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Irak, 1991 bis heute: Die Diagnose eines deutschen Arztes offenbart die Folgen der Uranverseuchung

von Prof. Dr. h.c. mult., Dr. med. habil. Siegwart-Horst Günther, MD., Dsc., PhD.,

Präsident Gelbes Kreuz International und Vizepräsident Albert Schweitzer World Academy of Medicine, Warschau
Wenige Wochen nach Kriegsende fand ich im April und Mai 1991 auf einem Kampfgebiet des Irak Geschossummantelungen und Geschosse in Form und Grösse einer Zigarre. Die Geschosse waren ungewöhnlich schwer und hatten eine bleiähnliche Farbe. Später sah ich im Süden des Landes, ausserhalb von Basra in der Nähe der Grenze zu Kuwait, Kinder mit derartigen Projektilen spielen. Ein Kind aus dieser Gruppe war an Leukämie erkrankt und daran gestorben. Dieser Vorfall machte mich als Arzt misstrauisch; ich liess die Projektile von der irakischen Polizei einsammeln. Eines dieser Geschosse liess ich im Gepäck eines Diplomaten nach Berlin bringen. Ich wollte endlich wissen, ob diese Geschosse, wie ich es vermutete, radioaktiv und giftig sind.
Das Geschoss wurde von einem Gutachter des Hahn-Meitner-Instituts untersucht.
Er hat festgestellt, es ist Uran, und zwar abgereichertes Uran. Uran ist ein Schwermetall, es ist radioaktiv, die Aufnahme in den Körper, die Wirkung im Körper ist schädlich, in jedem Falle.
Das Ergebnis der Ermittlungen war, dass mich das Amtsgericht Berlin wegen «Freisetzung ionisierender Strahlung» verurteilte. In der Begründung hiess es: «Durch falschen Umgang mit dem Geschossprojektil entsteht die Gefahr der Kontamination und Inkorporation radioaktiven Materials, was zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann.»
Deshalb wurde ich auch noch zur Zahlung von 3000 Mark Geldstrafe verurteilt. Damit wurde mir praktisch durch ein Gericht schon 1992 bestätigt, dass meine Diagnosen, was die Geschosse alles verursachen können, richtig waren.
In den folgenden Jahren konnte ich im Irak umfangreiche Untersuchungen durchführen. Nach diesen Ergebnissen führt der Kontakt mit der von mir aufgefundenen DU-Munition vor allem bei Kindern
1. zu einem Zusammenbruch des Immun­systems mit deutlich ansteigenden Infektionskrankheiten.
2. zu ausgedehnten Herpes- oder Zosterbildungen. Nach meiner Meinung hat niedrige Radioaktivität auch einen Einfluss auf Virusinfektionen der Tiere, wie BSE, Maul- und Klauenseuche. Vielleicht aber auch auf bakterielle Infektionen wie Tuberkulose, die in verschiedenen Regionen Deutschlands zunimmt.
3. zu Aids-ähnlichen Erscheinungen.
4. durch Funktionsstörungen von Nieren und Leber zu einem bisher unbekannten Krankheitsbild, das inzwischen als Morbus Günther bezeichnet wird.
5. zu Leukämie oder anderen bösartigen Neubildungen sowie aplastischer Anämie.
6. zu genetisch bedingten Missbildungen, die auch bei Tieren auftreten.
7. zu Aborten oder Frühgeburten bei Schwangeren.
Meine Untersuchungsergebnisse weisen Ähnlichkeit mit Symptomen auf, wie sie in dem sogenannten «Golf-Kriegs-Syndrom» bei alliierten Soldaten und deren Kindern beschrieben werden. Diese genetischen Missbildungen amerikanischer, britischer und irakischer Kinder gleichen sich.    ?

Der ausführliche Vortrag zu diesem Thema ist beim ­Arbeitskreis für Friedenspolitik, c/o Rudolf Andreas Palmer, Gardeschützenweg 27/29, DE-12203 Berlin, oder über Zeit-Fragen zu beziehen.

Prominente Stimmen, die Professor Günthers Arbeit frühzeitig zu würdigen wussten

Margarita Papandreou, frühere First Lady von Griechenland und Koordinatorin der «Frauen für gegenseitige Sicherheit»,
Dezember 1995:
«Anstatt im Irak die Bedingungen zu schaffen, in denen die Verwirklichung der Rechte von Kindern auf Leben, Wohlergehen und Ausbildung gewährleistet sind, werden diese Rechte Tag für Tag brutal mit ­Füssen getreten.
Ist es nicht makaber und verwerflich, dass von ein und derselben Organisation, den Vereinten Nationen, einerseits Vorlagen kommen, die Standards für allgemeine Menschenrechte setzen, und andererseits die Anweisung für Untaten, die anderen angetan werden, insbesondere Frauen und Kindern, die dazu keinerlei Anlass gegeben haben?
Professor Dr. Siegwart-Horst Günther ist ein Mensch, der Ungerechtigkeit nicht ertragen kann und es nicht über sich bringt, schweigend zuzusehen, wie ein Volk gequält wird und Menschenrechte verletzt werden. Er macht nachdrücklich klar, dass wir eine neue Weltkultur mit einer neuen Sicht der Politik und wirksamen Institutionen schmieden müssen.»

Tony Benn, ehemaliger Abgeordneter des britischen Unterhauses, Dezember 1995:
«Die Tatsache, dass Ende der siebziger Jahre auf den Druck der USA hin spaltbare Materialien konventionellen Waffen beigegeben wurden, trifft bei den meisten Menschen auf Unverständnis. Mittlerweile wissen wir genau, welche Auswirkungen diese Waffen haben, und wir sollten ihre sofortige Entfernung aus den Waffenarsenalen der Welt fordern. Professor Günther hat der Menschheit einen grossen Dienst erwiesen, indem er all dies ans Licht der Öffentlichkeit gebracht hat.»

Ramsey Clark, ehemaliger Justizminister der USA, November 1996:
«Geschosse, die abgereichertes Uran enthalten, sind lebensbedrohlich für heutige und zukünftige Generationen. Die rücksichtslose Verbreitung dieser durch und durch gefährlichen Waffen muss sofort aufhören und ihre Herstellung gänzlich verboten werden.
Die ganze Menschheit ist Professor Siegwart-Horst Günther zu grossem Dank verpflichtet für seine Arbeit, mit der er als erster diese Bedrohung aufdeckte.»