Europäischer Brutvogelatlas

npa. Um eine wissenschaftlich fundierte Gesamtübersicht über die in Europa brütenden Vögel zu erhalten, wird von 2013–2017 ein umfangreiches Monitoring durchgeführt.
Zu erheben sind zunächst die Verbreitung der Spezies, dann deren Häufigkeit – eine Datenerhebung, die ein möglichst genaues Bild des allgemeinen Brutvorkommens gewährleisten soll.
Um diese Erfassung zu systematisieren, werden von nationalen Koordinationsstellen die jeweiligen Länder in Atlasquadrate unterteilt. Ornithologen und freiwillige Helfer mit Kenntnissen der Vögel und ihrer Stimmen bewegen sich zwei Stunden in einem Quadrat, beobachten, hören und protokollieren.
Die Schweiz ist bekannt für ihren nationalen Brutvogelatlas, der einen sehr hohen Standard aufweist und in Intervallen erneuert wird. Daher hilft die Schweizerische Vogelwarte Sempach anderen Ländern, die weniger finanzielle Ressourcen und auch weniger Datensammler haben.
Für Albanien unternahm zum Beispiel das Ehepaar Ernst aus Klingenthal, Deutschland, ornithologische Expeditionen für den europäischen Brutvogelatlas, EBBA 2. Albanien ist äusserst vogelarm, was auf die Jagd und das Abholzen der Wälder zurückzuführen ist. Erfasst wurden nur 132 Vogelarten in einem Zeitraum von drei Wochen.
Für Montenegro sieht die Situation besser aus. Hier spielen das Brutgebiet in der Saline von Ulcinj, die Saline von Tivat, das Feuchtgebiet von Buljarica und die Stranddünen an der Bojana-Mündung eine bedeutende Rolle. Blauracke, Triel, Eisvogel, Rotflügel­brachschwalben, Zwergscharben, Stelzenläufer, Waldohreule, Zwerg- und Flussseeschwalbe, Steinkauz, Limikolen, Wiedehopf und Weidensperling und viele andere mehr brüten regelmässig in der Saline von Ulcinj. Ohne Wasserflutung werden sie verschwinden.
Ein hohes Brutvogelvorkommen ist ein guter Indikator für ein Land, das den ökologischen Anforderungen Rechnung trägt. Montenegro hat in seiner Verfassung die Ökologie festgeschrieben.     •