Saudische Luftschläge im Jemen verletzen Völkerrecht und Souveränität

Am Mittwoch startete ­Saudi-Arabien eine Reihe von Luftschlägen innerhalb des Jemen; Berichten zufolge verlegte es 150 000 Soldaten, die von über 100 Kampfflugzeugen unterstützt wurden und schiitische Huthi-Rebellen angriffen, welche in einen grausamen Bürgerkrieg mit der von der sunnitischen Mehrheit geführten Regierung des Jemen verwickelt sind.
Die grössere saudiarabische Militär­intervention im Jemen stellt eine klare Verletzung des Völkerrechts dar, die schwerwiegende Folgen für die gesamte Region haben könnte, erklärte Dr. Hans Köchler, Präsident der International Progress Organisation (IPO) in Österreich gegenüber Sputnik.
«Die ausländische Militärintervention im Jemen ist eine klare Verletzung des Völkerrechts, insbesondere von Artikel 2(4) der Uno-Charta, welcher die Anwendung von Gewalt in den Beziehungen zwischen den Staaten verbietet», sagte Köchler, der die Organisation präsidiert, die auch die Vereinten Nationen berät.
Laut Köchler lässt sich die einseitige Aktion Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten auf keine Art und Weise als Akt «kollektiver Selbstverteidigung» im Sinne der Uno-Charta rechtfertigen.
«Faktisch ist es Einmischung in einen Bürgerkrieg auf Seiten einer Konfliktpartei, und es wird den innerstaatlichen Konflikt noch verschlimmern und eine Lösung erschweren», ergänzte der Professor.
Köchler betonte, Riads Vorgehen drohe, entlang der sunnitisch-schiitischen Kluft einen grossen Konflikt in der gesamten Region zu entzünden, der gravierende Konsequenzen überall in der arabischen Welt haben könnte. Bombenangriffe, die am Mittwoch von der saudisch geführten Koalition der Golfstaaten durchgeführt wurden, töteten 65 Menschen, berichtete eine örtliche Regierungsquelle gegenüber Sputnik.
Der saudische Botschafter in den USA, Adel Jubair, sagte, sein Land tue das, «um die legitime Regierung des Jemen vor dem Sturz zu bewahren».

Quelle: http://sputniknews.com [früher Ria Novosti] vom 26.03.2015

(Übersetzung Zeit-Fragen)