Leserbrief

Eine Schneise zwischen China und Europa

Mit zwei überaus breit analysierenden Beiträgen wendet sich Zeit-Fragen am 29.3.2016 an die Leser. Es gelingt, auf Grund dieser Beiträge ein wenig Ordnung in vorgefass­te Sichtweisen über den Syrien-Krieg zu schaffen. Wenn man die Gesamtweltlage anschaut, müsste nun ein weiterer Beitrag aus der Sicht eines chinesischen Kommentators folgen. China ist auf der Weltbühne ein Player, den man nicht mit lächerlichen vordergründig ökologischen Argumenten oder mangelnder Einhaltung der Menschenrechte  etikettenmässig abtun kann. Zeit-Fragen hat bereits die gewachsene partnerschaftliche Kooperation zwischen Russland und China dargestellt. China hilft den afrikanischen Entwicklungsländern mit dem Bau von Infrastrukturprojekten. China treibt Handel mit Europa, auf der Basis einer ausgeglichenen Kooperation. China war (daher?) einer der Hauptfaktoren für den Syrien-Krieg: Es musste eine Schneise zwischen China und Europa geschlagen werden. Es durfte in den Augen der Kriegstreiber nicht sein, dass China auf der Weltebene deutlicher Fuss fasst als bisher. Doch die Zeiten ändern sich. Wer nicht anständig mit China kooperiert, auf allen Ebenen, hat die Zeichen der Zeit nicht gesehen – selbst ein Krieg gegen China, im Pazifik zum Beispiel, wird die blinden Akteure ins Verderben führen. Sie haben heute noch die Wahl.

Dr. phil. Barbara Hug