Es begann mit einer Lüge – und die Lüge dauert an
10 Jahre nach dem Jugoslawien-Krieg
Vor mehr als 8 Jahren, am 8. Februar 2001, strahlte die deutsche ARD das erste Mal die Dokumentation des Westdeutschen Rundfunks (WDR) «Es begann mit einer Lüge» aus. Zum ersten Mal nach dem am 24. März 1999 begonnenen 78tägigen Angriffskrieg der Nato gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien konnte einer breiteren Öffentlichkeit im deutschsprachigen Raum deutlich werden, dass dieser Angriffskrieg mit groben Lügen gerechtfertigt wurde. Und dass es deshalb ganz andere Motive für diesen Krieg gegeben haben musste als die offiziell angegebenen.
Die Erwartung jedoch, dass nun Schritt für Schritt die Wahrheit breit ans Tageslicht kommen würde, hat sich nicht erfüllt. Spätestens mit dem 11. September 2001 hat sich die Nato, hat sich der Westen nahezu geschlossen an die Seite der Kriegsmacht USA gestellt und immer stärker auf Kriegspropaganda und faktische Zensur gesetzt.
Heute sind wir soweit, dass der Westen dem grossen anderen Teil der Welt mit einer unerträglichen Arroganz von Kriegs- und Kolonialherren entgegentritt und dabei auch die eigenen Völker Tag für Tag belügt; eine Arroganz und Lügenrhetorik, die leider im Verhalten des neuen US-amerikanischen Präsidenten einen weiteren schlimmen Höhepunkt findet.
Der grosse andere Teil der Welt ist aber nicht länger bereit, sich dies gefallen zu lassen.
Deshalb ist die Gefahr gross, dass ein Westen, der seine bisherige Vormachtstellung in der Welt um jeden Preis aufrechterhalten will, immer weniger um den ehrlichen Kompromiss bemüht ist, sondern nur noch auf den «Endsieg» setzt und so zu immer gröberen Mitteln der Machtausübung greift. So dass die weltweiten Konflikte immer mehr eskalieren und politische Lösungen immer schwieriger werden.
Seit 1999 haben die Staaten und Regierungen des Westens total versagt. Sie hätten den schwerwiegenden Fehler von 1999 korrigieren können, wenn sie es wirklich gewollt hätten. Statt dessen haben sie immer häufiger das Völkerrecht – die Grundlage eines friedlichen und gleichwertigen Miteinanders der Staaten und Völker – missachtet, und die westliche Gewaltpolitik greift heute auf die ganze Welt aus. Und auch die Drangsalierungen und Diskriminierungen des serbischen Volkes halten bis heute an.
Diese Beilage aus Anlass des 10. Jahrestages des völkerrechtswidrigen Angriffs der Nato auf die Bundesrepublik Jugoslawien ist der Versuch, der Lüge und der Gewalt die Wahrheit entgegenzusetzen. In der Überzeugung, dass auch die Menschen in den Staaten des Westens nicht mehr stillschweigend hinnehmen werden, was ihre politischen Klassen sowie ihre wirtschaftlichen und gesellschaftlichen «Eliten» in der Welt anrichten, sobald diese Menschen wirklich informiert und angesprochen sind.
Diese Beilage ist aber auch Ausdruck einer tief empfundenen Hochachtung vor einem europäischen Volk, das von anderen europäischen Staaten seit mehr als 20 Jahren mit allen bösartigen Mitteln der Machtausübung in die Knie gezwungen werden sollte – brutal und ohne Rücksicht auf die Opfer.
Nicht zuletzt ist diese Beilage eine Mahnung an Deutschland und die deutsche Politik. Deutschland war in den neunziger Jahren der Hauptkriegstreiber in Jugoslawien. Die deutschen «Eliten» hat seit 1990 eine gefährliche Hybris erfasst, die dazu geführt hat, dass, von Deutschland ausgehend, wieder andere Länder und Völker geplagt werden. Das kann, wenn nicht gegengesteuert wird, auch dieses Mal mit einer Katastrophe enden – für die Welt und auch für Deutschland.