Angriffe auf Zivilisten sind nach dem Humanitären Völkerrecht verboten

ef. 1300 Menschen sind laut WHO bis Ende April Todesopfer des blutigen Konflikts im Jemen geworden, 5210 sind verletzt. Über 300 000 Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Jemen auf der Flucht. Millionen von Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am 7. Mai berichtete, hatten erst vor kurzem 22 im Jemen tätige Hilfsorganisationen ein sofortiges Ende der von Saudi-Arabien verhängten Luft- und Seeblockade gefordert, um die leidende Zivilbevölkerung mit Nahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten versorgen zu können (siehe auch Zeit-Fragen, Nr. 12 vom 28.4.2015).
Seit Ende April ist der internationale Flughafen der Hauptstadt Sanaa lahmgelegt, nachdem ihn die arabische Militärkoalition bombardiert hatte. Das heisst, dass überlebensnotwendige humanitäre Hilfsgüter für das Land nicht mehr geliefert werden können. Das IKRK und MSF haben nach wochenlangen Warnungen vor einer humanitären Katastrophe hierzu am 4. Mai eine weitere alarmierende Stellungnahme veröffentlicht. Und am Freitag schrieb das IKRK-Team über Twitter: «Mit oder ohne vorausgehende Warnung: Direkte Angriffe auf Zivilisten oder zivile Objekte sind nach dem Humanitären Völkerrecht verboten.» Auch der humanitäre Koordinator der Uno für Jemen, Johannes van der Klaauw, hat in seiner Stellungnahme dringend aufgerufen, «diese wichtige Lebensader – sowie alle anderen Flug- und Seehäfen zu wahren – damit die humanitären Helfer diejenigen erreichen können, die durch den bewaffneten Konflikt im Jemen betroffen sind».
Erst am vergangenen Freitag (8. Mai) hatte Saudi-Arabien ab Dienstag eine fünftägige Feuerpause im Jemen zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung angekündigt. Die jemenitischen Luftfahrtbehörden hatten am gleichen Tag geäussert, dass die von mehreren Luftangriffen zerstörte Landebahn repariert werden soll, um Hilfsflüge zu ermöglichen.
Am Samstag, dem 9. Mai, erreicht uns die Nachricht, dass Kampfflugzeuge der arabischen Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens erneut den Flughafen von Sanaa bombardiert haben, der für Hilfslieferungen wieder geöffnet werden sollte.     •