«Einbinden von Kräften, Ernstnehmen von anderen Meinungen, echtes Nachdenken und Zuhören führt zu Konsenslösungen»

«Einbinden von Kräften, Ernstnehmen von anderen Meinungen, echtes Nachdenken und Zuhören führt zu Konsenslösungen»

Zur Wahl von Maya Graf zur «höchsten Schweizerin»

thk. Am Montag, 26. November, wurde Maya Graf mit einem Glanzergebnis von 173 Stimmen bei 189 Stimmenden zur Präsidentin des Nationalrats gewählt. Ein Ergebnis, das den Respekt und die Annerkennung, die man über alle Parteigrenzen hinweg Maya Graf zollt, bestätigt. Sie wird für ein Jahr das Amt der höchsten Schweizerin einnehmen und die grosse Kammer präsidieren. Was die Kolleginnen und Kollegen im Parlament an ihr schätzen, ist ihre ehrliche und natürliche Art, ihre Sachkompetenz, ihre Fähigkeit, zuzuhören und ihren Standpunkt ruhig und überlegt in Diskussionen einzubringen.
Die kompetente Politikerin und – wie die «Neue Zürcher Zeitung» vom 26. November schreibt – «eines der grössten Talente in Authentizität» hat sich vor allem durch ihr grosses Engagement für das Gentech-Moratorium einen Namen gemacht. Sie war es, die zusammen mit Gleichgesinnten, auch aus anderen Parteien, die Volksinitiative lancierte, die 2005 von Volk und Ständen angenommen wurde. Bis heute ist das Moratorium einmal verlängert worden und soll mit der Agrarpolitik 2014 bis 2017 eine weiteres Mal verlängert werden. Ein Segen für Land und Bevölkerung, denn die Schweiz ist so vor gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln verschont geblieben. Eine Leistung, die von ausserordentlicher Bedeutung ist und weit über die Grenzen Beachtung gefunden hat. In mehreren parlamentarischen Vorstössen hat sich Maya Graf, die mit ihrer Familie auch einen Biolandwirtschaftsbetrieb führt, für gesunde Nahrungsmittel und für die Förderung der Ernährungssouveränität eingesetzt.
Maya Graf hat sich schon während ihrer Schulzeit für Umweltanliegen interessiert und mit Gleichgesinnten über Fragen des Umweltschutzes debattiert. Ihr Engagement für Mensch und Umwelt zeichnet sich früh ab: Bereits mit 21 Jahren übernimmt sie ihr erstes Amt in der reformierten Kirchenpflege. Nach der Schule absolviert sie die Ausbildung zur Sozialarbeiterin. 1988 wird sie als jüngstes Mitglied in die Gemeindekommission von Sissach gewählt und schafft 1995 mit 33 Jahren den Sprung ins Baselbieter Parlament. Seit 2001 sitzt Maya Graf für die Grünen im Nationalrat.
Dass Maya Graf sich schon früh für ­Politik interessiert hat, hängt wohl auch mit ihrem Vater zusammen, der Landrat war. Auch wenn sie ihren politischen Schwerpunkt anders gelegt hat, kommt ihr diese Erfahrung für das Amt als Nationalratspräsidentin zugute, nämlich mit unterschiedlichen politischen Auffassungen umgehen zu können, eine Qualität, die gerade für die Konkordanzdemokratie der Schweiz äusserst wichtig ist. So würdigte sie in ihrer Antrittsrede direkt nach ihrer Wahl die Gründung des Schweizer Bundesstaates 1848 als historische Leistung und betonte, dass dieser Geist noch heute das politische Leben in unserem Land bestimmt (siehe Kasten).
In diesem Sinne wird sie wirken und zwischen den verschiedenen Standpunkten, Meinungen und Auffassungen Verbindungen schaffen und Brücken bauen und somit der einzigartigen schweizerischen Demokratie weitere Impulse verleihen. Zeit-Fragen wünscht ihr dabei viel Erfolg.    •

«Wenn wir auf die Gründung des Bundesstaates zurückschauen, so fällt auf, dass nach dem Ende des Bürgerkrieges die Sieger den Verlierern entgegenkamen, sie einbezogen und für Ausgleich sorgten. […] Dass das heutige Parlament trotz aller Ungleichheiten zwischen Stadt und Land, zwischen Konservativen und Progressiven so gut funktioniert, ist also auch ein Erbe aus der Gründungszeit. Das Einbinden von Kräften, das Ernstnehmen von anderen Meinungen, das echte Nachdenken und Zuhören – nicht das blinde Nachbeten einer rechten oder linken Ideologie – führt zu Konsenslösungen. Das gilt es zu bewahren. Auf dieses Erbe können wir stolz sein, und ich denke, dieser Geist von damals ist heute nötiger denn je. Wir haben nicht nur für unser Zusammenleben in der Schweiz, sondern auch in Zusammenarbeit mit unseren europäischen Nachbarn sehr viele Aufgaben im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung zu lösen.
    Als Präsidentin Ihres Rates werde ich mit ganzer Kraft diese noch immer modernen Ideale leben: Ich verspreche, eine faire und kompetente Sitzungsleiterin und bei der Repräsentation des Parlamentes eine echte Demokratin zu sein. Ich werde eine ‹première citoyenne› sein, die sich eng mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes verbunden fühlt und ihnen zeigen möchte, dass wir auf unsere Vielfalt, auf unsere gute Zusammenarbeit in diesem Parlament und auf die demokratischen Institutionen der Schweiz stolz sein können. Das brauchen wir vor allem auch, um unsere vielen Aufgaben für eine zukunftsfähige Schweiz miteinander zu lösen.»

Quelle: www.admin.ch 

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