Mangelnde Studierfähigkeit der Maturanden – das Übel an der Wurzel packen!

sl. Die Schweizer Hochschulen und die EDK (Erziehungsdirektorenkonferenz) beklagen die schlechten Schreib-, Lese- und Mathematikkenntnisse von Maturanden. Gymnasiallehrer stellen das schon bei der Aufnahme der Volksschüler ins Gymnasium fest. In der ersten Klasse müssen Grundkenntnisse vermittelt werden, die die Schülerinnen und Schüler noch vor 15 Jahren aus der Volksschule mitbrachten. Auch Lehrmeister stehen vor dem Problem, dass Lehrlinge am Ende der Volksschule grosse sprachliche und mathematische Defizite aufweisen. Der Unternehmer und Präsident der Berufsschule Lenzburg, Markus Möhl, sagt in einem Interview: «Nehmen wir die Praxis als Massstab, stellen wir noch vor der Einführung des Lehrplans 21 fest: Die Schüler verfügen zwar über vielfältige Kompetenzen, aber es mangelt an den ‹Basics›. Wir brauchen Jugendliche, die rechnen und schreiben können.»

Was läuft also falsch in der Schule?

Seit rund 20 Jahren wird die Volksschule von Reform zu Reform gejagt. Konstruktivistische Lehr- und Lernmethoden haben nicht zuletzt über entsprechende Lehrmittel zunehmend Einzug gehalten. Der Stoff wird nicht mehr systematisch vom einfachen zum komplexen Sachverhalt logisch aufbauend vermittelt, sondern die Kinder werden mit der Komplexität des Lernstoffes konfrontiert und müssen die dahinterstehenden Regeln selbst entdecken. Der Lehrer soll den Stoff nicht mehr vermitteln, sondern nur noch Coach im Hintergrund sein. Gleichzeitig werden Schüler mit Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder körperlichen Behinderungen zunehmend in die Regelklassen integriert, was die Lehrer endgültig zwingt, den herkömmlichen Klassenunterricht durch individualisierende Lernformen zu ersetzen und auf Kosten des eigentlichen Unterrichts Zeit und Energie für Absprachen mit Sonderpädagogen, Logopäden, Psychologen aufzuwenden.

Was ist zu tun?

Die Politik der EDK ist doppelzüngig. Einerseits lanciert sie den Lehrplan 21, der die oben beschriebenen Ursachen der Misere auf Volksschulstufe unter anderem mittels entsprechender Lehrmittel zementiert, ja sogar verstärkt. Gleichzeitig wird der Druck auf die Gymnasien verstärkt und von ihnen verlangt, alle Defizite der Volksschule bis zur Matura auszugleichen. Das ist die Quadratur des Kreises.
Das Übel muss an der Wurzel, das heisst auf Volksschulstufe angepackt werden.
Da die Bildungshoheit bei den Kantonen liegt, entscheidet jeder Kanton selbst, ob der Lehrplan 21 eingeführt wird oder nicht.
In verschiedenen Kantonen sind Initiativen lanciert oder bereits eingereicht worden, die verlangen, dass das Parlament und nicht wie bisher die Bildungsbehörde über die Einführung neuer Lehrpläne bestimmen soll. Das gibt den Bürgern die Möglichkeit, die Bildung wieder in die eigenen Hände zu nehmen und notfalls das Referendum zu ergreifen.     •