Wem dient ein «unabhängiger» kurdischer Staat?

zf. So unterschiedliche Medien wie die «Neue Zürcher Zeitung» und Sputnik stimmen in einem Punkt überein: Mit der Gründung eines Kurdenstaates im Norden von Syrien und Irak sind geostrategische Interessen verbunden. Am 23. September schrieb die «Neue Zürcher Zeitung»: «Nur ein Staat hat sich bisher offen auf die Seite der Kurden gestellt: Israel. Ein unabhängiges Kurdistan, so das Kalkül, könnte helfen, den wachsenden Einfluss Teherans in der Region einzudämmen. Beide Staaten, Israel wie Kurdistan, sehen sich von feindlichen Staaten umgeben und teilen eine Geschichte jahrhundertelanger Verfolgung und Staatenlosigkeit. Am 13. September meldete sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zu Wort und erklärte: ‹Israel unterstützt die legitimen Anstrengungen des kurdischen Volkes zur Errichtung eines eigenen Staates.› Im Nordirak wird er dafür gefeiert.» Bei Sputnik wurde am 22. September ein irakischer Sicherheitsexperte, Ahmed al Sharafi, zitiert: «[Israels Ministerpräsident Benjamin] Netanyahu spricht seit 2005 von der Notwendigkeit, eine Ölleitung von Kirkuk und Mosul [beide im Irak] über syrisches Gebiet zum Mittelmeer zu bauen, damit Israel eine zuverlässige Energiequelle bekäme». Und weiter: «Die Gründung des Da’esh [Islamischer Staat/IS] hatte zum Ziel, die Regimes im Irak und Syrien zu stürzen und proamerikanische Regierungen in diesen Ländern zu etablieren. Für Israel als einen Verbündeten der USA ist das von Vorteil. Zudem würde dies [der Regimewechsel] Israel ermöglichen, Öl- und Wasserquellen unter seine Kontrolle zu bringen. Israel würde dann loyale Nachbarn bekommen – vom Persischen Golf bis hin zum Mittelmeerraum. Aber die Hartnäckigkeit der Syrer brachte diese Pläne zum Scheitern. Daher wird jetzt auf die Umsetzung des ‹kurdischen Projekts› zur Teilung Syriens und des Iraks gesetzt». Sputnik selbst schreibt weiter: «Nach Angaben des syrischen Brigadegenerals Haim Hassun hat die syrische Armee bereits mit der Abwehr der Bedrohung durch die Kurden, hinter denen US-amerikanische Regisseure stehen, auf dem Territorium Syriens begonnen.»    •