Anklage wegen Uranwaffen-Einsatz in Jugoslawien 1999

Serbien
bha. Aus Serbien kommt die Nachricht,1 dass ein juristisches Verfahren gegen die Nato beabsichtigt wird. Ein Team, bestehend aus 26 Anwälten und Professoren aus Serbien, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, China, England und der Türkei wird die Nato anklagen, während des Krieges 1999 auf Jugoslawien Bomben mit abgereichertem Uran abgeworfen zu haben. Die Langzeitfolgen sind eine eigentliche Krebs­epidemie, die immer grössere Ausmasse annimmt. Besonders betroffen ist der Süden Serbiens und Kosovo. Gemäss dem serbischen Gesundheitsministerium erkrankt jeden Tag ein Kind an Krebs. Das war das treibende Motiv hinter der Initiative. Der Präsident der serbischen königlichen Akademie, Stevo Nogo, meinte, die Anklage richtet sich an die nationalen Gerichte der Nato-Mitgliedsstaaten, eine der Forderungen wird diejenige nach Unterstützung für medizinische Behandlung von Krebspatienten sein. Nogo sagt, man wisse, welche Flugzeuge welche Gegenden Serbiens bombardiert hätten. Ein französisches Flugzeug habe die Bomben in den Palic See abgeworfen, nahe der Stadt Subotica im Norden. Der Anwalt Srdjan Aleksic aus Nis ist der serbische Leiter des Juristenteams. 10–15 Tonnen abgereicherten Urans habe die Nato verwendet, sagte er, das habe eine riesige Umweltkatastrophe mit sich gebracht. Das Pressebüro der Nato ist über die serbische Aktivität unterrichtet, gab jedoch keinen Kommentar ab.     •

1    vgl. auch «‹Up to 15 tons of depleted uranium used 1999 Serbia bombing› – lead lawyer in suit against Nato», in: www.rt.com/news/392126-serbia-lawsuit-nato-depleted-uranium/  vom 13.6.2017 sowie «Serbian Royal Academy to Sue Nato over Bombing», in: www.balkaninsight.com/en/article/serbian-royal-academy-to-file-charges-against-nato-05-11-2017  vom 12.5.2017