Wetter statt Klima – ein befreiender Gedanke

Die Europäische Union derzeit in der Treiberrolle für den Klimaschwindel

von Dr. phil. Wolfgang Thüne, Diplom-Meteorologe

Wir wandeln das Klima, und das Klima wandelt uns. Klimaschutz ist daher im doppelten Wortsinn ein Zauberwort. Es setzt in uns Glückshormone frei, beruhigt uns und schafft ein Wohlfühlklima, doch gerade das ist gefährlich, weil die Sicherheit eine trügerische ist. Nichts ist im Leben nämlich volatiler als das Klima. Neigungen können sich ständig ändern, auch ohne unser Zutun. Im täglichen «Kampf ums Dasein» sind Klimakatastrophen daher ganz normal und können jeden Menschen unverhofft treffen. Unser ganzes Denken und Tun ist darauf gerichtet, in gutem Klima wie angenehmer Atmosphäre leben zu können. Klimaschutz stösst daher auf allgemeine Zustimmung, ob in Gesellschaft, Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Jeder will Nutzniesser sein, verspricht seinen Beitrag zur Verbesserung des Klimas. Viele wollen am Klima verdienen, andere Mahner, Gelehrte und Retter sein. Es ist Hochkonjunktur für die Gattung «Gutmensch». Sie kostet das Katastrophenklima weidlich aus.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in Berlin glaubte vor dem Klimagipfel in Kopenhagen ganz besonders originell zu sein mit der Forderung «Geburtenkontrolle hilft Klima». Mag der Klimawandel auch völlig normal sein, so lässt sich mit ihm dennoch Angst und Schrecken verbreiten, wenn man ihn als blitzartig hinstellt. Plötzliche Blitz­einschläge mögen wir gar nicht. Sie stören unser Sicherheitsbedürfnis. Wir wollen alles kontrollieren, unter Kontrolle haben, doch manchmal entwickeln Dinge eine Eigendynamik und geraten ausser Kontrolle. Die für die Politik wohl schlimmste Klimakrise war der plötzliche Kollaps des Finanzklimas. Das Platzen der Spekulationsblase hatte einige Banken in den Abgrund gerissen und es stellte sich ein Klima der Apokalypse ein. Das Konjunktur- und Wirtschaftsklima, das Investitions- und Börsenklima, das Konsum- und Arbeitsmarktklima verschlechterten sich dramatisch. Das Sozialklima drohte, in den Abgrund gezogen zu werden.
Daneben gibt es ein Klima, das uns zu keiner Zeit interessiert hat, weil es im täglichen Leben keine Rolle spielt. Aus unbekanntem Anlass begannen vor fünfzig Jahren Wissenschaftler dieses zum Problemfall zu erheben. 1975 wurde zuerst in den Vereinigten Staaten von Amerika vor der «vulnerability to climatic change», von Ängsten vor der «man-made climatic catastrophe» gesprochen. Diese Befürchtung äusserte der amerikanische «National Research Council» in der Studie «Understanding Climatic Change – A Program for Action». Die Angst vor der vom Menschen gemachten Klimakatastrophe griff über auf die Weltorganisation für Meteorologie in Genf sowie die Vereinten Nationen und entfachte auf Expertenebene eine Art Klimaschutzpandemie. In Hamburg wurde 1975 das Max-Plank-Institut für Meteorologie ins Leben gerufen. Nach der 1. Weltklimakonferenz 1979 in Genf häuften sich in den Medien Meldungen wie «Erde hat Fieber», «Weltklima in Gefahr», «Klimawandel bedroht Milliarden Menschen», sogar ein Klimakollaps, eine weltweite Klimakatastrophe seien nicht auszuschliessen. Der Höhepunkt? Die «Erde hat nur noch 13 Jahre», so das Resümee des UN-Klimaberichts 2007. Soll der für 2020 prognostizierte Weltuntergang noch abgewendet und die Erderwärmung gebremst werden, dann seien, so der Rat der Klima­experten, die Emissionen des Klimagiftes CO2 sofort zu reduzieren.
Angesichts des nahenden Weltuntergangs mit Endgericht wurde der Klimaschutz in die religiöse Dimension gehoben, zum Schöpfungsschutz erklärt. Die christlichen Religionen seien für alle Umweltsünden verantwortlich auf Grund des Befehls «Macht euch die Erde untertan»! Schlechten Gewissens übernahmen sie diese Floskel der Umweltbewegung. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlichte vor Beginn des UN-Klimagipfels im März 1995 in Berlin als Gehorsamsgeste die Studie: «Gefährdetes Klima – unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung». Die Kirche verweist zwar auf die Verlässlichkeit des Noah-Bundes, «Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht» und betont, dass Gott Wort gehalten habe. Der Mensch hat diesem ständigen Wechsel des Wetters im Laufe der Tages- und Jahreszeiten getrotzt, den drohenden «Wetterwolken» zum Trotz. Warum war in der Genesis zwar von Wetter, aber nicht von Klima die Rede?
Nach dem 1. UN-Klimagipfel vom März 1995 sagte Bundesumweltministerin Angela Merkel: «Der Klimaschutz ist eine der grössten umweltpolitischen Herausforderungen heute und in Zukunft». Der Direktor des Weltklimaforschungsprogramms der Uno in Genf, Hartmut Grassl, assistierte der Ministerin. In einer gemeinsamen Publikation der Konrad-Adenauer-Stiftung stellten beide die sorgenvolle Frage: «Ist unser Klima noch zu retten?» Zu diesem Zeitpunkt war das Wort «Klima» so weit verinnerlicht und hatte eine solche Eigendynamik, dass kein Verantwortlicher in Kirche, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mehr zu fragen wagte, wo das Wort «Klima» herstammt, was es bedeutet und wie es definiert ist. Zur Rettung des Klimas sagte Hartmut Grassl: «Die Umsetzung der Klimakonvention wird auch daher noch unsere Kinder und Enkel beschäftigen. Wir müssen davon ausgehen, dass die Klimakonvention vielleicht im Jahr 2050 ein erstes grobes Etappenziel erreicht hat.» Diese Ruhe des UN-Klimabeauftragten hätte misstrauisch machen müssen. Wenn wirklich Gefahr im Verzuge war, warum spielt dann plötzlich der Faktor Zeit keine Rolle mehr?
Inzwischen wurde in Kopenhagen bereits der 15. Klimagipfel bestiegen, ohne dass das Wetter auch nur die geringsten Anstalten gemacht hat, sich den Klimavorgaben anzupassen. Kaum ein Mensch vermutet, welch undurchsichtiges Spiel dabei von Politik und Wissenschaft getrieben wird. Nur wenigen kommt der Verdacht, dass mit imaginären Gefahren Ängste geschürt werden, um Neigungsverhältnisse zu verändern, um zu einer Neuverteilung von Herrschaft und Macht zu kommen und neue Steuerquellen zu erschliessen. Die sich wie eine Pandemie ausbreitende Erhebung von «Ökosteuern» erweckt den Eindruck, als handele es sich um eine Variante des mittelalterlichen Ablasshandels, der den Mönch Martin Luther auf den Plan rief und zur Kirchenspaltung, zur Reformation führte.
Derartige Fragen wurden unterdrückt, aber harren der Antwort. Die Politik wäscht ihre Hände in Unschuld und verweist auf die Wissenschaft und deren Konsensmeinung. Diese hat die Politik mehrheitlich «abgesegnet», so dass sich alle Akteure gegenseitig exkulpieren können. Insbesondere das internationale Schiedsgericht IPCC geriert sich als oberste Wissensinstanz, die sich jedwede Einzelkritik verbietet. Als fachkundiger Meteorologe und Soziologe erlaube ich mir, in die Rolle eines unbefangenen Kindes zu schlüpfen und offen zu sagen: «Der Kaiser ist ja nackt!» Es gibt kein Globalklima. Doch wer den Mut aufbringt, sich dem das Meinungsklima prägenden Zeitgeist zu widersetzen, der gerät in Neigungskonflikte mit der Obrigkeit und hört so stereotype Antworten wie, Mehrheiten haben immer Recht, die weltbesten Klimaexperten können nicht irren. Und ob sie irren können! Auch wenn das Treibhausgebäude aus einer betonharten Mischung aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten gebaut und von hohen Schutzmauern umgeben ist, es hat fundamentale Schwachstellen, die zwar gut kaschiert, aber dennoch mit scharfem Auge sichtbar sind.

Zuerst sind die Begriffe zu klären

Vorliegendes Buch will diesen Blick auf Bausünden schulen und geht daher durchaus unkonventionelle Wege. Als Autor vertraue ich Fachwissen wie Urteilskraft und halte mich an den Imperativ des Königsberger Philosophen Immanuel Kant «Sapere aude». Dies war der Leitspruch der Aufklärung. Wer nicht die Zivilcourage besitzt, den Mut aufzubringen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, der wird nach Kant niemals zu einem eigenen Urteil kommen, der wird sich nie aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien. Hierzu gehört der Rat von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, wonach am Beginn jedweder wissenschaftlichen Tätigkeit die Arbeit am Begriff steht. Wörter sind unser wichtigstes Ausdrucks- und Verständigungsmittel, doch nur dann, wenn ihre Bedeutung offengelegt wird. Unklare Wörter wie vieldeutige Begriffe können ablenken, irreführen, manipulieren, als Waffen missbraucht werden. Wörter können sogar «töten»!
Das Wort «Klima» entstammt dem Griechischen, bedeutet «Neigung» und entzieht sich einer Definition, denn es sagt nichts über Stärke und Richtung der Neigung wie deren Veränderlichkeit aus. Unser ganzes Leben ist ein Kampf um Neigungen, ums Klima. Wörtlich ist es eine Klimakatastrophe, wenn gänzlich unverhofft die Neigung umkippt, Liebe in Hass, Zuneigung in Abneigung umschlägt. Jeder Politiker ist ein Wortakrobat, ein Wortkünstler, denn er muss um die Klimagunst der Wähler buhlen, ihre Zuneigung gewinnen. Zum modernen Klimaspiel gehört das Jonglieren mit Ängsten und Gefahren, um sich als Retter anpreisen und aufspielen zu können.

Klima ist ein statischer Begriff – ein örtlich wie zeitlich abstraktes Konstrukt

«Klima» ist nicht nur Ausdruck einer Neigung, sondern auch ein Begriff, der, obgleich wissenschaftlich definiert, in der Praxis nicht erfahrbar ist. Jeder Klimawert ist ein statistisch errechneter und damit ein abstrakter Wert ohne Wirklichkeit. Er ist breit auslegbar und interpretierbar. Geologen und Paläontologen verstehen unter «Klima» und «Klimawandel» etwas völlig anderes als Meteorologen und Klimatologen. Die Weltorganisation für Meteorologie versteht unter Klima das «mittlere Wetter» an einem Ort über eine festgesetzte 30jährige Periode. Da man Mittelwerte nicht fühlen kann, gibt es zwar das Phänomen Wetterfühligkeit, aber keine Klimafühligkeit. Mittelwerte sind keine Richtwerte. So wie sich die Lebensdauer keines einzigen Menschen nach der statistisch errechneten mittleren Lebenserwartung richtet, so richtet sich das Wetter nicht nach dem Klima als mittlerem Wetter. Klima ist ein örtlich wie zeitlich abstraktes Konstrukt. Über die Abstraktion der Abstraktion der Abstraktion in Raum und Zeit kommt man zum Globalklima, von dem man mühselig die Globaltemperatur berechnet hat.
Die Klimaschutzpolitik ist psychologisch äusserst intelligent eingefädelt. Ihre Aussagen können nach Sir Karl Popper weder verifiziert noch falsifiziert werden. Wenn ganz allgemein künftig die Zunahme an «Wetter­extremen» behauptet wird und ohne Orts- und Zeitangaben eine Zunahme von Hitze- und Dürreperioden, von Kälte- und Nässeperioden, von Stürmen und Unwettern angekündigt wird, dann kann der Prophet zwar nie falsch liegen, aber man sollte zumindest misstrauisch werden. Die Klimaexperten sind wahre Reduktionskünstler, naturwissenschaftliche Phantasten. Sie kapitulieren vor der Wetterdynamik, überlassen die undankbaren Wettervorhersagen den Meteorologen und üben sich speziell darin, der Welt zuerst deren Untergang zu prophezeien, um uns dann das Paradies auf Erden mit ewigem «Wetter- und Klimagleichgewicht» zu versprechen.
Mit dem vom Wetter abgeleiteten Konstrukt «Klima» ist der Mensch in die Rolle eines «Schöpfers» geschlüpft. Er hat sich eine «zweite Wirklichkeit» neben der natürlichen erschaffen. In dieser fühlt er sich als Gott, der den Schutz seiner Schöpfung fordert! Man kann den Übergang vom Wetter zum Klima mit dem Übergang von der gegenständlichen zur abstrakten Malerei vergleichen. Wassily Kandinsky malte 1911 das erste abstrakte Bild. Die Höhe des Abstraktionsgrades bestimmt der Künstler. Beim Klima macht es der Experte. Die Klimatologie war eine beschreibende Wissenschaft im Rahmen der Erdkunde, wie die Klimaeinteilung der Erde in den Klimaatlanten zeigt. Mit der Datenverarbeitung per Computer gelang es, neben der Wetterwirklichkeit eine zweite, die «Klimawirklichkeit», zu schaffen und den Menschen einzureden, diese sei die «Überwirklichkeit», die über uns Klimasünder zu Gericht sitzt und als Höchststrafe mit der «Klimakatastrophe» droht. «Azorenhoch» und «Islandtief» sind solche statistischen Scheingebilde, die keine Realität haben und damit keinerlei Einfluss auf das Wetter ausüben können.
Auf die grosse Gefahr, dass Abstraktionen ein Eigenleben in uns entwickeln und die Trennlinie zwischen Physik und Metaphysik oder Realität und Virtualität aufheben, hat Werner Heisenberg 1966 in seinem Buch «Das Naturbild der heutigen Physik» hingewiesen. Der Physiknobelpreisträger warnte vor der Situation, wenn der Mensch die Natur in Modelle seines Denkens auflöst und sich dann einbildet, mit den Modellen die Natur zu beherrschen, ihr seinen Willen aufzwingen zu können. Dieser Versuchung sind die Klimaexperten erlegen. Sie haben die Komplexität der Natur in simple Modelle abgebildet und glauben nun, ohne Wetter das Klima für beliebig lange Zeiten berechnen zu können. Einen grösseren Irrglauben gibt es nicht. Die gehorsamen Computer spiegeln jedoch nur ihre Modellphantasien wider, sonst nichts. Die Klimaexperten beleben die uralte Kunst der Wahrsagerei und erwecken den Anschein, als könnten sie wie die «Spökenkieker» mit ihrem «zweiten Gesicht» in eine «zweite Wirklichkeit» in ferner Zukunft schauen.
Mit der Neuschöpfung «Klimaphysik» wurde das überholte «mechanistische Weltbild», die Figur des «Laplaceschen Dämons» aus der Versenkung geholt. Mit diesem Dämon feiert der Glaube, das Universum laufe wie ein Uhrwerk und alles sei kausal determiniert, eine Wiederauferstehung. Die Umweltbewegung als neue «Ökoreligion» hat sich dieses Dämons bemächtigt und erhebt einen Führungsanspruch über die sieben grossen Weltreligionen. Sie hat den Klimaschutz zum Schöpfungsschutz deklariert, und alle haben untertänig genickt. Das «Treibhaus» ist sozusagen der Tempel, der geistige Überbau, in dem die Ökopriester die «geheiligte Handlung» Klimaschutz zelebrieren. Nicht der Schöpfergott, der Schöpfermensch oder Übermensch bestimmt über Schicksal und Zukunft der Erde. Wer Freiheit nicht mit globalem Bürokratismus und Dirigismus tauschen will, der sollte sich rechtzeitig mit diesen neuen Klimaherrschern befassen.
Die Kunst der Abstraktion hat in vielen Lebensbereichen Einzug gehalten. In der Politik zeigt sich der Trend darin, dass das Wohlbefinden der Gesellschaft über Wohl und Würde des Einzelnen gestellt wurden. Die Politik beglückt die «grösste Zahl». Ihr Zauberwort heisst «soziale Gerechtigkeit». Dem soziologischen Weltbild von Auguste Comte liegt die Vorstellung vom «Mensch als Maschine» zugrunde, die zu bedienen die «Gesellschaftsingenieure» berufen seien. Und so werden rund um die Uhr alle Hebel der modernen Medien- und Unterhaltungsindustrie betätigt, um uns zu guten «Sozialwesen», die auf Befehl gehorchen, zu machen. Wer sind die Programmierer?
Dabei wird unsere grösste Schwäche ausgenutzt, die von Natur in uns steckende Angst. Der Geburtsschrei ist Ausdruck der Angst, nicht genug Zuneigung zu bekommen, zu verhungern. Das Kind bedarf der elterlichen Obhut und des Schutzes, bevor es in den «Kampf ums Dasein», dem «Kampf ums Klima» entlassen werden kann. Von der Angst ums Überleben gepeinigt, ist jeder Mensch emotional und ohne rationale Prüfung für Schutzangebote dankbar. Hauptsache ist, das ängstliche «Bauchgefühl» wird ruhiggestellt. Das Wort «Klimaschutz» erzeugt im Unterbewusstsein ein emotionales Hochgefühl. Wer mich zu schützen vorgibt, dem vertraue ich! Dabei merkt das Unterbewusstsein nicht, dass nur mit Gefühlen und Neigungsreflexen gespielt wird. So hilfreich das «Bauchgefühl» sein mag, ihm ist nicht der kühle Verstand gegeben zu bemerken, dass das «Klima» nur ein Spukgespenst ist und missbraucht wird, um individuell wie kollektiv künstlich Ängste zu erzeugen, die es in Wirklichkeit nicht gibt.
Die Politiker und die Klimaexperten waren schlau genug, keineswegs Wetterschutz zu versprechen. Es sind Nebel und Eisregen, die den Flug- und Strassenverkehr lahmlegen können. Wetterschutz heisst Schutz vor dem Wetter und nie Schutz des Wetters. Das Wetter bedarf unseres Schutzes nicht, es macht ohnehin, was es will. Ob Sonnenschutz, Regenschutz, Kälte- oder Windschutz, damit werden nie Sonne, Regen, Wind und Frost geschützt. Um so erstaunlicher ist, dass der dialektische Trick, Klimaschutz diene dem Schutz des Klimas, der «Wissensgesellschaft» unentdeckt geblieben ist. Dies ist ein Beweis, wie ängstlich wir von Natur aus sind und wie blind wir vermeintlichen Hirten folgen. Man hat sich etwas dabei gedacht, als man sich den «Klimaschutz» ausdachte.
Was auch immer auf dem 15. Klimagipfel in Kopenhagen von den 192 Staats- und Regierungschefs dieser Welt auch alles an Klimaschutzmassnahmen beschlossen wurde und beim 16. Gipfel im mexikanischen Cancún verhandelt werden wird, am irdischen Wetterverhalten wird sich nichts ändern. Das Wetter wird der Menschheit das bleiben, was es schon immer war, ein Rätsel. Und das ist auch gut so!    •

Der Text ist die Einführung zum Buch «Propheten im Kampf um den Klimathron», Oppenheim, 2011.

 

Fragen an Dr. Wolfgang Thüne

Weltweit nehmen Klimakatastrophen zu. Wenn das kein Anzeichen einer Klimaerwärmung ist?

Die Feststellung der Zunahme an Klimakatastrophen ist falsch, aber auch richtig! Falsch, weil es das Subjekt «Klima» als Naturvorgang nicht gibt, wenn auch die geschürte Angst vor dem Klimawandel eine beliebte uns von den Klimaexperten eingeredete Fiktion ist. Er ist aber ein Gespenst ohne Wirklichkeit. Es kann gar keine «Klimakatastrophen» geben, sondern einzig und allein Wetterkatastrophen, denn «Klima» selbst ist eine vom Wetter abgeleitete abstrakte Grösse. Die klassische Klimatologie ist eine geographisch-historische Wissenschaft, die sich mit der Vergangenheit des Wetters beschäftigt, diese beschreibt und typische regionale Eigenheiten herauszukristallisieren versucht und in Klimakarten niederlegt. Jedenfalls ich als Meteorologe kann mir nichts unter dem «mittleren Wettergeschehen» an einem Ort wie Luxemburg während der Periode 1961 bis 1990 vorstellen. Und mit der Mitteltemperatur als eines von vielen Wetterelementen kann man schon gar kein «Klima» beschreiben! Wir wissen: Hitze- oder Kältewellen, Dürre- oder Nässeperioden, Orkane und Wirbelstürme, die «fetten und mageren Jahre» der Bibel sind alles Wetterereignisse, die sehr unregelmässig, also nicht periodisch-zyklisch auftreten. Erstens lassen sie sich nicht über längere Zeiträume vorhersagen und wenn dies doch gelänge, sie liessen sich nicht beeinflussen, abwenden. Da der Mensch das Wetter nicht verändern kann, ist er gezwungen, sich ihm anzupassen, sich vor ihm zu schützen. Das ist die Hauptaufgabe aller Wetterdienste dieser Erde: kurzfristig möglichst genaue Wettervorhersagen zu machen. Solange die Wetterdienste nicht einmal für die nächsten Wochen, das kommende Jahr halbwegs verlässliche Prognosen machen können, sind Klimavorhersagen nichts als «Kaffeesatzleserei», «Spökenkiekerei».
Was die angesprochene «Klimaerwärmung» betrifft, so hat es in der jüngsten Erdgeschichte, also in den letzten 1 Million Jahren ein ständiges kurz-, mittel- und längerfristiges Auf und Ab der Temperaturen mit Kalt- und Warmzeiten gegeben. Erstaunlicherweise werden die wärmeren Phasen immer als «Klimaoptima», als gute Zeiten mit reichen Ernten beschrieben. Wenn die «Globaltemperatur» von 15 Grad das Mass aller Dinge wäre, dann trüge Mitteleuropa mit seinen 8 bis 10 Grad wahrlich nicht zu deren Anstieg bei! Wenn es gelänge, die Temperaturen in den Tropen zu senken und in den mittleren und polaren Breiten zu erhöhen, die «Eine Welttemperatur» für den «Einen Menschen» zu schaffen, dann käme man der Vision von «globaler Klimagerechtigkeit» womöglich näher. Aber vom physikalischen Standpunkt ist dies ideologisch-utopischer Unsinn, denn die Erde ist eine rotierende «Kugel» im Strahlungskegel der Sonne. […]

Sie kritisieren den Weltklimarat IPCC. Dabei handelt es sich doch um einen Club eminenter Wissenschaftler?

Der Weltklimarat ist beileibe kein Wissenschaftsgremium, wie es ein Weltwetterrat wäre, in dem nur Meteorologen sässen. Er präsentiert sich gerne als Versammlung der in der Welt besten Klimaexperten, doch in Wirklichkeit ist der Weltklimarat ein ­politisches Organ. Das sagt der Name IPCC, wobei das I für «Intergovernmental» steht und P für «Panel». Es ist ein zwischenstaatliches, von Regierungen installiertes Beratergremium, ein Schiedsgericht, in dem einige ausgesuchte linientreue Fachwissenschaftler sitzen, der Hauptanteil aber aus Bürokraten und Interessenvertretern und Lobbyisten von Nichtregierungsorganisationen, besonders aus der grünen Szene, besteht. Es ist weder ein Club eminenter noch exzellenter Wissenschaftler, doch der politische Stellenwert ist so hoch und sein Selbstwertgefühl so elitär, dass er mehrheitlich gefasste «Konsensmeinungen» gerne zum Dogma erhebt und jegliche fachlich begründete Kritik daran verbietet.
Das hehrste wissenschaftliche Prinzip, der allein Fortschritt verheissende Zweifel, wird damit zu eliminieren versucht. Dann wird aber Wissenschaft zwangsläufig wieder zum Glauben, zum Nichtwissen. Wer die «Hölle» ablehnt, muss dies auch für das Synonym «Treibhaus» tun. Was die Wissenschaftler an Missachtung erleben, die sich nicht der Doktrin des angeblichen «Treibhauseffektes» unterwerfen, ist Ausdruck dafür, wie stark schon wieder einmal vor allem die gesellschaftlich relevanten Wissenschaftszweige ideologisch vereinnahmt worden sind. Wird die Wissenschaft zu einer demokratischen Veranstaltung, wo «Naturgesetze» nach dem Mehrheitsprinzip beschlossen und abgesegnet werden, dann können wir wieder bei René Descartes mit seinem «cogito ergo dubito, ergo sum» (ich denke, also zweifele ich, also bin ich) und Vater des «analytischen Denkens» ganz von vorne anfangen. Wenn man weiss und dies auch beherzigt, dass jeden von uns in jeder Lebenslage unverhofft Klima- oder Neigungskatastrophen drohen und es daher die höchste Aufgabe eines Staates ist, in der Gesellschaft mit ihren sehr unterschiedlichen Interessen für Eintracht und Frieden wie Gerechtigkeit zu sorgen, und man weiss, dass das staatliche Versprechen von Klimaschutz zur Abwendung von extremen Wetterereignissen Unsinn ist, dann ist schon viel geholfen. Die Freiheit von Ängsten befreit von realen und eingebildeten Abhängigkeiten, öffnet dem freien Denken Tür und Tor.    •

Quelle: www.derwettermann.de

Der Bankier David Rockefeller vor dem «UN Business Council», dem Wirtschaftsausschuss der Uno, im Jahr 1994: «Wir stehen am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist eine richtig grosse Krise und die Nationen werden die neue Weltordnung akzeptieren.» S. 574
***
Henry Kissinger: «Die gegenwärtigen weltweiten Turbulenzen und die Wertschätzung, die ­Barack Obama global entgegengebracht wird, bilden den idealen Hintergrund zur Errichtung einer neuen Weltordnung.» S. 574
***
Alle Entscheidungsträger wissen genau, dass Manien praktisch immun gegen logische Argumente sind. Dennoch gibt es begründete Hoffnungen, dass die Angstkampagne mit der drohenden Klimakatastrophe dem Klimaxstadium zustrebt. Immer mehr Wissenschaftler haben den Mut, den eigenen Verstand einzusetzen und befolgen die Aufklärungsmaxime von Immanuel Kant. Sie wagen sich aus der Deckung und äussern handfeste Kritik an dem Kunstgebilde Treibhaus. S. 577

Quelle: Wolfgang Thüne, Propheten im Kampf um den Klimathron, 2011.
ISBN: 978-3-00-035070-2