«… und Ihr eigener Notvorrat?»

Überlegungen in einer politisch unstabilen Zeit

rt. Im November 2014 leitete Toni Frisch eine Sicherheitsübung von Bund, Kantonen und Städten zu Stromausfällen und Grippe-Epidemien (Sicherheitsverbundübung 14). Der ehemalige Leiter der humanitären Hilfe des Bundes wird dem Bundesrat und den Regierungsräten der Kantone empfehlen, dass sich jeder Haushalt einen Notvorrat anlegen sollte. Vor knapp einem Jahr hatte der Chef der Schweizer Armee, André Blattmann, mit Hinweis auf die aktuelle Krisensituation in der Ukraine ebenfalls an die Notwendigkeit eines häuslichen Notvorrats erinnert.

Das Team um Toni Frisch hat einen ersten wichtigen Schritt getan und fordert einen Notvorrat für jeden. Doch das Problem unserer Versorgungssituation mit Elektrizität bleibt bestehen. Die Stromversorgung wird zunehmend internationalisiert und dadurch anfälliger, ohne dass der Gesichtspunkt einer gesicherten Landesversorgung ausreichend berücksichtigt wird. Viele lebensnotwendige Einrichtungen sind in den vergangenen Jahrzehnten auf Elektrizität umgestellt worden. Denken Sie nur an Lagerhaltung, Krankenversorgung, Wasserpumpen, Tankstellen, Transportwesen usw. Der Roman «Blackout. Morgen ist es zu spät» von Marc Elsberg (2012. ISBN 978-3-442-38029-9) zeichnet ein mögliches Szenario.
Auch die weltpolitische Zuspitzung, die wir in der Ukraine beobachten, mahnt uns, mögliche direkte Folgen für unser Leben zu überdenken. Schnell könnten kriegerische Aktivitäten in der mit 15 ukrainischen  und 12 russischen Atomkraftwerken bestückten Region wieder eskalieren. Innert Stunden kann eine internationale Konfrontation ausgelöst werden, die zu einem offenen Krieg führen kann. Die möglichen Auswirkungen eines solchen Szenarios reichen von zeitweiligen Versorgungsengpässen bis hin zu einer längerfristigen atomaren Verseuchung mit all ihren gefährlichen längerfristigen Folgen. Viele fühlen sich dabei an die bis heute andauernden Folgen des Tschernobyl-Reaktorunglücks erinnert.
Auch die wirtschafts- und finanzpolitsche Situation in der EU kann schnell zu instabilen Verhältnissen in einzelnen Staaten führen. Sozialer Sprengstoff wurde in den letzten Jahrzehnten reichlich angesammelt. Nicht nur in den südlichen Ländern ist es zu einer massiven Verarmungen breiter Bevölkerungsschichten gekommen, auch in den «Gewinnerländern» wie Deutschland hat sich eine breite Schicht an «working poor» gebildet. Während gleichzeitig internationale Bankhäuser mit Milliardenzinszahlungen bedient werden.
Sind Sie versorgt? Sind Ihre Angehörigen, Ihre Nachbarn versorgt? Je nach angenommenem Szenario kann ein möglicher Notvorrat unterschiedlich ausfallen. Er kann Ihnen unter Umständen über eine schwierige Zeit hinweghelfen. Über das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) können Sie Informationen über einen kurzfristigen 7tägigen Notvorrat beziehen (Kluger Rat – Notvorrat. BWL. www.bwl.admin.ch) oder Hinweise zu einem möglichen Stromausfall erhalten (www.bwl.admin.ch/dienstleistungen).
Neben den aktuellen Hinweisen des BWL, die inzwischen aktualisiert wurden und auch über «soziale» Medien abrufbar sind (siehe Kasten), empfiehlt es sich unbedingt, älteres Informationsmaterial heranzuziehen. Es bezieht einen grösseren Vorrat ein und enthält Vorschläge zur Verwaltung des Notvorrats. Wir empfehlen zum Beispiel die Warenliste aus der Broschüre «Haushaltvorrat – Damit der Fall der Fälle nicht zur Falle wird» des BWL aus dem Jahre 1997, welche für einen Zeitraum von 14 Tagen gilt. Sie finden in dieser Broschüre auch Hinweise für eine sinnvolle Bewirtschaftung des Vorrats.
Es bleibt zu hoffen, dass die verschiednen Konflikte einen friedlichen Ausgang finden und dass auch in politischen Entscheidungskreisen wieder Vernunft Einzug halten kann. Uns erinnert die Situation daran, ausreichende Vorsorge zu treffen. •

Alertswiss lanciert – Hilfen für individuelle Notfallpläne

zf. Anfang Februar 2015 hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerorganisationen das System Alertswiss lanciert. Ab sofort findet jeder Interessierte über eine Webseite (alertswiss.ch) eine Smartphone-App, über Twitter (@alertswiss) und YouTube Informationen rund um die Vorsorge und das Verhalten bei Katastrophen und Notlagen in der Schweiz. Im Zentrum der neu lancierten ­Homepage steht ein individueller Notfallplan, den jeder Haushalt für sich erstellen kann. Darin sollen beispielsweise Familientreffpunkte festgelegt, wichtige Informationen hinterlegt oder eine Liste mit Notvor­räten abgelegt werden können. In Notfällen sei es entscheidend, dass die zuständigen Behörden und die betroffene Bevölkerung möglichst rasch und richtig handelten, sagte Benno Bühlmann, Direktor des Bundesamtes.