Eltern setzen sich für eine solide Volksschule ein

Neue Homepage aufgeschaltet – Widerstand gegen Lehrplan 21 wächst in den Kantonen

rt. Eltern aus verschiedenen Kantonen machen sich für eine gute Volkschule stark. Auf einer neu aufgeschalteten Homepage, www.elternfuereinegutevolksschule.ch, postulieren sie klare Ziele für eine qualitativ hochstehende Schweizer Volksschule, wie man sie bis vor einigen Jahren noch kannte. Sie setzen sich gegen die laufenden und geplanten Schulentwicklungen zur Wehr.
Deutlich wird, dass die Eltern mit der Schulentwicklung unzufrieden sind. Sie bleiben jedoch nicht dabei stehen, sondern formulieren eine Gegenposition, die sich an der traditionellen und bewährten Schweizer Schule orientiert. In den Fokus rückt der von einem engagierten Lehrer geführte Unterricht in einer festen Klasse (vgl. zum Beispiel Hattie-Studie). In den angelsächsischen Ländern gescheiterte, zweifelhafte Lehr- und Lernmethoden, wie sie mit dem Lehrplan 21 eingeführt werden sollen, werden deutlich charakterisiert und abgelehnt.
Man spürt das Anliegen der Eltern, ihren und allen anderen Kindern eine gute und solide Volkschulausbildung zu ermöglichen und sie nicht einem Grossexperiment à la LP 21 auszuliefern.
So kann man allen Eltern, Lehrern und Bildungspolitikern nur empfehlen, sich die gut und übersichtlich gestaltete Homepage anzuschauen.
Ansprechpartner für das Elternkomitee und den damit verbundenen Elternbrief sind Claudia Meier (LU) und Marlies Klesse (GR). Beide sind engagierte Mütter und Pädagoginnen, die sich schon erfolgreich gegen das HarmoS-Konkordat in ihren Kantonen gewehrt haben.
Ziel dieses Komitees ist es, Eltern aus den verschiedenen vom Lehrplan 21 betroffenen Kantonen zu verbinden und in ihrem Anliegen auf kantonaler Ebene zu stärken. Beispielsweise findet man auf der Homepage eine übersichtliche Darstellung über die Aktivitäten gegen den LP 21 in allen Kantonen: «So sind bereits in den Kantonen Baselland, Aargau und St. Gallen Volksinitiativen im Entstehen, in mehreren anderen Kantonen sind die Vorbereitungen dazu im Gang. In vielen kantonalen Parlamenten wurden von Parlamentariern verschiedenster Parteien Vorstösse eingereicht. Übrigens war der Entscheid der EDK nicht einstimmig, sondern der Erziehungsdirektor von Baselland hat den Lehrplan 21 öffentlich abgelehnt.» (vgl. Homepage www.elternfuereinegutevolksschule.ch)
Der Betrachter erfährt, wie gross der Widerstand inzwischen schon schweizweit ist. Sicher wird es gelingen, die Volkschule auf den bewährten Boden einer soliden Grundbildung zurückzuholen.
Der Elternbrief, in dem die Eltern kurz, knapp und einfach ihre Forderungen für eine gute Volksschule aufstellen und sich klar und deutlich dem Ansinnen der EDK, den LP21 mit einigen kosmetischen Korrekturen durchzudrücken, entgegenstellen, kann direkt als PDF ausgedruckt werden. Gedacht ist dieser Elternbrief als zusätzliche Unterstützung und Information für alle interessierten Personen, die sich mit der Schule von heute nicht zufrieden geben und aktiv etwas für eine gute Schweizer Volkschule unternehmen wollen. Die Anliegen der Eltern werden breit von vielen Erstunterzeichnern aus verschiedenen Kantonen unterstützt.    •

Erstunterzeichner: Marlies Klesse, Werklehrerin, Kindergärtnerin, Mutter, 7215 Fanas GR; Julia Wolfer, Mutter, Hausfrau, Kinesiologin, Co-Präsidentin Grüne SG, 9468 Sax SG; Dr. phil. Hermann Suter, Historiker/Pädagoge, 6404 Greppen LU; Daniela Holzmann, 8124 Maur ZH; Andrea Fousseni, 9445 Rebstein SG; Ariane Roth, 5225 Bözberg AG; Viktor Rüegg, Rechtsanwalt, Chance 21, 6010 Kriens LU; Ivo und Brigitte Muri, 6210 Sursee LU; Joe (Chance 21) und Helen Willi, Landwirte, 6145 Fischbach LU; Heidi Butti, 8267 Berlingen TG; Stefanie Stuckert, 9565 Bussnang TG; Felix Huwiler, 8595 Altnau TG; Lisa Leisi, EDU, 9615 Dietfurt SG; Bruno Dudli, 9245 Sonnental SG; Alois Brem, Landwirt, 8964 Rudolfstetten-Friedlisberg AG; André Imbach, Key Account Manager, 6405 Immensee, SZ; Daniel Trappitsch, Naturheilpraktiker, 9470 Buchs SG; Lis und Rico Calcagnini, Heilpädagogin, Sozialpädagoge, 7223 Buchen GR; Irene Herzog-Feusi, Präsidentin Bürgerforum Freienbach, 8808 Pfäffikon SZ; Hans-Peter Köhli, 8000 Zürich ZH; Susanne Schneider, Gymnasiallehrerin, 4059 Basel BS; Urs Martin, Kantonsrat, 8590 Romanshorn TG; Marcel Rutz, 8500 Frauenfeld TG; Erwin Sutter, Präsident der EDU, Kantonsrat, 8200 Schaffhausen SH; Michael Fitzi, Präsident Starke Volksschule St. Gallen, 9422 Staad SG, Monika Bayard-Ruff, Mutter, Lehrerin, 3940 Steg-Hohtenn VS; Daria Wegmüller, 5073 Gipf-Oberfrick AG;
Stand 15. Juni 2014

Was wir Eltern von der Volksschule erwarten

Wir wollen eine Schule, in der unsere Kinder das lernen, was sie im Leben brauchen
Solide Grundlagen in Schreiben, Lesen, Rechnen, Realien, handwerkliche Fähigkeiten

Wir wollen persönlich und fachlich engagierte Lehrer, die ihre Aufgabe wahrnehmen – keinen «Lernbegleiter» oder «Coach»
Oberstes Ziel muss sein, dass alle Kinder das Jahrgangsziel erreichen
Geführter Klassenunterricht statt Wochenpläne
Systematischer Aufbau des Unterrichts mit genauer Anleitung
Keine Vertherapeutisierung unserer Kinder
Viel Zeit zum Üben des Wesentlichen statt Zeitverschwendung mit unsinnigen «Pröbeleien»
Für die Kinder selbständig lösbare Hausaufgaben zur Festigung von erlernten Inhalten – keine Wochenplan-Hausaufgaben
Anleitung zu sorgfältiger Heftführung und sauberer, verbundener Schrift
Gründliche, möglichst tägliche Korrektur aller Schülerarbeiten

Wir wollen klare Jahrgangsziele und taugliche Lehrmittel
Erhaltung des guten Schweizer Bildungsniveaus
Festlegung, was unsere Kinder jedes Jahr verbindlich zu lernen haben
Lehrmittel, die systematisch und kleinschrittig aufgebaut sind und dem Gemüt des Kindes entsprechen

Wir wollen eine werteorientierte Schule
Die Kinder sollen durch die Schule befähigt werden, später ihre Aufgaben in der Familie, im Beruf und in der Gesellschaft verantwortungsvoll wahrzunehmen
Lerninhalte mit Werteorientierung