Mit gutem Beispiel vorangehen und konkret handeln

von Philippe Randin, Direktor «Nouvelle Planète», und Roman Twerenbold, Projektverantwortlicher «Nouvelle Planète»*

Albert Schweitzers Weltanschauung der «Ehrfurcht vor dem Leben» ist seit der Gründung vor 33 Jahren die Richtschnur von «Nouvelle Planète»: «Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will; ich muss also Ehrfurcht vor allem Leben haben.» Wir verstehen das Leben in allen seinen Tier- und Pflanzenformen. Bei unseren Hilfsprojekten, die auf Anfrage der Gemeinschaften durchgeführt werden, legen wir daher Wert auf nachhaltigen Umweltschutz.
In unseren Einsatzländern tragen bereits viele Projekte zum Klimaschutz bei. Dieser Aspekt gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn in den lokalen Gemeinschaften wächst das Bewusstsein für die zerstörerischen Auswirkungen des Klimawandels. So etwa in der Sahelzone, wo die Dorfgemeinschaften uns angesichts der Desertifikation bitten, ihnen bei der Aufforstung oder beim Brennholzsparen zu helfen.
Priorität Amazonas
Unsere Aktionen in Zusammenarbeit mit den indigenen Gemeinschaften im Amazonas­gebiet folgen derselben Logik.
In Peru sind heute 15,4 Millionen Hek­taren Land auf den Namen der indigenen Gemeinschaften verbrieft. Dies entspricht 20 % des peruanischen Amazonasgebiets, das seinerseits rund 13 % des Amazonas-Regenwaldes ausmacht. Ein Drittel der verbrieften Flächen wurde dank der Projekte von «Nouvelle Planète» geschützt. Dies entspricht 520 Millionen Tonnen gebundenen Kohlenstoffs und einer Fläche, die grösser ist als jene der Schweiz.
Wir setzen für die Beleuchtung oder den Antrieb der Wasserpumpen vorzugsweise photo­voltaische Sonnenenergie ein. In Vietnam konnte dank der Förderung von Biogas Holz gespart und CO2 gebunden werden. In Madagaskar vervielfältigt sich die Aufforstung auf den gerodeten Hügeln.    •

*    «Nouvelle Planète» ist eine 1986 gegründete gemeinnützige Schweizer Organisation, deren Prinzipien auf politischer und konfessioneller Neutralität beruhen. Sie engagiert sich auf zwei Ebenen:

  1. Unterstützung der Initiativen von Bevölkerungsgruppen, die im ländlichen Raum in Afrika, Asien und Lateinamerika leben, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern und mehr Autonomie zu geben und zugleich die Umwelt zu schützen.
  2. Organisieren von Einsätzen, die es den Teilnehmenden erlauben, andere Realitäten und Lebensweisen zu entdecken, die oft weit entfernt erscheinen. Austausch ist die Devise. Für genauere Angaben: www.nouvelle-planete.ch/index.php/de/ueber-uns

Quelle: Nouvelle Planète Nr. 174 vom September 2019

Kontaktadresse: Nouvelle Planète, avenue Charles-Dickens 2, 1006 Lausanne. E-Mail: npnouvelle-planete.ch, Tel.: 0041 (0)21 881 23 80, www.nouvelle-planete.ch/index.php/de/ueber-uns
Spenden: PC 18-5792-6 / IBAN CH12 0900 0000 1800 5792 6 Stichwort: «Brücke Vietnam»

Vietnam – Zugang zu den Feldern

RoTw. Während der Regenzeit verlieren die Landwirte von Arec die Hälfte ihrer Ernte, da sie wegen eines reissenden Flusses ihre Felder nicht erreichen können. Handeln tut not!
Auf den Hochebenen Vietnams an der Grenze zu Laos leben die ethnischen Minderheiten Co’-tu. Im Dorf Arec bebauen die EinwohnerInnen beinahe 1200 ha Landwirtschaftsflächen. Jeder Haushalt besitzt im Durchschnitt ein 12 ha grosses Feld. Dies entspricht 17 Fussballfeldern. Die Dorfbewohner bauen Reis, Maniok und Obstbäume an. Allerdings sind sie mit einem ernsthaften Problem konfrontiert.
Im Gemeinschaftshaus von Arec erklärt uns der Dorfvorsteher Nguy n Thanh Tâm: «Wir produzieren 66 Tonnen Rohreis und 7 Tonnen Maniok pro Jahr. Unsere Felder liegen auf der anderen Seite des Flusses. Um dorthin zu gelangen, müssen wir das Flussbett zu Fuss durchqueren. Dies ist ein schwieriges Unterfangen, denn die Uferböschungen sind steil und glitschig. In der Regenzeit ist es schlicht unmöglich, den Fluss zu durchqueren. Und es gibt keine Alternative. Selbst wenn wir mehrere Kilometer zurücklegen würden: Es gibt weit und breit keinen Umweg, um dieses Hindernis zu überwinden.»

Ein Verlust von 33 Tonnen Reis!

Ein Landwirt erzählt: «Unser Dorf wird sehr oft von heftigen Regenfällen heimgesucht, was uns während 6 Monaten den Zugang zu den Feldern verunmöglicht. Wir können deshalb nicht ernten, was wir in der Trockenzeit angebaut haben. So verlieren wir bis zu 33 Tonnen Reis und 3 Tonnen Maniok. Bei den Hochwassern von 2011 hat jeder Haushalt rund 520 kg Reis verloren.» Dies sind dramatische Verluste für eine Bevölkerung, deren einzige Nahrungs- und Einkommensquelle die Landwirtschaft ist.

Ernten und aus der Isolation befreien

Die technische Analyse hat gezeigt, dass eine Hängebrücke mit einer Armierung aus Stahlbeton die beste Lösung ist. Metallplatten, die solider und langlebiger sind als Holz, werden es den DorfbewohnerInnen erlauben, ihre Zweiradfahrzeuge für den Transport der Ernten zu gebrauchen. Dank der Nutzung des gesamten Erntepotentials werden sie einen Teil der Nahrungsmittel lagern und für den Eigengebrauch verwenden und den anderen Teil im 2 km entfernten Hauptort der Gemeinde verkaufen können.
Die Brücke bringt aber noch weitere Vorteile. Dank ihr wird ein anderes Dorf, das 17 km nördlich von Arec liegt, aus der Isolation befreit. Dessen 107 Einwohner werden sich endlich das ganze Jahr hindurch zum Gesundheitszentrum der Gemeinde begeben können. Mit einem Schlag werden also zwei Probleme gelöst!
Die ethnischen Minderheiten, die in Dörfern wie Arec in abgelegenen Gebieten Vietnams leben, profitieren nur selten von Investitionen.

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