«Die Schweiz betreibt keine Machtpolitik und hat keine versteckten Agenden»

Bericht und Interviews von der Deza-Jahrestagung in Lugano

thk. Am Freitag, 27. September, fand in Lugano im Palazzo dei Congressi die Jahreskonferenz der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) statt. Das Thema lautete «Fragile Welt – Perspektiven für junge Menschen».
Auffallend viele junge Menschen, vor allem aus dem Tessin, waren anwesend. Der Titel der Tagung lenkte den Fokus auch auf die Jugend, die von fragilen Kontexten (vgl. Kasten unten) besonders betroffen ist. Was «fragile Kontexte» bedeutet, wurde den interessierten Teilnehmern anhand von Filmen und persönlichen Schilderungen nahe­gebracht. Dabei geht es um Länder, in denen die staatliche Grundversorgung weitgehend fehlt, das heisst eine sehr prekäre Sicherheitslage, keine funktionierende Polizei, kein geregeltes Schulwesen, mangelnde Gesundheitsversorgung, mangelhafte Infrastrukturen, Unterernährung, schlechte bis keine Wasserversorgung, von irgendwelcher staatlichen Sozialversorgung keine Spur. Die Folge daraus ist eine absolute Perspektivlosigkeit für die betroffenen Menschen, besonders für junge, die das Leben noch vor sich haben.
In diesem Umfeld engagiert sich die Deza mit Projekten, die helfen sollen, Menschen wieder eine Perspektive zu geben. An der Konferenz wurden Projekte aus Honduras, Niger und Ägypten vorgestellt sowie Interviews mit Menschen aus den betroffenen Gebieten geführt. Das Schlusswort hatte Bundesrat Schneider-Ammann, der ein verstärktes Engagement der Schweiz in fragilen Kontexten und bei der Bewältigung von globalen Risiken ankündigte.
Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung lag auf den Perspektiven von Jugendlichen in fragilen Kontexten. Mit der «Govismundi» wurde ein neues soziales Netzwerk geschaffen, das sich mit Fragen der Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt.
Da in fragilen Kontexten vor allem junge Menschen Opfer dieser katastrophalen Zustände werden, ist es um so bemerkenswerter, dass bei dem Videofilmwettbewerb der Deza junge Menschen aus einem hoch entwickelten Land wie der Schweiz mit kurzen, aber sehr bewegenden Filmen auf die prekäre Lage ihrer jungen Kollegen in fernen Ländern aufmerksam machen. Damit leisten sie einen ganz wertvollen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit. Vor welchen vielfältigen Herausforderungen, z.B. im Bereich der Sicherheit, die Schweiz in fragilen Kontexten steht und warum die Deza und das Seco diese Herausforderungen annehmen, erfahren Sie aus den beiden Interviews mit dem Direktor der Deza, Botschafter Martin Dahinden, und dem Leiter des Deza-Büros in Bamako (Mali) Mirko Manzoni.    •