Abwanderung und Migration der Jungen sind kein Schicksal

von Philippe Randin, Nouvelle Planète, Lausanne

«Bis zum Jahr 2030 werden in Afrika 440 Millionen junge Menschen das arbeitsfähige Alter erreichen. Dies entspricht der Gesamtbevölkerung der USA und von Mexiko zusammengenommen», war jüngst in einem Artikel der Zeitschrift «Jeune Afrique» zu lesen. «Die Standardantwort auf diese Herausforderung lautet Industrialisierung des Kontinents. Es scheint aber immer dringender, der effektiven Situation in dieser Weltregion Rechnung zu tragen. Tatsächlich bleibt der afrikanische Kontinent trotz der raschen Urbanisierung weitgehend ländlich geprägt. Der Grossteil der aktiven Bevölkerung arbeitet nach wie vor in der Landwirtschaft und im informellen Sektor. 60 % der arbeitsuchenden jungen Menschen leben in Dörfern. Folglich kommt der Entwicklung der Landwirtschaft und der landwirtschaftlichen Diversifikation grösste Bedeutung zu.» So die Schlussfolgerung der Journalisten von «Jeune Afrique».

Verlorene Regionen in den Fokus rücken

Heute werden die ländlichen Regionen oft vernachlässigt. Nouvelle Planète konzentriert ihre Aktionen auf abgelegene Gebiete, die von den staatlichen Stellen und den NGO allzuoft übergangen werden. Mit Investitionen in einkommensverbessernde Aktivitäten kann man den jungen Menschen Hoffnung geben und sie dazu ermutigen, sich in ihren Gemeinschaften zu engagieren. Die Entwicklung von Grunddienstleistungen im Bildungs- und Gesundheitswesen trägt dazu bei, die lokalen Lebensbedingungen zu verbessern. Das hier präsentierte Projekt steht für alle unsere Vorhaben, mit denen wir der Bevölkerung durch Hilfe zur Selbsthilfe zu mehr Unabhängigkeit verhelfen wollen. Die Zeit eilt: Die Bewohnerinnen und -bewohner der ländlichen Regionen, insbesondere die jungen Menschen, würden lieber in ihrer Gemeinschaft bleiben, sofern man ihnen die Möglichkeit dazu gibt.

Eine Alternative zur Migration bieten

Massnahmen in den ländlichen Gebieten tragen zur Vermeidung von humanitären Katastrophen bei. Die Abwanderung aus dem ländlichen Raum und die Migration der Jungen sind keine Zwangsläufigkeit. Helfen auch Sie, die Samen zu säen, die ihnen ein menschenwürdiges Leben erlauben werden, so dass sie nicht wegziehen müssen.
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Nouvelle Planète fördert den Austausch zwischen Gemeinden, Gruppen, Berufsverbänden und Schulklassen aus der Schweiz und aus den Ländern des Südens. Die Organisation bietet Beratung, Bereitstellung von Fachkenntnissen, Vernetzung und Projektbetreuung in der Schweiz und/oder im Süden an.
Einsätze und Reisen für Jugendliche, Erwachsene, Senioren, bestehende Gruppen, Schulen, Familien oder Firmen: Teilen Sie das Leben mit der Bevölkerung der Länder des Südens, indem Sie sich an einem Entwicklungsprojekt beteiligen!
Im Süden unterstützt Nouvelle Planète effiziente und nachhaltige Kleinprojekte dynamischer lokaler Gruppierungen:
-    Afrika: Senegal, Burkina Faso, Kamerun, Uganda, Madagaskar, Guinea
-    Asien: Indien, Myanmar (Burma), Vietnam
-    Amerika: Peruanisches Amazonas-Gebiet, Haiti
•    Die Projekte umfassen hauptsächlich die folgenden vier Bereiche: Unterstützung von Kindern und Jugendlichen; Frauenförderung und ländliche Entwicklung; Umweltschutz; Unterstützung von Behinderten und kranken Menschen.
•    Die unterstützten Projekte haben folgende Eigenschaften: Sie zielen darauf ab, den grundlegenden Bedürfnissen der benachteiligten Bevölkerung in armen Regionen nachzukommen. Besondere Beachtung wird der Förderung von Frauen und ethnischen Minderheiten geschenkt. Zudem haben sie einen positiven Einfluss auf die Umwelt.
•    Die Projekte werden von lokalen Partnern, mit denen wir zusammenarbeiten, unterbreitet. Nouvelle Planète ist nicht an ihrer Stelle tätig. Ein Projekt gehört also im Endeffekt den Begünstigten.
Die lokale Bevölkerung beteiligt sich mit ihren eigenen Mitteln an der Durchführung des Projekts, sei es in Form von Finanzierung, Material und/oder Arbeitskraft.
•    Die Projekte sollen schnell unabhängig werden, so dass sich Nouvelle Planète leicht zurückziehen kann. Nouvelle Planète unterstützt keine Betriebskosten von Institutionen.                                     •

Quelle: www.nouvelle-planete.ch