Leserbrief

Über die Bedeutung der Erziehung

Die Zeit-Fragen vom 8. November sind wieder einmal unglaublich gut und hilfreich zum Verständnis der Vorgänge in der Welt. Heute möchte ich mich für die klugen Überlegungen von Dieter Sprock bedanken und sie allen Lehrern und Eltern ans Herz legen. Die in seinem Artikel beschriebenen Rückzüge der Eltern und Lehrer aus ihrem Kerngeschäft haben schlimme Folgen. Wir müssen ein Vorbild, Orientierungspunkt und nicht zu entmutigender Fels in der Brandung in allen Fragen des Lebens für das Kind und den Jugendlichen bleiben.
Diese Aufgabe übernehmen in nie dagewesener Weise andere «Erziehungshelfer». In unzähligen Elterngesprächen erlebte ich als Lehrerin den tiefen Wunsch der Eltern nach Anerkennung und Zustimmung durch die Kinder sowie eine gelebte Partnerschaft. Eine verkehrte Welt.
Mein Wunsch an alle Lehrer, sich diesem tiefen Wunsch der Eltern nicht anzuschliessen, sondern die Schüler zugewandt und selbstverständlich auszurichten auf den «Rudelführer», mit grosser Freude den Lernstoff zu vermitteln und das Lernen schrittweise anzuleiten. In angemessener Weise haben die neuen Medien selbstverständlich auch ihren Platz im Unterricht. Der Digitalpakt mit 5 Milliarden von der deutschen Bundesbildungsministern Frau Wanka (bitte die Online-Petition dazu bei www.bildung-wissen.eu unterschreiben) oder die Lernfabrik 4.0 werden die Bildungsdefizite nicht beheben. Wer Lerncoaches, Selbstorganisiertes Lernen und automatisierte Lernprogramme favorisiert, hat anderes im Sinn. Der Mensch lernt in der Beziehung zu seinem Artgenossen. Also unterrichten/leben wir weiter mit Empathie, Sachverstand und Freude – ein Kerngedanke des schönen Artikels.

Gisela Schopf