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Flucht aus der Dollarverschuldung in den Euro-Dollar?

Wirtschaftskrise und Inflation in neuer Dimension

Die «Flucht» aus dem Dollar lässt sich nicht alleine bei wichtigen Ölstaaten beobachten, sondern auch bei der Volksrepublik China, die inzwischen ? nach europäischer Zählweise ? über Reserven von mehr als einer Billion US-Dollar verfügt. Um eine gravierende Umschichtung dieser entscheidenden Reserven doch noch zu verhindern, reisten Mitte Dezember US-Fed-Chef Ben Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson mit einer hochrangigen Delegation persönlich nach Peking. Doch die chinesische Führung liess die Delegation abblitzen und begründete ihren Beschluss wie folgt:
1. Nachdem die «FED» im vergangenen März ihre offiziellen Meldungen über die Entwicklung der Geldmenge «M 3» einstellte, kann weltweit praktisch kein Experte mehr einschätzen, wie viele «neue Dollars» gedruckt werden.

Der US-Dollar wird mangels Wertdeckung zusammenbrechen. Immer mehr Staaten, Konzerne, Fonds und vermögende Einzelpersonen werden den US-Dollar abstossen und so erst eine US-Wirtschaftskrise und dann eine Krise der Weltwirtschaft auslösen.
Quelle: Internationaler Hindergrundinformationsdienst für Politik, Wirtschaft und Wehrwesen, Januar 2007

2. Die USA verfügen nach wie vor über kein schlüssiges Konzept zur Verringerung des Haushaltsdefizits oder gar zur Begleichung der weltweit angehäuften Schulden. Offenbar soll dafür auch in Zukunft die «Gelddruckmaschine» einstehen. Nicht zuletzt aus diesem Grund verlor der Dollar in den letzten Monaten bereits deutlich an Wert, was auch den Wert der chinesischen Dollar-Reserven schmälerte. Jetzt will Peking sich zumindest von einem Teil davon trennen, bevor noch weitere Staaten aus dem Dollar «fliehen» und dessen Wert weiter leidet.
Augenzeugen berichteten, dass Bernanke nach diesen Nachrichten den Sitzungssaal mit kalkweissem Gesicht und beinahe fassungslos verliess. Ihm wurde schliesslich nicht weniger bestätigt, als dass ein erheblicher Teil der chinesischen Dollarreserven kurz- bis mittelfristig zur Disposition steht. Um sich nicht selbst zu schaden, wird Peking natürlich mit aller Vorsicht vorgehen. Zu erwarten sind zum einen Umschichtungen in Euro, japanische Yen und Schweizer Franken. Zum anderen dürfte Peking in grösserem Umfang zum Beispiel Edelmetalle erwerben sowie Wirtschafts- und Rüstungsgüter aller Art. Gerade diese Käufe könnten in bestimmten Bereichen zu einer «Sonderkonjunktur» auch für amerikanische Unternehmen führen, so dass die für die USA zwangsläufig resultierenden Folgen erst mit gewisser Verzögerung eintreten könnten. Dabei geht es in letzter Konsequenz allerdings um nicht weniger als die Gefahr eines völligen Zusammenbruchs der US-Währung!

In Washington ist man unterdessen höchst besorgt, denn der Währungsangriff der Chinesen kommt in einem denkbar ungünstigen Augenblick. Die US-Regierung agiert wie aus einer belagerten Festung heraus, und ihre Handlungsspielräume auf allen Gebieten sind gefährlich eingeschränkt. So haben Bush, Cheney und deren Hintermänner derzeit keinerlei Mittel in der Hand, um Peking Paroli bieten zu können. Dazu ein Offizieller aus der Regierung, dem Pentagon: «Wenn die Chinesen ihre Dollar-Milliarden auf den Markt werfen, um die US-Währung zusammenbrechen zu lassen, so haben sie Erfolg damit, die USA als effektive Militär- und Wirtschaftsmacht von der Weltbühne zu stossen ? und das ohne einen einzigen Schuss!» Ein klassisches Beispiel asiatischer Kampfkunst: ein Sieg ohne Kampf ?
Quelle: Internationaler Hindergrundinformationsdienst für Politik, Wirtschaft und Wehrwesen, Januar 2007

Natürlich ist nicht zu erwarten, dass die US-Führung dieser für die ganze Volkswirtschaft gefährlichen Entwicklung tatenlos zusehen würde. In diplomatischen Kreisen geht man davon aus, dass Washington beispielsweise Saudi-Arabien bitten könnte, kein Öl mehr an China zu liefern, was Peking durchaus empfindlich träfe. Doch die gewöhnlich langfristig planenden chinesischen Vordenker sollen auch derartige Szenarien in ihr Kalkül einbezogen haben. Sie kamen dem Vernehmen nach zu dem Ergebnis, dass der aus Saudi-Arabien fliessende Ölstrom kaum versiegen dürfte. Denn ganz ohne Gegenleistung, da ist man sich in Peking beinahe sicher, wäre Saudi-Arabien zu diesem Schritt kaum bereit. Viele Fachleute erwarten für diesen Fall beispielsweise eine an die USA gerichtete «Bitte», ihre bedingungslose Unterstützung Israels aufzugeben. Und das wäre im heutigen Washington wohl kaum durchsetzbar!
* * *
me. Andere Kenner der Finanzgemeinde haben schon länger darauf hingewiesen, dass als Flucht aus den Schulden der USA eine Verschmelzung von Euro und US-Dollar zum Euro-Dollar diskutiert worden sei, und zwar auf hoher internatonaler Ebene. Mit der Währungsumstellung kann der Dollar-Raum sich leicht entschulden, man muss nur den Umtauschkurs entsprechend festsetzen. Mitspielen müssten die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), die Weltbank (Wolfowitz!), der IWF und einige «private Finanzkonglomerate».

Auch andere Staaten reagieren auf die wertlose Geldvermehrung des US-Dollars und die «Nachrichtensperre» über die Geldumlaufmenge durch die FED mit einem zügigen Umstieg vom US-Dollar auf den Euro. So hat, wie der iranische Regierungssprecher Gholam Hossein Elham verkündete, Teheran begonnen, seinen gesamten Aussenhandel vom Dollar auf den Euro umzustellen. Der Iran reagiert damit auch auf den wachsenden Druck aus den USA und die damit verbundenen Handelsschwierigkeiten des Landes, da die USA vor dem Hintergrund des «Atomkonflikts»erreicht haben, dass zahlreiche Banken keine Geschäfte mehr mit iranischen Kunden machen. «Die Regierung hat die Zentralbank angewiesen, den US-Dollar durch den Euro zu ersetzen, um die Probleme der Regierungsorgane im internationalen Handel und bei Warenkreditbriefen zu begrenzen», sagte Regierungssprecher Elham.
Quelle: Internationaler Hindergrundinformationsdienst für Politik, Wirtschaft und Wehrwesen, Januar 2007

Eine andere Möglichkeit wäre ein Dollar-Splitting in einen Innen- und einen Aussendollar. Damit hätten die Einwohner der USA die bisherige Kaufkraft, diejenigen, welche Dollars ausserhalb der USA halten (wie zum Beispiel die Chinesen, die Europäische Zentralbank, die Schweizerische Nationalbank usw.) wären die Dummen. Im Planspiel war von einem Verhältnis von 1:5 die Rede. Das heisst, jeder Dollar ausserhalb der USA wäre nur noch 20 Cent eines Innen-Dollars wert.
Das geht nicht ohne Vorbereitung und nicht ohne «Nebengeräusche». Eine wirtschaftliche Verwerfung undurchdachten Ausmasses steht am Horizont. Die Pensionskassen haben grosse Anlagen in Dollar und halten Aktien (zum Beispiel von Banken), die auf solche Vorgänge mit Wertschrumpfungen reagieren. Man sollte die Nase in den Wind halten und aufmerksam sein. Die Redaktion nimmt Hinweise gerne entgegen!?

Quelle: Vertrauliche Mitteilungen Nr. 3701 vom 16.1.2007