«Spuren, die sie zum Wohle aller hinterlassen hat»

zf. Nach dem für uns alle völlig unerwarteten Tod von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser am 21. Mai dieses Jahres haben viele Menschen aus verschiedenen Ländern in Dankbarkeit dargelegt, welche Bedeutung die Begegnungen und Diskussionen mit ihr für sie persönlich und für ihre Länder gehabt haben, sei es im Rahmen von Zeit-Fragen oder über die Kongresse und Tagungen von «Mut zur Ethik». So ist ein reichhaltiger Blumenstrauss ihres breiten und weltoffenen Wirkens über die Ländergrenzen hinweg zusammengekommen. Einige der vielfältigen Stellungnahmen veröffentlicht Zeit-Fragen auf den folgenden Seiten, weitere werden folgen. Sie alle sind Zeugnis der Spuren von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser, die sie zum Wohle aller hinterlassen hat: menschlich, historisch und politisch.

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«Sie verband Kopf, Herz und Hand»

Annemarie Buchholz-Kaiser war eine Frau, die man, hat man sie einmal getroffen, nicht mehr vergisst. Sie hatte einen starken Charakter und eine grosse Willenskraft, ein grosses Herz, einen strategischen Intellekt und war sehr gebildet. Diese Eigenschaften verbanden sich in ihr mit einer tiefen Verbundenheit mit ihrem Volk, mit ihrer Region und mit ihrer Gemeinde, aus der sie stammte und in die sie später wieder zurückzog, schliesslich zu Natur, Kultur und Geschichte. Jeder, der Frau Buchholz begegnete, konnte auf die eine oder andere Weise von ihr lernen und von ihrer Weisheit profitieren, selbst in sehr kleinen Gesten oder in sehr praktischen, hausfraulichen, gärtnerischen oder bäuerlichen Fragen.
Ihr forschender und engagierter Geist liess sie so unterschiedliche Fragen aufwerfen wie Krieg und Frieden, moderne Waffen, Methoden der Medien- und Meinungsmanipulation, Ethik, Drogenbekämpfung, Staatsformen und Staatsphilosophie, direkte Demokratie, Schul- und Bildungsreformen, Psychologie der Mitmenschlichkeit, Familie, Aids und die Geschichte totalitärer Regime in der Welt. In ihrer Forschung war sie stets am Wohl des Einzelnen wie des Ganzen, des Bonum commune, interessiert und war dabei nicht nur am Wohl ihres eigenen Volkes oder Europas, sondern der ganzen Welt orientiert. Frau Dr. Buchholz hatte eine leidenschaftliche und lebendige Vorstellungskraft vom Leiden anderer Menschen, seien es Individuen oder ganze Völker, und sie trug diesen Schmerz oft in sich und versuchte, andere auf das Leiden der Menschheit aufmerksam zu machen. Sie trug die Aufgabe, eine grosse Organisation zu leiten, mit viel Verantwortungssinn, und nahm diese schwere Last auf sich. Wenn sie jemandem zuhörte, war sie mit ihrem ganzen Wesen präsent und aufmerksam. Sie verband Kopf, Herz und Hand und hat vielen Menschen in Taten praktischer Nächstenliebe beigestanden. Mit ihrem Mut und ihrer Unabhängigkeit des Urteils sowie ihrem Versuch, mit Hilfe der Zeitung Zeit-Fragen den Manipulationen der Machthaber Widerstand zu leisten, hat sie viel Gegenwind erhalten, sich davon jedoch nicht beirren lassen. Erst die Nachwelt wird ein gerechteres Urteil über sie fällen können, wenn der Staub die Verzerrungen und Lügen zugedeckt hat.
Gleichzeitig war Frau Dr. Buchholz stets darauf aus, von anderen zu lernen und von der Weisheit anderer zu profitieren. Sie regte viele wichtige Diskussionen im Rahmen der «Mut zur Ethik»-Konferenzen an, zu denen sie wiederholt und auf herzliche Weise auch Professor Robert Hickson einlud. Mit Dankbarkeit erinnert er sich an die grosszügige und warmherzige Gastfreundschaft und den regen Austausch über die oben erwähnten und viele andere Themen. Auch verband ihn mit Frau Dr. Buchholz die Katholizität, die sie vor allem durch die katholische Naturrechtslehre, aber auch mit Hilfe der Schriften von Josef Pieper und Romano Guardini zu fördern versuchte. Sie stimmte dem Gedanken zu, dass Macht ohne Gnade keine guten Früchte tragen könne. Sie war es auch, die ihn, Robert Hickson, zusammen mit einer Doktorandin aus ihrem Kreis auf einen Ausflug zu einem Schweizer Wallfahrtsort schickte, an dem nur wenige Jahre später von dem dortigen Priester die Eheschliessung eben dieser beiden Menschen vorbereitet werden sollte. Annemarie Buchholz freute sich über diese für sie überraschende Verbindung und betrachtete die beiden Kinder dieser Ehe als einen wahren Segen Gottes.
Wir werden ihr ewig dankbar sein und sie in unseren Gebeten und Gedanken behalten und hoffen, dass Gott es ihr gegönnt hat, sich am Ende ihres reichen und schweren Lebens im Gebet auf Ihn, das Ziel unseres irdischen Lebens, vorzubereiten.

Wir haben oft für Annemarie gebetet und so oft an sie gedacht – so viele lebendige Feinheiten gesammelt und in Ehren gehalten.
Wir haben uns vor allem an ihr gnadenreiches Herz erinnert und an ihre tiefe Warmherzigkeit in Verbindung mit ihrer lebendigen Leidenschaft und ihrem Scharfsinn. Dieser scharfsinnige Intellekt und ihre strategische Klugheit und ihre überragende Charakterstärke. Mit Warmherzigkeit, tiefem Einfühlungsvermögen und Gnade. Und ihr Lächeln. (Und ihre Munterkeit, ihr Lachen und ihre warmherzigen Ironien, selbst in Englisch! Und auch die angemessenen Empörungen.)
Ich schrieb gerade einen Artikel über einen Mann, Brent Bozell, der für mein Leben ebenfalls sehr wichtig und einflussreich war und der 1997 starb, ein Jahr, nachdem ich Annemarie 1996 zum ersten Mal begegnete. Sein glühender Charakter (mit rotem Haar), kühne Intelligenz und Eloquenz – auch er besass eine tiefe und wachsende Barmherzigkeit. (Er war Vater von zehn rothaarigen Kindern.) Mein längerer und dankerfüllter Artikel lautet: «Die reifende Fruchtbarkeit des barmherzigen Herzens von L. Brent Bozell, Jr.» Der Titel wäre auch für unsere liebe Annemarie passend: «Die reifende Fruchtbarkeit ihres barmherzigen Herzens – auch inmitten der Sorgen, der angedeuteten Sorgen.»
Vielleicht möchte jemand erfahren, was ein dankbarer Amerikaner über Annemarie dachte und von ihr, noch treu bleibend, erinnert. So vieles mehr könnte noch gesagt werden und wird irgendwann noch gesagt werden, über sie und ihr Herz und ihre lebhafte Vielseitigkeit, so «umgehend zum Guten – und zum Gemeinwohl». Eine starke und zum Guten entschlossene Frau!
Möge sie jetzt – oder bald – in Frieden ruhen. Requiescat in Pace Vera.
Dr. Maike Hickson
Front Royal, Virginia, USA
Prof. em. Dr. Robert Hickson
Joint Special Operations University

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«Im Namen der Gesamtheit der Bewohner der Region der Grossen afrikanischen Seen und der Demokratischen Republik Kongo»

In unserer Kultur ist es üblich, dass der Älteste Worte der Ehrung für einen Verstorbenen übermittelt. Dieser Sitte folgend, tue ich dies im Namen der Gesamtheit der Bewohner der Region der Grossen afrikanischen Seen und der Demokratischen Republik Kongo.

Unsere Kontakte mit der Verstorbenen erfolgten seit Mai 1999 bis wenige Wochen vor ihrem Tod. Die erste Begegnung erfolgte zu einer Zeit, da Frau Dr. Buchholz-Kaiser in Genf Bekanntschaft mit Verteidigern der Menschenrechte, Mitgliedern der UN-Menschenrechtskommission der kongolesischen Zivilgesellschaft, machte. Von diesem Zeitpunkt an erfolgten verschiedene Konferenzen in Parma, in der Schweiz, in Deutschland, in Belgien und anderswo, die zum Ziele hatten, die schweizerische und westliche Öffentlichkeit auf die Konsequenzen der bedrückenden humanitären Situation hinzuweisen, denen die kongolesische Zivilbevölkerung im Osten der Demokratischen Republik Kongo als Folge des Genozids in Ruanda (1994) ausgesetzt war: Die mit dem Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen versehene Uno-Operation mit dem Namen «Opération turquoise» hatte damals Millionen von Ruandern dazu bewogen, im Osten unseres Landes Zuflucht zu suchen. Sie wurden in der Region Kivu als Flüchtlinge aufgenommen.
Es war dann das Werk der unabhängigen Presse, Zeit-Fragen, Horizons et Débats, Current Concerns und anderer, welche der westlichen Öffentlichkeit ein korrektes Bild der dramatischen humanitären Situation der Zivilgesellschaften im Osten unserer Heimat vermittelten.
Dennoch bestätigte sich auch hier das Sprichwort, dass der «Prophet im eigenen Land» wenig gilt. Eine gewisse Presse sowie eine Handvoll öffentlich handelnder Agenten haben diese Beiträge missachtet, obwohl sie eine Bereicherung für jeden waren, welcher die Werte der zeitgenössischen direkten Demokratie verteidigt.
Der Tod von Frau Dr. Buchholz-Kaiser ist ein Verlust. Ihre Stellungnahmen waren nicht nur an Paare gerichtet, an hochgestellte Persönlichkeiten und an die Jugend, sondern richteten sich oft auch an die kommenden Generationen und alle, die dem Frieden und der Gerechtigkeit zum Durchbruch verhelfen wollen. Frau Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser ist so gestorben, wie sie gelebt hat, ihr eindrückliches Begräbnis hat davon Zeugnis abgelegt: Auch in ihrem Tode umringt von Menschen, die ihr nahestanden, aus ihrer nahen oder weiteren Umgebung, von denen viele aber auch ganz anderen Nationen und Weltgegenden angehörten.
Joseph Kyalangilwa Muyengo,
Ehrenpräsident der Zivilgesellschaft des Süd-Kivu
(Demokratische Republik Kongo)

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Eine grosse Persönlichkeit ist in die Ewigkeit heimgekehrt

Seit 1999, als ich zum ersten Mal an den Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft «Mut zur Ethik» teilnahm, habe ich viele Menschen, die sich dort engagieren, kennengelernt, die einen im offiziellen, die andern im inoffiziellen Rahmen und manche sowohl als auch. Frau Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser gehört für mich zu letzterer Kategorie. Ich werde nie vergessen, wie sehr sie sich auch für die Anliegen einsetzte, die ich anlässlich verschiedener Tagungen von «Mut zur Ethik» einbrachte.
Jedes Mal, wenn ich sie sprechen hörte, sei es öffentlich oder privat anlässlich zahlreicher Zusammenkünfte, war ich immer fasziniert von ihrer Persönlichkeit. Ich habe schnell gemerkt, dass ich es mit einer starken Persönlichkeit zu tun hatte, welche die Arbeiten von «Mut zur Ethik» für jeden erkennbar massgeblich prägte.
Neugierig, wie es jedem Intellektuellen, der diesen Namen verdient, eigen ist, wollte sie trotz ihres umfangreichen Wissens immer noch mehr erfahren. Ich habe sie nie angetroffen, ohne dass sie nicht ein eben erschienenes Buch in ihren Händern gehalten hätte: Bücher über Wirtschaft, Philosophie, Religion, Kultur, Politik, Geopolitik, Psychologie, Pädagogik, Anthropologie, Soziologie und andere, kurz, Bücher aus dem ganzen Spektrum der Humanwissenschaften. Sie war sehr feinfühlig bezüglich Fehlern in der Analyse und bei Unwahrheiten oder bei sprachlichen Unstimmigkeiten. Während den Debatten achtete sie immer darauf, dass man selbst solche Fallstricke vermied; sie zögerte nie, falls sie es für nötig erachtete, Gegensteuer zu geben, oft mit grossem Nachdruck. Ihre Argumente waren immer fundiert und überzeugend, so dass man sich der in ihnen zum Ausdruck kommenden Überzeugungskraft kaum entziehen konnte.
Im Unterschied zu Experten, deren Kenntnisse oft ganz auf ihr Fachgebiet beschränkt bleiben, fasste sie immer das Ganze ins Auge, was mich als echt interdisziplinäre Ausrichtung oft beeindruckte. Dies erklärt zweifellos auch ihre Fähigkeit, komplexe Situationen zu durchdringen und deren Auswirkungen abzusehen. Mir scheint, dass sie «kontextuelle Intelligenz», die sie zu einer echten Führungspersönlichkeit1 machte, und eine ausgeprägte Fähigkeit zur Synthese, die sich aus ihren «transversalen Kompetenzen»2 ergab, in sich vereinte. In diesem Sinne verband sie in ihrem Wirken Intuition und Verstand.
Sie war eine echte Revolutionärin und eine der schärfsten Kritikerinnen der Globalisierung, auf deren Schäden sie unermüdlich hinwies, insbesondere auf deren ungehemmte Verletzung der Menschenrechte und des Rechts der Völker auf direkte Demokratie, im Unterschied zu jener «Demokratie», die Völkern mittels Kanonen aufgezwungen wird. Ich erinnere mich an die Heftigkeit, mit der sie die Machenschaften europäischer Führungsgestalten geisselte, welche die schweizerische Demokratie torpedierten, oder die Politik der Vereinigten Staaten, die unter dem Einfluss der Neokonservativen an Stelle der «soft power»-Politik «Kanonenboot-Politik» («hard power») betrieben, um ihre Interessen weltweit durchzusetzen3 oder, präziser ausgedrückt, ihre weltpolitische Dominanz zu sichern. So unterstützte sie es immer, wenn Bürger von Nord bis Süd sich gegen das auflehnten, was man nicht anders nennen kann als «Weltherrschaft».4
Im Zentrum ihres Bemühens stand immer der Mensch. Sie zögerte nie, den Finger darauf zu legen, wenn es darum ging, Menschen zu schützen, zu verteidigen und für ihre Rechte einzutreten. Von daher auch ihre ständige Bereitschaft zuzuhören und ihr grosses Mitgefühl mit den gesellschaftlich am stärksten Benachteiligten. Sie unterstützte Projekte zugunsten der Entrechteten, jener stumm Leidenden, wie sie insbesondere in den Ländern des Südens anzutreffen sind, schutzlos den Kriegen ausgesetzt, welche ihnen von den Grossen dieser (unipolaren) Welt aufgezwungen werden. Auch dem «Great Lakes Forum International», dem ich angehörte [eine Vereinigung von Menschen im Ostkongo sowie benachbarter Länder im Umfeld der Grossen afrikanischen Seen, die sich für dauerhaften Frieden in der Region einsetzten], liess sie diese Fürsorglichkeit zuteil werden.
Das Bild von Annemarie Buchholz hat sich mir anläss­lich der Arbeiten zum 20. Kongress «Mut zur Ethik» vom vergangenen September noch einmal unvergess­lich eingeprägt. Zeichen von körperlicher Schwächung waren unverkennbar. Ich fand Gelegenheit, ihr ein kleines aufmunterndes Wort zukommen zu lassen. Sie nahm es mit dem ihr eigenen Lächeln und einem kleinen Augenzwinkern entgegen. Ich konnte nicht wissen, dass dies unsere letzte Begegnung sein sollte.
Möge sie in Frieden ruhen bei unser aller Herr!
Prof. Dr. Bucyalimwe Mararo Stanislas,
Anvers, Belgien/Demokratische
Republik Kongo

1    «An effective leader must have contextual intelligence […] Contextual intelligence is an intuitive diagnostic skill that helps a leader to align tactics with objectives to create smart strategies in varying situations […] It implies both a capability to discern trends in the face of complexity and adaptability while trying to shape events» (Joseph S. Nye Jr, The Powers to Lead. Oxford, Oxford University Press, 2008, pp. 84, 87–88)
2    Sève, M.M., «Management-Efficacité personnelles» (http://lentreprise.lexpress.fr/rh-management/efficacite-personnelle/developper-son-esprit-de-synthese-en-six-lecons_1526434.html)
3    Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an heftig geführte Auseinandersetzungen mit amerikanischen Kongressabgeordneten die Mühe damit bekundeten, sich von den offiziellen Sprachregelungen ihrer Regierung zu emanzipieren.
4    Hillard, P., La marche irrésistible du nouvel ordre mondial (2ème édition revue et augmentée). François-Xavier de Guibert, 2013


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«Der Demokratischen Republik Kongo helfen, aus der endemischen Krise herauszukommen»

Ich komme aus dem Gebiet der Grossen Seen, der Demokratischen Republik Kongo (DRK), wo Massaker, Folter, massive Vergewaltigung von Frauen im Namen der ethnischen, nationalen oder Clan-Überlegenheit praktiziert werden. Dort ist Gruppentherapie notwendig. Es ist das, was die Lega, ein Volk der DRK «Mubiko» nennen, das, was am Ende eines heilenden Gesprächs «Mukako» eintritt.
Der Demokratischen Republik Kongo (DRK) helfen, aus der endemischen Krise herauszukommen, die durch viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit charakterisiert ist: Während meiner Zusammenkünfte mit Frau Annemarie Buchholz-Kaiser haben wir oft darüber nachgedacht, wie man die Gruppentherapie nutzen kann, um der DRK zu helfen, aus ihrer endemischen Krise herauszukommen, die durch zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit charakterisiert ist. Ich habe diesem Problem meine Doktorabeit mit dem Thema «La répression du négationnisme en droit congolais à la lumière du droit suisse» gewidmet.
Beitragen, dass sich die Verbrechen nicht wiederholen, beitragen zur Heilung bestimmter Gruppen und Individuen und zum sozialen Frieden in der Demokratischen Republik Kongo: Während wir in der DRK unsere gemeinsame Erfahrung von 17 Jahren Begegnung und interkulturellem Dialog übermitteln und dazu beitragen sollten, dass sich die Verbrechen nicht wiederholen, zur Heilung bestimmter Gruppen und Individuen, hat uns Frau Annemarie Buchholz-Kaiser plötzlich verlassen. Ist das das Ende unseres Traums? Die Antwort ist nein. In Afrika glauben wir tatsächlich, dass die Toten niemals sterben. Ausserdem ist die Gruppentherapie, wie bereits erwähnt, ein kongolesischer Wert. Schliess­lich hinterlässt Frau Annemarie Buchholz-Kaiser, die ich immer liebevoll, «Madame Surprise» nannte, viele wissenschaftliche Erben, die mir helfen werden, dieses Projekt der Gruppentherapie in die Tat umzusetzen, auch wenn es nur in der kongolesischen Provinz des Süd-Kivu sein sollte.
Dr. iur. Ambroise Bulambo Katambu,
«Archbishop E. Kataliko actions for Africa-KAF»,
Schweiz/Demokratische Republik Kongo


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«… ihre leidenschaftliche Werteverbundenheit und ihre Achtung vor dem Menschen …»

Ich bin sehr traurig über den Tod von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser. Ich betrachte es als ein Privileg, sie persönlich gekannt zu haben, als ich zu Gast bei meinen Freunden bei Zeit-Fragen war. Ihre Ideen haben mich bereichert und ebenso ihre leidenschaftliche Werteverbundenheit und ihre Achtung vor dem Menschen.
Möge sie in Frieden ruhen.
Father Bernard Alphonsus,
Kanada/Sri Lanka


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«… in vielen Teilen der Welt für Gerechtigkeit und Frieden gekämpft»

Der Hinschied von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser ist ein Verlust, nicht nur für die langjährigen Studierenden und Freunde der Arbeitsgemeinschaft «Mut zur Ethik», er ist auch ein grosser Verlust einer weiblichen Persönlichkeit, die in vielen Teilen der Welt für Gerechtigkeit und Frieden kämpfte. Von meiner ersten Begegnung an mit ihr und auch bei ihren Stellungnahmen bei unseren Treffen sah ich in ihr eine Frau, die schnell die Probleme von Menschen erfasste, die weit weg waren, in Afrika, Asien oder im Nahen Osten, die aber auch so mutig war, andere Menschen zum Handeln zu motivieren für das, was ihre Überzeugungen waren. Sie konnte rasch die zugrundeliegenden Ursachen identifizieren und äusserte mutig ihre christlichen Überzeugungen.
Obwohl meine Begegnungen mit ihr beschränkt waren, verglichen mit vielen Menschen aus den deutschsprachigen Ländern, die sie hoch schätzten, hat mir meine Erfahrung beim Versuch, Unterstützung für meine eigene kleine Insel Sri Lanka aus den anderen Teilen der Welt zu erhalten, die Schwierigkeiten gezeigt, die viele Führer der westlichen Welt hatten, die gerechte Sache der geplagten Tamilen zu verstehen und zu unterstützen. Ich erinnere mich an ihre deutliche Stellungnahme direkt nach dem Massaker an den Tamilen im Mai 2009, als sie darauf bestand, dass wir unsere Bemühung deutlich darauf richten sollten, eine föderale Lösung unseres Problems anzustreben.
Sie war schnell darin, Menschen vom Reden zu handlungsorientierter Planung zu motivieren und zu bewegen. Viele der Anwesenden, die die Bemühungen von «Mut zur Ethik» aktiv unterstützen, haben viel von ihrem Charisma und ihrem Mut profitiert, sich für die Gerechtigkeit und für die Opfer von Armut und Krieg einzusetzen. Möge ihr Geist weiter fortleben und uns inspirieren und darin bestärken, die gute Arbeit von «Mut zur Ethik» fortzuführen.
Prof. Dr. S. J. Emmanuel,
Münster/Sri Lanka


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«Bemerkenswerter Einsatz für alle Menschen gegen Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Gewalt»

Die vor kurzem erhaltene Nachricht vom Tode Dr. Annemarie Buchholz-Kaisers ist schwer hinzunehmen. Ihre Aktivität, ihr Charisma und ihre starke Präsenz ist mir in lebhafter Erinnerung. Während unserer Zusammenkünfte und Treffen, die sie organisierte, war Annemarie Buchholz-Kaiser eine leidenschaftliche Persönlichkeit, die sich in Diskussionen unter ihresgleichen engagierte. Ihre Hartnäckigkeit und Stärke, im Kampf für Menschenrechte fortzufahren, wird immer in Erinnerung bleiben. Wenn wir sie heute würdigen, sollten wir den Schwerpunkt nicht auf ihren Tod, sondern mehr auf ihren bemerkenswerten Einsatz für alle Menschen gegen Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Gewalt zu kämpfen. Ihre Arbeit soll uns daran erinnern, welchen Einfluss in dieser Welt ein einzelner Mensch haben kann. Danke, Frau Dr. Buchholz-Kaiser, für alles, was Sie getan haben. Ihr Einfluss hat alle um Sie herum inspiriert, ihre Anliegen voranzubringen und dass unsere weiteren Bemühungen sie eines Tages Wirklichkeit werden lassen.
Naji Haraj, Verteidiger der Menschenrechte aus dem Irak, Genf/Irak

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«… ihre Zivilcourage war vielleicht ihr grösstes Geschenk an uns in schwierigen Zeiten»

Zu der Zeit als sehr wenige jene von uns unterstützten, die sich in Irland gegen die Verträge von Nizza und Lissabon einsetzten, waren Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser und ihr Mut zur Ethik eine gewaltige Ermutigung und Unterstützung. Eigentlich haben wir unsere Kampagne gegen Nizza gewonnen, aber unsere herrschende politische Klasse und die Medien zwangen uns, in den verfassungsmässigen Widerspruch für den Nizza-Vertrag zu stimmen, obwohl wir gegen ihn gestimmt hatten. Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser hatte nichts gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Europa im Handel und auf anderen Gebieten (Wer hatte da schon etwas dagegen?), aber sie teilte mit uns unsere grosse Besorgnis in bezug auf das Erscheinen einer zutiefst undemokratischen Vorschrift von nicht gewählten Eliten, die zusammen mit der haarsträubenden Erfahrungsgeschichte von europäischen, juristischen Instanzen in bezug auf eine ganze Reihe von moralischen Problemen, die von Abtreibung bis hin zu Experimenten an menschlichen Embryos reichte. Alexander Solschenyzin warnte davor, wenn es den herrschenden Eliten in Politik, Recht, Medien, Wirtschaft, Religion und Kultur an Mut mangelt, die Beziehung des Menschen zu seiner geistigen und menschlichen Umwelt, die ihren Gesellschaften zugrunde liegt, zu verteidigen, wird ihre Feigheit den Willen der von ihnen vertretenen Menschen untergraben. Diese Feigheit wird dazu führen, ihr Engagement für die schwer errungene Freiheit, die im Herzen der westlichen Zivilisation ruht, wiederzubeleben. Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser hatte viele Qualitäten, aber ihre Zivilcourage war vielleicht ihr grösstes Geschenk an uns in schwierigen Zeiten.
Pater Brendan Purcell, Lehrbeauftragter, Notre Dame Universität (Australien),
Mitglied des St. John’s College, Universität Sydney

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«… ihre grosse Arbeit für uns in Irland»

Empfangt meine aufrichtige Anteilnahme am Tod unserer grossen Freundin Annemarie Buchholz-Kaiser. Was war sie für eine wunderbare Frau, und sie ist es noch immer, in ihrem neuen Leben mit Gott. Ich konnte keine eigenen Worte finden, um ihr Leben zu beschreiben, ihre grosse Arbeit für uns in Irland und ihre gewaltige Hingabe für Frieden und Gerechtigkeit in unserer Welt. Ich habe mich deshalb entschieden, einige Worte aus dem Gedicht «Ulysses» von Alfred Lord Tennyson (1809–1892) an meiner Statt sprechen zu lassen, mit denen, wie ich glaube, sich Annemarie selbst identifizieren würde. Sie war ganz gewiss nicht jemand, der «un­poliert rostete», sie war sicherlich jemand, die «durch Gebrauch glänzte».

Ich bin ein Teil von allem, das ich traf.
Doch jede Erfahrung ist nur ein Tor, durch das
jene unbereiste Welt hindurchschimmert, deren Rand verblasst
für immer und ewig, sobald ich mich bewege.
Wie fade ist es haltzumachen, aufzuhören,
unpoliert zu rosten, nicht durch Gebrauch zu glänzen!
Als ob Atmen leben wäre!

Möge sie in Frieden ruhen. Gottes Segen.
Nora Bennis, Limmerick, Irland

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«Einblick in die friedlichen Segnungen einer wahren und funktionierenden Demokratie»

Mein Andenken an Annemarie Buchholz-Kaiser lässt sich für mich damit zusammenfassen, was die Schweiz ist: Ein Land, dessen Einzigartigkeit darin besteht, auf die restliche Welt auszustrahlen und ihr einen Einblick in die friedlichen Segnungen einer wahren und funktionierenden Demokratie zu geben. Frau Buchholz hatte ein grosses Herz, einen grossen Geist und einen grossen, freundlichen, schläfrigen Hund, der gut zu ihr passte. Ich bin stolz darauf, sie gekannt zu haben, und besuchte einige Male «Mut zur Ethik» in ihrer Anwesenheit. Sie erinnert mich an einige Zeilen eines Gedichtes von Alfred Lord Tennyson (1809–1892):

Es fällt der Strahl
Es fällt der Strahl auf Burg und Tal
Und schneeige Gipfel, reich an Sagen;
Viel’ Lichter weh'n auf blauen Seen,
Bergab die Wasserstürze jagen.
Blas, Hifthorn, blas, im Widerhall erschallend,
Blas, Horn – antwortet, Echos, hallend, hallend!
O horche schnell! wie laut und hell,
Nun schwächer, sanfter, ferner klingend;
O, süss und lang von Klipp’ und Hang
Die Hörner Elflands, leise singend!
Horch! durch die finstern Schluchten zieht es schallend,
Blas, Horn – antwortet, Echos, hallend, hallend!
O Lieb, der Klang verzittert bang,
Dem letzten Ton bald magst du lauschen.
Wie tönend Erz, von Herz zu Herz
Zieht ewig unsrer Liebe Rauschen.
Blas Hifthorn, blas,
im Widerhall erschallend –
Antwortet, Echos, leis verhallend, hallend!

Quelle: Lieder- und Balladenbuch amerikanischer und englischer Dichter der Gegenwart, Seite 176–177, Hamburg, 1862 (Übersetzer: Adolf Strodtmann), de.wikisource.org/wiki/Es_fällt_der_Strahl

Ich betrachte sie als geistige Urheberin oder zumindest als eine der bewegenden Urheberinnen von Zeit-Fragen und «Mut zur Ethik». So möchte ich meine Wertschätzung wie folgt zum Ausdruck bringen.
Als ein bekennender Katholik (und manchmal fahnenschwingend) war ich angenehm überrascht, festzustellen, dass mein Glaube, der von vielen nicht geteilt wird, willkommen und aufrichtig respektiert wurde. Darüber hinaus wurde die Gesamtheit meines Glaubens respektiert, nicht nur Teile davon. Sogar bei speziellen Zusammenkünften von Katholiken macht man selten diese Erfahrung. Ich denke, ein solcher Respekt vor einer tief empfundenen Gläubigkeit und Werten lag Frau Buchholz sehr am Herzen. Einen solchen Respekt betrachte ich als analytisch und implizit verflochten mit jeglichem wirklichen Glauben an Gott. Wo dieser Respekt fehlt, kann ich keinen geäusserten religiösen Glauben ernst nehmen.
Ich bin ein Laienphilosoph, der ein kleines kunstgewerbliches Möbelgeschäft am nord-westlichen Zipfel von Eu­ropa aufgebaut hat. Es war nicht immer einfach, die finanziellen Mittel und die Zeit aufzubringen, um an den «Mut zur Ethik»-Konferenzen teilzunehmen. Anfänglich fühlte ich mich, aus dem kleinen peripheren Donegal (Irland) in das grosse Zürich kommend, ein wenig eingeschüchtert. Aber der Empfang, der mir von allen Beteiligten sowohl in Zürich als auch in Feldkirch bereitet wurde, war wie aus einem Märchen von Hans Christian Andersen. Ich wünschte mir nur, ich hätte mir mehr zu Herzen genommen, was ich damals, 2004, über das demokratische Defizit der Euro-Zone und die US-Wirtschaft erfahren habe. Wenn ich lange genug innegehalten und aufgenommen hätte, was mir damals dargeboten wurde und in meine darauf folgenden Geschäftsentscheidungen einfliessen lassen hätte, wäre ich heute in einer besseren Position. Der katastrophale wirtschaftliche Zusammenbruch in Irland folgte rasch nach dem der USA. Aber wie sagte Christus einmal über die meisten seiner Hörer:
«Sie hören, aber sie hören nicht zu, sie sehen, aber sie nehmen nicht wahr.»
Lassen Sie mich schliesslich Frau Buchholz-Kaiser danken, die Schweizer Demokratie wurde mit «entschleiert» (um einen Begriff von Heidegger zu gebrauchen) und ich für meinen Teil werde fortfahren, sie bei jeder Gelegenheit anderen zu entschleiern.
Brian Flanagan,Donegal, Irland

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«Ihr scharfsinniger Intellekt regte an, Geist und Herz zu öffnen»

Mit grosser Trauer habe ich vom kürzlichen Hinschied von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser erfahren. Meine herzlichste Anteilnahme geht an ihre Familie und an alle Mitglieder von «Mut zur Ethik».
Wir sind um vieles ärmer durch ihren Tod. Indes können wir eine tief empfundene Dankbarkeit zum Ausdruck bringen für das Privileg, sie kennengelernt zu haben. Mit grosser Bewunderung denke ich zurück an die Beharrlichkeit ihres Verstandes und ihrer Seele sowie ihre beständige und unerschütterliche Suche nach Wahrheit. Sie hatte einen tiefen Einblick in das universelle menschliche Sein.
Ihr herausragender Mut bei der Suche nach universeller intellektueller und moralischer Integrität, hat einen unauslöschlichen Eindruck bei mir hinterlassen. Ihr scharfsinniger Intellekt regte an, Geist und Herz zu öffnen, um nach dem Wohl aller zu streben und danach zu suchen.
Ich bin zuversichtlich, dass ihre tadellose Redlichkeit, ihre Brillianz und ihre moralische Integrität uns weiter inspirieren werden. Ich bin auch überzeugt davon, dass ihre charismatische, bereichernde Persönlichkeit all jene weiter ermutigen wird, die von ihrer Geistesgrösse inspiriert sind, fortzufahren, nach der Wahrheit zu streben und danach zu suchen.
Kathleen o Connor, Annascaul, Irland

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«Ní bheidh a leithéid ann arís» (We won’t see her likes again)

Mit grosser Betroffenheit habe ich vom Ableben unserer lieben Freundin Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser erfahren. Ihrer Familie und allen Freunden von «Mut zur Ethik» gilt unsere herzliche Anteilnahme.
Sie war wirklich eine freundliche, fürsorgliche, gross­herzige und sozial gesinnte Menschenfreundin, die sich zutiefst um die Unterpriviligierten in der Gesellschaft kümmerte und um das Fortkommen sozialer und politischer Reformen bemüht war. Sie hatte eine Weitsicht, mit der sie die üblen Agenden von Regierungen bekämpfte, lange bevor viele realisierten, was geschehen war und immer noch geschieht, und sie zögerte nicht, sich dann selbst der Sache anzunehmen.
Wir erinnern uns in Irland besonders an sie mit ihren zahlreichen Artikeln in Current Concerns, mit denen sie uns in unserer Kampagne gegen die Verträge von Nizza und Lissabon unterstützte, und schätzten es sehr, dass sie ihre Freunde aus der Schweiz anregte, uns zu besuchen, um vor Ort alles genau zu erfahren. Ihre Hilfe war für unseren Erfolg sehr wichtig. Wir stehen für immer in ihrer Schuld.
Ní bheidh a leithéid ann arís (We won’t see her likes again).
John Scanlan, Irland

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«… eine inspirierende Führungspersönlichkeit»

Dr. Buchholz-Kaisers Arbeit bei «Mut zur Ethik» und bei Current Concerns ist ein gebührendes Zeugnis zu ihrem Gedenken. Es war und ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt wie sie, die nicht nur gewillt sind, das zu verteidigen, was für das menschliche Leben von grundlegender Bedeutung ist, sondern die auch gewillt sind, die lange Zeit und immense Kraft aufzubringen, die nötig sind, dies wirksam zu tun. Es ist nicht jedem gegeben, eine inspirierende Führungspersönlichkeit zu sein, aber wir haben das Glück, sie gehabt zu haben, um uns den Weg zu zeigen. Wir werden sie sehr vermissen.
Professor Dr. Gerard Casey, UCD School of Philosophy, University College Dublin, Irland

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«Aufrichtiger Abschiedsgruss»

Diese Botschaft ist ein sehr aufrichtiger «Abschiedsgruss» für Dr. phil. Annemarie Buchholz-Kaiser, die ich durch ihre mutige Arbeit bei der Zeitung Zeit-Fragen/Current Concerns über Jahrzehnte gekannt habe und für welche ich und mein Kollege, der verstorbene Dr. John Marks immer sehr dankbar waren.
Die Beiträge von Annemarie Buchholz-Kaiser wurden hoch geschätzt.
The Baroness Cox, House of Lords
Gründerin und CEO des Humanitarian Aid Relief Trust, England

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«Die soziale Verbundenheit stärken …»

Der Hinschied von Annemarie Buchholz hinterlässt eine grosse Leere bei allen, die ihr nahestanden oder mit ihr zusammengearbeitet haben. Es ist nichts als recht, eine Frau, die sich ihr ganzes Leben lang für andere Menschen eingesetzt hat, zu würdigen. Die soziale Verbundenheit zu stärken, die Bildung benachteiligter Kinder zu verbessern, ihnen die Welt näherzubringen, sind einige der wichtigen Aufgaben, denen sich Annemarie Buchholz mit ganzem Herzen gewidmet hat. Ihr Leben lang war sie eine Frau der Überzeugung, die allen nahe stand, die in Not waren. Sie hinterlässt bei all jenen, die sie gekannt haben, das Bild der Selbstaufopferung und der Tugend.
Alain Bournazel, Präsident des «Rassemblement pour l’indépendance de la France (RIF), Frankreich

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«… jede menschliche Geste so präsent, als wenn es gestern gewesen wäre»

Mit sehr grosser Betroffenheit habe ich vom Tod von Dr. Annemarie Buchholz erfahren.
Obwohl meine letzte Begegnung mit ihr bereits viele Jahre zurückliegt – ich traf sie das letzte Mal 1988 im Rahmen der Selbsterfahrung meines Medizinstudiums –, so ist mir dennoch jedes Wort und jede menschliche Geste so präsent, als wenn es gestern gewesen wäre.
Um es mit Albert Schweitzer zu sagen: «Das schönste Denkmal steht in den Herzen der Menschen».
Ihre fachlich-psychologischen Fähigkeiten, menschliche Fehlhaltungen und Lebensstile in sehr kurzer Zeit zu erfassen und auf den Punkt zu bringen, haben mich auf meinem beruflichen und privaten Lebensweg mit Erfolg begleitet.
Etwaige Diskreditierungen zu Dr. Buchholz fachlichen Qualikationen sehe ich im Rahmen einer zielgerichteten Kampagne – wie oft in der Historie bei bedeutenden Persönlichkeiten.
Mein tiefes Mitgefühl gehört Ihrer Familie und allen Weggefährten.
Dr. med. Ralf Wiertelarz,
Facharzt für Allgemeinmedizin/
Psychotherapie, Köln/Casa Solentiname, Ayampe, Ecuador


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«… den eingeschlagenen Weg der Gemeinschaft unbeirrt fortsetzen»

                               Nur Blätter sind’s
                               (24. Dezember 1896)
Leicht mag ein schlichtes Blatt
die Sonne bleichen und der Wind verwehn;
leicht wird es, das nicht Duft noch Farbe hat,
von and’rem Auge flüchtig übersehn.
Doch wird das Blatt von einer treuen Hand
in stiller Wehmut auf ein Grab gelegt,
der Liebe Zeichen und des Dankes Pfand,
die unverrückt des Herzens Tiefe hegt,
dann hat’s – auch überseh’n und gebleicht
und bald verweht, doch seinen Zweck erreicht.

Superintendent Dr. h.c. Friedrich Spiess (1842–1917)

Wir verneigen uns mit grosser Achtung vor dem Berufs- und Lebensweg von Annemarie Buchholz-Kaiser. Gestern erhielten wir die Zeit-Fragen, darin die bewegenden Beiträge zum Abschied der Verstorbenen und ihr Vermächtnis, den eingeschlagenen Weg der Gemeinschaft unbeirrt fortzusetzen. Annemarie Buchholz gilt auch unser elterlicher Dank für manche lebensbestimmende Förderung unserer Söhne. Ihr berufener ­positiver Einfluss hat ihnen in mancher Situation geholfen. Das können wir seit Jahren dankbar wahrnehmen.
Dr. Hans-Hermann und Helga Kaiser, Freiburg im Breisgau

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«… eine Welt, in der jede Nation in Frieden und Freiheit leben kann»

Der Abschied von Frau Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser hinterlässt eine Lücke und macht uns zugleich wieder einmal bewusst, wie wichtig die Arbeit der Zeit-Fragen ist im Kampf um Selbstbestimmung und eine Welt, in der jede Nation in Frieden und Freiheit leben kann.
Dr. Bruno Bandulet, Bad Kissingen, Deutschland

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«… unbeirrt an der Aufklärung und Hilfe für die Opfer des Drogenmarkts gearbeitet»

Frau Dr. Buchholz hatte mich nach einer Begegnung mit VPM-Mitgliedern auf einer Pädagogen-Tagung in Stuttgart Hohenheim (ich glaube, es war 1991) nach Zürich eingeladen. Ich konnte selber sehen, wie sie mit dem damaligen Kampf gegen die Drogen ins «Kreuzfeuer» geriet und mit beachtlicher Kompetenz, aber auch mit ihrer persönlichen Stärke, unbeirrt an der Aufklärung und Hilfe für die Opfer des Drogenmarkts arbeitete. Ihre professionellen Kenntnisse und ihr starker Glaube an das Gute – und wohl auch an die Hilfe Gottes in diesem Kampf – haben nicht nur mir «imponiert», sondern auch viele ermutigt. Ich hoffe, dass ihr «Nachlass» nicht verlorengeht, sondern weiterhin zur Verfügung steht und viele ermutigt, in ihrem Sinn für eine «psychologische Menschenkenntnis» und deren Anwendung zu arbeiten! Man müsste den VPM wieder neu beleben und als «Annemarie-Buchholz-Akademie» weiterführen, auch wenn dies zunächst nur als «Briefkastenfirma» existieren kann … Eine Internet-Präsenz wäre leicht möglich! Gerade jetzt, wo irrsinnige «Menschenbilder» viele Menschen verwirren (und verführen), ist eine «psychologische Menschenkenntnis» wichtig! Die Zeit-Fragen möchte ich ermutigen, in Zukunft immer wieder etwas aus ihren Schriften zu bringen. Da liegt ein «Schatz», den man nicht vergraben darf! Herzliche Grüsse und gute Wünsche!
Dr. Hans Schieser
Prof. em., DePaul University Chicago


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«Dankbar für diese bedeutende kulturelle und politische Initiative unserer Zeit »

Frau Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser hatte «Mut zur Ethik» gegründet, wie die Kongresse der Europäischen Arbeitsgemeinschaft hiessen, die seit 1993 unter diesem Titel stattfanden. Dort wurden die geistigen Grundlagen der Politik und der Gesellschaft, die Bedeutung des personalen Menschenbilds, des Gemeinwohls, der Würde des Menschen und der Menschenrechte erarbeitet. Der Kongress, der von ihr initiiert und massgeblich bestimmt wurde, führte einen Kampf gegen den Nihilismus der modernen Gesellschaft, wie er sich besonders seit den 60er Jahren ausbreitete. Diese Ideen gewannen eine immer grössere Anhängerschaft, nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch weit darüber hinaus im Westen und auch im Osten Europas, der zunehmend in die Gespräche mit einbezogen wurde. Viele bedeutende kritische Geister nahmen an den Kongressen teil und publizierten in der Wochenzeitung Zeit-Fragen. Für diese bedeutende kulturelle und politische Initiative unserer Zeit werden wir Annemarie Buchholz-Kaiser immer dankbar sein.
Prof. Dr. Peter Bachmaier,
Osteuropaexperte, Österreichisch-Weissrussische Gesellschaft, Wien


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«Leuchtturm in der Brandung»

Ich habe Frau Dr. Buchholz-Kaiser erst vor drei Jahren näher kennengelernt und habe alle Vorurteile und Vorverurteilungen, die die Hauptstrommedien über sie noch immer verbreiten, abbauen können.
Kollegin Buchholz-Kaiser hat sich von den Anfängen der Zürcher Schule Friedrich Liebings eigenständig weiter entwickelt und ein selbständiges geistiges Profil entwickelt, das sich an den christlichen Grundwerten – vor allem der allgemeinen Menschenwürde, der Demokratie und Rechtstaatlichkeit – orientierte. Weil sie gegen den gesellschaftszerstörerischen gegenwärtigen Zeitgeist und seine Methoden der psychologischen Manipulation ankämpfte, war sie einer Flut von Unterstellungen und Verfolgungen ausgesetzt. Sie glich einem Leuchtturm in der Brandung des gesellschaftlichen Niedergangs in hemmungsloser Permissivität, ungebremstem Utilitarismus, Zerstörung der Familien, Auflösung der gesellschaftlichen Solidaritäten und internationaler Gewalt.
Möge Gott, auf den sie vertraute und der ihr die Kraft zum widerständigen Durch- und Gegenhalten gegeben hat, sie aufnehmen in das Glück und die Geborgenheit seiner unendlichen Liebe, nach der sie sich gesehnt hat. Möge ein Abglanz dieser Sehnsucht, die sie getragen hat, weiter wirken sowie Orientierung und Halt geben.
Prof. DI. Dr. Heinrich Wohlmeyer,
Österreich


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«… gelebte Einheit von Theorie und Praxis»

Ich habe Frau Dr. Annemarie Buchholz im Rahmen meiner Vorträge vor dem Leserkreis Zeit-Fragen und auf den Tagungen von «Mut zur Ethik» kennengelernt. Sie verkörperte für mich das philosophische Ideal einer gelebten Einheit von Theorie und Praxis. Als Psychologin hat sie das menschliche Handeln in all seiner Komplexität und gesellschaftlichen Eingebundenheit erfasst. Ihr Engagement in den schicksalshaften Fragen des Gemeinwohls – nicht isoliert, sondern im Bezug auf das grössere Ganze der Staaten- und Völkergemeinschaft – war nicht nur bewundernswert, sondern verdient weltweite Nachfolge. Frau Dr. Buchholz wird mir als souveräne Persönlichkeit, die geistige Klarheit und innere Ruhe ausstrahlte, für immer in Erinnerung bleiben.
Professor Dr. DDr. h.c. Hans Köchler,
Präsident der International Progress
Organization, Wien, Österreich


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«… immer den Mut zu klaren christlichen Stellungnahmen»

Als Redaktor beim Schweizerischen Kath. Sonntagsblatt kam ich immer wieder in Kontakt mit Frau Annemarie Buchholz. Anlässe gab es viele. Es lohnte sich immer, nach Zürich zu fahren und den Vorträgen bekannter Persönlichkeiten unter anderem des amerikanischen Geisteslebens zuzuhören. Dabei lernte ich auch Frau Buchholz und ihren Ehemann besser kennen. In den aktuellen Fragen des politischen Lebens vertrat sie die Lehre der katholischen Kirche. Sie hatte immer den Mut, ob gelegen oder ungelegen, ihre klaren christlichen Stellungnahmen abzugeben. Dass sich einige Medien aus der linken Ecke zu einer unerhörten Kampagne gegen sie zur Verfügung stellten, ist noch heute ein Skandal. Frau Buchholz hat mit ihrem mutigen Eintreten den allgemeinen Verfall unserer Gesellschaft verzögern und teilweise sogar aufhalten können. Das verdient Anerkennung und ein ehrendes Gedenken.
Dr. rer. pol. Gerd J. Weisensee MSc,
Gründer von Pro Life, heute Delegierter
des Zentralvorstandes, Bern, Schweiz


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«… durch ihre Artikel mit ihr verbunden»

Obschon ich keine Gelegenheit hatte, Frau Annemarie Buchholz-Kaiser persönlich kennenzulernen, fühlte ich mich durch ihre Artikel in Zeit-Fragen mit ihr verbunden. Sie passte so gut zu dieser Zeitung, die noch als eine der wenigen die grossen Fragen des Lebens und der Welt umfassend diskutiert. Und dazu hat sie einen wesentlichen Beitrag geleistet.
Gotthard Frick, Bottmingen

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«… möge der Herrgott die Schweiz segnen»

Ende August 2002 hatte ich als Reisebegleiter die Gelegenheit, Zürich und den Kongress «Mut zur Ethik» zu besuchen. So erfüllten sich meine Träume aus jungen Jahren: Ich habe mir immer gewünscht, die Schweiz kennenzulernen, das schönste Land Europas, wo am 15. November 1916 der berühmteste polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz, dessen Erzählung «Quo vadis» 1905 den Nobelpreis erhalten hat, gestorben ist.
Die Erzählungen von Henryk Sienkiewicz lese ich mein Leben lang. Einige von ihnen, zum Beispiel «Feuer und Schwert», habe ich bereits fünfunddreissig Mal gelesen und jedes Mal empfinde ich grosse innere Freude, welche hilft zu glauben, dass beim Ringen zwischen Gut und Böse das Böse die Niederlage erleidet. Das Gute gewinnt. Dieser Glaube an den Sieg des Guten verfestigte sich mit jedem Besuch in der schönen Schweiz und den Besuchen der Kongresse «Mut zur Ethik». Das Böse muss eine Niederlage erleiden, weil es auf der Welt immer noch so viele grossartige Menschen gibt. Nie werde ich Annemarie Buchholz-Kaiser und ihre Mitarbeiter vergessen.
Hier auf Erden unterstehen wir dem Gesetz des Vergehens unausweichlich, aber auf diese Erde des Vergehens stieg vor 2000 Jahren unser leibhaftiger Gott herunter, unser Heiland Jesus Christus baute seinen Weg der Auferstehung, der
Unsterblichkeit zum ewigen Leben im Hause Gottes unseres himmlischen Vaters. Ich glaube fest, dass Herr Jesus Annemarie Buchholz auf diesen Weg geführt hat, nach ihrem schönen Leben auf dieser Welt.
Ich bin Priester, folglich füge ich an jedem Tag in der heiligen Messe Gebete für alle meine Freunde, welche mir der Herrgott während meines Lebens geschenkt hat, bei. Ich gedenke Annemarie Buchholz, möge der Herrgott die Schweiz segnen und die ganze Gemeinschaft von «Mut zur Ethik». Erlaubt es nicht, dass das Licht eures Kongresses erlischt.
Pater Jan Jakub Kurdybelski,
Wroclaw, Polen

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«… die Fähigkeit, das Wichtige zu sehen, unbedingte Treue zur Wahrheit, Mut zur Ethik, Ausgewogenheit und Masshalten»

Annemarie Buchholz-Kaiser ist von uns gegangen. Erschüttert erhielten wir Kenntnis von ihrem Tod, ihr Hinschied erfüllt uns mit Trauer und Traurigkeit.
Gott gebe ihr die Erlösung!
Beinahe zwei Jahrzehnte ist es her, seit wir uns das erste Mal getroffen haben. Sie hat uns mit ihrer Freundschaft geehrt. Es ist ein grosses Geschenk Gottes, dass ein Mensch mit einem so aussergewöhnlichen Intellekt, mit unermesslichem geistigem Wissen und der Tugend der praktischen Weisheit, uns seine Freundschaft geschenkt hat. Wir haben viel von ihr gelernt: die Fähigkeit, das Wichtige zu sehen, die unbedingte Treue zur Wahrheit, den Mut zur Ethik (Moral) und zu allem Ausgewogenheit und Masshalten.
Für uns war es eine Ehre, dass sie über die Geschichte Ungarns informiert war und die Abläufe in der ungarischen Politik verfolgt hatte. Oft sprachen wir über diese Fragen.
Die Ungarische Pädagogische Werkstatt hat nach ihren Anregungen, spiegelbildhaft nach den Schweizer Konferenzen «Mut zur Ethik» jährlich in Budapest die Konferenzen «Bàtorsàg az etikàhoz» (Mut zur Ethik) organisiert.
Von einem aussergewöhnlichen Menschen verabschieden wir uns mit den Zeilen des grossen ungarischen Dichters, Arany Jànos (1817–1882):

Als im leblosen Körper
Deine Seele triumphierend stehen blieb;
Und mutig den Tod ansehend,
Im Glauben, und reich an Hoffnung
Auf nicht irdischen Wegen ging,
War eines gemeinsamer, heiliger Trost
DIE SEELE LEBT: Wir treffen uns wieder!
(Auf dem Grabstein Juliskas, Tochter von Arany Jànos)


Dr. Kàroly Baranyi, Dr. med. Edit Laboda
und die Ungarische Pädagogische
Werkstatt, Budapest, Ungarn

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«… immer gute Beziehungen zwischen der Slowakei und Ungarn unterstützt»

Mit grosser Trauer habe ich vom völlig unerwarteten Tod von Frau Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser gehört. Sie hat immer gute Beziehungen zwischen unseren Ländern, der Slowakei und Ungarn, unterstützt, wenn es Schwierigkeiten gab. Über 14 Jahre hinweg, ab dem Jahr 2000 hat sie uns immer gute Antworten und guten Rat gegeben. Sie hat immer demokratische Lösungen im Dialog gesucht. Dabei brachte sie grosse Geduld und viel Verständnis für beide Länder auf, auch in harten Diskussionen. Das kann man nicht vergessen. Wir werden sie sehr vermissen und sind ihr sehr dankbar für alles, was sie für uns getan hat.
Dr. Zoltan Adorjan, Bratislawa, Slowakei

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«… ihr tiefgreifendes Verständnis der wahren Ursachen der Konflikte des ehemaligen Jugoslawien»

Die Nachricht vom Heimgang von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser hat bei all ihren Freunden in Serbien, wie überall, tiefe Trauer hervorgerufen. Annemarie hat eine reiche Geschichte der Zusammenarbeit und Freundschaft mit serbischen und jugoslawischen Philosophen und Wissenschaftern. Seit den späten 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts hat sie mit ihnen die Überzeugung geteilt, dass es die erste Pflicht jedes Intellektuellen sein sollte, Wahrheit, Gerechtigkeit und moralische Werte als Grundlage der Menschheit zu verteidigen.
Unter anderen kannte sie persönlich den serbischen Philosophen Mihajlo Markovic, einer der Gründer des Belgrade Forum for a World of Equals. Sie hatten regelmässige Treffen innerhalb der Gruppe Europäischer Philosophen (Korcula Schule), die sich dafür engagierten, Thesen für ein neues Gesellschafts-Modell zu entwerfen, welches den Fortschritt der Zivilisation, eine leistungsfähige Wirtschaft und Freiheit von jeder Form von Totalitarismus garantieren sollte.
Während der «Mut zur Ethik»-Konferenz im vergangenen Jahr hatte ich mit einigen anderen Freunden das Privileg, Annemarie Buchholz-Kaiser in ihrem Hause zu treffen. Wir wurden mit herzlicher Gastfreundschaft empfangen. Wir sprachen über verschiedene Themen, einschliesslich der Probleme auf dem Balkan, und ich war überrascht von ihrem tiefgreifenden Verständnis der wahren Ursachen der Konflikte des ehemaligen Jugoslawien. Sie bemerkte, dass die Nato-Aggression gegen Serbien im Jahr 1999 ein sehr folgenschwerer Fehler war und Präzedenzfall für die Verletzung von Grundrechten und moralischen Prinzipien und der Rolle der Uno.
Annemarie stand fest hinter der Respektierung des Völkerrechts und der friedlichen Lösung aller Probleme. Sie hatte eine führende Rolle dabei, viele ihrer Freunde und Unterstützer zu organisieren, notwendige humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und vertriebene Menschen zu sammeln und diese nach Serbien zu schicken. Wir sind ihr für immer dankbar für ihre Solidarität mit hilfsbedürftigen Menschen. Annemarie schlug vor, dass Mihajlo Markovics Analyse des Problems der Provinz Kosovo und Metohija ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht wird.
Wir werden eine bleibende Erinnerung an Annemarie Buchholz-Kaiser bewahren als unabhängige, grosse Denkerin, mit weitem Horizont und einem grossen Herzen, hingebungsvolle Humanistin und Freundin von Serbien und dem Belgrade Forum for a World of Equals.
Zivadin Jovanovic,
Präsident des «Belgrade Forum
for a World of Equals», Belgrad, Serbien

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«Wir Serben werden uns lange an Sie erinnern»

Nachdem ich die Artikel von Frau Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser gelesen habe und die Beiträge über sie in der letzten Ausgabe von Current Concerns und Horizons et débats, möchte ich noch einmal meine Anteilnahme an ihrem viel zu frühen Tod zum Ausdruck bringen. Frau Dr. Buchholz-Kaiser war eine Kämpferin, die man nicht vergisst. Ich erinnere mich bewegt, wie sie mich als Gast in ihrem Hause empfing, und ich werde sie immer vermissen, denn sie war eine wunderbare Frau und ein einzigartiger Mensch.
Liebe Frau Buchholz, Sie werden uns sehr fehlen im Kampf für die Menschenrechte und das Völkerrecht. Wir Serben werden uns lange an Sie erinnern, weil Sie uns gut verstanden haben und Sie immer zu uns gestanden sind wie kaum ein anderer Mensch. Vor allem in einer Zeit, in der wir die schwierigsten Momente unserer Geschichte durchlebt haben, während der Bombardierungen im Jahr 1999.
Mögen Sie, unsere liebe Freundin, in Frieden ruhen.
Prof. Dr. Velimir Nedeljkovic,
Niš, Serbien


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«Respekt vor anderen Menschen und deren Kulturen»

Liebe Annemarie, plötzlich und ganz unerwartet hast Du uns verlassen. Menschen aus vielen Ländern und Kontinenten trauern um Dich.
Vor zehn Jahren sind wir uns zum ersten Mal begegnet. Unser Heimatland Serbien musste gerade mit den schlimmsten Folgen eines Angriffskrieges kämpfen und brauchte grössere humanitäre Unterstützung.
Du und viele Menschen, die Deinem Werk folgen, haben uns ruhig und ganz konzentriert zugehört, und dann sofort die Hilfe organisiert. Das hast Du geschafft, weil Du Respekt vor anderen Menschen und deren Kulturen hast, und Du hast uns allen Mut gegeben weiterzumachen.
Nicht nur Dušan und ich, sondern tausende Menschen in Serbien werden Dir immer dankbar sein und diese menschliche und humanitäre Hilfe nie vergessen.
Du hast uns gelehrt, wie man gegen die Ungerechtigkeit kämpft und dass Menschlichkeit auch siegen kann.
Du hast uns auch immer wieder daran erinnert, dass die Menschen kein Mitleid brauchen, sondern Respekt und Verständnis füreinander.
Für uns alle muss es eine Verpflichtung sein, Dein Vermächtnis und Dein Verständnis für viele Menschen aus verschiedenen Teilen unserer Erde mit genauso grossem Mut weiterzuführen.
Und so lebst Du weiter und immer in unseren Herzen.
Ljubica Bogdanovic und
Dušan Radakovic,
München/Montenegro