Informations-Bioterrorismus – eine neue Form weltweiter Manipulation

Interview mit Dr. Alexander Kouzminov, Neuseeland

zf. Man nennt unser heutiges Zeitalter das Informationszeitalter, IT/Informationstechnologien sind Dauerthema und Selbstverständlichkeit im modernen Alltag, und falsche Informationen – Fake news – neuerdings grosses Thema in den Medien. Letztere sind natürlich keine Erfindung der Gegenwart, vielmehr sind sie bekannte Elemente von Machtpolitik und Kriegsführung. Propaganda und Lüge sind keine Neuheiten unter der Sonne, mit Internet und Computer haben sich allerdings Möglichkeiten, Ausmass und Tempo der Verbreitung massiv erhöht. Vor diesem Hintergrund stehen auch die Ausführungen des in Neuseeland lebenden Biowaffen-Experten Alexander Kouzminov zum Thema Informations-Bioterrorismus.

Zeit-Fragen: Herr Dr. Kouzminov, Sie sagten an anderer Stelle, dass ein Staat nur schon dadurch, dass man das Szenario einer Bedrohung durch einen gefährlichen infektiösen Erreger schafft, geschwächt oder getroffen werden kann, und nennen das drohende Pandemie. Könnten Sie dies kurz erklären?

Dr. Alexander Kouzminov: Seit Ende der neunziger Jahre/Anfang 2000 erschienen erschreckende Meldungen über gefährliche Viren, tödliche Infektionskrankheiten und Bedrohungen durch globale Pandemien.

Drohende Pandemien – «heisse» Nachrichten …

Die Schlüsselwörter oder Schlagzeilen, mit denen die Medien in den Fällen dieser Pandemien wie des schweren akuten respiratorischen Syndroms SARS (2002–2003), der Vogelgrippe A (H5 N1) (1997, 2006–2007), H1 N1 «Schweinegrippe» (2009) und einiger anderer operierten, waren: «Schweinegrippe wird das Land schwer treffen», «Virus könnte Millionen von Menschen töten», «plötzliche Verbreitung von Krankheiten», «Virus-Killer», «globale Epidemie», «globale Katastrophe», «katastrophale Konsequenzen» und ähnliches. Die «heissen» Nachrichten sahen wie Berichte aus den Kriegszonen aus, als stünde der Feind vor deiner Tür.
In den Massenmedien wurde besonders hervorgehoben, dass diese und zukünftige Epidemien «ungewöhnlicher» Krankheitsausbrüche eine enorme Gesundheits- und regionale (und sogar globale) Entwicklungsbedrohung seien, «eine grosse Bedrohung für das nationale Interesse und die Sicherheit» darstellten, dass «das Risiko nach wie vor signifikant sei» und dass «die Auswirkungen der nächsten Pandemie verheerend sein würden».
Solche Informationen zirkulierten in Massenmedien immer weiter trotz der Tatsache, dass es in bezug auf eine Übertragung von SARS oder Vogelgrippe von einer Person auf eine andere keinen durch einen Labortest bestätigten Fall gab. Solche Tests wurden nicht einmal in einem der Länder durchgeführt, in dem solche Fälle bestätigt werden konnten.

… und die Folgen

Dieser «Informations-Bioangriff» hatte negative Konsequenzen. Er verursachte Massenpanik, Angst in der Öffentlichkeit, hatte einen erheblichen Einfluss auf die Volkswirtschaften der Länder und Regionen der Welt und destabilisierte sie. Darüber hinaus schwächte er die Volkswirtschaften, indem er zu Verlusten führte (zum Beispiel Verluste im Handel, Fremdenverkehr und im internationalen Personenverkehr), destabilisierte staatliche und öffentliche Dienstleistungen.

Was ist Informations-Bioterrorismus?

Sie nannten diese Form der Massenmanipulation «Info-Bioterrorismus». Könnten Sie definieren, was Sie darunter verstehen. Haben Sie ein aktuelles Beispiel?

Ich würde «Informations-Bioterrorismus» als eine neue Art der globalen operativen Einflussnahme auf die Menschen definieren. Ich definiere es als Einflussnahme und Manipulation. Was ist das Ziel? Nun, es kann spezifische, vorhergeplante Auswirkungen geben. Man könnte es mit anderen Worten auch als «Informationsbiologische Erpressung» benennen.
«Informations-Bioterrorismus» gründet darauf, dass man Angst gegen die Menschen einsetzt. Die Angst vor der Ausbreitung sehr gefährlicher Krankheiten (Pandemien), zum Beispiel, wenn eine Pandemie von einem Virusausbruch bei Tieren stammt. Die Hauptkomponenten und Nacheffekte dieser neuen Form von Massenmanipulation einer «Bedrohung» sind folgende:

  • Zeitfaktor: Praktisch sofortige und weltweit verbreitete Panik durch elektronische Kommunikationsmittel.
  • Vulnerabilitätsfaktor: Hilflosigkeit vor der Bedrohung als Folge mangelhafter effektiver Abwehrmittel. Dies führt zu einer Panik unter der breiten Bevölkerung.
  • Unsicherheitsfaktor: Das Fehlen reeller Informationen über die Ursache der Bedrohung und die Verbreitung; diejenigen, die die Bedrohung auslösen, haben eine neue Möglichkeit der Massenmanipulation.
  • Faktor der fehlenden Kontrolle: Jeder, der «ausser Kontrolle» ist, weil er ein verdächtiges Subjekt ist, das vielleicht die Krankheit haben könnte, ist eine Bedrohung für jeden anderen.

Von Geheimdiensten organisiert als «aktive Operationen» durchgeführt

Informations-Bioterrorismus (oder «Informationsbiologische Erpressung») wird mit Hilfe von Methoden inszeniert, die von Geheimdiensten organisiert werden; und es wird als «aktive Operation» in den Zielländern durchgeführt. Eine solche aktive Operation kann über die folgenden Mittel bestimmt werden:

  • «Aktive Operation»: Das ist eine Tätigkeit eines Geheimdienstes (in der Regel eines ausländischen Geheimdienstes), die auf ein «Zielpublikum» (ein Objekt, das er beeinflussen möchte) ausgerichtet ist und auf Antrag einer «interessierten Partei» durchgeführt wird mit «Unterstützern» und «Hilfsmitteln», um die gewünschten «geplanten Auswirkungen» zu erreichen. Die «aktive Operation» wird mit Unterstützung von Agenten, unterstützenden Personen und interessierten Organisationen durchgeführt. Normalerweise führen Geheimdienste «aktive Operationen» unter Verwendung von «falschen Flaggen» durch – das heisst, sie verbergen ihre Hauptziele unter dem Deckmantel einer (politisch) neutralen Organisation oder verstecken ihre Ziele hinter irgendeinem künstlich geschaffenen Problem.

«Interessierte Kreise» und ihre Zielgruppen

Während der Zeit des Kalten Krieges waren «interessierte Kreise» normalerweise die Regierung oder ihre speziellen (Geheim-)Dienste, in der Regel fremde Geheimdienste. Heute könnte der «interessierte Kreis» ein grosses Konglomerat, die Pharmaindustrie, Banken, private und ­politische Gruppen, Lobbyisten und so weiter sein.
Ziel oder Zielgruppen einer «aktiven Operation» können Regierungen, hochrangige Militärbeamte, Geheimdienste des Feindes, politische Parteien, Banken, Unternehmen und so weiter sowie normale Bevölkerungsgruppen sein, wobei das Ziel darin besteht, irgendeine Art von Effekt und Wirkung hervorzurufen.

  • «Exekutor» (Ausführender): Das ist ein Geheimdienst, in der Regel ein ausländischer. Normalerweise führt der «Exekutor» «aktive Operationen» unter «falscher Flagge» aus, was bedeutet, dass er den wahren Vorgang vertuscht, indem er ihn mit einer falschen Geschichte oder Bedrohung verschleiert.
  • «Unterstützer»: Sie könnten Einfluss-Agenten und neutrale Dritte sein (letztere sind nicht vom Geheimdienst); diese können dem «Exekutor» helfen, die «aktive Operation» zu realisieren.

Massenmedien zur Umsetzung «aktiver Operationen»

  • «Hilfsmittel»: Einer der wichtigsten Wege, eine «aktive Operation» umzusetzen, geht über die Massenmedien. Der «Exekutor» nutzt sie, um die grösstmögliche Auswirkung auf das «Zielpublikum/Ziel der Beeinflussung» zu erreichen. Zum Beispiel, um eine Bedrohung aufzubauen, um Gerüchte und falsche Informationen zu verbreiten und so weiter. All dies dient wirklich der Desinformation, um die Aufmerksamkeit von der wahren Operation abzulenken, sie zu verdecken.
  • «Geplante Auswirkungen»: Informationen, die für ein bestimmtes Publikum ausgesendet werden, müssen «scharf» sein, das heisst, es ist wichtig, das beabsichtigte Objekt zu beeinflussen. Informationen werden zielgerichtet zusammengestellt, meist als Bedrohung oder als grosses Problem, als ob es ein echtes Problem wäre. Das Zielpublikum sollte nie daran zweifeln.

Wichtigste Stadien der «aktiven Operation»

Das zur Durchführung der «aktiven Operation» verwendete Vorgehen basiert auf einer durchdachten Strategie: zuerst das Problem und dann seine Lösung.
Die wichtigsten Stadien der «aktiven Operation», durch die «Informations-Bioterrorismus» geschaffen werden kann, sind folgende:

  • Phase 1: Der «Exekutor» (zum Beispiel Geheimdienst) verbreitet mit Hilfe von Unterstützern (zum Beispiel Agenten) und «Hilfsmitteln» (zum Beispiel  Massenmedien) falsche Informationen (in unserem Fall: drohende Pandemie) in der «Zielgruppe» (zum Beispiel Öffentlichkeit) unter Vorspiegelung, sie seien real.
  • Phase 2: «Exekutoren», «Unterstützer» und «Hilfsmittel» forcieren das Problem, so dass es ein heisses Thema wird (maximales Interesse muss geschaffen werden). Sobald das falsche Problem geschaffen ist, wächst es wie ein «Schneeball», rollt und rollt unabhängig, als ob es zu Recht besteht.
  • Phase 3: Das eigentliche Anliegen der Operation wird (heimlich) verwirklicht – finanzielle Gewinne sind bereits vorhanden, die Regierungsstabilität wird untergraben (zum Beispiel ökonomischer Verlust) und andere unglückliche Auswirkungen. Für das allgemeine Ziel (breite Bevölkerung) wird gesagt, dass das Problem gelöst wird und die Risiken eingedämmt werden. Dies geschieht mit Nebeninformationen (Artikel und so weiter). Allerdings bleibt das Problem «hängig», so dass der «Exekutor» es wieder verwenden kann. Es ist einfach, es wiederzubeleben.

Praktisch kann «Informations-Bioterrorismus» mittels folgender Mittel ausgeführt werden:

I – die Schaffung eines Problems

Zunächst muss es den lokalen Ausbruch einer saisonalen Grippe oder einer infektiösen Krankheit geben, welche der interessierte Kreis für seine eigenen Interessen nutzen kann. Das ist natürlich eine falsche Information. Es kann auch der Fall sein, dass es ein angenommenes «Leck» aus einem militärmedizinischen Labor oder einem «Bioverteidigungszentrum» des Militärs ist. Solch eine Situation kann durch den «Exekutor» (Geheimdienst) vorsätzlich geschaffen werden, um grösstes Interesse, Panik und Angst zu erzeugen.1

II – das Problem lawinenartig anwachsen lassen

Die Medien («Hilfsmittel», dazu gehören auch die «Unterstützer», zum Beispiel Einfluss-Agenten) beginnen damit, die Öffentlichkeit «anzuheizen». Die Titelseiten der Zeitungen, TV-Kanäle, Internet, soziale Medien – sie sind bereits da mit alarmierenden Titeln – «hochpathogenes Virus», «neue Infektionskrankheit», «neuer Grippeausbruch mit Gefahr einer Pandemie», «bereiten Sie sich auf Leichen vor, sagt der Grippeplan» – und steigern die Bedrohung und schrecken jeden auf! Die Massenmedien und interessierte Organisationen geben Warnzeichen/Botschaften heraus, wie «die Erkrankung durchbricht die Barriere von Mensch zu Mensch» und sie «sagen voraus», dass «die Krankheit bis zu Millionen Menschen weltweit infizieren» werde. Zum Beispiel «eine Supergrippe könnte bis zu 1,9 Millionen Amerikaner töten», so ein Auszug aus einem «Plan der Regierung zur Bekämpfung einer weltweiten Epidemie».2

III – das Problem wird zu einem brisanten Thema

Gesundheitsbehörden, leitende Beamte, Sachverständige und Einfluss-Agenten äussern Bedenken, dass ein Virus in eine neue Form mutieren wird, die sich von einem Menschen zum anderen ausbreiten kann, und dies könnte zu einer weltweiten Pandemie führen, und sie behaupten, dass eine Influenza-Pandemie wahrscheinlich eine hohe Morbiditäts- (Krankheits-) und Mortalitätsrate (Todesrate) hätte. Zum Beispiel «… die Zahl der Todesopfer von einer menschlichen Vogelgrippepandemie könnte von 5 bis 150 Millionen reichen».3 Oder «Es gilt keine Zeit zu verlieren. Das Virus [Vogelgrippe] könnte die nächste menschliche Grippe-Pandemie entfachen. Ich muss Ihnen nicht von den schrecklichen Konsequenzen erzählen, die dies allen Nationen und allen Völkern bringen könnte».4

IV – Verschärfung eines Problems und der Beginn der Gewinnung der geplanten Ergebnisse

Bald darauf könnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Influenza, einen öffentlichen Gesundheitsnotfall von internationalem Interesse ankündigen, und bald erreicht die Influenza-Pandemie Alarmstufe fünf auf einer sechsskaligen Warnskala, was bedeutet, dass eine Pandemie als unmittelbar bevorstehend betrachtet wird. Die Regierungen auf der ganzen Welt haben wenig Wahl, sie müssen auf die Deklarierung einer Pandemie durch die WHO antworten, indem sie Milliarden für Medikamente ausgeben und alle verfügbaren Ressourcen in die Bekämpfung der Krankheit stecken, sobald die WHO erklärt hat, dass die Pandemie begonnen hat. Dies löst eine Welle von «Panikkäufen von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten» durch Regierungen auf der ganzen Welt aus, in vielen Fällen mit weit mehr Geld als Hunderten von Millionen Dollar. Autorisierte und interessierte Organisationen empfehlen den nationalen Regierungen, spezifische antivirale und Grippe-Medikamente einzusetzen und teilen ihnen mit, dass ein «wirksamer Impfstoff» entwickelt und in Kürze gebrauchsfertig sein werde.

Geheimes WHO-Dringlichkeitskomitee

So beleuchtete das British Medical Journal (BMJ) die Existenz eines geheimen WHO-Dringlichkeitskomitees, das den WHO-Generaldirektor darin berät, wann er eine Pandemie deklarieren soll. Es wurde behauptet, dass «die WHO von einer Gruppe von Menschen beraten wurde, die tief mit der pharmazeutischen Industrie verbunden waren, und die einen grossen Gewinn dadurch erzielten, dass diese Epidemie zu einer Pandemie gemacht wurde».5 Das BMJ berichtete, dass die WHO im Februar 2009 (etwa einen Monat vor der Meldung der ersten Fälle des Ausbruchs der «Schweinegrippe» 2009) die Definition einer Pandemie geändert habe, indem sie das Kriterium entfernte, dass eine Pandemie zu einer «hohen Anzahl von Todes- und Krankheitsfällen» führen muss. Sie senkte damit die Mess­latte für die Ankündigung einer Pandemie.6

V – Ergebnisse erzielen

Was soll erreicht werden? Eine Schwächung der Volkswirtschaften und Verluste, Konkurse und Drohungen für gefährdete Unternehmen (zum Beispiel Handelsverlust, Einreiseverkehr, internationales Reisen und so weiter), Destabilisierung (oder sogar Lähmungen) der Regierungen und ihrer öffentlichen Dienstleistungen. Die Produktion von antiviralen Medikamenten und Impfstoffen schafft Hunderte von Millionen bis Milliarden Dollar. So kritisierte der Bericht des Europarates über den «Schweinegrippeausbruch 2009» die nationalen Regierungen, die EU und die WHO wegen einer «Verschwendung grosser Geldbeträge»7 und wegen einer Anfachung «ungerechtfertigter Befürchtungen und Ängste»8 und dies im Hinblick auf eine «Pandemie, die nie wirklich war»9, so der Verfasser des Berichts.
Diese neue Form der Massenmanipulation – «Informations-Bioterrorismus» als eine «Waffe der Massenmanipulation» – kann zum Instrument der grossen Politik werden, wenn die Drohung mit einer «Pandemie» in Zukunft vorsätzlich eingesetzt wird.

Unterschied zwischen Info-Bioterrorismus und Bioterrorismus

Wir denken, dass es wirkliche Bedrohungen gibt. Nicht alles ist Hysterie. Wie können wir Info-Bioterrorismus von Bioterrorismus unterscheiden?

Eine Unterscheidung von Informations-Bioterrorismus und Bioterrorismus ist nicht einfach, aber durchaus möglich. Sollte ein verdächtiger Krankheitsfall auftreten, so ist es in der Praxis schwierig, rasch zu bestimmen, ob er natürlich ausgelöst wurde oder durch einen Unfall, durch Sabotage, durch einen Biowaffeneinsatz oder durch Bioterrorismus. Konsequenterweise ist die Vorbereitung und die Antwort auf ein biologisches Ereignis identisch, ob es nun natürlich, zufällig oder vorsätzlich ist. Und es beinhaltet die Koordination von Organisationen aus verschiedenen Sektoren (inklusive der Geheimdienste), die gemeinsam die Fähigkeit besitzen, die Ursachen zu bestimmen und einer spezifischen Quelle zuzuordnen und auch den Organisatoren einer vorsätzlichen Aktion.
Aber es gibt gewisse Unterschiede. Ich werde die wahrscheinlicheren darstellen.

Bioterrorismus: Vorsätzlicher Gebrauch von Erregern, um tödliche Krankheiten zu erzeugen

Erstens haben wir es im Fall von Bioterrorismus mit vorsätzlichen Fällen zu tun. Es geht immer um den vorsätzlichen Gebrauch eines Erregers, der eine tödliche Erkrankung verursacht, um Menschen, Tiere oder Pflanzen zu schädigen oder zu töten. Biowaffen bestehen im allgemeinen aus zwei Teilen – einem Erreger, der vorsätzlich waffenfähig gemacht wurde, und einem Trägermechanismus.
Der vorsätzlich waffenfähig gemachte Erreger kann gezielt aus seinem Naturzustand weiterentwickelt werden, um ihn geeigneter für die Massenproduktion, Lagerung und Verbreitung als Waffe zu machen. In diesem Fall können Labortests den künstlichen Ursprung des verursachenden Erregers bestimmen. Biologische Waffenträgersysteme können in verschiedenen Formen vorkommen, als Raketen, Bomben oder Sprühanlagen in Flugzeugen, Booten oder Spezialanfertigungen für Tötungen oder Sabotageoperationen – es ist schwer, sie in diesem Interview aufzuzählen.

Bioterroristische Aktionen für strategische oder militärische Zwecke

Zweitens erfolgt die Anwendung bioterroristischer Aktionen in erster Linie für strategische oder militärische Zwecke, politische Ermordung, Sabotageakte, zur Störung lokaler Infrastrukturen, zum Beispiel die Kontamination von Wasser und Nahrungsmitteln, zur Infektion von Nutztieren oder landwirtschaftlichen Erzeugnissen, um wirtschaftliche Verluste zu erzeugen, zur Schaffung von Umweltkatastrophen und zur Einführung einer weit verbreiteten Krankheit, um Angst und Misstrauen in der Öffentlichkeit und mehrere andere negative Auswirkungen zu verursachen. In meinem Buch «Biological Espionage. Special Operations of the Soviet and Russian Foreign Intelligence Services in the West»10 und meinen Artikeln, die ich über die Jahre geschrieben habe, zeige ich ausführlich, wie Handlungen des Bioterrorismus vorbereitet und durchgeführt werden, und ich lege eine Reihe von Beispielen dar.
Drittens können bioterroristische Aktionen, trotz der Schwierigkeiten, ihnen entgegenzuwirken, effektiv eingedämmt werden mit einer Vielzahl von technischen Massnahmen der biologischen Kontrolle, der Überwachung und der Eindämmung, und sie sind mit Hilfe spezifischer Massnahmen von Geheimdiensten relativ einfach zu verhindern.
Viertens hat ein bioterroristischer Akt eine bestimmte geographische Region zum Ziel; das heisst, er hat eine lokalisierte Verbreitung und Wirkung; und seine Konsequenzen gehen in der Regel nicht über Staatsgrenzen hinaus.

Info-Bioterrorismus als Form der globalen Einflussnahme

Informations-Bioterrorismus hingegen – das ist eine Form der globalen Einflussnahme. Er kann sogar, was die Folgen und den Schaden angeht, den er verursachen kann, viel wirkungsvoller sein.
Erstens ist Informations-Bioterrorismus, verglichen mit einem bioterroristischen Akt, nicht geeignet für strategische oder militärische Anwendungen, politischen Mord und Sabotageakte – um die lokale Infrastruktur zu unterbrechen, die Gesundheit der lokalen Bevölkerung oder der Tiere zu schädigen oder die Umwelt in einem bestimmten Land zu stören.
Zweitens nutzen seine Organisatoren und interessierte Organisationen die potentielle Bedrohung durch eine Pandemie, um bestimmte Ergebnisse zu erreichen – ich habe weiter oben Beispiele dafür angeführt.

Verbreitung durch Massenmedien

Drittens ist im Falle des Info-Bioterrorismus eine solche «Bedrohung» nicht versteckt wie im Falle eines bioterroristischen Angriffs, sondern sie wird im Gegenteil in den Massenmedien weit verbreitet. Je weiter die Verbreitung in den Massenmedien, um so besser ist es für die Organisatoren des «Informations-Bioterrorismus». Hingegen werden die Organisatoren des Bioterrorismus nie etwas über ihre Pläne erzählen.

Weltweites wirtschaftliches Desaster durch Info-Bioterrorismus

Viertens sind die wirtschaftlichen Verluste durch Informations-Bioterrorismus viel höher als bei bioterroristischen Aktionen. Im Fall von Bioterrorismus reicht der Verlust für ein bestimmtes Land in Geldwerten von ein paar hundert Millionen bis zu einigen Milliarden Dollar, wenn man den Verlust für die Wirtschaft, den Aufwand für die betroffene Infrastruktur, den Verlust der Exporte, die Kosten für die Gesundheitsdienste und so weiter berücksichtigt. Im Falle des Informations-Bioterrorismus hingegen sind die Kosten ganz anders – zehn bis hunderte von Milliarden Dollar. Zum Beispiel wurden die wirtschaftlichen Verluste durch den SARS-Ausbruch 2002–2003 durch die Weltbank auf mehr als 15 Milliarden Dollar alleine für die Region Asien eingeschätzt.11,12 Die Kosten für SARS für die globale Wirtschaft wurden auf mehr als 30 Milliarden Dollar geschätzt.13,14 Die wirtschaftlichen Verluste durch die «Vogelgrippe»-Pandemie 2006–2007 wurden bis zu zwanzig mal höher als die von SARS beurteilt, es wurde eingeschätzt, dass sie die asiatische Wirtschaft bis zu 283 Milliarden Dollar kosten könnte.15,16 Das zu erwartende weltweite wirtschaftliche Disaster würde mehr als 800 Milliarden Dollar betragen, falls eine menschliche Pandemie ein Jahr daueren würde.17 Dieselbe Summe wurde von den USA im Irak ausgegeben.18

An der weltweiten Katastrophe verdienen

Fünftens verdienen die Organisatoren von Bioterrorismus kein Geld. Dies wegen ihres Ziels – es geht als erstes darum, Regierungsinfrastruktur, die Gesundheit der Menschen, der Nutztiere und der Umwelt zu ruinieren und zu schädigen. Die Organisatoren von Informations-Bioterrorismus verlangen danach, Geldwerte zu gewinnen. Ihr Ziel ist es, an der Furcht vor einer weltweiten Katastrophe zu verdienen – das ist eine der Haupteigenheiten des Info-Bioterrorismus. Seine Organisatoren verdienen sehr viel Geld, zehn Milliarden Dollar zum Beispiel durch die Herstellung und den Verkauf von antiviralen Medikamenten, Impfstoffen oder anderen Schutzmassnahmen; das ist berechtigt, wenn man den Menschen erzählt, dass es (schon wieder) einen erschreckenden Virus gibt, den sie nicht stoppen können.

Wer verdient?

Die Vorstellung einer Pandemie und der Handel werden aktiv vorangetrieben und entwickeln sich mit einer überraschenden Lang­lebigkeit in den Massenmedien oder sogar in Webseiten von Regierungen immer weiter – zum Beispiel auf US-Webseiten wie pandemicflu.gov oder avianflu.gov. Die US-Regierung steckt zum Beispiel Milliarden von Dollar in die Unterstützung der Idee, dass es zu einer weltweiten Pandemie kommen könnte, und steckt Hunderte von Millionen von Dollar in die Herstellung von Impfstoffen gegen den «Massen»-Horror. Novartis Vaccines & Diagnostics wurde zum Beispiel ein 487 Millionen Dollar-Vertrag durch das US-Gesundheitsministerium zugesprochen, ein Joint venture mit total fast 1 Milliarde Dollar an US-Investitionen, um 50 Millionen Dosen eines trivalenten saisonalen Grippeimpfstoffs herzustellen und bis zu 150 Millionen Dosen eines monovalenten Impfstoffes in Vorbereitung einer potentiellen Pandemie.19 Als Folge der H1 N1-«Schweinegrippepandemie» 2009–2010 initiierte die US-Regierung zum Beispiel das teuerste nationale Impfprogramm in der amerikanischen Geschichte und erwarb mindestens 160 Millionen Dosen Impfstoff gegen Schweinegrippe, was 18 Milliarden Dollar kostete.20 Nach der WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan könnten Impfstoffhersteller pro Jahr in einem Bestfall-Szenario fast 5 Milliarden Impfungen gegen eine pandemische Grippe produzieren.21 Die Hauptimpfstoffhersteller (zum Beispiel GlaxoSmithKline) könnten bis zu 50 Milliarden Dollar im Jahr durch diese Impfempfehlungen verdienen.22 Im Falle einer anderen «Pandemie» – der H5N1-«Vogelgrippe» von 2006–2007 – machten UN-Vertreter (zum Beispiel Dr. David Nabarro, der UN-Koordinator für Vogelgrippe und Influenza des Menschen) geltend, dass etwa 1,5 Milliarden Dollar benötigt würden, «als Beginn, um mit der Vogelgrippe fertig zu werden und sich auf andere mögliche Pandemien vorzubereiten.»23

Neue infektiöse Erreger kommen und gehen – Ungereimtheiten bei der Schweinegrippe …

Sehr oft kommt es vor, dass plötzlich ein neuer infektiöser Erreger in den Medien erscheint. Plötzlich verschwindet dieser dann wieder «ins Nichts». So ist es mit SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Ebola und Zika passiert. Manchmal fragt man sich: «Ist das vielleicht von Menschenhand, oder kommt es wirklich aus der Natur?» Was denken Sie dazu auf Grund Ihrer berufllichen Erfahrung?

Schauen wir uns zum Beispiel solche Begebenheiten wie die Ausbrüche von H1 N1-«Schweinegrippe» in den USA 2009 an. Mitte April 2009 hat die US-Regierung über 47 bestätigte Fälle und 9 Verdachtsfälle von menschlichen Fällen von Schweinegrippe berichtet. Offiziell wurde dann behauptet, dass der Ursprung der Infektion Schweinefarmen in Mexiko gewesen seien. Wie dem auch sei, nach den Angaben der US-Gesundheitsbehörde (Centres of Disease Control and Prevention, CDC) standen die meisten dieser Fälle nicht in Verbindung zu Mexiko, weder betreffend der Schweine, noch betreffend der infizierten Personen. Man hat dann herausgefunden, dass nur 3 der 47 infizierten Personen in Mexiko gewesen waren und dass 40 Personen nie Kontakt zu den Infizierten hatten. Betreffend der zwei mit «Schweinegrippe» infizierten Kinder in Kalifornien berichtete das CDC: «Keines der Kinder hatte Kontakt zu Schweinen, der Ursprung der Infektion ist unbekannt.»24 Zuvor (15. Januar 2009) hatte das US-Gesundheitsministerium (Department of Health and Human Services) einen Vertrag mit Novartis im Wert von 487 Milllionen Dollar für Impfstoffe und Diagnostik mit dem Ziel, einen Impfstoff gegen Vogelgrippe zu entwickeln, unterzeichnet. Und eine weitere Firma, Novavax (ansässig in Rockville, Maryland), produziert experimentelle rekombinante [das heisst biotechnologisch künstlich hergestellte, Anm. d. Übers.] Virus-ähnliche Impfstoffe, hierzu gehört der H1 N1-Schweinegrippeimpfstoff, der 2009 für einen klinischen Versuch im Gebiet der USA in Umlauf gebracht wurde.25

… Fragen und mögliche Erklärungen

Da kommt schon die Frage auf: «Könnte es sein, dass die «Schweinegrippe» entstehen konnte, weil verschiedene Impfstoffe versehentlich vertauscht wurden?» Die einzige Erklärung hierfür wäre, dass der mit der «Schweinegrippe»-DNA-kontaminierte Impfstoff in den USA zur Benutzung bei klinischen Versuchen in Umlauf gebracht wurde. Wahrscheinlicher ist es, dass der künstlich hergestellte rekombinante Impfstoff bereits mit dem H1 N1-Virus, welches dem «Schweinegrippe-Virus» ähnelte, kontaminiert war. So betrachtet wäre es durchaus plausibel anzunehmen, dass das neue künstliche H1 N1-Virus «aus Versehen» in eine Impfstoffcharge gegen saisonale Grippe hineingerutscht ist.
Die andere mögliche Erklärung wäre, dass die Labortests nicht gründlich waren. Da gab es eine Verwechslung. Vielleicht wurde ein H1 N1-Virusstamm, der zur Impfung gegen saisonale Grippe geeignet wäre, mit dem 2009-H1 N1-«Schweinegrippe»-Virusstamm vertauscht. Vielleicht war die US-Regierung in diesem Falle zu übereilt, eine «gefährliche Bedrohung» auszusprechen, aber es ist Fakt – egal ob mit Absicht oder aus Versehen –, sie verkündeten eine Epidemie und begannen damit einen Handel. Es könnte vielleicht auch sein, dass dieser «künstliche Ausbruch» wichtig war, um einen Wirkmechanismus für eine «aktive Operation» zu erzeugen, um mögliche zukünftige Akte von «Informations-Bioterrorismus» zu testen?

Beispiel SARS 2002–2003

Ein weiteres Beispiel – der SARS-Krankheitsausbruch 2002–2003. Wie bei früheren «globalen Epidemien» kam es zu zahlreichen «Horrorgeschichten» in den Massenmedien, als wenn es sich um Berichterstattung aus Kriegsgebieten handeln würde.
Die Massenmedien, hochrangige Regierungsbeamte und internationale Organisationen gingen rasch dazu über, die Gesellschaft darüber zu informieren, dass eine weltweite Pandemie komme, die Hunderte von Millionen Tote mit sich brächte.
Es gab jedoch keine laborbestätigten Fälle von Mutanten eines verursachenden Virus’, das von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte, oder einer Mutation, die zu einer weltweiten Pandemie führen könnte.

Die WHO und CDC – Widersprüche bei der Todesrate

Trotzdem sagte die WHO, dass die totale Zahl von Personen, die weltweit betroffen seien, bei 8422 läge und dass von diesen 916 Personen gestorben seien, was einer Sterberate von 10 % entspräche.26 Die WHO-Information widerspricht der Information des CDC in deren SARS-Report: «Seit 2003 gab es keine bekannten Fälle von SARS, über die irgendwo auf der Welt berichtet wurde.»27

Wurde das SARS-Virus künstlich geschaffen …

Ich schliesse die Möglichkeit nicht aus, dass das SARS-Virus in irgendeinem militärischen Labor als biologische Waffe kreiert worden sein könnte und dass es dann aus Versehen oder mit Absicht aus einem Hochsicherheits- und/oder Bioabwehrlabor in Asien freigesetzt wurde. Der Fakt, dass SARS künstlich kreiert worden sein könnte, wurde auch von bekannten Wissenschaftlern und Ärzten geäussert.28,29 Schauen wir uns ein paar Fakten an, die diese Annahme untermauern können. Das SARS-Virus ist nicht unmittelbar verwandt mit den drei bekannten Klassen von Coronaviren.30 Nur ein Computermodell, welches ein «dies könnte ein Virus sein» ergab, wurde an die Wissenschaftler herausgegeben. Es existiert nicht eine einzige fotographische Abbildung dieses Virus’ aus einem Labor; einzig publiziert ist die Sequenz eines mutierten ganz gewöhnlichen Coronavirus’, welches saisonale Grippe verursacht.31

… und irrtümlich freigesetzt?

Die genetische Zusammensetzung dieses neuen Virus’ ist eine Kombination aus zwei gut bekannten Viren, von denen eine nicht menschengemachte (künstliche) Kombination innerhalb natürlicher Umgebung nicht möglich ist. So etwas kann nur in einem Labor hergestellt werden. Es wäre sehr gut möglich, dass SARS irrtümlich von einem biomedizinischen Militärlabor freigesetzt wurde.32 Eine genauere Analyse der Proben, die vom CDC mit einer sehr aussagekräftigen molekularen Technologie erfolgte, der sogenannten Polymerase Chain Reaction (PCR), zeigte, dass das neue Virus mit keinem bisher bekannten Virus, unabhängig davon, ob bei Mensch, Maus, Rind, Katze, Schwein oder Vogel, verwandt ist.33

Weitere merkwürdige Umstände

Es gab noch weitere merkwürdige nicht erklärbare Umstände.
«Wissenschaftler verstehen immer noch nicht genau, woher oder wie SARS sich vor 18 Monaten entwickelt hat», berichtete die «Washington Post».34 Einige Wissenschaftler im Westen kamen zum Schluss, SARS als «systematische und deftige Angstmacherei» zu enttarnen.
Ich würde ausserdem gerne anfügen, dass auch die zunächst augenscheinlich unschuldigen konventionellen wissenschaftlichen Experimente mit ungefährlichen Mikroorganismen in die Bildung von pathogenen Erregern oder die bewusste Erzeugung von sehr tödlichen Krankheitserregern einmünden kann.
Zum Beispiel haben Wissenschaftler 2001 in Australien versehentlich ein tödliches Virus erzeugt, das, anstatt Mäuse steril zu machen, was das Ziel gewesen wäre, alle seine Opfer tötete und das als Folge einer genetischen Manipulation eines zuvor ungefährlichen Virus’.35 Das Virus, ein modifiziertes Mäusepockenvirus, welches Menschen nicht infizieren kann, hat die Befürchtung erhöht, dass diese Technologie für die Entwicklung von Bio-Kampfstoffen verwendet werden könnte.36 Das Virus, welches die Polio­myelitis (Kinderlähmung) erzeugt, wurde in einem konventionellen US-Labor neu geschaffen, mit nichts weniger als bloss der Information aus einer öffentlich zugänglichen Datenbank über dessen genetische Sequenz und der heute bereits vorhandenen Technologien.37,38 Ein anderes Beispiel: Ein von der US-Regierung finanzierter Wissenschaftler hat absichtlich ein extrem tödliches Mäusepockenvirus, ein mit dem Pockenvirus verwandtes Virus, durch gentechnische Methoden kreiert.39

Mysteriöse Ausbrüche von künstlich erzeugten tödlichen Erregern

Seit der Unterzeichnung des Übereinkommens über biologische Waffen und Toxinwaffen 1972 hat es noch weitere Vorkommnisse gegeben:

  • Den Anthrax-Ausbruch in der Stadt Swerdlowsk in der Sowjetunion 1979, verursacht durch die versehentliche Freisetzung von tödlichen waffenfähig gemachten Anthraxsporen durch das Belüftungssystem des Geheimlabors zur Biowaffenproduktion in Swerdlowsk.
  • Das Pockenvirus entwich 1978 aus einem Labor der Universität Birmingham in England.
  • Ein mysteriöser Ausbruch fand in der Ortschaft Obliwskaya in der Gegend von Wolgograd-Rostow in Russland Juli/August 1999 statt – dort waren etwa 700 Personen (von denen 36 starben) betroffen. Man vermutetet, dass es dort eine versehentliche Freisetzung eines künstlich hergestellten Virus’ gegeben hat, der in einem Labor entwickelt worden war.40,41
  • Zwischen 1994 und 2004 hat es entsprechend den Informationen durch den Rat für verantwortungsvolle Genetik, Cambridge, Massachusetts, USA, einer Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation, 14 Verstösse gegen Biosicherheitsbestimmungen mit gefährlichen Krankheitserregern gegeben.42 Zu den Erregern zählten AIDS, Ebola­virus, West Nile Virus, Pest, Anthrax und Tularämie.
  • Drei Labormitarbeiter der Universität Boston, USA, die in einem Labor mit dem Biosicherheitslevel 4 (BSL 4), also einem Labor mit der höchsten Sicherheitsstufe arbeiteten, infizierten sich zwischen Mai und September 2004.43
  • Auch ich konnte noch drei durch Labors verursachte SARS-Ausbrüche in Singapur (September 2003), Taiwan (Dezember 2003) und Festlandchina (März 2004) zählen.

Diese Liste könnte verlängert werden. Glücklicherweise haben diese künstlich erzeugten tödlichen Erreger keine Krankheitsausbrüche nach sich gezogen (ausgenommen der Fälle in Swerdlowsk and Obliwskaya). Aber wieviele ähnliche tödliche Pathogene könnten aus Versehen und/oder mit Absicht in Zukunft in konventionellen oder Biowaffenlabors hergestellt werden?
Das zieht auch die beunruhigende Möglichkeit nach sich, dass ähnliche Herangehensweisen von einem qualifizierten Forscher benutzt werden könnten, um entweder gefährliche Erreger zu produzieren oder Infektionskrankheiten wiederzubeleben, selbst wenn er keinen direkten Zugang zu geschützten Virusstämmen hat.

Propaganda wirkt vor allem bei Menschen, die nicht gut informiert sind

Viele Leute meinen, dass sie sehr gut über alles und jedes informiert seien, und bezeichnen solche Hintergrundinformationen als Verschwörungstheorie. Wie kann man damit umgehen und ihnen aufzeigen, dass sie sich irren könnten?

Propaganda ist die wichtigste Waffe, um Menschen zu beeinflussen, besonders wenn sie nicht gut informiert sind. Ein gewöhnlicher Mensch hat, wie es scheint, eher «oberflächliches» Wissen darüber, wie real diese Gefahren sind, und ist daran gewöhnt, sich auf die Meinungen der Massenmedien zu verlassen.

Was früher als Verschwörungstheorie bezeichnet wurde, ist heute Fakt

Was früher als Verschwörungstheorie bezeichnet wurde, ist heute Fakt.
Zum Beispiel die Theorie von Giordano Bruno, dass die Erde rund und nicht flach ist, und Galileo Galileis Theorie, dass die Erde sich um sich selbst und um die Sonne dreht und nicht anders herum. Bruno wurde für seine «teuflische Theorie» auf dem Scheiterhaufen verbrannt, und Galilei wurde gezwungen, seine Theorie in der Öffentlichkeit zu widerrufen. Es ist wichtig, eine andere Meinung zu hören, egal wie merkwürdig oder paradox sie zunächst erscheint, über das Problem zu reden und nach der Wahrheit zu suchen. Es ist wichtig, Wissenschaftler zum Diskutieren zu bringen – sie sind diejenigen, die weniger stark von der öffentlichen Meinung beeinflusst sind, da die Aufgabe der Akademien ja die Suche nach der Wahrheit ist. Es ist wichtig, Philosophen, Philantropen und Leute, die an Bildung interessiert sind, zusammenzubringen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und nicht Propaganda zu verwenden, wie man sein Essen zubereiten soll und wie man auf der Schatzinsel überlebt.

Gute Bildung und Erziehung – bester Schutz vor Propaganda und Manipulation

Alles beginnt in der Schule und in der Kinderstube. Eine östliche Weisheit lautet: «Die Kinder von heute sind die Generation von morgen.» Man muss Menschen so erziehen, dass sie zu Machern werden, nicht zu Konsumenten.
In unserem heutigen Bildungssystem bekommen die Kinder Tests, bei denen sie eine Ja- oder eine Nein-Antwort geben sollen. Man unterrichtet sie nicht darin, wie man zu einem Macher werden kann und so zu denken, dass sie komplexe Probleme lösen können; sie machen keine schriftlichen Übungen mehr, sie erhalten keine Aufsätze über philosophische Fragestellungen. Wir sind daran gewöhnt, den Knopf von Yahoo oder Google zu drücken, und schon ist die Antwort da! Das bedeutet eine grosse Abhängigkeit, als wenn wir drogensüchtig wären. Das ist die Art, wie Leute grossgezogen werden, ohne eigene Meinung, weil die Meinungen nach den Massgaben der Massenmedien geformt werden.

Beeinflussung durch Internet und soziale Medien

Könnte es sein, dass das damit zu tun hat, dass man die Leute schlechter ausnützen könnte, wenn sie klüger würden? Das kann wiederum als Verschwörungstheorie hingestellt werden. Aber sehen wir denn nicht, dass die Bildungsprogamme in verschiedenen Ländern schlechter geworden, unterdrückt und geschwächt worden sind? Der moderne Informationsraum ist ein bequemer Weg für die rasche Ausbreitung von Verschwörungstheorien. Aber das ist nur das halbe Problem. Internet und soziale Netzwerke sind sehr mächtig darin, Personen zu beeinflussen. Diese Möglichkeiten sollten für gute Zwek-ke genutzt werden. Ansonsten werden sich in der öffentlichen Meinung falsche Überzeugungen breitmachen, die die Leute von der Realität wegführen. Ein weiterer problematischer Aspekt ist, dass Leute durch einige «falsche Ideen» von der Ursache eines Problems abgelenkt und durch eine künstliche erfundene Geschichte beeinflusst werden. Dies kann durch eine effektive Operation erfolgen – durch das «Overton-Fenster»,44 auch bekannt als Diskursfenster, was nichts anderes ist als das Spektrum von Ideen, die von der Öffentlichkeit akzeptiert werden. Es wird von Medienexperten verwendet.
Während der letzten 20 Jahre ist die Welt virtuell geworden, also voller Information. Lasst uns nicht so naiv sein und unsere Augen vor der Tatsache verschliessen, dass die Welt sich in einem Zustand permanenter Beeinflussung durch Information befindet. Vielleicht gibt es sogar so etwas wie einen Informationskrieg, da die Beeinflussung von Personen durch Information eine machtvolle Waffe für Massenmanipulation ist. Das erste Opfer durch solchen Einluss ist – die Wahrheit.

Nur gebildete Menschen können zwischen Verschwörung und Wahrheit unterscheiden

Heute werden verschiedene neue Technologien verwendet, um das Massenbewusstsein zu manipulieren, die es bis vor kurzem so noch nicht gab. Durch diese, die für die totale Desorientierung eingesetzt werden, merken die Leute noch nicht einmal, was auf der Welt passiert. Bei allen handelt es sich um lang andauernde Operationen durch Geheimdienste, die daran beteiligt sind, die nächste Generation mitzuerziehen. Nur eine gebildete Person ist in der Lage, zwischen einer Verschwörung im eigentlichen Sinn und der Wahrheit zu unterscheiden. Lügen werden zu Waffen. Deshalb müssen wir Menschen mit einem Bewusstsein erziehen, wach bei der Betrachtung der täglichen Geschehnisse auf der Welt; eine Sichtweise mit dem Wunsch zu handeln. In der heutigen Welt können wir nicht einfach herumsitzen und nichts tun. Es ist nicht gut, daneben zu stehen und einfach nur ein Zuschauer zu bleiben. Verschwörungstheorien können zu einer realen Gefahr werden, wenn ihr Zweck ist, die Leute absichtlich gehirnzuwaschen. Wir müssen wissen, wofür wir kämpfen – das wird uns ermöglichen, uns selbst und die betroffenen Völker zu schützen und unsere Humanität zu bewahren.

Wirklicher und ehrlicher Informationsaustausch bieten echten Schutz

Wie kann eine Person sich falschen Informationen entziehen, und wie ist es möglich, den Leuten klar zu machen, dass sie fehlgeleitet werden? Ich denke, eine Hauptrolle können solche Konferenzen und Foren spielen wie «Mut zur Ethik».
Wirklicher und ehrlicher direkter Informationsaustausch ist sehr wichtig. Das letztere kann erreicht werden durch ehrliche und objektive Methoden der Masseninformation, zum Beispiel durch Zeitschriften wie Zeit-Fragen oder Current Concerns. Vielleicht sollten wir auch darüber nachdenken, eine elektronische Webseite einzurichten, wo analytische Übersichten und aktuelle Geschehnisse publiziert und in andere Sprachen übersetzt werden könnten.

Vielen Dank, Dr. Kouzminov, für das Gespräch.    •

1    Swine flu pandemic «caused by accidental leak from laboratory». Daily Mail, 30.6.2009
2    USA Today, 10.8.2005
3    United Nations. Meeting Coverage and Press Releases. Press conference by UN System senior Coordinator for Avian human influenza David Nabarro, 29.9.2005
4    UN-Generalsekretär Kofi Annan in einer Mitteilung an die internationale Konferenz, Beijing, 2006 (mehr als 100 Länder nahmen teil). – Record $1.9 billion pledged to fight bird flu. Beijing. Thursday’s Globe and Mail, 19.1.2006
5    Influenza: marketing vaccine by marketing disease. BMJ 2013:346:f3037; www.bmj.com/content/346/bmj.f3037 (veröffentlicht 16.5.2013)
6    WHO and the pandemic flu «conspiracies». BMJ 2010;340:c2912; www.bmj.com/content/340/bmj.c2912 (veröffentlicht 4.6.2010)
7    Europe to investigate the UN over «Pandemic» scam. Canada Free Press, 2.1.2010
8    EU ponders swine flu vaccine ponders. EU Observer, 10.2.2010    
9    «Pharmaceutical companies banked more than $7 billion as governments stockpiled drugs.» Swine flu experts’ ties to big farma. The Guardian, 4.6.2010
10    Kouzminov, A. Biological Espionage: Special Operations of the Soviet and Russian Foreign Intelligence Services in the West. Greenhill Books; First Edition, 2005, S. 192 ff.
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14    Daniel, Ben-Ami. The cost of SARS. What a health panic can do to the global economy, 7.5.2003
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25    Report to the President on Reengineering the Influenza Vaccine Production Enterprise to Meet the Challenges of Pandemic Influenza. Executive Office of the President. President’s Council of Advisors on Science and Technology. August 2010; www.whitehouse.gov/sites/default/files/microsites/ostp/PCAST-Influenza-Vaccinology-Report.pdf
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28    Batalin, Alexandre. Atypical pneumonia virus has been created artificially, RIA Novosti News Agency, April 10, 2003, news.softpedia.com/news/2/2003/April/3043.shtml
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31    For example, CDC, SARS-associated coronavirus (SARS-CoV) sequencing; www.cdc.gov/sars/lab/sequence.html
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33    Avian Influenza A (H5N1) Infection I Humans. New England Journal of Medicine, (2003), 348(20):1967–76
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39    MacKenzie, D. US develops lethal new virus. New Scientist, November 2003, vol.1, pp. 6–7
40    Kouzminov, A. «False Flag, Ethic Bombs and Day X» in interview for California Literary Review, USA, 25 April 2005; calitreview.com/Interviews/int_kouzminov_8013.htm
41    Kouzminov, A. Biological Agent. NBC International, Summer, July 2005: 54–58
42    No Biosecurity without Biosafety. ISIS Press Release 16/03/05. www.i-sis.org.uk/BiosecurityBiosafety.php
43    No Biosecurity without Biosafety. ISIS Press Release 16/03/05 (http://www.i-sis.org.uk/BiosecurityBiosafety.php)
44    Das «Overton-Fenster» stammt von Joseph P. Overton (1960–2003), dem ehemaligen Vizepräsidenten der Denkfabrik Mackinac Center for Public Policy, und bezeichnet den Bereich der Ideen, der von der Öffentlichkeit akzeptiert wird. Gemäss dieser Theorie hängt die politische Machbarkeit einer Idee in erster Linie davon ab, ob sie in diesem Fenster liegt, und weniger von den individuellen Präferenzen der Politiker. Zu jedem Zeitpunkt enthält das «Fenster» eine ganze Reihe von Stand­punkten, die im aktuellen Klima der öffentlichen Meinung als politisch akzeptabel gelten, die ein Politiker einnehmen kann, ohne dabei als zu extrem zu gelten, um ein öffentliches Amt zu gewinnen oder zu halten (mehr dazu s. WikiMANNia).

(Übersetzung Zeit-Fragen)

Dr. Alexander Kouzminov

Dr. Alexander Kouzminov ist ein hochqualifizierter und erfahrener Biosicherheitsexperte.
Er hat eine umfassende Erfolgs- und Erfahrungsgeschichte in seiner Arbeit bei der neuseeländischen Zentralregierung und im privaten Sektor als leitender Berater, Chefanalyst, Direktor und Vorstandsvorsitzender. Alexander Kouzminov hat bei zahlreichen Beiträgen zur Umwelt- und Biosicherheitspolitik mitgewirkt, sowohl in Neuseeland als auch international, zum Beispiel bei Strategieforen, unter anderem der Unesco. Er hat zahlreiche Auszeichnungen von der neuseeländischen Zentralregierung und internationale Anerkennungen für seine Arbeit in der Strategieentwicklung erhalten.
Dr. Kouzminov ist auch ein ehemaliger Geheimdienstagent des Sowjet-Russischen Auslandsnachrichtendienstes (SVR) (1980 bis 1990) und befasste sich mit Geheimdienstoperationen hinsichtlich von Aktivitäten im Zusammenhang mit biologischen Waffen in Zielstaaten.
Er ist Autor von «Biological Espionage. Special Operations of the Soviet and Russian Foreign Intelligence Services in the West» («Biologische Spionage. Sonder-einsätze der sowjetischen und russischen Auslandsgeheimdienste im Westen»), 2005, Greenhill Books. Er hat über 50 Arbeiten über biologische Sicherheit veröffentlicht, zum Beispiel zu Bioterrorismus, Biowaffen, Risikokontrolle und -management, Politikansätze.