Die Schweiz reagiert auf die humanitäre Krise im Jemen

Bern, 8.5.2015 – Angesichts der sich massiv verschärfenden humanitären Krise im Jemen stellt die Schweiz dem vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verwalteten Humanitarian Pooled Fund 2 Millionen Schweizerfranken zur Verfügung. Gleichzeitig ruft sie alle Parteien auf, ihre völkerrechtlichen Pflichten einzuhalten, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen, den Dialog für eine ­politische Lösung des Konflikts zu suchen und die Kampfhandlungen einzustellen.
Die Schweiz ist besorgt über die sich kontinuierlich verschlechternde politische, humanitäre und wirtschaftliche Situation im Jemen. Sie ruft alle Parteien auf, ihre völkerrechtlichen Pflichten einzuhalten, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen, die Lieferung und Verteilung humanitärer Hilfe und Güter zuzulassen sowie eine nachhaltige politische Lösung auf dem Verhandlungsweg zu suchen. In diesem Zusammenhang begrüsst sie die Ernennung des neuen UN Special Envoy für Jemen, Ismael Ould Cheikh Ahmed.
Die seit Monaten andauernden Kämpfe und die damit einhergehende Zerstörung der Transportinfrastruktur haben zu einer massiven Verschlechterung der humanitären Lage geführt.
Zur Linderung der akuten und dringendsten humanitären Bedürfnisse der Bevölkerung stellt die Schweiz dem vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verwalteten Yemen Humanitarian Pooled Fund 2 Millionen Schweizerfranken zur Verfügung. Der Fonds unterstützt namentlich Nothilfeprojekte im Bereich Gesundheit, WASH (Wasser, Abwasser und Hygiene) sowie der Nahrungsmittelhilfe. Das Gesamtbudget der Schweiz für Jemen beträgt rund 8 Millionen Schweizerfranken.
Jemen ist das ärmste Land im Mittleren Osten. 15,9 Millionen Jemeniten und Jemenitinnen, das sind über 60 % der Bevölkerung, benötigen humanitäre Hilfe. Für 10,6 Millionen ist die Nahrungsversorgung ungesichert und 1,6 Millionen leiden an akuter Unterernährung, davon rund 850 000 Kinder. Die medizinische Grundversorgung ist ungenügend. 13 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, und Sanaa könnte im kommenden Jahrzehnt zur ersten Hauptstadt der Welt ohne Wasser werden. Jemen hat in den letzten Jahren über 250 000 Flüchtlinge aus dem Horn von Afrika aufgenommen. Bewaffnete Konflikte haben mehr als 300 000 Menschen intern vertrieben.
Die Schweiz engagiert sich seit 2007 im Jemen. Heute konzentriert sie sich mit ihrem humanitären Programm auf Wasser-, Abwasser- und Hygieneprojekte. Die Schweiz arbeitet dazu mit multilateralen Partnern wie dem IKRK, WFP, Unicef und UNHCR zusammen und setzt Projekte mit bilateralen Partnern wie Oxfam, Save the Children und Care um. Seit 2013 ist die Schweiz Mitglied der «­Friends of Yemen», einer Gruppe von nahezu 40 Staaten und internationalen Organisationen zur Unterstützung des politischen Transitionsprozesses.    •

Quelle: www.news.admin.ch