Leipzig – Stadt des Buches

Leipzig – Stadt des Buches

von Walter Mayer, Karlsruhe

Alljährlich Mitte März findet in Leipzig die Leipziger Buchmesse statt. Als erste Buchmesse des Jahres gibt sie mit der Vorstellung der Neuerscheinungen des Frühjahrs wichtige Anstösse für den Büchermarkt. Sie ist heute in erster Linie eine Publikumsmesse, bei der die Begegnung zwischen Autor und Besucher im Vordergrund steht. Dazu trägt auch das während der vier Messetage auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt abgehaltene Lesefest «Leipzig liest» bei, auf dem die Leipziger Bürger und viele junge Menschen die Autoren unmittelbar erleben können. Es ist mit seinen 2600 Veranstaltungen an über 350 Orten europaweit das grösste Festival seiner Art.
Im ehemaligen Graphischen Viertel galt das Buchgewerbehaus mit seinen Erkern als Wahrzeichen der Büchermetropole Leipzig. Auf historischem Boden steht das 1996 eröffnete und den Bürgern der Stadt Leipzig übergebene Haus des Buches, ein Ort der Begegnung von Bücherfreunden und Büchermachern; hier finden nahezu täglich Literaturveranstaltungen statt. An dieser Stelle stand das 1888 im prächtigen Neorenaissancestil errichtete Buchhändlerhaus. Bei den Fusionsverhandlungen der Börsenvereine in Leipzig und in Frankfurt am Main 1990 erinnerte man sich an die alte Leipziger Tradition und belebte diese durch den Bau dieses Hauses auf historischem Grund neu.

Leipzig entwickelte sich zum internationalen Messestandort

Leipzig kann auf eine über 500jährige Tradition als Produktions- und Handelsplatz für Bücher sowie als Ort der Buchkultur und Literaturvermittlung zurückblicken.
Nach der Verleihung des Stadtrechts und der Marktprivilegien um das Jahr 1165 durch Otto den Reichen, Markgraf von Meissen, entwickelte sich Leipzig zu einem wichtigen Handelszentrum. Nach der Verleihung des Stadt- und Marktrechtes wurde ab 1165 auch die älteste erhaltene Stadt- und Pfarrkirche, St. Nikolai, errichtet. Ihren Namen verdankt sie Nikolaus, dem Schutzpatron der Kaufleute. Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück, in dem die Oster- und Michaelismärkte bestätigt wurden. Ab 1218 liessen sich die ersten urkundlich genannten Kaufleute und Handwerker in Leipzig nieder. 1341 kauften die Tuchmacher ihr eigenes Gebäude am Leipziger Markt, das erste «Gewandhaus». 1497 verlieh der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. Leipzig das Reichsmesseprivileg, welches er 1507 bestätigte und zudem das Stapelprivileg verlieh, was bedeutete, dass im Bereich einer Bannmeile von 115 km keine Messen abgehalten werden und ausserdem vor der Stadt keine Güter gelagert werden durften.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Leipzig zum internationalen Messestandort. Seine Entwicklung zur Buchstadt verdankt Leipzig dem Handel.

Buchdruckkunst seit dem 16. Jahrhundert

Bereits vor der Erfindung des Buchdrucks brachte man handgeschriebene Bücher in grossen Fässern zur Messe. Die ersten Einblattdrucke in den fünfziger Jahren des 15. Jahrhunderts waren noch eine Messesensation, ein Jahrzehnt später wurden gedruckte Bücher als Messegut erwähnt. Bis etwa Ende des 15. Jahrhunderts waren es überwiegend Wanderbuchdrucker und -händler, die Druckschriften in die Stadt brachten. Das erste in Leipzig gedruckte Buch erscheint 1481: «Die künftigen Siege der Christen über die Türken und Sarazenen» von Johannes Annius, gedruckt von Marcus Brandis. Das Buch fand weite Verbreitung.
Um 1500 gab es bereits sechs Buchdruckereien in der Stadt, die vor allem für den Rat und die Geistlichkeit druckten. Bis 1530 erschienen 1300 Buchtitel, darunter liturgische Drucke, theologische, philosophische, juristische und mathematische Werke, erste Klassikerausgaben und Werke zur Reformation. Die erste Verlagsdruckerei Leipzigs, zugleich Herstellerin der schönsten, technisch und künstlerisch gleich hochstehenden Drucke jener Zeit, wurde von Valentin Bapst 1541 gegründet. Unter seinem Nachfolger Ernst Vögelin wurde das Unternehmen 1559 zur grössten Druckwerkstatt im östlichen Deutschland mit sechs Pressen, einer Schriftgiesserei, einem wissenschaftlichen Verlag und einer Buchhandlung. Henning Grosse brachte 1594 den ersten Messkatalog heraus, der alle ab 1564 erschienenen Bücher aufführte; 1860 stellte er sein Erscheinen ein. Die Messkataloge erschienen meist zweimal jährlich zu Ostern und zu Michaelis und waren die ersten, regelmässig erschienenen Buchhandelsverzeichnisse. 1632 überstieg die Zahl der vorgestellten Bücher in Leipzig erstmals die von Frankfurt am Main.

Eigenständige Buchmesse

Die Buchmesse, auf der mit Veröffentlichungen aus allen Teilen Europas gehandelt wurde, entwickelte sich im Zusammenhang mit den allgemeinen Handelsmessen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde mit der Neuzeit im 17. Jahrhundert eigenständig. Ihre Funktion waren Verkauf, Kommission und Tausch von Büchern, Vertragsabschlüsse zwischen Druckern, Buchbindern, Papierhändlern und Verlegern, Verrechnungs- und Zahlungsort sowie Koordination und berufsspezifischer Meinungsaustausch.
Die Buchhändlerkantate, später die Buchmesse, erlangte eine eigenständige Bedeutung, sie wurde eine Messe in der Messe oder wandelte sich von der Messe mit Buchhandel zur Buchmesse.

1650 erschien die erste Tageszeitung der Welt

Der Leipziger Drucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch druckte und vertrieb bereits seit 1643 eine Zeitung, die viermal in der Woche erschien. Ab 1. Juli 1650 liess er sein Blatt sechsmal in der Woche erscheinen – damit gilt es als die erste Tageszeitung der Welt – und nannte es Einkommende Zeitungen. «Zeitungen» entsprach im damaligen Sprachgebrauch Nachrichten. Jede Ausgabe hatte vier Seiten, die Auflage dürfte um die 200 Exemplare betragen haben. Gesetzt wurde das Blatt in Metall-Lettern, gedruckt von Hand auf einer hölzernen Druckerpresse. Zehn Jahre später gab Ritzsch dann als Fortsetzung die auch von ihm gedruckte Neu-einlauffende Nachricht von Kriegs- und Welt-Händeln heraus.
Die im Jahr 1682 in monatlichen Heften von dem Gelehrten Otto Mencke herausgegebene Gelehrten-Zeitschrift Acta eruditorum (lat.: Berichte, Taten der Gelehrten) brachte in lateinischer Sprache Auszüge aus neuen Schriften, Rezensionen, selbständige kleinere Aufsätze und Notizen. Durch die umfangreiche Korrespondenz Menckes liessen sich Wissenschaftler von internationalem Ansehen gewinnen, für das Blatt Rezensionen zu schreiben; dazu kamen Auszüge aus neuen Schriften, selbständige kleinere Aufsätze und Notizen. Die Acta eruditorum hatten anfangs einen durchschnittlichen Umfang von zwei bis drei Seiten. Verlegt wurden sie bei dem Unternehmen Grosses Erben (die auch die Leipziger und Frankfurter Messkataloge herausgaben), den Verlagen Johann Friedrich Gleditsch und zeitweilig Thomas Fritsche in Leipzig. Ihr Ziel war, die deutsche Gelehrsamkeit international zu vertreten. Sie ist die erste wissenschaftliche Zeitschrift Deutschlands.
Bis zur Gründung der ersten Buchbinder-Innung 1545, der Buchdrucker-Innung 1595 gab es vierzehn Buchhandlungen. Um 1700 wurden 276 Werke verlegt und gedruckt, die Messkataloge wurden immer umfangreicher, während die Frankfurter schmaler wurden, bis sie 1749 ganz wegfielen. Um 1800 ­erschienen jährlich etwa 1600 Werke in Leipzig, in den kommenden hundert Jahren verdoppelte sich die Zahl. Leipzig zog den Buch­handel an sich und blühte auf als Buchdrucker- und Verlagsort.

Gründung des Börsenvereins

In seiner Schrift «Gedanken über den Buchhandel und über dessen Mängel» schreibt der Verleger Georg Joachim Göschen 1802, Buchhändlern gebühre der erste Rang unter den Händlern, denn sie handelten mit den edelsten Waren. Er forderte einen Buchhändlerverein zur Organisation der jährlichen Abrechnungen. Der 1825 durch 99 Firmen in Leipzig gegründete Börsenverein der deutschen Buchhändler zu Leipzig leitet seinen Namen von der 1792 in Leipzig gegründeten Buchhändlerbörse ab. Die Beteiligung Leipziger Firmen an der Gründung des Börsenvereins war zunächst relativ gering, erst als Preussen drohte, die Buchmesse nach Berlin zu holen, förderte diese Drohung die Zusammenarbeit mit den Buchhändlern. Der Börsenverein diente als verbandsmässige Zusammenfassung selbständiger deutscher Buchhändler, stellte feste Regeln für den geschäftlichen Verkehr der Buchhändler untereinander und mit dem Publikum auf und sorgte für die Aus- und Fortbildung der Buchhändler. 1834 begründete er das Börsenblatt. Ab Jahrgang 1835 ging es in das Eigentum des Börsenvereins über und hiess nun «Amtliches Blatt des Börsenvereins». Zunächst erschien es wöchentlich, seit 1866 täglich (ausser sonntags), bestehend aus Anzeigen, einem redaktionellen Teil und der Bibliographie Erschienene Neuigkeiten des deutschen Buchhandels, die neue Bücher und Zeitschriften anzeigte. Nach der Teilung Deutschlands gab es das Börsenblatt in einer Leipziger und einer Frankfurter Ausgabe. Seit der Vereinigung der Leipziger und Frankfurter Börsenvereine 1991 erscheint nur noch ein Börsenblatt wöchentlich. Die Leipziger Jahrgangszählung wurde übernommen, da Leipzig auf eine längere Tradition zurückblicken konnte.

Sammlungen enzyklopädischen Wissens

Die Stadt hatte eine grosse Bedeutung in der deutschen Enzyklopädik. Jahrzehntelang hatten mit dem Verlag F. A. Brockhaus und Meyers Bibliographischem Institut die beiden wichtigsten deutschen Lexikonverlage ihren Sitz in der Stadt.
Auch die umfassende Quellensammlung der deutschen Geschichte, die Monumenta Germaniae Historica, auf Veranlassung des Freiherrn von Stein 1819 begründet, erschien mit dem ersten Band 1826 in der Verlagsbuchhandlung von Heinrich Wilhelm Hahn in Leipzig.
Auf die Initiative des Schweizerischen Verlegers Salomon Hirzel begannen die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm 1838 mit der Arbeit an dem grössten und umfassendsten Wörterbuch zur deutschen Sprache mit insgesamt 33 Bänden: Das Deutsche Wörterbuch oder der Grimm erschien auch in Leipzig. Es handelte sich um ein klassisches Belegwörterbuch, das die Herkunft jedes deutschen Wortes und seinen Gebrauch erläutert, enthält auch Schimpfwörter und unfeine Wörter von vor 500 Jahren bis zur Gegenwart. Ziel war, dass sich der einfache Bürger der nationalen Gemeinsamkeit in der deutschen Sprache vergewissern könne. Der erste Band erschien 1854, der letzte Band 1960.
Der Börsenverein gab der weiteren Entwicklung auf dem Gebiet des Buchwesens wichtige Anstösse. Im Laufe des 19. Jahrhunderts hatte sich Leipzig als zentrale Schnittstelle und Hauptumschlagplatz des deutschen Buchgewerbes etabliert.

Leipzig als Buchmetropole hatte den Spitzenplatz bis 1945 inne

Auf der Suche nach grösseren Lager- und Betriebsflächen und weil aus Gründen des Umweltschutzes bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts Fabriken im Stadtzentrum verboten waren, wanderten die Betriebe des Buchgewerbes aus und dehnten sich in die östliche Vorstadt aus, in das Graphische Viertel. Rund 1500 Firmen des herstellenden und vertreibenden Buchhandels, der polygraphischen Industrie sowie die zentralen Branchenverbände waren hier ansässig. Dazu zählten neben Verlagen wie Teubner, Seemann, C. F. Peters, Reclam und Insel auch die grossen Firmen des Zwischenbuchhandels, Maschinenbauunternehmen, Buchbindereien, graphische Anstalten und Druckunternehmen. Leipzig war Umschlag- und Stapelplatz fast des gesamten deutschen Buchhandels: Bestellt wird nur noch in Leipzig. Fast jeder zehnte Einwohner Leipzigs war in diesen Gewerben tätig. Im Ausland war die sogenannte Buchstadt Leipzig als «city of books» berühmt. Ihre Hochphase hatte sie Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Leipzig als Buchmetropole hatte den Spitzenplatz bis 1945 inne.
Bereits 1848 regte der Leipziger Verleger Heinrich Wilhelm Hahn die Gründung einer Reichsbibliothek an. In einem Schreiben an das Frankfurter Parlament, die Pauls-Kirchen-Versammlung, bat er darum, «die Werke historischen, politischen, statistischen, kriegswissenschaftlichen und juristischen Inhalts, darunter auch die Monumenta [Germaniae Historica], zur Begründung einer Handbibliothek verehren zu dürfen». In der Folge schlossen sich ihm andere Verleger an, und der Präsident der Nationalversammlung Heinrich von Gagern gab daraufhin den Plan einer Deutschen Reichsbibliothek bekannt, die sich 1912 verwirklichte. Eine staatliche Nationalbibliothek war auf Grund der föderalistischen Strukturen des Deutschen Reiches nicht möglich.

Die Stadt Leipzig – Mittelpunkt des Buch- und Verlagswesens

Das starke Wachstum der deutschen Buchproduktion Anfang des 20. Jahrhunderts liess die Errichtung einer Zentralbibliothek der deutschen Literatur, einschliesslich bibliographischer Verzeichnung des erschienen Schrifttums, zu einem wichtigen Ziel auch des Börsenvereins werden. Der zweite Vorsteher des Börsenvereins, der Dresdner Buchhändler Erich Ehlermann, ver­fasste schliesslich 1910 die Denkschrift «Eine Reichsbibliothek in Leipzig», die seine Vorstellungen über Einrichtung, Aufgaben und Ziele einer Reichsbibliothek darlegte und deren praktische Umsetzung aufzeigte. Ehlermann berichtete dem Vorstand des Börsenvereins über die Vorgespräche mit den amtlichen Stellen. Die Stadt Leipzig, Mittelpunkt des Buch- und Verlagswesens im Deutschen Reich, das Königreich Sachsen und der Börsenverein der deutschen Buchhändler zu Leipzig schlossen am 3. Oktober 1912 den Vertrag über die Gründung der Deutschen Bücherei mit Sitz in Leipzig. Die Deutsche Bücherei sollte das nationale Schrifttum ab 1913 vollständig sammeln und archivieren und als Gesamtarchiv des deutschsprachigen Schrifttums fungieren. Ihr Auftrag war es, die gesamte ab 1. Januar 1913 in Deutschland erschienene deutschsprachige und fremdsprachige Literatur sowie die ausländische Literatur in deutscher Sprache zu sammeln, in einer Nationalbibliographie zu verzeichnen und für jedermann unentgeltlich zur freien Verfügung zu stellen. Die Bücherbestände stehen nur innerhalb der Bibliothek zur Benutzung frei, da die Deutsche Bücherei Präsenzbibliothek ist. Die deutschen Verleger verpflichteten sich, von jeder Neuerscheinung ein Belegexemplar an die Deutsche Bücherei abzugeben. Bis 1945 war sie die wichtigste Sammlung deutschsprachiger Druckerzeugnisse.
Vom Mai bis Oktober 1914 wurde auf dem Technischen Messegelände, auf dem ein Jahr zuvor die Internationale Baufach-Ausstellung stattgefunden hatte, die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Bugra) abgehalten. Durchgeführt wurde die Ausstellung von dem in Leipzig ansässigen Deutschen Buchgewerbeverein. Als ihr Gründer gilt der Maler und Kunstgewerbler Max Seliger. Entscheidende Impulse kamen von dem Verein Deutscher Buchgewerbekünstler, der sich 1909 in der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe gegründet hatte. Für die Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung sollten verdienstvolle Persönlichkeiten mit einem Diplom und einer von Max Klinger geschaffenen Bronze­medaille ausgezeichnet werden, was aber der am 1. August 1914 erfolgte Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte.
Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum gilt als ältestes und nach Umfang und Art der Bestände als bedeutendstes Fachmuseum seiner Art weltweit. Es hatte seinen Sitz zunächst in der Buchhändlerbörse, ab 1888 im Buchhändlerhaus und ab 1900 im Buchgewerbehaus. Es enthält als Grundstock die Bestände des 1884 durch den «Centralverein für das gesamte Buchgewerbe» gegründeten Buchgewerbemuseums, aus dem es 1917 hervorgegangen war. Seine Aufgabe war es, als Archiv für die Buchkultur in Deutschland zu dienen, es widmete sich der Sammlung, Bewahrung, Erschliessung, Präsentation und Vermittlung wertvoller Zeugnisse der Buch-, Schrift- und Papierkultur. Zu den Schwerpunkten der Sammlung gehörten unter anderem Drucke vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, internationale Beispiele der Buchkunst des 20. Jahrhunderts, Künstlerbücher, Schriftproben, handgeschöpfte Wasserzeichenpapiere, Proben und Musterbücher zur maschinellen Papierherstellung, Buntpapiere, Archivalien und Dokumente zur Buchgeschichte und speziell zum Buchhandel, Werkzeuge und Maschinen zur Buch-, Schrift- und Papierherstellung. 1914 übernahm das Museum bedeutende Ausstellungsstücke von der «Bugra». Seit 1950 gehörte das Museum als eine Abteilung zur Deutschen Bücherei Leipzig und ab 2006 zur Deutschen Nationalbibliothek. Die ständige Ausstellung «Merkur und die Bücher – 500 Jahre Buchplatz Leipzig» erinnert an die 500jährige Tradition Leipzigs (1497–1997) als Handels- und Herstellungsplatz für Bücher sowie als Ort von Buchkultur und Literaturvermittlung.

Trotz schwerer Schäden im Krieg: Leipzig bleibt Stadt des Buches

Den schwersten etwa eine Stunde dauernden Bombenangriff des Zweiten Weltkriegs erlebte Leipzig am 4. Dezember 1943. Der Angriff wurde von der Royal Air Force unter dem Decknamen Haddock (Schellfisch) durchgeführt. Ein weiterer Angriff fand am 7. Juli 1944 durch die US Air Force statt. In dem Bombenhagel wurde das Graphische Viertel fast vollständig zerstört; dem Leipziger Buchhandel gingen 1000 Firmen und 50 Millionen Bücher verloren. Begraben wurde eine Epoche, in der Leipzig noch ganz selbstverständlich als Mittelpunkt des deutschen Buchhandels galt. Von diesem Schlag hat sich die Buchstadt Leipzig nie ganz erholt, wobei Leipzig durch die Fortführung der Buchmesse und das einzigartige Lesefest, die Deutsche Nationalbibliothek, die Hochschule für Graphik und Buchkunst sowie seine Museen die Tradition als Stadt des Buches weiterführt.    •

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