Thurgauer Volk stimmt über Lehrplan 21 ab

Medienmitteilung

Die Initiative «Ja zu einer guten Thurgauer Volksschule ohne Lehrplan 21» ist mit fast 5000 Unterschriften zustande gekommen – nur 4000 wären nötig gewesen. Am Dienstag, 3. November 2015, überreichten Vertreter des Initiativkomitees dem Staatsschreiber die Unterschriften stilgerecht im «Schüelerthek».

Das will die Initiative für eine gute Thurgauer Volksschule

Sie will, dass der Kantonsrat und wenn nötig das Volk über die Ziele und den Inhalt des Lehrplans der Volksschule bestimmen können und nicht nur die Regierung im Alleingang. Ausserdem sollen Jahrgangsziele festgelegt werden, damit Lehrer, Eltern und Schüler wieder wissen, was die Schüler am Ende eines Schuljahres können sollen. Im Lehrplan 21 werden Lernziele nur für die Gesamtheit der drei Zyklen (Stufen) der Volksschule festgelegt, ohne verbindliche Fixierung auf die entsprechenden Schuljahre. Eine wirkliche Harmonisierung über die Kantone hinweg ist also mit dem Lehrplan 21 gar nicht möglich. Schliesslich fordert die Initiative, dass alle Schüler wieder richtig lesen, schreiben und rechnen lernen sollen und Wert auf eine positive Arbeitshaltung gelegt wird.

Die Thurgauer Stimmbürger haben gerne unterschrieben

Bei der Übergabe berichteten die Initianten, dass viele Menschen gern unterschrieben haben, als sie hörten, worum es im Lehrplan 21 geht. Viele bedankten sich, dass das Komitee die Initiative ergriffen hat, diesen unsinnigen Lehrplan der Volksabstimmung zu unterbreiten.
Eltern und Grosseltern hörten zum ersten Mal, eben durch die Unterschriftensammler, dass die Schüler nach dem Lehrplan 21 hauptsächlich «selbstgesteuert» und «individualisiert», das heisst auf sich selbst gestellt, lernen sollen. Das gemeinsame Lernen in der Klassengemeinschaft fällt weg, weil der Lehrer lediglich das Material bereitstellt und jeder Schüler sich im wesentlichen den Stoff selber erarbeiten muss. Jeder Schüler arbeitet folglich an einer anderen Aufgabe. Bei den Eltern stiessen unsere Unterschriftensammler auf offene Ohren, als sie hörten, dass deshalb Eltern bereits heute oft jeden Nachmittag stundenlang mit ihren Kindern zusammensitzen, um den Schulstoff aufzuarbeiten, weil er bereits heute in der Schule nicht mehr richtig erklärt wird, anstatt dass die Schüler bereits Gelerntes zu Hause nochmals üben.

Lehrer wollen Pädagogen sein, keine Lernbegleiter

Zahlreiche Lehrer aller Altersstufen unterstützten das Anliegen der Initiative mit ihrer Unterschrift. Einige waren von vorgesetzten Stellen unter Druck gesetzt worden, wenn sie sich gegen die unsinnigen Schulreformen und den Lehrplan 21 kritisch äussern. Mit der Einreichung der Initiative für eine gute Thurgauer Volksschule ist nun der Boden für die demokratische Diskussion gelegt. Alle Bürger haben das Recht – auch Lehrer und Mitglieder von Schulbehörden – sich offen und kritisch in die Meinungsbildung vor der Abstimmung einzubringen.
Beim Unterschriftensammeln zeigte sich klar, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, besonders auch Eltern, seit einiger Zeit einen allgemeinen Bildungsabbau in unseren Volksschulen feststellen. Er würde mit dem Lehrplan 21 zementiert. So haben auch viele Lehrmeister die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche oft nicht mehr in der Lage sind, die Anforderungen des Berufslebens zu erfüllen, und dies vor allem, weil sie die dazu nötigen Grundlagen nicht mehr sicher beherrschen. Dies, so fürchten die Ausbildner, wird sich mit dem Lehrplan 21 verstärken. Deshalb hoffen sie auf einen Stopp der steten Reformen.
Das Initiativkomitee zählt auf eine offene, ehrliche, sachliche und demokratische Diskussion mit der ganzen Bevölkerung des Kantons.

Frauenfeld, 3. November 2015
IG für eine gute Thurgauer Volksschule
Felix Huwiler (Mediensprecher)