Veranstaltungen der Genossenschaft Zeit-Fragen an der Leipziger Buchmesse

Zeit-Fragen ist auch in diesem Jahr an der Leipziger Buchmesse vertreten. Der Stand befindet sich in Halle 4, Stand A107. Ausserdem lädt Zeit-Fragen im Rahmen von «Leipzig liest» zu mehreren Veranstaltungen an der Messe und zwei Abendvorträgen mit Diskussion ein.

Schule und Elternhaus – staatspolitische Verantwortung und Aufgabe

Referenten: Urs Knoblauch (CH) und
Josef Nyari (D)

Josef Nyari, Fachpsychologe für Pädagogische Psychologie aus Erfurt/Ettersburg bringt seine Erfahrungen mit dem DDR-Schulsystem ein. Urs Knoblauch, Pädagoge und Kulturpublizist aus der Schweiz, betrachtet die Thematik aus der Sicht des schweizerischen Schulsystems. Immer mehr Eltern und Betriebe verlangen von der Schule eine ganzheitliche Bildung und die Förderung der Schüler im Sinne der Übernahme von Verantwortung für die gemeinsamen Aufgaben. Bewährte, traditionelle und wichtige Werthaltungen wurden durch den Zeitgeist verdrängt. Die Jugend ist für eine aktive und konstruktive Mitgestaltung der Demokratie sehr empfänglich und dankbar.
Donnerstag, 13. März 2014 um 19.30 Uhr,
Bibliothek Wiederitzsch, Zur Schule 10a, 04158 Leipzig (Nord)

(Das Thema wird Sonntag, 16. März 2014 um 13.30–14.00 Uhr im Forum Kinder-Jugend-Bildung Halle 2, Stand B401 nochmals behandelt.)

Das Rote Kreuz – Die humanitäre Hilfe und die Schweiz

Buchvorstellung des Kinder- und Jugendbuchs von L. Bors: «Wer ist Henry Dunant?» Referent: Urs Knoblauch (CH)
Urs Knoblauch stellt die enge Verwandtschaft des politischen Systems der direkten Demokratie mit dem humanitären Wirken des Roten Kreuzes als Friedensmodell dar. Das Emblem mit der farblichen Umkehrung der Schweizerfahne zum Roten Kreuz wurde zu Ehren der Eidgenossenschaft zum internationalen und universellen humanitären Schutzzeichen für Neutralität und Humanität. Auch die heutigen Kinder und Jugendlichen sollen in das vorbildliche Wirken des Roten Kreuzes eingeführt werden.
Es war der Schweizer Henry Dunant, 1828 in Genf geboren und in einer humanistisch gesinnten Familie aufgewachsen, der 1859 in Solferino, in der Nähe des Gardasees in Italien, Zeuge eines schrecklichen Krieges wurde. Unzählige Soldaten starben im Elend ohne jede medizinische Hilfe. Das liess ihn nicht mehr los, und er schrieb 1862 das weltbewegende Buch «Eine Erinnerung an Solferino». Darin waren bereits die Gedanken und Aufgaben der später weltweit tätigen Rotkreuzbewegung formuliert. Mit der Gründung des Roten Kreuzes 1863 und 1864 mit der ersten Genfer Konvention entwickelte sich auch das Humanitäre Völkerrecht zur verbindlichen Norm. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 kamen bereits Rotkreuzhelfer zum Einsatz. Weltweit entstanden zahlreiche Rot-Kreuz-Organisationen, auch Jugend-Rotkreuz-Organisationen. Genf wurde zum Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.
Freitag, 14. März 2014 um 14.30–15.00 Uhr,
Sachbuchforum Halle 5, Stand A211

Die Bedeutung des Genossenschafts­prinzips für die Gegenwart

Referenten: Dietmar Berger (D), Reinhard Koradi (CH) und Dr. René Roca (CH)
Dietmar Berger, ehemaliger Verbandspräsident des Mitteldeutschen Genossenschaftsverbandes, Reinhard Koradi, Präsident der Genossenschaft Zeit-Fragen sowie der Historiker Dr. phil. René Roca (Forschungsinstitut direkte Demokratie) führen in das Thema ein. Aus der Geschichte der Genossenschaften können wir wertvolle Schlüsse für die Gegenwart ziehen. Es liegt in der Tradition der Genossenschaftsbewegung, auf aktuelle gesellschafts- und wirtschaftspolitische Herausforderungen einzugehen und konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln respektive umzusetzen. Das Genossenschaftsprinzip zeichnet sich durch ein hohes Mass an Mitgestaltung und Mitbestimmung aus; deshalb ist die Genossenschaft anderen Unternehmensformen oft vorzuziehen. In unserer modernen Zeit kann der genossenschaftliche Grundgedanke neue Lösungsansätze aufzeigen, vor allem, wenn es um die Bereiche der Grundversorgung geht. Eine intakte – auf die lokalen/regionalen Bedürfnisse ausgerichtete – Grundversorgung der Bevölkerung ist Voraussetzung für das Gemeinwohl und kann im Rahmen einer Genossenschaft sehr erfolgversprechend aufgebaut und unterhalten werden.
Freitag, 14. März 2014 um 19.30 Uhr
Ort: Rechtsanwälte Viehweger, Hartmann & Partner, Chopinstrasse 9, 04103 Leipzig (Zentrum)

Wenn die Volkssouveränität wirklich eine Wahrheit werden soll

Referent: Dr. René Roca (CH)
Der Historiker Dr. phil. René Roca (Forschungsinstitut direkte Demokratie) wird seine Habilitationsschrift vorstellen. Zum Inhalt des Buches: Mit der vorliegenden Untersuchung wird die Theorie der direkten Demokratie definitorisch klarer erfasst. Im 19. Jahrhundert formten sich in der Schweiz auf kantonaler Ebene direktdemokratische Systeme. Mit dem Kanton Luzern wird ein solches Beispiel beschrieben. Die direkte Demokratie ist in der Schweiz wie in keinem anderen Land ein zentraler Bestandteil der politischen Kultur. Die Schweiz muss ihre historischen Wurzeln kennen; das ist wichtig für ihr Selbstverständnis, aber auch um ein Modell für andere, interessierte Länder zu sein.
Samstag, 15. März 2014 um 11.00–11.30 Uhr, Sachbuchforum Halle 5, Stand A211

Lehre oder Abitur – Plädoyer für die Berufsausbildung

Referentin: Erika Vögeli (CH), Chefredakteurin von Zeit-Fragen, Psychologin und Berufsschullehrerin
Viele Eltern hoffen, eine gymnasiale Ausbildung würde ihren Kindern die besten Chancen und Voraussetzungen für ihre berufliche Zukunft verschaffen. Ein Blick auf die Situation in verschiedenen Ländern zeigt jedoch, dass diese Vorstellung zu hinterfragen ist. Die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz ist zu einem grossen Teil auch Resultat ihres dualen Berufsbildungssystems, das jungen Menschen eine frühe und solide Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Dank zahlreicher Möglichkeiten der Weiterbildung stehen jungen Berufsleuten jederzeit alle Wege offen. In vielen Bereichen erweist sich eine berufliche Ausbildung als grosser Vorteil, weil sie nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern von Beginn an in die reale Arbeitswelt eingebunden und stark praktisch orientiert ist. Vielen rein akademisch Ausgebildeten fehlt im Berufsalltag genau dieses Verständnis für die Umsetzung der Theorie in die Praxis. Angesichts der immensen Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern, und gerade in solchen mit hoher Akademikerquote, lohnt es sich, die Vorzüge des dualen Berufsbildungssystems genauer zu durchdenken. Das duale Bildungssystem hat sich bewährt und ist auch ein Erfolgsmodell für die Zukunft. Wohlstand und Erfolg der Schweizer Wirtschaft sind nicht in erster Linie in den Banken begründet, sondern wesentlich im spezifisch schweizerischen dualen Berufsbildungssystem.
Samstag, 15. März 2014 um 15.00–15.30 Uhr, Forum Kinder-Jugend-Bildung Halle 2, Stand B401

Direkte Demokratie in Deutschland und in der Schweiz

Referenten: Dr. Peter Neumann und Dr. René Roca
Der Jurist Dr. Peter Neumann und der Historiker Dr. phil. René Roca werden im Rahmen der Veranstaltung die Erfahrungen von Deutschland und der Schweiz hinsichtlich der direkten Demokratie einbringen. Es wird spannend sein, gerade vor dem Hintergrund von einigen brisanten Abstimmungen in der Schweiz, auch einen Ausblick zu wagen und über weitere Entwicklungen der direkten Demokratie in den beiden Ländern und in Eu­ropa zu diskutieren.
Samstag, 15. März 2014 um 16.00–16.30 Uhr, Sachbuchforum Halle 5, Stand A211