Die Krim – 5 Jahre danach

Buchbesprechung

Entwicklung – Geschichte – Hintergründe

rt. Vor fünf Jahren, im Februar 2014, gipfelte die Einkreisungspolitik der USA gegenüber Russ­land in einem inszenierten Putsch auf dem Maidan in Kiew. Das geostrategische Ziel, die Ukraine in den westlichen Machtbereich zu integrieren und gleichzeitig Nato-Truppen direkt vor der russischen Grenze stationieren zu können, war durch diese verdeckte Operation gelungen. Kurz danach trennte sich die Krim von der Ukraine per Volksabstimmung und schloss sich der Russischen Föderation an.
Schon lange zuvor war die Zusage des Westens – nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes militärisch nicht weiter gegen Osten vorzurücken – gebrochen. Auch die als «Farbrevolutionen» umschriebenen verdeckten Operationen rund um Russland, wie sie in Tbilissi 2003, Kiew 2004, Bischek 2005 oder Minsk 2006 inszeniert wurden, sind inzwischen eindeutig als solche klassifiziert.
Wie man heute weiss, war auch der in den westlichen Leitmedien als «berechtigter» Protest beschriebene Staatsstreich in Kiew 2014 von langer Hand geplant. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Geld und Personal aus Wa­shington oder von verbündeten Diensten diesen Umsturz ermöglicht hatten, und es ist auch kein Geheimnis, dass ein Friedensabkommen des Westens mit Russland aktiv verhindert wird und dass der Versuch unternommen wird, das Land durch einen radikalen Wirtschaftsboykott in die Knie zu zwingen.
Schnell war in europäischen Wirtschaftskreisen klar, dass die verschärften Wirtschaftssanktionen einerseits der europäischen Wirtschaft selbst immens schaden und andererseits eine vertiefte wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit zwischen Russ­land, China und Indien befördern, was eigentlich nicht im Interesse der europäischen Wirtschaft liegt.
Die Bevölkerung der Ukraine ist der grosse Verlierer in diesem Vorgang. Der gut funktionierende Handel mit Russland wurde unterbrochen, die lukrative Gasdurchleitung von Russland nach Westeuropa entfällt, und das Land verarmt unter einer korrupten, von Oligarchen gesteuerten Politik, obwohl es reich an Rohstoffen und guten Böden ist.
Im Zusammenhang mit dem Umsturz in Kiew trennte sich die Krim und schloss sich Russland an. Diese freiwillige Loslösung von der Ukraine und die Anbindung an Russland per Volksabstimmung (Beteiligung etwa 80 %, Zustimmung 95,5 %) werden im offiziellen westlichen Sprachgebrauch immer noch als «Annexion» durch Russland dargestellt.
Die Halbinsel Krim, die 1954 als «Schenkung» Chruschtschows an die Sowjetrepublik Ukraine fiel, konnte sich die russische Führung nicht vom Westen entreissen lassen. Der bedeutende Militärhafen Sewastopol mit seinen Kriegsschiffen, seinen Werften und dem eisfreien Zugang ist russisches Kerngebiet und von vitalem Interesse für das Land. Bis anhin war es Russland möglich, den Seehafen durch Pachtverträge mit der Ukraine weiter zu bewirtschaften. Aber schon 2013, also noch vor dem Putsch auf dem Maidan, wurden von einer US-amerikanischen Marineabteilung Bauaufträge in Sewastopol beantragt – offensichtlich nicht zum Bau von Kinderheimen. Doch in der durch die westlichen Medien gefilterten Sicht auf den Konflikt erscheint immer noch Russland als Konfliktverursacher.

Eine Veröffentlichung, die eine sachliche und zugleich fundierte Sicht auf den sogenannten «Krimkonflikt» bietet und das entstandene Zerrbild von Russland korrigiert, wurde von den Autoren Ralf Rudolph und Uwe Markus herausgegeben: «Die Rettung der Krim».Die Autoren führen den Leser durch die Geschichte der Sezession der Krim. Man erfährt von den geschichtlichen, politischen und wirtschaftlichen Hintergründen. Da die Autoren auch militärhistorisch versiert sind, wird der Leser in die geopolitischen Zusammenhänge eingeführt. Faktenreich wird die fortschreitende Einkreisungspolitik der USA gegenüber Russland dargestellt, die auch stark von eigenen wirtschaftlichen Interessen gelenkt ist, wie bei dem Streit um die Gas-Transversalen im Gebiet um das Schwarze Meer. So erscheint heute der politische Umsturz in Mazedonien 2016 in einem völlig neuen Licht. Nicht innenpolitische Konflikte gaben den Ausschlag, sondern der geplante Bau einer Pipeline durch ein Konsortium unter der Führung der russischen Gazprom über den Balkan nach Österreich.Detailliert erfährt der Leser, wie es der russischen Regierung gelang, trotz der völkerrechtswidrigen Wirtschaftsblockade durch die Ukraine (Wasser-, Lebensmittel-, Gas-, Öl-, Elektrizitätseinfuhrstopp), die Krim innert weniger Monaten wieder zu versorgen. Nicht zu beschönigen ist, dass der anschliessend bis heute von den USA betriebene Boykott des Westens in erster Linie die Zivilbevölkerung trifft.Dass die Krim ein international überaus beliebter Urlaubsort mit vielen historischen Sehenswürdigkeiten ist, erfährt der Leser in einem Kapitel gegen Ende des Buches.    •

Rudolph, Ralf; Markus, Uwe. Die Rettung der Krim. Phalanx. 2017. 237 S. ISBN 978-3-00-057153-4
Kontakt: www.phalanx-verlag.de oder markus-berlin(at)t-online.de

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