«Wenn ein Flugzeug, dann Gripen»

«Wenn ein Flugzeug, dann Gripen»

Helmut Hubacher hat Vertrauen in die Schweden

Courtemaiche (JU). Die Sicherheits­politik gehörte zu den Kernthemen des früheren langjährigen SP-Nationalrates und Parteipräsidenten Helmut Hubacher. Er ist überzeugt, dass die Schweiz eine Luftwaffe braucht, solange sie eine Armee hat. Neu an der Gripen-Beschaffung ist für ihn, dass sich die Armee nicht mehr gegen das Verteidigungsdepartement hat durchsetzen können.

Basler Zeitung: Herr Hubacher, braucht die Schweizer Armee ein neues Kampfflugzeug?

Helmut Hubacher: Solange wir eine Armee haben, braucht sie eine Luftwaffe. Für die nächsten 10 bis 15 Jahre wäre der FA/18 vermutlich ausreichend. Von mir aus braucht es jetzt keine neuen Flieger. Wenn jedoch ein neuer Kampfjet beschafft wird, dann bin ich für den Gripen.

Warum, weil er der billigste ist?

Nein, der Gripen reicht für die Zwecke der Schweiz aus. Ich bin mit Bundesrat Ueli Maurer einverstanden, wenn er sagt: Was für Schweden gut ist, ist auch für die Schweiz gut. Ich habe Vertrauen in dieses Flugzeug. Die Schweden offerierten ihre Kampfjets der Schweiz schon bei früheren Käufen. Als in den Sechzigerjahren die Mirage evaluiert wurde, war auch der schwedische Draken im Spiel.

Wie wirkt Verteidigungsminister Ueli Maurer bei dieser Flugzeugbeschaffung auf Sie?

Neu für mich ist, dass bei dieser Flugzeugbeschaffung der Departementschef entscheidet und nicht der Fliegergeneral und dass es nicht das beste Flugzeug sein muss. Frühere Chefs des Militärdepartements zeigten weniger deutlich, wer der Chef ist.

Seit gestern ist bekannt, dass Schweden für den Preis, die Technologie und den Liefer­termin des Gripen garantiert. Vertragspartner der Schweiz ist also der schwedische Staat. Vertrauen Sie dieser Abmachung?

Natürlich, die Schweden haben schon bewiesen, dass sie vertrauenswürdig sind. Ich finde es sinnvoll, dass die neutrale Schweiz jetzt einmal mit dem neutralen Schweden zusammenarbeitet und nicht mit einem Nato-Partner wie den USA oder Frankreich.

Quelle: Basler Zeitung vom 29.8.2012. Das Interview führte Thomas Lüthi.

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