Leserbriefe

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Referendum gegen Neufassung des Epidemiengesetzes

Die Neufassung des Epidemiengesetzes, das vom Ständerat und Nationalrat im September 2012 angenommen wurde, ist ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Erkrankungen des Menschen. Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) soll zu einem zentralistisch, absolutistisch gesteuerten Machtapparat ohne Mitsprache des Bundes, der Kantone, geschweige denn der Bürger umgebaut werden. Es soll in Zukunft nicht nur für die Gesundheit der Bürger zuständig sein, sondern auch für die Sexualaufklärung der Kinder bereits im Kindergarten!
Dabei wird – nur so nebenbei – die Oberhoheit an die Weltgesundheitsorganisation WHO abgegeben (siehe Zeit-Fragen Nr. 45, 22. Oktober 2012).
Es wird dem Bürger vorgegaukelt, dieser falsche Weg solle ihm in Zeiten von Seuchen, aber auch in normalen Zeiten Sicherheit für seine Gesundheit bieten. Die Truppe, die dieses Gesetz ausgeheckt hat, lässt bewusst die gesamte Geschichte der Medizin, der Seuchen und die menschliche Natur ausser acht. Es orientiert sich nur an der Macht und der Beherrschung der Menschen. So ein Plan widerspricht der menschlichen Vernunft und allen wissenschaftlichen Grundlagen der Medizin.
Die Truppe tut so, als ob sich die Menschheit nie mit einer Verbesserung des höchsten Gutes, der menschlichen Gesundheit, in einem harten Ringen um Wahrheit, auseinandergesetzt hätte.
Der grosse deutsche Wissenschafter und Arzt des 19. Jahrhunderts, Rudolf Virchow, hat angesichts der Seuchen seiner Zeit wie Cholera, Flecktyphus und Tuberkulose mit vielen tausend Toten geäussert: «Bildung, Wohlstand und Freiheit sind die einzigen Garanten für die dauerhafte Gesundheit eines Volkes.» Dieser Satz gilt auch heute noch angesichts von Aids, Schweinegrippe, Vogelgrippe, Malaria und Tuberkulose. Die Gesundheit der Bürger, eines ganzen Volkes, auf zentralistische Massnahmen und Zwangs­impfungen zu reduzieren, mutet wie ein Plan von Machtbesessenen und Herrschsüchtigen an, die George Orwells 1984 falsch verstanden haben.
Die Möglichkeit, mittels Referendum diesem Treiben einer kleinen Minderheit Einhalt zu gebieten, sollte von jedem Schweizer Bürger, dem seine Freiheit und Gesundheit lieb sind, genutzt werden.

Dr. med. Andreas Bau, Arzt für Kinder-und Jugendmedizin, Schweizersholz

Ein neues Tierseuchengesetz von gestern

Das neue Tierseuchengesetz ist die Antwort der Behörden auf den Kampf vieler Bauern und Bäuerinnen gegen das Blauzungen-Impf­obligatorium.

Gemäss dem neuen Tierseuchengesetz können der Bundesrat und das Bundesamt für Veterinärwesen BVet bestimmen, was eine Seuche ist. Sie können Krankheiten in Seuchen umwandeln, Impfbanken betreiben und Impfprogramme erlassen. Das heisst, sie können machen, was sie wollen, und wer zuwiderhandelt, wird bestraft. Verkauft wird das Ganze als Prävention gegen Seuchen und Krankheiten. Im Klartext heisst dies, dass definitiv die TheoretikerInnen, die noch nie eine Mistgabel in der Hand hatten, geschweige denn ein paar Stunden mit Tieren gearbeitet haben, die volle Macht darüber bekommen, wie man in Zukunft für die Gesundheit der Tiere sorgen wird. Dies erlebten wir bereits während der schwierigen Zeit des Kampfes gegen das Blauzungen-Impfobligatorium. Nun sollen diese Praktiken in einem Gesetz endgültig festgeschrieben werden. Das kann ich als Bäuerin nicht zulassen.
Diese Praktiken sind in verschiedener Hinsicht von gestern, das heisst nicht mehr zeitgemäss.
Erstens: Wir leben heute in einer Zeit, in der Vielfalt zu Recht ein grosses Wort geworden ist. In einer globalisierten Welt gibt es nur einen Weg, Probleme anzugehen: Alle müssen einbezogen werden, alle Rollen sind wichtig. Wir überleben nur im Miteinander. Daraus folgt, dass z.B. der Theoretiker vom Bauern lernt, dass die Lehrerrolle wechseln kann, von den Studierten zu den Bäuerinnen usw. Das neue Gesetz geht den entgegengesetzten Weg, es geht den Weg der Machtkonzentration, es ist geradezu ein diktatorischer Weg. Ist das zeitgemäss? Die Antwort ist klar nein. Es gibt viele neue Wege zur Gesund­erhaltung der Tiere. Diese verdienen Aufmerksamkeit und Forschung. Dies wird jedoch von den Behörden abgelehnt, weil diese Wege nicht in das alte Paradigma der Wissenschaft passen und für die Pharma nicht interessant sind. Zeitgemäss? Nein!
Zweitens: Die Seuchengeschichte der letzten Jahre – Vogelgrippe, Schweinegrippe, Blauzungenkrankheit – verlief immer nach demselben Skript: Panikmache, überhetztes Einkaufen von Impfstoffen, Endlosschlaufen in den Medien. Dann erfolgt die Entsorgung millionenschwerer, übriggebliebener Impfstoffe in arme Länder oder in den Kehricht. Der letzte Schritt ist jeweils der, der Öffentlichkeit einzureden, dass es nur wegen der Impfung nicht schlimmer geworden sei.
Die Behörden beteuern immer wieder, wie wichtig ihnen die Gesundheit der Tiere sei. Tatsache ist, dass viele Tiere auch überbetrieblich mit derselben Nadel geimpft wurden. Tatsache ist ferner, dass die ersten Impfstoffe gegen die Blauzungenkrankheit nicht ausreichend getestet waren und dass die Impfungen immense Impfschäden verursacht haben. Diese Tatsachen werden von den Behörden noch heute konsequent abgestritten. Dieses Verhalten ist nicht vertrauensfördernd für die Zusammenarbeit mit den Bauern und Bäuerinnen. Es entspricht einer veralteten Mentalität, die immer nur neue Probleme und Konflikte schafft.
Die GegnerInnen des neuen Gesetzes sind nicht die Esoteriker, wie es leider behauptet wurde. Es sind nicht abgehobene PhantastInnen. Es sind Bauern und Bäuerinnen mit einer sehr gut ausgebildeten Vernunft, es sind KonsumentInnen, die seit Jahren genau hinschauen und verantwortungsvoll leben und einkaufen. Es sind unsere KundInnen, die uns auf dem Bauernhof besuchen und mit uns wertvollen Austausch pflegen. Diese betrachten uns als ihre BeraterInnen in landwirtschaftlichen Fragen. Diese Menschen sind den Behörden einen entscheidenden Schritt voraus. Sie schätzen das Wissen der praktisch arbeitenden Menschen und nehmen diese ernst, unabhängig von ihrem sozialen Rang. Diese Menschen sind fähig, das neue Tierseuchengesetz zu durchschauen, und nehmen wahr, dass es nicht in die Zukunft führt. Zukunftsfähige Menschen stimmen beim neuen Tierseuchengesetz überzeugt nein!

Magdalena Schatzmann, Musikerin, Bäuerin, Diemtigen

Ich bin Musikerin und Bäuerin und führe zusammen mit meinem Partner einen Bauernhof mit kulturellem Angebot. Wir kämpften zusammen mit einer Gruppe impfkritischer Bauern und Bäuerinnen gegen das Blauzungen-Impfobligatorium. Neben meinen Tätigkeiten studierte ich am International Deep Democracy Institute und arbeite dort in einer Arbeitsgruppe mit zu den Themen «food, farming and cultural changes».

Prävention beginnt vor einer Impfung

In kurzen Abständen erscheinen immer neue Seuchen, die zur lebensbedrohenden Pandemie aufgebauscht werden. Vogelgrippe, Schweinegrippe, Blauzungenkrankheit – und schon ist das Schmallenberg-Virus im Anmarsch. Weil immer neue Viren oder Bakterien als Auslöser erscheinen, werden immer neue Impfstoffe erfunden und bereitgestellt. Die neuen Stoffe müssen so kurzfristig zur Verfügung stehen, dass seriöse Prüfungen auf Nebeneffekte und Langzeitwirkungen kaum möglich sind. Reagieren einzelne Kantone mit der flächendeckenden Impfung verzögert oder zeigen mehr Verständnis für Menschen und Tierhalter, welche die Impfung ablehnen, sehen eidgenössische Behörden den Erfolg gefährdet. Deshalb soll mit dem revidierten Tierseuchengesetz die Kompetenz zur Erklärung, was eine gefährliche Seuche ist und flächendeckend geimpft werden muss, beim Bundesamt für Veterinärwesen konzentriert werden. Anders als beim zürcherischen Gesetz, wo eine Kommission aus direkt betroffenen Tierärzten, Tierhaltern Tierschützern und Konsumentinnen mitbestimmen kann, ist im nationalen Tierseuchengesetz, über das wir am 25. November abstimmen, nur ein Beschwerderecht vorgesehen, in welchem die Beurteilung der Beschwerde nun unrichtigerweise von der gleichen Stelle vorgenommen wird, die ein Impfobligatorium verfügen kann.
Prävention beginnt nicht erst mit der Impfung. Sie beginnt bei der artgerechten Haltung, Fütterung und Zucht der Tiere. Nur so kann eine Immunkraft aufgebaut werden, die den modernen Bedrohungen gewachsen ist. Bei der natürlichen Paarung lehnen sich Tiere ab, die in der Erbmasse geschwächte Immunkraft aufweisen. Mit dem Überhandnehmen der künstlichen Besamung und der Zucht auf einseitige Leistungsmerkmale wurde dieser natürliche Schutz vor Krankheiten und Seuchen ausgeschaltet. Die Immunkraft von Tieren kann geschwächt werden, wenn sie mit Impfstoff geimpft wurden, der zuwenig seriös auf Langzeitfolgen getestet war. Mit einem Nein zum revidierten Tierseuchengesetz am 25. November öffnen Sie den Weg, das TSG in Anlehnung an das erwähnte zürcherische Gesetz zu verbessern. Darum: Nein zur TSG-Vorlage!
Sowohl Vogelgrippe wie auch Schweinegrippe haben sich im nachhinein als harmlose, gewöhnliche Grippen gezeigt – nicht weil so fleissig geimpft wurde! Weil die Impfung von der Bevölkerung grösstenteils abgelehnt wurde, musste Impfstoff im Wert vieler Millionen entsorgt werden. Die Blauzungenkrankheit wurde bei keinem einzigen Impfverweigerer-Betrieb festgestellt. Die Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche wurde nach jahrelangem Impfobligatorium verboten, weil die EU den Import von Fleisch und Tieren aus Ländern mit Impfzwang gegen Maul- und Klauenseuche verbot.

Ernst Frischknecht, Tann

Bewährten Kindergarten erhalten

Die bewährte Kindergartenstufe muss unbedingt erhalten bleiben. Sie ermöglicht mit ihrer spielerischen Didaktik und auf das junge Kind ausgerichteten Pädagogik einen fliessenden Übergang in die Primarschule. In meiner 30jährigen Tätigkeit als Kindergärtnerin habe ich jeweils begeisterte, neugierige und lernfreudige Kinder in die erste Klasse weitergegeben. Die in Abstimmungssituationen herbeigeredeten «Brüche» im Übergang Kindergarten Primarschule stimmen so nicht.
Der Kindergarten wurde in den letzten Jahren stark verändert. Blockzeiten, neue Lernformen, neuer Lehrplan und flexiblere Dauer der Kindergartenzeit, die statt zwei auch nur ein oder auch einmal 3 Jahre währt, sind bereits eingeführt. Das Eintrittsalter gilt unterdessen schon für Vierjährige.
Gleichzeitig stellen ich und viele Kolleginnen fest, dass wir im Kindergarten wieder mehr Grundfertigkeiten des Alltags, inklusive aufs WC gehen usw., einführen müssen bevor wir überhaupt mit den Lerninhalten beginnen können. So kann sich sicher jeder die unglaubliche Bandbreite vorstellen, die dann erst in der Grundstufe zwischen 4–8jährigen Kindern zu bewältigen wäre. Der grosse Bewegungsdrang, die so wichtige Spielfreude der jungen Kinder und dazu die ruhige, nicht ablenkende Umgebung für die Schüler?
Die vielen Millionen wären besser angelegt in kleineren Klassengrössen sowohl für Kindergärten als auch Schulklassen und für eine gute, praxisnahe Ausbildung aller Lehrpersonen.
Am 25. November werde ich zweimal nein stimmen zugunsten des bewährten Kindergartens.

E. Bürge, Kindergärtnerin, Effretikon

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