Leserbriefe

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Europa und die Entscheidung der Österreicher zur Wehrpflicht

«Bloss Mensch sein zu wollen ist zu wenig»

Wir befinden uns als Mitteleuropäer doch immer noch in der Situation, dass Zigtausende US-Soldaten und Einrichtungen in Europa stationiert sind, obwohl der Feind aus dem Osten abhanden gekommen ist. Und wenn davon gesprochen wird, dass die Bedrohung heute anderer Art ist, weil Terror und technischer Fortschritt in der Menschentötung erhöhte Anforderungen stelle, dann ist das Sich-Eingliedern in eine militärische Aufrüstungsarmee völlig unverständlich. Das ist für Österreich als neutrales Land eine absichtlich herbeigeführte Bedrohung! Man vergleiche diesbezüglich die Schweiz.
Die wesentliche vom Bürger ferngehaltene geschichtliche Tatsache besteht zum Beispiel darin: Vergessen und unbekannt ist, dass der Westen mit voller Absicht in Russland das Experiment, den marxistisch-leninistischen Sozialismus sich selbst zu überlassen, inszeniert hat. Von den USA kam in den 70er Jahren das kapitalistische Experiment, die Finanzmärkte sich selbst zu überlassen. Beide Experimente dienten den Weltherrschaftsplänen der USA zur Destabilisierung Europas.
Eine weitere Unkenntnis ist, dass die EU eine über amerikanischen Einfluss geschaffene Konstruktion ist, in der es nach wie vor zum Beispiel in Deutschland die Kanzlerakte gibt. Ohne sie unterschrieben zu haben, kann kein Deutscher Kanzler werden. Etwas Ähnliches ist die Verpflichtung für jeden US-Präsidenten, Israel zu unterstützen. Beides ist eine ungeheuerliche Zumutung.
Die Entscheidung kann daher nur lauten, die immerwährende Neutralität bewusst zu leben und sich als Bürger den Zusammenhalt nicht nehmen zu lassen. Isolation des Einzelnen ist die Gefahr, der eine allgemeine Wehrpflicht entgegenwirkt. Gerade und nur ein Milizheer kann nicht gegen die eigenen Bürger missbraucht werden.
Wird allerdings der Weg frei gemacht für die Eingliederung in einen Militärblock EU, USA und Nato, dann entscheidet man sich für die Weltherrschaft, die dann ein einziges Volk ausüben kann. Das bedeutet für den Einzelnen, dass er nur denken darf, was ihm zu denken erlaubt wird. Seine Meinung hat die der Welt-Staatsmacht zu sein. Dieses von Amerika ausgehende Denkverbot ist bereits zu verspüren.
Es ist also nicht das Wahljahr der schlechte Auftakt, sondern die politische Gesinnung der Bürger muss gestärkt werden. Denn bloss Mensch sein zu wollen ist zu wenig. Der Bürger muss durch umfassende Mitteilungen zu einer seriösen Information kommen. Er kann nämlich nur durch Kenntnis geschichtlicher Tatsachen in die Lage versetzt werden zu durchschauen, was verantwortungslose Politiker durch ihr Verwirrspiel Wehrpflicht oder Berufsheer verbergen wollen. Wer sich sein Denken korrumpieren lässt, wird aus der damit verbundenen Begrenztheit nicht herauskommen. Da herauszukommen ist aber die Verpflichtung eines Bürgers. Tut er es nicht, tritt das Ärgerlichste für eine Demokratie ein, dass er einer Sache nicht wirklich gewachsen sein wird.

Harald Högler, Salzburg

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