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Seit mehr als 60 Jahren werden Serben vertrieben

Dipl. phil. Vojislav Jevtimijevic, Koordinator für Flüchtlingshilfe für die serbischen Flüchtlinge aus dem Kosovo

Das Kosovo war, ist und bleibt das grösste Problem für Serbien. Der Wunsch von einem Teil der albanischen Bevölkerung nach Dominanz und der Abspaltung des Kosovo von Serbien hat dem Staat Jugoslawien – heute Serbien – jahrzehntelang grosse Schwierigkeiten bereitet. Das alles wurde ein Trauma für das serbische Volk.

Wegen der einseitigen und nicht objektiven Berichterstattung und Informationsvermittlung haben viele westliche Medien dazu beigetragen, dass die Welt von den Umständen im Kosovo nur die eine Seite der Medaille kennt.
Noch im Zweiten Weltkrieg war das Kosovo in zwei Besatzungsszonen geteilt und wurde von den faschistischen Kräften Deutschland und Italien kontrolliert. Der grösste Teil der Kosovo-Albaner hat an der Seite der Besatzer gegen die jugoslawischen Befreiungskräfte gekämpft. Trotzdem haben sie nach dem Krieg alle Rechte als freie Bürger im Land bekommen und genossen.
Von einer Bedrohung der albanischen Bevölkerung durch die Serben kann nicht die Rede sein, wenn man weiss, dass viele führenden Positionen in der kommunistischen Partei KPJ (der einzigen im damaligen Jugoslawien), welche die Provinz Kosovo vertraten, von Kosovo-Albanern besetzt wurden. Von 43 Abgeordneten im Komitee der Autonomen Provinz Kosovo waren 22 albanischer Nationalität. Im Parlament der Republik Serbien wurden für Kosovo 55 Abgeordnete gewählt, davon 38 Kosovo-Albaner. Das gleiche galt für das Bundesparlament SFRJ (Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien). Da waren von 34 Abgeordneten für die Provinz Kosovo 22 albanischer Abstammung. Allgemein war es so, dass in der Regierung SFR Jugoslawien Kosovo immer überwiegend von Albanern und nicht von Serben vertreten wurde. Bei einer so grossen Anzahl von albanischen Vertretern in der Regierung war eine Unterdrückung der Albaner durch die Serben ausgeschlossen.

Aussiedlung der Serben und Ansiedlung der Albaner

Im Zweiten Weltkrieg gab es im Kosovo keine grossen oder bekannten Kämpfe mit den Besatzungsmächten. Trotzdem wurden über 10 000 Serben von denjenigen Albanern getötet, die mit Deutschland und Italien kooperiert haben. 100 000 weitere Serben wurden aus dem Kosovo vertrieben. Und das war nur der Anfang von weiteren Vertreibungen der Serben. In der Zeit, als Massen von Serben zu Fuss nach Zentralserbien flohen, kamen aus Albanien 70 000 Menschen, die in die von den Serben verlassenen Häuser und Siedlungen zogen. Viele waren auch politische Flüchtlinge, weil sie Angst vor der stalinistischen Diktatur Enver Hodschas in Albanien hatten. In Jugoslawien konnten sie angstfrei leben und wurden nicht verfolgt.
Am 6. März 1945, nach einem Beschluss der jugoslawischen Regierung, wurde den serbischen Flüchtlingen die Rückkehr in die eigenen Häuser im Kosovo untersagt. Kein einziger Albaner dagegen musste das Kosovo verlassen und nach Albanien zurückgehen. Das war die Fortsetzung der ethnischen Säuberungen im Kosovo. In der Zeit von 1945 bis 1961 flüchteten weitere 20 000 Serben und verliessen ihre Häuser für immer. Zwischen 1961 bis 1971 waren es über 34 000 und bis 1981, unter dem Druck des albanischen Nationalismus und Separatismus, weitere knapp 87 000. Von 1981 bis 1987 wurden erneut 50 000 serbische Flüchtlinge registriert. In der Zeit von 1945 bis 1987 haben also zwischen 230 000 und 240 000 Serben das Kosovo, die südliche Provinz Serbiens, in der zwar offiziell serbische Souveränität herrschte, jedoch albanische Kommunisten das Sagen hatten, «freiwillig» verlassen. Gründe hierfür waren, dass die Serben im Kosovo beleidigt, verfolgt, geprügelt und die Frauen vergewaltigt wurden. Ihre Güter wurden teilweise mutwillig verbrannt. Brunnen und Wasserquellen in serbischen Dörfern wurden vergiftet, die Stromleitungen durchtrennt und Gräber geschändet. 1961 gab es in 410 von 1439 Ortschaften im Kosovo keine Serben mehr – 1981 waren insgesamt 670 davon «serbenfrei».
Die grösste Massenvertreibung der Serben aus dem Kosovo fand vom 10. Juni bis Ende September 1999 statt, in der Zeit, als das Kosovo ein Protektorat der Uno und der Nato wurde. Statistiken nach haben damals um die 230 000 Serben ihre Heimat verlassen müssen – mit den Roma und anderen Minderheiten waren es insgesamt über 300 000. Sie flüchten bis heute.
In der Zeit von 1941 bis 1990 sind 140 000  bis 160 000 Albaner in das Kosovo gezogen. Die Geburtenrate, die bei der albanischen Bevölkerung sehr hoch ist, trägt auch zum Ungleichgewicht in der Bevölkerung des Kosovo bei. Während des Krieges 1999 kamen wieder Tausende Albaner mit den Nato-Truppen in das Kosovo. Alle Versuche der jugoslawischen Regierung, diese nationalen «Befreiungs»-Bewegungen zu stoppen, scheiterten. Die Unterstützung des Westens für die Abspaltung des Kosovo war zu stark. Hieran sieht man, wer wen aus dem Land vertrieben hat, unabhängig von dem, was die Medien fälschlicherweise berichteten und noch immer berichten.

Dschihad im Kosovo

Nach dem Dayton-Vertrag hat sich der islamische Dschihad aus Bosnien im Kosovo verbreitet und organisiert. Bei der Islamischen Konferenz in Pakistan 1998 wurde die albanische Separatismus-Bewegung als Dschihad anerkannt, und der Kampf richtete sich gegen alle Ungläubigen, gegen die nicht islamische Bevölkerung. So kamen die Kämpfer aus vielen islamischen Ländern in das Kosovo. Das wurde auch kontrolliert von den Geheimdiensten der USA, von Deutschland und Albanien. So war es möglich, dass eine Gruppe von 16 Mudschahedin mit sieben Autos aus München am 3. Juni 1998 nach Bari in Italien fuhr, von da aus weiter zum Hafen Drac nach Albanien und aus Albanien in das Kosovo. Nicht nur die Nato und viele westliche Länder haben die Pläne der Abspaltung des Kosovo von Serbien unterstützt, sondern auch östliche Länder wie z. B. Pakistan und Afghanistan.
Es kamen viele Mudschahedin in das Kosovo und kämpften dort mit der UÇK. Sie wurden alle sehr gut bezahlt – zwischen 3000 und 5000 Dollar monatlich.
Abu Hamza aus Tunesien war im Kosovo Kommandant bei der Basis der al-Kaida in Dulj in der Nähe von Prizren. Als die serbische Polizei diese Basis entdeckte und Prizren und Dulj befreite, haben die Serben viele geköpfte Zivilisten aus den serbischen Dörfern und der Umgebung gefunden. Das erinnerte an die rituellen Morde, welche die Mitglieder der al-Kaida an Nicht-Islamisten verübten.
Die Kommission für Menschenrechte hat Abu Hamza für schuldig befunden für das organisierte Herüberschaffen von Mudschahedin in das Kosovo, wo sie zusammen mit der UÇK die monströsesten Greueltaten an Serben verübten. Kurz danach allerdings strich Clinton die UÇK von der Liste der terroristischen Organisationen. Diese wurde plötzlich «Befreiungarmee Kosovos» genannt. Gemeinsam mit der Nato und der westlichen Politik ist jetzt das Kosovo fast «befreit» von den Serben, und das alles auf eine angeblich demokratische Weise. Das wurde von vielen Ländern anerkannt, und niemand spricht mehr nach zehn Jahren von einem menschen- und völkerrechtswidrigen Krieg.

Humanitäre Katastrophe

Nur die Serben leiden unter dieser Ungerechtigkeit, unter vielen Lügen, die sie noch immer verfolgen. Und, was noch viel schlimmer ist, sie leiden unter einer lang anhaltenden ökologischen und gesundheitlichen Katastrophe.
Ein grosses Problem, das durch das Bombardement im Jahr 1999 enstanden ist, sind Hunderttausende Flüchtlinge. Die Uno-Sicherheitsratsresolution 1244 besagt, dass man die Rückkehr aller Flüchtlinge sichern muss, so dass sie ohne Schwierigkeiten in ihre Heimat zurück können. Das wurde nur den Albanern gewährt, aber nicht den Serben. Die Serben, die im Kosovo geblieben sind, leben wie in Lagern. Es sind Enklaven, in denen sie sich kaum bewegen dürfen. Sie leben von der Hilfe der anderen, vor allem von Serbien und einigen internationalen humanitären Organisationen. Diejenigen, die das alles verursacht haben, kümmern sich nicht um diese Menschen. Die meisten Serben, die das Kosovo verlassen haben, leben in verschiedenen Zentren in Serbien in Baracken, zu Beispiel in Belgrad, Grocka und Smederevo. Ein Mal am Tag bekommen sie vom Staat eine warme Mahlzeit, leben ohne Strom und Wasser und warten auch nach so langer Zeit noch vergeblich auf Hilfe aus den europäischen Ländern.     •