Vom 11. September 2001 zu Donald Trump

Wie Amerika verlorenging – auf was wir achten können

me. Die westlichen Nato-Medien, die für die sogenannte «internationale Gemeinschaft» sprechen wollen (und dabei nur 8 % der Weltbevölkerung vertreten), berichten seit Wochen zu 90–95 % negativ über Donald Trump, wie seriöse Auswertungen zeigen. Vom Händedruck seiner Frau bis zum Haarschnitt seines Sohnes wird alles lächerlich gemacht. Die Affronts sind derart, dass man sich an das Drama «Der Volksfeind» des Norwegers Hendrik Ibsen erinnert fühlt. Man darf von einer Delegitimierungs-, ja, einer Zersetzungskampagne gegen ein korrekt gewähltes Staatsoberhaupt sprechen. Sie ist zeitgeschichtlich ein Novum und geht weit über das hinaus, was sich die Europäische Union mit den Sanktionen gegen Österreich nach der Wahl von Jörg Haider im Jahr 2000 geleistet hat.
Die Kräfte hinter der Kampagne gegen den amerikanischen Präsidenten sind massiv. Man spürt Finanzkonglomerate, Hedgefonds, deren Sprachrohre und politische Delegierte aus dem Umfeld Clinton-Soros-Obama-Merkel. Es geht nicht um schlechte Verlierer. Es geht um Tieferliegendes, um Grundsätzliches.
Seit dem Wahlkampf heisst Trumps Konzept: Weg von der zerstörerischen Hedgefonds-Globalisierung, der obszönen Bereicherung von ganz wenigen, dem Konzept des endlosen Krieges und der Auflösung der nationalen Grenzen und der Identitäten von Staaten, Völkern und Gesellschaften. Dagegen setzen die Kreise um und hinter ihm offenbar auf breiteren Wohlstand durch Handel und auf Kooperation mit Banken, die der Wirtschaft dienen. Grenzen aller Art, auch die Souveränität der Staaten, sollen wieder beachtet werden.
Ob dies dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gelingen wird, ist nicht entschieden. Er braucht noch Zeit, um seine Administration in den Griff zu kriegen. Noch stützt er sich auf Familienmitglieder und Vertraute. Noch wird neben ihm her regiert. Schwierige Lage. Der Machtkampf im angloamerikanischen Establishment ist im Gange; ebenso in den Behörden und im militärischen Apparat mit seinen US-Regionalkommandos, welche für ganze Weltgegenden zuständig sind. Deren Kommandanten sind den römischen Prokonsuln vergleichbar und nicht leicht zu führen. Auch gibt der «militärisch-industrielle Komplex» nicht so schnell auf. Auch «Verbündete» muss man im Auge haben. Eliten des Vereinigten Königreiches (UK) sehen eigene Assets bedroht und spielen ein eigenes geo­politisches Spiel, zum Beispiel rund um Katar. Donald Trump hat sich noch nicht von der Vorgängeradministration freigemacht, und die USA sind anders aufgebaut als ein europäischer Staat, feudalistischer. Wer unsere Verhältnisse auf dieses Land überträgt, geht fehl. Kurzum, die Situation ist verworren und labil, aber die Richtung, aus der die Angriffe kommen, ist klar. Der neue Präsident steht nach seinen Aussagen für Kräfte, die weg wollen vom System des «ewigen Krieges» für die alleinige Weltherrschaft, der seit 2001 ausgerufen wurde. Sie halten eine Fortsetzung dieses Bush-Clinton-Obama-Kurses für zu gefährlich. Zu Recht.
Wie dieses System ausgesehen hat und teilweise noch aussieht, dokumentieren die beiden Bücher von Thierry Meyssan und Paul Craig Roberts, die hier anhand der jeweiligen Einleitungskapitel vorgestellt werden.
Möge es gelingen, dass die Anliegen der Autoren Gehör finden, dass die Prinzipien des Völkerrechtes zum Wohle aller Menschen wieder zu mehr Respekt kommen. Möge auf dem Weg dahin Kaltblütigkeit, Sachbezogenheit, Übersicht und Entschlossenheit der Beteiligten einen grossen Krieg verhindern.
Auch in diesen arglistigen Zeiten wird die Schweiz als Nicht-Nato-Mitglied mit der humanitären Tradition und der immerwährenden bewaffneten Neutralität (an der gemäss der jüngsten ETH-Studie über 90 % aller Befragten festhalten wollen) ein Friedensmodell bleiben. Auch die Schweiz kann regenerieren, sich freischwimmen. Unabhängig davon steht sie mit ihren «Guten Diensten» denen als Plattform offen, die ehrliche und gleichwertige Lösungen suchen. Allen.  
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