Der Krieg und seine Folgen
«Verletzungen, die uns unbekannt waren»
bha. Falludjah war eine Stadt mit 650 000 Einwohnern. Im Frühjahr 2004 zerstörte die US-Kriegsallianz die Stadt unter Einsatz von chemischen Waffen – weissem Phosphor, Clusterbomben und Uranwaffen. Im Jahr 2006 zählte man in Falludjah 6000 neue Krankheitsfälle, was in diesem Ausmass in Falludjah bisher nie dagewesen war. 70% davon waren Krebserkrankungen und Missbildungen bei Kindern von 1 bis 12 Jahren. Zwei Jahre nach den Angriffen traten Leukämien auf sowie Meningitis, Thalassämie, Septicämie, angeborene Missbildungen der Niere, Gehirntumoren. Wiederum betraf es in grosser Mehrzahl die Kinder. Kein Zweifel besteht daran, dass hier Zusammenhänge zu den bei den Bombardements verwendeten Waffen bestehen. Ein Biologe aus Falludjah, Mohamad Tareq al Deraji, spricht von den Angriffen:
«… ein Feuersturm ging über der Stadt nieder, die Menschen verbrannten. Die Toten allerdings hatten Verletzungen, die uns unbekannt waren. Die Körper waren verbrannt und die Kleider intakt.»
Im Jahr 2008 liegt noch immer ein Schweigen über diesen Verbrechen der Kriegsallianz. Vor dem Menschenrechtsrat der Uno wurde kürzlich dieses Schweigen der internationalen Gemeinschaft zu den Vorgängen in Falludjah moniert.