuchte das deutsche Politmagazin «Report Mainz» die Vorwürfe des libanesischen Arztes Professor Bachir Cham zu widerlegen, der nach Untersuchung zahlreicher Leichen erklärt hatte, die Israeli würden irgendeine toxische Substanz verwenden, die vielleicht über die Haut in den Körper eindringt. Cham äusserte den Verdacht, das israelische Militär setze verbotene Chemiewaffen ein. Die Leichen waren völlig schwarz, die Körper um die Hälfte eingeschrumpft, Haut und Haare aber völlig intakt. «Report Mainz» gab an, einen Gerichtsmediziner mit einer Analyse von Gewebeproben der Leichen beauftragt zu haben. Seinen Untersuchungen zufolge handelt es sich bei der rätselhaften schwarzen Färbung der von ihm untersuchten Hautteile um «aufliegende Russpartikel». Die Frage, warum die Haare und die Haut der Toten unversehrt waren und warum ihr Körpervolumen um die Hälfte ohne jede Blutungen schrumpfte, wurde in der Sendung nicht beantwortet.
Bis jetzt gibt es unzählige Berichte aus Krankenhäusern, von Augenzeugen, Waffenexperten und Journalisten, die klar belegen, dass die israelischen Streitkräfte «neue Waffen» in Libanon einsetzten. Unbekannte und ungewöhnliche Symptome wurden bei den Toten und Verwundeten angetroffen: Leichen mit abgestorbenem Gewebe ohne entsprechende Verwundungen; «eingeschrumpfte» Körper; Zivilisten mit schweren Schäden der Gliedmassen, die amputiert werden mussten, woraufhin es trotzdem zu unaufhaltsamer Nekrose und Tod kam; grosse innere Verletzungen ohne erkennbare äussere Verletzungen, geschwärzte Körper ohne die geringsten Zeichen von Verbrennungen und schwere Wunden, ohne dass die geringste Blutung auftrat.
Viele dieser Beschreibungen legen die Möglichkeit nahe, dass es sich bei diesen neuen Waffen um Waffen mit sogenannter «gerichteter Energie» handelt, des weiteren um chemische oder biologische Stoffe, die in einer Art makabrem Experiment für künftige Einsätze in Kriegen getestet wurden.
Nichts wurde daher respektiert: Internationale Konventionen wurden missachtet (die Genfer Konvention gegen den Einsatz biologischer und chemischer Waffen), auf Flüchtlinge, Krankenhäuser und das Rote Kreuz wurde keinerlei Rücksicht genommen, ganz zu schweigen von den Menschen, ihrer Zukunft, ihren Kindern, der Umwelt, die durch abgereichertes Uran in den israelischen Bomben und Geschossen und durch andere giftige Substanzen dauerhaft vergiftet wurden, nachdem man Öldepots und Chemiefabriken bombardierte.
Derzeit hat die Bevölkerung des Gazasteifens und Libanons jede Menge dringende und existenzielle Probleme. Dennoch dürfen diese Hinweise auf den Einsatz «neuer Waffen» nicht in Vergessenheit geraten. Es wurden zahlreiche Aufrufe an Wissenschafter und Experten gerichtet, den Hinweisen nachzugehen.
Als Reaktion auf diese Aufrufe haben wir ein Team zusammengestellt, welches Zeugenaussagen, Bildberichte und möglichst alles empirische Material sammeln wird, was NGOs und Delegationen zusammengetragen haben. Wir bieten den Gesundheitsbehörden in Libanon und Palästina unsere Hilfe an, da sie inständig um diese gebeten haben auf der Suche nach unabhängien Untersuchungen. Wir werden alles verfügbare Material sichten, um Hypothesen zu erstellen oder zu verwerfen.
Wir bitten um die aktive Teilnahme unserer (italienischen) wissenschaftlichen Institutionen und ? nach Aufforderung durch das medizinische Personal der betroffenen Gebiete ?, fordern wir von der Uno, dass sie ein unabhängiges internationales Komitee zur Untersuchung der Vorgänge einsetzt. Die Mitglieder dieses Komitees müssen das Recht zur Untersuchung aller Einrichtungen der Konfliktparteien haben, müssen beliebiges Material einsehen und mitnehmen dürfen, um dem Verdacht des Einsatzes neuer Waffen duch das israelische Militär nachzugehen. Wir fordern, dass solche Untersuchungsteams ohne Verzug eingerichtet werden. Wir verlangen, dass dieses internationale Komitee Zugang zu allen relevanten Informationen erhält und Zutritt zu allen Laboren.
Als Menschen und Wissenschafter bieten wir unsere Zeit und unsere Sachkenntnis an, um die Vorgänge aufzuklären, in dem Glauben, dass eine Perspektive für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Frieden unter den Menschen nur auf der Grundlage des Respekts vor den Regeln der internationalen Gemeinschaft entwickelt werden kann.
Wir erwarten, dass der Respekt vor diesen Regeln auch für diesen Krieg gilt. Wir laden Wissenschafter ein, sich mit ihren speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten in diesem Sinne einzubringen. Im besonderen suchen wir die Zusammenarbeit mit toxikologischen, pharmazeutischen,s anatomisch-pathologischen Experten sowie Ärzten, die Erfahrungen mit Traumen, Verbrennungen und Verletzungen durch chemische Substanzen haben. ?
Wir sind erreichbar unter der Mail-Anschrift nuovearmi@gmail.com