Sind Sie auf eine Notfallsituation vorbereitet?

rt. Im täglichen Ablauf erscheint es uns selbstverständlich, dass wir Wasser, Elektrizität aber auch Lebensmittel jederzeit und überall beziehen können. Wir wissen zwar, dass dies nicht immer so war, doch 70 Jahre wachsender Wohlstand lassen eine Notsituation als geradezu unrealistisch erscheinen. Doch viele Anzeichen lassen heute ein Überdenken sinnvoll erscheinen (z. B. Epedemien, Blackout).
Verschiedene Einrichtungen im Land sind andauernd und zum Teil berufsmässig damit beschäftigt, für verschiedene Krisensituationen spezifische Vorbereitungen zu treffen. International geniesst der Schweizerische Bevölkerungsschutz einen guten Ruf. Davon merken wir wenig, wenn wir nicht direkt damit befasst sind. So wurden in den vergangenen Jahren Zivilschutz und Rettungsorganisationen neu aufgestellt, um angemessener reagieren zu können. Regelmässig werden zu verschiedenen Szenarien landesweite Übungen abgehalten (z. B. Gesamtnotfallübung 2019 GNU19).
Doch wie kann sich jeder heute und konkret auf eine Krisensituation vorbereiten?

Bevor einzelne Vorkehrungen aufgeführt werden, rufen wir uns unsere jetzige Lebenswelt ins Bewusstsein: In den vergangenen Jahrzehnten haben grosse Umwälzungen Europa und damit auch die Schweiz verändert (Technisierung, Digitalisierung, industrialisierte Landwirtschaft, Mobilität, Zentralisierung usw.). Unsere Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und die Einrichtungen, die dazu beitragen, funktionieren geradezu reibungslos und bescheren uns einen hohen Lebensstandard.

Moderne Versorgung

Unsere Versorgung findet «just in time» statt. Der Produzent hat keine grösseren Lager, die Produkte befinden sich in Lastwagen, Eisenbahnwaggons, Schiffen oder Flugzeugen auf dem Weg zum Verbraucher. Auch die Landwirtschaft hat sich verändert, sie ist inzwischen hoch spezialisiert und technisiert, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der diversifizierte Bauernhof mit Kühen, Hühnern, Schweinen, Getreideanbau, etwas Gemüse und Obst findet sich fast nur noch im Kinderbuch, auch wenn viele dies bedauern. Unsere Versorgung mit Wasser läuft in den meisten Fällen über grössere Verbundsysteme mit zahllosen Pumpen und Kläranlagen.

Anfällige elektronische Systeme

Grosse Menschenströme bewegen sich täglich über das ganze Land. Viele wechseln regelmässsig den Kontinent. Der Verkehr der SBB, der Luftfahrt, der Schiffahrt und des motorisierten Verkehrs wird elektronisch geleitet und geregelt. Auch Geschäfte, Krankenhäuser, Gewerbebetriebe profitieren von neuartigen Softwarelösungen, die kleine und grosse Anlagen steuern und überwachen und uns so viel Arbeit abnehmen.
Unsere gesamte Kommunikation stützt sich inzwischen auf elektronische Anlagen und ermöglicht völlig andere Arbeits- und Verhaltensabläufe. Die Welt hat sich rasant geändert. Aber sie ist wesentlich empfindlicher auf Störungen geworden. Daran haben uns in jüngster Zeit einige Stromausfälle erinnert.

Der klassische Notvorrat ist «basic»

Jeder kann in seinem persönlichen Haushalt und in seinem Umfeld einige Vorkehrungen treffen, die verhältnismässig leicht zu bewerkstelligen sind und die über die erste Zeit einer Notsituation helfen können. «Klassisch», und ausserdem, modern ausgedrückt, «basic», ist der Notvorrat, den schon unsere Grosseltern kannten.
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL empfiehlt einen Notvorrat mit genügend Essensvorräten für eine Woche und Wasser für 3 Tage:

  • Getränke: 9 Liter Wasser (1 Sixpack) pro Person, weitere Getränke
  • Lebensmittel für rund eine Woche. Zum Beispiel Reis, Teigwaren, Öl, Fertiggerichte, Salz, Zucker, Kaffee, Tee, Dörrfrüchte, Müesli, Zwieback, Schokolade, UHT-Milch, Hartkäse, Trockenfleisch, Konserven,
  • Verbrauchsgüter: Batteriebetriebenes Radio, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer/Feuerzeug, Gaskocher
  • und ausserdem regelmässig benötigte Hygieneartikel und Arzneimittel, etwas Bargeld, Futter für Haustiere.

Selbstverständlich kann auch ein grösserer Vorrat angelegt werden, nur sollte man in der Lage sein, ihn umzusetzen, damit die Waren nicht verderben. Man findet ausserdem auf der Webseite des BWL weitere informative Ratgeber.

Vorbereitet mit alertswiss.ch

Wer auf unterschiedliche Krisensituationen vorbereitet sein will, sollte sich über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS informieren (www.babs.admin.ch). Über die App bzw. die Homepage www.alert­swiss.ch wird der Benutzer dazu angeleitet, sich über mögliche Krisensituationen im voraus persönlich Gedanken zu machen. Zudem kann er an einer Alarmierungskette teilnehmen.
Grundsätzlich jedoch erfolgt die Alarmierung in der Schweiz über Sirene und Radio. Denn Smartphones oder das Telefonnetz fallen bei einem grösseren Stromunterbruch aus.
Um auf die unterschiedlichen Krisensituationen vorbereitet zu sein, falls sie in grösserem Ausmass eintreffen sollten, empfiehlt es sich, unser Schweizer Sicherheitssystem kennenzulernen und zu wissen, wie und wo man einen persönlichen Beitrag leisten kann. Darüber wird in einem weiteren Beitrag informiert werden.    •

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