Leserbriefe

Zum Festhalten des Bundesrates an der Tausendernote und zur neuen Banknotenserie

Entgegen dem Vorurteil der EU-Staaten, jeden Barzahler ab fünfhundert Euro der Steuerhinterziehung zu verdächtigen und deshalb die Fünfhunderternote abzuschaffen, stellt sich der Schweizer Bundesrat erfreulicherweise hinter den ehrlichen Bürger, der auch mal mit einer Tausendernote bezahlt, ohne gleich als Steuerhinterzieher verdächtigt werden zu müssen. Dies bestätigte kürzlich der Bundesrat in seiner Interpellationsantwort an SP-Nationalrätin Kiener-Nellen. Etwas weniger Mut zeigt die Landesregierung, wenn sie die Entfernung der Köpfe auf der neuen Banknotenserie zulässt. Bei allem Verständnis für die Bedeutung der Fälschungssicherheit, mit der die Schweizer Nationalbank die neue Banknotenserie anpreist, frage ich mich, weshalb die Schweiz nun – wie die Euro-Länder – auf das Abbilden zukunftsweisender Persönlichkeiten auf ihren Banknoten verzichtet und diese, wie im Fall der Fünfzigernote, durch eine auszublasende Löwenzahnblüte ersetzt? Als Künstler und pensionierter Lehrer für Bildnerisches Gestalten frage ich mich, wie diese Bildsymbolik die mit der Schweiz verbundenen Werte wie Eigenständigkeit, Stabilität, Neutralität und Unabhängigkeit repräsentieren soll? Künstlerpersönlichkeiten mit internationaler Ausstrahlung wie Sophie Thaeuber Arp vertraten mit ihrer dadaistischen Kunst immerhin eine deutliche Antikriegshaltung, und für Alberto Giaccometti stand der Mensch im Zentrum seiner Kunst – alles Werte, die Neutralität und Humanität der Schweiz sehr wohl zum Ausdruck bringen! Es will mir nicht in den Kopf, dass die Schweizer Nationalbank mit der neuen Banknotenserie freiwillig «den Kopf abgibt» und sich damit bei den bereits «kopflosen» Euro-Noten anbiedert – im Gegensatz zu führenden Weltwährungen, wie zum Beispiel den Dollar-Noten, wo Köpfe noch ihre Bedeutung haben! Müssen wir wirklich auf den noch folgenden Schweizer Banknotenserien «den Kopf abgeben», um wirtschaftlich, gesellschaftlich, ­politisch und kulturell mit dabei zu sein?

Matthias Elmiger, Ebnat-Kappel

WEA-Referendum unterschreiben – damit die Schweiz Schweiz bleibt

Im Juli 2014 stellte Bundesrat Ueli Maurer im Artikel «Mit der Weiterentwicklung der Armee zu mehr Sicherheit» folgendes fest: «Die Armee hat den Auftrag, für die Sicherheit des Landes zu sorgen. Dazu waren wir nicht in der Lage.» Trotzdem hat das Parlament mit der «Weiterentwicklung» der Armee (WEA) der Abschaffung der Armee von 220 000 auf 100 000 Mann zugestimmt. Davon sind nur noch 24 000 Mann Kampftruppen. Wie soll nun die Armee mit diesem kleinen Restbestand den Auftrag der Bundesverfassung, für die Sicherheit des Landes zu sorgen, erfüllen können? Das ist selbst für «die beste Armee der Welt» ein Ding der Unmöglichkeit.
Das Schweizervolk will an der Neutralität und der Allgemeinen Wehrpflicht festhalten. Es ist sich bewusst, dass Sicherheit die Voraussetzung für Freiheit, Unabhängigkeit und Wohlstand ist. Eine glaubwürdige Milizarmee garantiert die Sicherheit auch in Krisenzeiten. Wir wollen darum der Armee die personellen und finanziellen Mittel für die Landesverteidigung bereitstellen – damit alle in Sicherheit und Freiheit leben können. Die SVP bekennt sich zu einer zeitgemäss bewaffneten und hervorragend ausgebildeten Milizarmee zur Bewahrung einer unabhängigen, freien und neutralen Schweiz. Wir haben noch knapp einen Monat Zeit, um das WEA-Referendum zu unterschreiben. Unterschriftenbögen sind bei www.armee-halbierung-nein.ch/ erhältlich.

Peter Aebersold, Zürich

«Wer zündelt hier und warum?»

Die Welt hat sich an die Dauerkrise bereits gewöhnt. Auf gute Nachrichten hofft man, doch statt dauerhafter Eindämmung sehen wir Ausweitung in Richtung westliches Europa. Nicht zuletzt die Flüchtlingskrise sollte jedem die Augen öffnen, dass hier Akteure am Ball sind, die keine Gnade kennen. Mit niemandem.Der russische Aussenminister Lawrow sprach kürzlich von neo-osmanischen Absichten der Regierung Erdogan. Sollte Lawrow recht haben? Der Konflikt mit der Türkei könnte sich auch ausweiten in einen regionalen/überregionalen Krieg. Bezüglich Syrien erwies sich die türkische Regierung als spendabler Unterstützer der Terrormiliz IS. Russ­land verlangt von der Türkei eine Schliessung der Grenze zu Syrien – dies geschieht offenbar nicht. Etwas weiter östlich flammt der «eingefrorene» Konflikt um Berg-Karabach wieder auf. Einfrieren und auftauen, bei Bedarf, wie feine Nahrungsmittel. Armenien ist ein christliches Land, Aserbeidschan ein islamisches, der Islam wird dort eher moderat praktiziert. Wer zündelt hier und warum? Schon 2013 gab Xi Ping bekannt, dass China den Ausbau der Seidenstrasse anstrebe, via Baku nach Armenien, auch in den Süden nach Iran, als Verbindung auch durch den Südkaukasus. Verbirgt sich hier einer der Gründe des Zündelns? Noch ein wenig weiter östlich finden wir Turkmenistan. Turkmenistan ist ein Teil des alten Turkestan, und Erdogan will alle Turkvölker der Region wieder unter seine Herrschaft bringen. China will sich das nicht gefallen lassen.Bei unserem kürzlichen Aufenthalt in Montenegro sahen wir mit Erstaunen, dass die CRBC, ein chinesisches Staatsunternehmen, eine formidable Autobahn von der Küstenstadt Bar durch mehrere Tunnel, durch die dinarischen Alpen, bis zur Grenzstation mit Serbien, Boljare, baut. Auch konnten wir erfahren, dass die erneuten «Unruhen» in Mazedonien gegen die Regierung von denselben Kräften «erzeugt» wurden wie der Maidan in der Ukraine. Auch hier vermutet man Zusammenhänge zum Seidenstrassen- und Energieausbau, was beides blockiert werden soll. Obwohl die Regierung in Montenegro fest in westlicher Hand ist, darf die Opposition gegen den Nato-Beitritt an den Haupt­strassen grosse Plakate anbringen: «Nein zur Nato». Grund zur Hoffnung?

Dr. Barbara Hug, Tobel