Kritik an neuerer Untersuchung zu den gesundheitlichen Folgen von DU-Belastung
DU-Munition
eir. Eine Untersuchung deutscher im Balkan stationierten Soldaten und in der Bevölkerung Kosovos hinsichtlich deren Vergiftung und Verstrahlung durch DU-Munition ist in die Kritik geraten.
Die offizielle Untersuchung* hatte behauptet, «dass sowohl die Friedenstruppen wie auch die Einwohner keinen bedeutsamen Belastungen von DU ausgesetzt waren».
Man hätte es sich mit diesem «Forschungsresultat» leicht machen können, wenn es sich um eine nebensächliche Aussage zu einem nebensächlichen Gesundheitsrisiko handeln würde. Das ist bei einem Gesundheitsproblem, das unter anderem durch radioaktiv-toxische Uranmunition, von der Nato in Kosovo zu Tausenden von Tonnen abgeworfen, entstanden ist, aber nicht vertretbar.
Die Untersuchung ist im wesentlichen von 8 Wissenschaftern des GSF ? Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit ? Neuherberg/München getragen, das sich als nationales Forschungszentrum «GSF ? National Research Center for Environment and Health, Institute for Radiation Protection» darstellt.
Es bestand die Aufgabe, die Krebsrisiken infolge des Einsatzes von Uran für deutsches Personal und auf die Bevölkerung Kosovos zu untersuchen. Der Auftraggeber und die Formulierung des Auftrages werden verschwiegen.
Als besonders schwerwiegend werden zwei Punkte erachtet:
1. Das ausschliesslich eingesetzte Messverfahren «ICP-Massenspektrometrie» ist nicht geeignet, «strahlen»verursachte Krebsrisiken in ausreichendem Umfang zu bewerten. Strahlenbelastungen aus Trans-Uran (Plutonium, Americium, Curium), die schon bei geringer Uranbestrahlung entstehen und ab 1-Millionstel-Massenanteil wirksam werden, wurden nicht erfasst. Es fehlen a-, b- und g-Spektralanalysen.
2. Selbst erste Hinweise auf Anomalitäten sind verschleiert worden: In Tabelle 4 wird die Auflistung von Uran 234 im Urin bewusst unterlassen. Nicht das Verhältnis U 236/U 238 gibt hinreichend Auskunft über die Art des Uran, sondern das Verhältnis 234/236. In Tabelle 5 (Wasser, weit entfernt vom Urin der Betroffenen) besteht dagegen der Mut, U 234 zu nennen.
3. Die Defizite sollten im Interesse seriöser wissenschaftlicher Berichterstattung beseitigt werden. Diese präzise Kritik sollte es weiteren Untersuchungsteams erlauben, die hochaktuellen Fragen im Zusammenhang mit der tonnenschweren Bombardierung Kosovos mit Uranwaffen ? insbesondere die Frage des durch Uranwaffen entstehenden Krebsrisikos ? ausführlich und korrekt zu beantworten. Und man sollte dabei bedenken, dass die Krankheitsrate der im Golfkrieg erkrankten US-Soldaten in die Hunderttausende geht. ?
Im April 2007 erschien in der Zeitschrift ScienceDirect, www.sciencedirect.com, ein Artikel, der die gesundheitliche Belastung von Friedenstruppen aus Deutschland auf dem Balkan sowie von Einwohnern der Kosovoregion untersucht habe, und zwar unter dem Aspekt der Kontamination mit Depleted Uranium. (ScienceDirect, 381 (2007) 77-87. )
* Die Untersuchung trägt den Titel «Measurements of daily urinary uranium excretion in German peacekeeping personnel and residents of the Kosovo region to assess potential intakes of depleted uranium (DU)» was verkürzt gesagt bedeutet, dass diverse Messungen des Urangehaltes im Urin bei den Soldaten und der Bevölkerung vorgenommen wurden. Die Autoren der Studie sind U. Oeh, N.D. Priest, P. Roth, K.V. Ragnarsdottir, W.B. Li, V. Höllriegl, M.F. Thirlwall, B. Michalke, A. Giussani, P. Schramel und H.G. Paretzke.