Schmallenberg-Virus

Schmallenberg-Virus

Das Friedrich-Löffler-Institut informiert (Stand 17. Februar 2012)

ab. Die Ablammzeit bei Schafen und Ziegen hat begonnen. Die Züchter schauen ihr mit grosser Sorge entgegen, vor allem im Nordwesten Deutschlands. Auch bei Kühen bzw. Rindern sind ein Teil Fälle von mit dem Schmallenberg-Virus infizierten Tieren aufgetreten. Die Ansteckung erfolgte über die Gnitzen – die gleiche kleine Stechmücke, die vor einigen Jahren die Blauzungenkrankheit übertragen hat. Da die Gnitzen mit dem Wind pro Tag einige hundert Kilometer weit getragen werden können, können auch weitere angrenzende Gebiete und Länder betroffen werden. Die Ansteckung erfolgte vermutlich im Sommer/Herbst 2011 und hat die Entwicklung der Jungtiere in einem frühen Stadium der Trächtigkeit durch Schädigung der Hirnstruktur schwerst beschädigt. Jetzt wird eine Geburt nach der andern sorgsam begleitet und vermutlich tierärztlich betreut werden müssen. Das Friedrich-Löffler-Institut begleitet mit sorgfältigen Angaben. Nicht daran zu denken, wenn ein ähnliches Virus für den Humanbereich erfunden würde …
Man kann sich nur wünschen, dass alle Tierliebenden in der ganzen Gesellschaft mit Anteil nehmen und damit auf den Boden der Realität zurückkommen, anstatt ihren Wolfs-Phantasien nachzulaufen. Sie könnten statt dessen dazu beitragen, dass eine biotechnologische Forschung keine Killerviren mehr erfindet, die Tier und Mensch gefährden!
Ob dieses Virus natürlichen Ursprungs ist oder «man-made», wird die weitere Forschung klären müssen. Bei der Vogelgrippe zum Beispiel hat die weltweite Wissenschaftler-Gemeinschaft Punkt für Punkt geklärt und eine relativ offene Diskussion darüber geführt: Die Natur war es nicht. Jedesmal muss der Weg offenbar von neuem angetreten werden, der Kampf mit dem Virus und die Klärung der Ursache. Als ob die Menschheit nichts anderes zu tun hätte!

Ausser Deutschland meldeten die Niederlande, Belgien, Grossbritannien und Frankreich Fälle vom Schmallenberg-Virus, hauptsächlich bei Schafen.
Bei Schafen wurde das Schmallenberg-Virus hauptsächlich bei missgebildeten Lämmern im Gehirn festgestellt. Die Missbildungen sind eine Spätfolge der Infektion zu einem früheren Stadium der Trächtigkeit im Sommer/Herbst 2011.
Im November 2011 stellte das Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), erstmals das Auftreten eines Virus des Genus Orthobunya-Virus bei Rindern in Deutschland fest. Vergleichende Analysen des Erbmaterials weisen darauf hin, dass es sich um ein Virus aus der Simbu-Sero-Gruppe (Shamonda-, Aino-, Akabane-Viren) handelt. Das Virus konnte isoliert, angezüchtet und weiter vermehrt werden. Auf Grund der Probenherkunft wurde es vorläufig als «Schmallenberg-Virus» bezeichnet.
Die am FLI entwickelte Nachweismethode wurde unter anderem an Institutionen in Belgien, Frankreich, England, den Niederlanden, Italien und in der Schweiz weitergegeben.
Weiterhin unklar ist, ob es sich um einen Neueintrag dieses exotischen Virus handelt oder ob Orthobunya-Viren schon seit längerer Zeit bei Wiederkäuern in Europa vorkommen. Für eine weitere Bewertung dieses Virusfundes sind daher zusätzliche Untersuchungen notwendig.
Orthobunya-Viren des Rindes sind in ­Australien, Asien und Afrika verbreitet und rufen dort in der Regel zunächst nur eine sehr milde klinische Symptome hervor. Werden allerdings trächtige Tiere infiziert, so können zeitverzögert zum Teil erhebliche kongenitale Schäden, Frühgeburten und Störungen im Fruchtbarkeitsgeschehen auftreten. Akabane-ähnliche Viren werden hauptsächlich durch Gnitzen (blutsaugende Mücken) übertragen.
Diese beim Rind relevanten Viren stellen kein Risiko für den Menschen dar. Es handelt sich nicht um Zoonose-Erreger. Auf Grund der Verwandtschaft des Schmallenberg-Virus mit den Shamonda-, Aino- und Akabane-Viren ist auch hier nicht von einem Risiko für den Menschen auszugehen (siehe auch Risikobewertung des European Center for Disease Prevention and Control).    •

Quelle: Das Magazin für Schaf- und Ziegenhalter (www.schafzucht-online.de, www.fli.bund.de)

BundeslandRindSchaf Ziege Gesamt
Schleswig-Holstein271     73
Hamburg145
Niedersachsen483390
Nordrhein-Westfalen122109231
Hessen67471
Rheinland-Pfalz3(davon 1 Bison)29335
Baden-Württemberg18413
Bayern1212
Saarland213
Berlin11
Brandenburg1313
Mecklenburg-Vorpommern415
Sachsen1717
Sachsen-Anhalt1616
Thüringen21122
Gesamt2355826607

Tabelle: Bestätigte Fallzahlen über betroffene Bestände, 17. Februar 2012, 12 Uhr; Quelle: TSN

 

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