«Wollte man diese Meere mit Uran verseuchen?»
15 Tonnen Uran auf die Region der Wasserscheide abgeworfen
Stellungnahme von Professor Velimir Nedeljkovic, Fakultät für Arbeitssicherheit der Universität Nis, Serbien (Januar 2007)
Ich bin Spezialist für Energiefragen und Thermotechnik. In meinem Leben habe ich zwei Kriege erlebt. Ich bin 1942 geboren, 1999 war der zweite Krieg in meinem Leben.
Heute gibt es in der Welt viele neue Waffenarten, insbesondere für die Zerstörung der schweren Waffenarten wie Panzer, für die Zerstörung der Bunker und ähnliches, wie zum Beispiel Festungen. Vor vielen Jahren wurde im Golf-Krieg im Irak die Munition mit abgereichertem Uranium (DU) verwendet. Danach wurde die Munition auch in Bosnien und Herzegowina, Republika Srpska und 1999 in Serbien und «Kosovo und Metohija» verwendet. Im Zeitraum vom 24. März 1999 bis 10. Juni 1999 wurde Serbien volle 80 Tage bombardiert mit für uns neuen Waffen, das heisst Waffen, die mit DU-Munition gefüllt waren.
So haben wir die Gelegenheit, 7 Jahre später zu spüren, was das bedeutet
Heute wird in der Welt nicht viel darüber gesprochen, als ob man die Wahrheit verstecken und vertuschen will. Wir wollen in Serbien sehr stark, dass wir zu den entwickelten Ländern dazugehören und alle Vorteile der Zivilisation geniessen können. In der ganzen Welt wächst mehr oder weniger die Lebenserwartung, insbesondere in den hochentwickelten Ländern. Nehmen wir als Beispiel Japan, wo die Leute nicht selten auch 100 Jahre alt werden. Gleichzeitig wird man in Serbien wahrscheinlich immer kürzer leben. Der Grund dafür ist, dass das Territorium mit DU verseucht ist.
Nur reiche Länder können sich leisten, mit wissenschaftlichen Methoden und sophistischen Techniken die Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen der Zunahme der bösartigen Tumore und der Anwendung der Munition, gefüllt mit DU, zu beweisen. Wir sind im Moment nicht in der Lage, das zu tun, aber wir spüren das deutlich auf unserer Haut, was 1999 geschehen ist.
Das, was beide Seiten zugegeben haben, da denke ich an die Nato und unser Land, ist, dass tatsächlich diese Munition 112mal in Serbien gebraucht worden ist. Davon 107mal auf dem Gebiet von Kosovo und Metohija und 5mal von Südserbien, davon einmal auf dem Gebiet der Halbinsel Lustica in Montenegro.
Es stellt sich die Frage, warum gerade Südserbien mit diesen Projektilen bombardiert wurde. Südserbien gilt als unterentwickelte Gegend, es gibt keine Befestigungsanlagen, und es ist nicht dicht besiedelt. Eines der Objekte, das dabei getroffen und zerstört wurde, ist der TV-Verstärker auf dem Berg Plackovica bei Vranje.
Nach dem Krieg 1999 hat das Militär das Gebiet mit Stacheldraht umzäunt, der anschliessend von den einheimischen Bauern entfernt worden ist, um dort das Vieh weiden zu lassen.
Es besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass schon im ersten Jahr des Krieges DU in die Erde und das Grundwasser eingedrungen ist und dass wegen der klimatischen Bedingungen, Wind, Regen und anderer atmosphärischer Vorgänge, das DU in einem grösseren Gebiet verbreitet worden ist.
Dieses Gebiet wie auch andere Gebiete in Bratoselac und Borovec in der Nähe von Bujanovac wurden erst 2004 gesäubert. Heute im Jahre 2007, also volle 7 Jahre nach der Bombardierung, existieren immer noch kontaminierte Gebiete, die noch nicht gesäubert sind. Das ist der Ort Areljan bei Presevo, und ich hoffe, dass in diesem Jahr auch dieser Ort gesäubert wird. Es ist viel zu viel Zeit vergangen, und damit ist die Möglichkeit gegeben, dass sich DU-Partikelchen über weite Gebiete verbreiten können und das Gebiet kontaminieren.
Die Wasserscheide
Wenn Südserbien unterentwickelt und ohne wichtige Militäranlagen ist, dann wird logisch die Frage gestellt, warum diese Gegend mit dieser Munition bombardiert worden war. Diejenigen, die gute geographische Kenntnisse haben, werden feststellen, dass es in geographischer Hinsicht ein Gebiet ist mit einer «Bifurkation» (Wasserscheide), das heisst, dass es dort zwei Flussbereiche gibt. Der eine, wie die Flüsse Pcinja und Melodimka, mündet über den Fluss Vardar ins Ägäische Meer, der andere, der Fluss Sitnica bei Urosevac, mündet über die Flüsse Juzna Morava, Velika Morava und Donau ins Schwarze Meer. Auf diese Art wurden in 7 Jahren zwei Flussbereiche, Ägäisches und Schwarzes Meer, kontaminiert. Es ist allgemein bekannt, dass DU-Projektile für Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Bunker usw. verwendet werden, um sie mit hoher Temperatur zerstören zu können. Während des Krieges waren solche Objekte in diesem Landesteil nicht vorhanden. Da stellt sich die Frage, was das eigentliche Ziel der Bombardierung war. Sollten für eine längere Zeit, praktisch länger als die Ewigkeit (wenn man weiss, dass die Halbwertzeit von DU 4,5 Milliarden Jahre beträgt), diese Flussbereiche kontaminiert werden?
Serbien an erster Stelle bei der Zunahme des bösartigen Gebärmuttermundkrebses
An den entwickelten Ländern liegt es, den Zusammenhang zwischen der Benutzung der DU-Munition und der Zunahme der bösartigen Tumore wissenschaftlich zu beweisen. Uns in Serbien ist klar, dass man bösartige Tumore nicht verhindern kann und dass die Zunahme der Tumore in der ganzen Welt zu beobachten ist. Jedoch ist statistisch gesehen diese Zunahme nicht überall gleich. Wir registrieren eine gewaltige Zunahme der bösartigen Tumore. Neulich wurde festgestellt, dass Serbien an erster Stelle bei der Zunahme des bösartigen Gebärmuttermundkrebses liegt, der überwiegend bei jungen Frauen vorkommt. Diese Zunahme beträgt 1500 neue Fälle, wovon 450 starben.
Wir haben nicht genug Mittel, um ein permanentes Screening durchführen zu können, um die Krankheit im Anfangsstadium zu entdecken, wo sie auch am effektivsten zu heilen ist. In unserem Land entdeckte Fälle sind verspätete Fälle, die schwer und mit ungewissem Ergebnis zu heilen sind. Wahrscheinlich ist deswegen bei uns auch die Todesrate eine der höchsten in Europa. All dies soll die Welt hören, um zu zeigen, was eigentlich 1999 auf unserem Gebiet passiert ist. Das ist in Wirklichkeit ein Ökozid [die zum Teil tödlichen Langzeitfolgen von Kampfstoffeinsätzen], oder wenn wir uns deutlicher ausdrücken wollen, es war ein Gratis-Live-Experiment. Die, die uns bombardiert haben, verfolgen sorgfältig die Resultate über die Zunahme der bösartigen Tumore, die eigentlich zeigen, dass es keinesfalls harmlos und ohne schädliche Wirkungen ist, wie es am Anfang immer dargestellt worden ist. Es ist auch verwunderlich, dass unser Land am Anfang darüber geschwiegen hat. Darüber haben zuerst die Regierungen der Länder gesprochen, deren Soldaten in den Truppen des Nato-Pakts waren. Das waren Soldaten aus Italien, Deutschland, Portugal, bei denen zuerst dieses Balkansyndrom und bösartige Tumore entdeckt wurden.
Alle wissen, dass heute in Italien und Deutschland gerichtliche Prozesse über Schadensersatz an die Familien verstorbener Soldaten geführt werden.
Verstoss gegen die Genfer Konventionen
Die Experten haben vor den Gerichten den Zusammenhang zwischen der Todesursache und dem Aufenthalt dieser Soldaten auf dem Gebiet von Kosovo und Metohija zur Zeit der Nato-Aggression gegen Serbien bewiesen.
Hier braucht man nicht viel Klugheit, um einen einfachen Sachverhalt festzustellen. Es ist absolut nicht richtig, dass die DU-Munition unschädlich für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ist. Das, was die Länder des Nato-Paktes hervorheben, ist nur teilweise richtig, und zwar dass die DU-Munition nicht zur nuklearen Kategorie gehört. Es ist wahr, dass es hier keine nukleare Reaktion und keine ausgeprägte Strahlung gibt, die jede nukleare Reaktion begleitet. Von dieser Seite kann man die DU-Munition nicht als nukleare Munition betrachten.
Aber es sind Waffen, die toxisch unselektiert töten und den Soldaten wie auch der Zivilbevölkerung masslose Schmerzen bereiten und deswegen auch von den Genfer Konventionen verboten sind.
Viele Konventionen, internationale Verträge und Protokolle sind im Krieg 1999 verletzt worden. Die Welt nimmt jedoch keine Notiz davon.
Da die Halbwertszeit von DU 4,5 Milliarden Jahre beträgt …
Heute ist der Mensch vielen Arten der Strahlung permanent ausgesetzt. Die Strahlung aus dem Kosmos, die Strahlung der Haushaltsgeräte, der TV-Verstärker, der Antennen, der mobilen Telefone usw., aber DU wirkt vor allem als starker Ionisator. Ich unterstreiche also, ich betone, dass die Strahlung von DU nicht die schrecklichste Wirkung auf den menschlichen Organismus ist, sondern die Möglichkeit der Ionisation, das heisst die Wirkung auf die Zellstruktur in Form der Dysfunktion der Zelle. Wenn das Partikelchen, Alpha-Partikelchen DU, auf irgendeine Weise in den Organismus kommt, durch Inhalation, Einatmen, durch die Haut oder durch die Nahrungskette, dann entstehen Probleme für diesen Organismus, denn diese Partikelchen erzeugen so eine Störung, dass die Zellen dysfunktional wirken. Die Zelle ist nicht mehr in der Lage, normal mit anderen Zellen zu kommunizieren, sich weiter entsprechend zu vermehren und anderen Zellen Signale zu geben, so dass dies erste Zeichen der Krankheit sind. Natürlich ist das für den Organismus am Anfang ganz unbemerkbar und deswegen auch schwer zu entdecken. Erst wenn sich die ersten Anzeichen der Krankheit oder der Dysfunktionalität bemerkbar machen, kann die Krankheit entdeckt werden.
Es existiert hier noch eine Tatsache. Der grösste Teil der Partikelchen wird in den ersten 15 Tagen über Urin ausgeschieden. In den ersten 100 Tagen werden über 80% ausgeschieden, jedoch bleibt ein kleiner Teil im Gewebe, meistens im weichen Gewebe. In Lymphdrüsen, im Gehirn, im Knochenmark, im Blut, so dass dies eine permanente schlechte Wirkung auf die Gesundheit hat.
Da die Halbwertzeit von DU 4,5 Milliarden Jahre beträgt, bedeutet dies, dass es die beste Massnahme ist, die Gebiete, die kontaminiert sind, zu säubern, und dass die Bevölkerung permanent medizinisch kontrolliert wird. •
Italienisches Verteidigungsministerium zu hoher Entschädigungssumme verurteilt
zf. Als nach dem Nato-Krieg gegen Jugoslawien sechs italienische Soldaten kurz nach ihrem Einsatz im Kosovo an Leukämie erkrankten und starben, wurde ein Zusammenhang mit dem Einsatz von DU-Waffen rundweg abgestritten. Statt dessen erfand man völlig irrationale «Erklärungen» wie «Cluster von Leukämieerkrankungen unter jungen Leuten» – und nach einer Nato-Tagung zu Beginn 2001 war das Thema in den Medien tabu. Wie der britische Physiker Keith Baverstock aufdeckte, wurden sogar Daten in einem Bericht an die Vereinten Nationen gestrichen, die feststellten, dass die in einigen Gegenden der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien eingsetzten DU-Waffen krebserregend und gesundheitsgefährdend sind. Wie die nachstehenden Meldungen aus Italien zeigen, lassen sich die Tatsachen aber nicht weiter leugnen – die Zahl der Toten und Erkrankten aus den verschiedensten Einsätzen nimmt stetig zu. Ein italienisches Gericht anerkannte den Zusammenhang und verurteilte das italienische Verteidigungsministerium zur Zahlung einer hohen Entschädigungssumme (500 000 Euro).
Paolo Cariello von Taranto, Oberst in der Luftwaffe, ist vor zwei Jahren verstorben. Erst heute erfährt man von seinem Tod. Zwei kranke Carabinieri in Sardinien, in den Provinzen Sassari und Nuoro, ein Oberst der Marine ist an Hodgkin-Lymphom erkrankt in der Provinz Venedig, zwei weitere Soldaten der Provinz Venezia – sind erneut erkrankt nach einer Erholung. Das sind die neuesten Todesfälle, die auf Uranwaffen zurückgeführt werden können.
Unsicher bleibt, das unterstreicht Falco Accame, die Anzahl der Toten, sie schwankt zwischen 80 und 160, und Erkrankte zählt man zwischen 300 und 2500.
Quelle: vittimeuranio.com vom 28.12.2008
Gestern war die Beerdigung von Giovan Battista Marica, eines ehemaligen Fallschirmspringers, der an den Folgen von Uranwaffen gestorben ist.
Nach einer Erholungsphase wurde er wieder ins Spital von Santa Chiara di Pisa eingeliefert, nachdem er gesundheitliche Komplikationen nach einer viralen Grippe erlebte. Der Körper des Fallschirmspringers war bereits geschwächt von einem Hodgkin-Lymphom, das nach seiner Rückkehr aus Somalia 1993 diagnostiziert worden war. Die ganze Gemeinde von Orbetello nahm am Begräbnis teil.
Am Begräbnis waren auch die Anwälte anwesend, die den rechtlichen Kampf um eine Entschädigung geführt hatten. Dieser Kampf wurde nach 15 Jahren durch das Urteil des Gerichts in Florenz beendet, welches das italienische Verteidigungsministerium im Dezember 2008 zu einer hohen Entschädigungssumme verurteilt hatte, wegen Missachtung des Prinzips der Vorsorge.
Quelle: Vittimeuranio.com vom 13.3.2009
Italienisches Verteidigungsministerium zu hoher Entschädigungssumme verurteilt
zf. Als nach dem Nato-Krieg gegen Jugoslawien sechs italienische Soldaten kurz nach ihrem Einsatz im Kosovo an Leukämie erkrankten und starben, wurde ein Zusammenhang mit dem Einsatz von DU-Waffen rundweg abgestritten. Statt dessen erfand man völlig irrationale «Erklärungen» wie «Cluster von Leukämieerkrankungen unter jungen Leuten» – und nach einer Nato-Tagung zu Beginn 2001 war das Thema in den Medien tabu. Wie der britische Physiker Keith Baverstock aufdeckte, wurden sogar Daten in einem Bericht an die Vereinten Nationen gestrichen, die feststellten, dass die in einigen Gegenden der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien eingsetzten DU-Waffen krebserregend und gesundheitsgefährdend sind. Wie die nachstehenden Meldungen aus Italien zeigen, lassen sich die Tatsachen aber nicht weiter leugnen – die Zahl der Toten und Erkrankten aus den verschiedensten Einsätzen nimmt stetig zu. Ein italienisches Gericht anerkannte den Zusammenhang und verurteilte das italienische Verteidigungsministerium zur Zahlung einer hohen Entschädigungssumme (500 000 Euro).
Paolo Cariello von Taranto, Oberst in der Luftwaffe, ist vor zwei Jahren verstorben. Erst heute erfährt man von seinem Tod. Zwei kranke Carabinieri in Sardinien, in den Provinzen Sassari und Nuoro, ein Oberst der Marine ist an Hodgkin-Lymphom erkrankt in der Provinz Venedig, zwei weitere Soldaten der Provinz Venezia – sind erneut erkrankt nach einer Erholung. Das sind die neuesten Todesfälle, die auf Uranwaffen zurückgeführt werden können.
Unsicher bleibt, das unterstreicht Falco Accame, die Anzahl der Toten, sie schwankt zwischen 80 und 160, und Erkrankte zählt man zwischen 300 und 2500.
Quelle: vittimeuranio.com vom 28.12.2008
Gestern war die Beerdigung von Giovan Battista Marica, eines ehemaligen Fallschirmspringers, der an den Folgen von Uranwaffen gestorben ist.
Nach einer Erholungsphase wurde er wieder ins Spital von Santa Chiara di Pisa eingeliefert, nachdem er gesundheitliche Komplikationen nach einer viralen Grippe erlebte. Der Körper des Fallschirmspringers war bereits geschwächt von einem Hodgkin-Lymphom, das nach seiner Rückkehr aus Somalia 1993 diagnostiziert worden war. Die ganze Gemeinde von Orbetello nahm am Begräbnis teil.
Am Begräbnis waren auch die Anwälte anwesend, die den rechtlichen Kampf um eine Entschädigung geführt hatten. Dieser Kampf wurde nach 15 Jahren durch das Urteil des Gerichts in Florenz beendet, welches das italienische Verteidigungsministerium im Dezember 2008 zu einer hohen Entschädigungssumme verurteilt hatte, wegen Missachtung des Prinzips der Vorsorge.
Quelle: Vittimeuranio.com vom 13.3.2009