Die Genossenschaft – eine Zukunftschance für alle
von Reinhard Koradi, Dietlikon
Die Menschen werden heute und morgen vor grossen Herausforderungen stehen, die nur durch den Zusammenschluss und die gegenseitige Hilfe bewältigt werden können. Da es dabei auch um die Existenzsicherung – die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern – gehen wird, drängen sich lokal-regional ausgerichtete Problemlösungen auf.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Ist die Genossenschaft eine Zukunftschance für alle? Das Fragezeichen ist berechtigt, haben wir doch in den Boomjahren den Gemeinsinn der Individualisierung und der Selbstverwirklichung geopfert. Wenn die Genossenschaft eine Chance sein soll, dann müssen wir auch vorbereitet sein, um diese Chance zu ergreifen. Könnte es eventuell sein, dass die kulturellen, ethischen und sozialen Voraussetzungen verlorengegangen sind und die Genossenschaft gar keine Zukunftschance für alle sein kann?
Oder etwas anders formuliert: Haben wir den Samen gelegt, damit die Saat der Genossenschaftsidee wirklich aufgehen kann? Um Antworten auf diese zentralen Fragen zu finden, sollen mit diesem Artikel drei Ziele verfolgt werden.
Erstens soll der Leser drei Pioniere kennenlernen, die zu ihrer Zeit Grosses im Kampf gegen Elend und Armut geleistet haben. Dies aus der Überzeugung heraus, dass aus ihren Lebenswerken Rückschlüsse für die Bewältigung zukünftiger Lebensaufgaben gezogen werden können.
Zweitens lassen sich aus den Biographien dieser Männer Leitgedanken für eine erfolgversprechende Umsetzung der Hilfe zur Selbsthilfe ableiten.
Und drittens soll dieser Beitrag anregen, über die Grundlagen einer menschenwürdigen Wirtschafts- und Arbeitsordnung nachzudenken.
Die Not kommt immer zurück
Hunger und Armut sind und bleiben eine Geissel der Menschheit, und zwar so lange, wie es möglich sein wird, dass eine Minderheit durch die Not der Massen zu ungeheurem Reichtum gelangen kann.
Mitte des 19. Jahrhunderts wie auch während der tiefen Wirtschaftsdepression in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts litten die Menschen hauptsächlich unter einer verfehlten Wirtschaftspolitik und dem Versagen der Regierungen bei der Krisenbewältigung.
Die Lebensbedingungen waren erbärmlich. Hunger und Armut führten zu körperlichen, aber auch zu seelischen Schäden. Die wirtschaftliche und soziale Not zerstörte nicht nur die Existenzgrundlagen der Menschen. Sie raubte ihnen auch Selbstwert, Selbstvertrauen sowie den Mut und die Kraft, die Zerstörung ihrer Existenzgrundlagen aufzuhalten – respektive ihre persönlichen Geschicke zum Besseren zu wenden.
Um Trost- und Mutlosigkeit zu überwinden, braucht es oft Initiativen von Dritten. Persönlichkeiten, die Verständnis für die Situation der in Not lebenden Menschen aufbringen. Menschen, die über Einfühlungsvermögen verfügen, um die wirklichen Probleme klar zu erkennen und entschlossen zuzupacken.
Diese Tugenden findet man beim Lesen der Entstehungsgeschichte der Genossenschaft und der Biographien von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Pfarrer Johann Traber und Michael Unterguggenberger.
Alle drei ergriffen segensreiche Massnahmen, um die unmenschliche Lebenssituation der verarmten Bauernfamilien, der arbeitslosen Arbeiter zu verbessern und den Zusammenbruch des Mittelstandes aufzuhalten.
Durch ihr uneigennütziges und unkonventionelles Engagement halfen sie den geplagten Menschen und ihren Familien, sich aus ihrer teilweise lebensbedrohlichen Notlage zu befreien.
Raiffeisen, Traber und Unterguggenberger schufen ihr Werk in äusserst schwierigen Zeiten und einem widerwärtigen Umfeld.
Es ist nicht auszuschliessen, dass die Menschheit sehr bald wieder vor gleichartigen Herausforderungen steht.
Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise birgt ein erhebliches, zerstörerisches Gefahrenpotential in sich – das unser Leben und damit unsere Lebensaufgaben grundlegend verändern kann.
Wegweiser Genossenschaft
Und sollten wir vor dem Schlimmsten bewahrt bleiben, dann ist es trotzdem an der Zeit, Wirtschafts- und Arbeitswelt auf neuen – dem Menschen gerechter werdenden – Grundlagen aufzubauen. Die Kapitalwirtschaft hat gleich wie die Planwirtschaft versagt. Eine grundlegende Neuorientierung ist daher dringend notwendig. Dabei können wir uns auf die ermutigenden Lebenswerke von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Johann Traber und Michael Unterguggenberger abstützen.
Raiffeisen und Traber sind Pioniere des Genossenschaftswesens, und Unterguggenberger fand mit einer Alternativwährung – dem Schwundgeld – einen Weg aus der Krise – wenn auch nur einen vorübergehenden, da die österreichische Nationalbank und Regierung seinen Erfolg nicht dulden wollten.
Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888)
Die Lebensgeschichte und das Werk von Friedrich Wilhelm Raiffeisen beeindruckt zutiefst. Beim Lesen des Buches «Ein Mann bezwingt die Not» wird der Leser mit dem Schicksal der Dorfbevölkerung in Weyerbusch Mitte des 19. Jahrhunderts konfrontiert. Bauernfamilien – in den Händen von Wucherern – wurden schonungslos ausgepresst und schliesslich vom Hof getrieben. Viele Menschen verloren nicht nur Hab und Gut, sondern auch den Glauben an eine bessere Zukunft. Raiffeisen kam als junger Bürgermeister nach Weyerbusch. Die miserablen Lebensbedingungen, Hunger und Armut der Dorfbewohner trieben den Bürgermeister an, nach neuen Ideen und Lösungen zu suchen. Seine Tatkraft und Entschlossenheit, der Not der Menschen entgegenzutreten und Missstände auszuräumen, sind nachahmenswert und machen Mut. Raiffeisen wirkte als Vorbild. Er ging immer voran und brachte den Menschen sehr viel Wohlwollen und Vertrauen entgegen. Er liess sich weder von der vermeintlichen Aussichtslosigkeit, von Verordnungen noch von Kritikern oder gar Feinden in seinem Wirken für die Benachteiligten beirren. Mochte eine Aufgabe noch so riesig und unlösbar erscheinen, er suchte und fand immer einen Weg, die Not zu bezwingen. Dabei setzte er auf seine eigenen Fähigkeiten, gegenseitiges Vertrauen, Freiwilligkeit, Solidarität, christliche Nächstenliebe und die Gewissheit, dass die Menschen sehr gerne bereit sind, «Hilfe zur Selbsthilfe» zu leisten. Aus dem Nichts baute er ein neues Schulhaus, überwand die Hungersnot oder kaufte Saatgut für die Landwirte in Westerwald ein. Am Anfang stand immer das Projekt – also die Hilfe aus der Not.
Die Finanzierung der Projekte folgte meist parallel oder im nachhinein. Er gründete eine Armenkommission, um das Geld für die Beschaffung von Mehl einzusammeln, einen Brotverein, um eine Backstube einzurichten, damit die hungernde Bevölkerung zu gutem und günstigem Brot kam, oder Darlehensvereine, um Saatgut einzukaufen und den Landwirten die Schuldentilgung zu ermöglichen. Neben mehrheitlich positiven Erfahrungen musste er aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es vereinzelt Leute gibt, die es schlecht ertragen, wenn ihnen geholfen wird (Missbrauch).
Er erkannte, blosse Mildtätigkeit genügte nicht. Hilfeleistungen mussten auch mit einer Erziehung zur eigenen Mithilfe an der Überwindung der Not verbunden werden. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich der Grundsatz «Einer für alle, alle für einen». Die Mitgliedschaft, Mitverantwortung und Eigenleistung waren somit Voraussetzung, um Hilfe anzufordern respektive zu erhalten.
Die Gründung der Bank auf genossenschaftlicher Basis – die Raiffeisenbank – ist wohl die Krönung seiner grossartigen Werke.
Johann Evangelist Traber (1854–1930)
Pfarrer Johann Evangelist Traber war «ein grosser Freund der Armen. Soziales Streben und Helfen erfüllte sein ganzes Leben».
Pfarrer Traber verfügte über ein feines Empfinden gegenüber seiner Umgebung. Den andern Menschen praktisch und damit wirksam zu helfen war Trabers Kraftquelle.
Sein Credo war: Es gibt nur Ziele, Notwendigkeiten, Mittel und Wege, aber keine Hindernisse.
«Ihr müsst nur wollen!» Mit dieser Forderung riss er die Zögernden zu Leistungen hin, die sie nicht für möglich gehalten hätten. Seine praktische Denk- und Handlungsweise wie auch sein selbstloser Einsatz belegen die drei Prinzipien zur Problemlösung:
«Zuerst müsse geprüft werden, ob die Bewältigung der Aufgabe ein Bedürfnis der Zeit und des Landes sei.» Zweitens dürfe der Gründer nie sich selbst sehen und müsse auf Profit, Ruhm und Ehre verzichten, sonst gebe es kein Produkt der Nächstenliebe, sondern der Eitelkeit.
Und drittens gehöre zum Gelingen ein felsenfestes Gottvertrauen.
Pfarrer Traber trat sein Amt in Bichelsee TG im August 1885 an. In dieser Zeit litt die Landbevölkerung unter grosser Armut. Viele Bauerngüter waren überschuldet. Den Bauern fehlte das Geld für notwendige betriebliche Anschaffungen, aber auch um die laufenden Zinsen zu zahlen. Die langsam in Gang gekommene Industrialisierung versprach höhere Gewinne, so dass kaum mehr Geldgeber zu finden waren, die den Bauern Kredite gewährten. Pfarrer Traber konnte sich der Not seiner Gemeinde nicht verschliessen.
Neben vielen Hilfestellungen als Seelsorger, Lehrer, Erzieher, aber auch als praktischer Helfer und Berater griff er gemeinsam mit andern Gleichgesinnten die Genossenschaftsidee Raiffeisens auf.
Pfarrer Traber bezog sich auch auf Papst Leo XIII., der die Monopolwirtschaft und den zügellosen Kapitalismus seiner Zeit anprangerte. Er entwickelte ein Reformprogramm, das jedem einen angemessenen Lebensunterhalt sichern, die soziale Gerechtigkeit fördern und die Auswüchse der kapitalistischen Wachstumsgesellschaft entschärfen soll.
Als Mittel gegen die sozialen Ungleichheiten schlägt Papst Leo XIII. praktische Massnahmen vor, wie die Gründung von Selbsthilfeeinrichtungen.
Pfarrer Traber sah die Notwendigkeit, durch günstige Kredite die zwingende Modernisierung der Infrastruktur zu erleichtern und damit die Unabhängigkeit der einzelnen Schuldner zu schützen. Er betrachtete die Selbsthilfe als Fundament für die bäuerlich-mittelständische Freiheit. Daher formulierte er gemeinsam mit dem Dorfschullehrer und einem Handsticker die Grundlage für die genossenschaftliche, solidarische Selbsthilfe der Dorfbewohner in der Gemeinde Bichelsee. Sie gründeten die erste Raiffeisenkasse in der Schweiz.
Das Leitbild der ersten Raiffeisenbank forderte:
– Den Bauernstand, Handwerker, Kleinhandel- und Gewerbe – uneigennützig – moralisch und ökonomisch zu heben und die Schwachen zu stärken.
– Organisation und Betrieb sollen einfach, transparent sein und dazu beitragen, Vertrauen zu schaffen.
– Das Wirkungsfeld der Bank soll sich auf ein regional überblickbares Einzugsgebiet konzentrieren. Kleinräumigkeit als Grundlage des Erfolges (schliesst einen nationalen Dachverband nicht aus).
– Die günstigen Darlehen mit tiefen Zinsen werden nur an Mitglieder abgegeben. Die Schuldner sind somit Miteigentümer der Bank.
– Allfällige Gewinne werden an die Mitglieder, auch an Schuldner, verteilt.
– Die Gewinne werden erst verteilt, wenn diese nicht mehr für die Aufstockung des Reservefonds benötigt werden.
– Verwaltung und Aufsicht arbeiten ehrenamtlich, nur der Kassier erhält für die Arbeit eine Entlöhnung.
Unter dem Motto «Einer für alle, alle für Einen» wurde durch Pfarrer Johann Traber das Fundament für die erfolgreiche Geschichte der Raiffeisenbanken in der Schweiz gelegt.
Michael Unterguggenberger (1884–1936)
Michael Unterguggenberger war Bürgermeister von Wörgl im Tirol und galt als Anwalt der kleinen Leute. Er hatte eine Vision für eine bessere Welt und war überzeugt, dass der echte Friede nicht erreicht werden kann, ohne dass grosse Teile der Bevölkerung Wege aus der Armut finden. Er zweifelte am Nutzen einer Wirtschaft, die so ungeschickt geleitet wird, dass sie nicht in der Lage ist, allen Menschen eine menschenwürdige Existenz zu schaffen. Für ihn hatte die Wirtschaft nur eine Aufgabe: Sie soll Wohlstand für alle schaffen.
Als engagierter Sozialdemokrat konnte er die Rezepte der nationalen Regierungen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise nicht akzeptieren.
Seine Kritik an der Regierung fasste er wie folgt zusammen: «Sie predigen nach wie vor die Rettung durch Kürzung der Löhne und Gehälter, Verlängerung der Arbeitszeit, Abbau der sozialen Einrichtungen und setzen ihre ganze Hoffnung auf den Export.» (Die Parallelen zu heute sind frappant.) Einzelne Begriffe wurden ausgewechselt, andere beibehalten. So heisst es: Wachstum durch mehr Wettbewerbsfähigkeit und Globalisierung, Deregulierung, Harmonisierung und Privatisierung.
Als Bürgermeister seines Dorfes fühlte sich Unterguggenberger für das Wohl der Bevölkerung verantwortlich und suchte beharrlich nach Lösungen, um gegen Unterernährung, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit anzukämpfen. Die am eigenen Leib erfahrene Erniedrigungen und Beleidigungen schärften sein soziales Gewissen und das Gefühl für die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Als ein Mann der Tat mit einem unbeirrbaren Willen war er nicht bereit, Verelendung und Armut in seinem Dorf einfach hinzunehmen. Er hat sich entschlossen, in dieser verheerenden Sintflut von Deflation und Arbeitslosigkeit wenigstens eine rettende Arche für seine Gemeinde zu zimmern.
Seinen Plan, in Wörgl eine eigene Währung in Umlauf zu bringen, begründete er mit folgender Feststellung: «Wenn das bisherige Geld nicht dem Wohl des Volkes dient, dann sind wir berechtigt, einen Ausweg zu suchen, der geeignet ist, die schwere Not, in der sich unser armes Volk befindet, nach eigenem Gutdünken zu bekämpfen.»
Schon vor seinem Amtsantritt als Bürgermeister in der Tiroler Gemeinde hatte sich Unterguggenberger mit der Freigeldtheorie von Silvio Gesell auseinandergesetzt. Er wusste auf jeden Fall, dass die schwere Wirtschaftskrise in seiner Gemeinde nur aufgehalten werden kann, wenn ein Zahlungsmittel geschaffen wird, das den Wirtschaftskreislauf in Wörgl wieder in Gang bringt.
Unterguggenberger wollte etwas Neues wagen. Und die Einführung einer «Dorfwährung» war etwas Neues. Damit sein Vorhaben gelingen würde, suchte und fand er auch treue Wegbegleiter, die hinter dem Projekt standen und es auch gegen den zu erwartenden Widerstand einiger Geschäftsleute im Dorf, der österreichischen Nationalbank und der Regierung verteidigen würden.
Im Wissen, dass das in seinen Plänen heranwachsende Samenkorn Freigeld nur auf dem Humus des gegenseitigen Respekts und des nicht vorgetäuschten, sondern wahrhaften Willens zur Zusammenarbeit Wurzel schlagen kann, überwand er Parteigrenzen und verfolgte allein den der Sache dienenden Konsens.
Unterguggenberger suchte keine Umwege, er nahm zu keinen Täuschungen Zuflucht. Immer hat er versucht, das zu tun, was seiner Überzeugung nach getan werden musste.
Mit dem «Schwundgeld» überwand er die wirtschaftliche und soziale Not in Wörgl. Die kleine Tiroler Gemeinde erlebte durch das Geld – das an Wert verlor, wenn man es nicht ausgab – ein kleines Wirtschaftswunder. Im Dorf verbreitete sich im Gegensatz zu ganz Österreich Aufbruchstimmung und Zuversicht.
Das «Wunder von Wörgl» faszinierte viele Menschen. Unterguggenberger wurde gefeiert, aber auch kritisiert oder gar lächerlich gemacht. Viele haben seine Idee zur Krisenbewältigung aufgegriffen und versucht, in ihrer Gemeinde – weit über die österreichischen Grenzen hinaus – Alternativgeld in Umlauf zu bringen.
Hinter dem «Schwundgeld» von Wörgl stand ein Akt der Solidarität. Beobachter halten dann auch fest: «Eine ganze Gemeinde steht unter Hintansetzung der Parteiinteressen einmütig zusammen, eine solidarische Phalanx gegen Krise, Not und Verelendung.»
Unterguggenberger trat der Krise in seinem Dorf entgegen, weil er die Vernichtung des geistig und wirtschaftlich selbständigen Menschen nicht hinnehmen wollte.
Das «Wunder von Wörgl» entsprang der Entschlossenheit eines Mannes, das Schicksal selbst an die Hand zu nehmen und die Einmischung von oben durch Eigenverantwortung und Selbsthilfe ausser Kraft zu setzen. Die Kreation einer alternativen Währung war aber auch nur möglich, weil Unterguggenberger sich ganz klar gegen die Ausbeutung durch Zins, Grundrente und Spekulationsgewinne stellte und einen freien und sozialen Volksstaat auf der Grundlage von Eigentum und Selbstverwaltung befürwortete. Die Überzeugung, dass Unrecht bekämpft werden muss, und die Energie eines zupackenden Bürgermeisters brachte für eine kurze Zeit Licht in ein Dorf, das den Dorfbewohnern – vielleicht sogar der gesamten Welt – eine Zukunftsperspektive aufzeigte.
Wege aus der Krise
Die drei Lebensgeschichten bestätigen: Krisen können auch unter schwierigsten Umständen überwunden werden. Vorausgesetzt es gelingt, die Menschen zur solidarischen Hilfe – zur Selbsthilfe auf der Basis von Freiwilligkeit und Eigenverantwortung zu gewinnen.
Dazu braucht es Persönlichkeiten, die in der Lage sind, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die durch transparentes und offenes Planen und Handeln das Vertrauen der Mitmenschen gewinnen, die Wohlwollen und Zuversicht ausstrahlen und auf dem Weg zur Selbsthilfe und Eigenverantwortung mutig voranschreiten.
Praktische und wirksame Lösungen kommen zum Vorschein, wenn Vorurteile beiseite gelegt werden. Offenheit gegenüber den Menschen und den anstehenden Aufgaben lösen Hindernisse auf.
Wege aus schwierigen Situationen öffnen sich, wenn wir uns von Anteilnahme, Wohlwollen, ehrlichem Mitgefühl und dem Verständnis für die Menschen, denen geholfen werden muss, leiten lassen.
Entschlossenes Zupacken verbreitet Zuversicht unter den Menschen, so dass sich die Menschen gerne zusammenschliessen, um einen gemeinsamen Weg aus der Misere zu finden.
Stützt sich dieser Weg noch auf einen demokratisch ausgehandelten Konsens, dann sind zuverlässige Grundlagen vorhanden, um auch schwierigste Situationen gemeinsam zu meistern.
Mit dieser Zusammenfassung kann auch die eingangs gestellte Frage beantwortet werden.
Ja, die Genossenschaft ist eine Zukunftschance für alle! •