«Diese Krise braucht alle, jeden einzelnen von uns»

Am 16. März 2020 eröffnet Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Medienkonferenz des Bundesrates zur Erklärung der ausserordentlichen Lage durch den Bundesrat.

«Der Bundesrat hat heute entschieden, die Situation als ausserordentliche Lage zu erklären. Die Regelung gilt ab Mitternacht und dauert vorerst bis 19. April. Damit haben wir in der ganzen Schweiz einheitliche Regeln. Klare, verständliche und einheitliche Massnahmen, das braucht die Bevölkerung jetzt. Und der Bundesrat sagt es ganz deutlich: Wir brauchen jetzt auch die Bevölkerung, die sich an diese Massnahmen hält. Und zwar die ganze Bevölkerung, jeder und jede einzelne von uns. Meine Damen und Herren, warum ist das so wichtig? Weil wir die Verbreitung des Virus verlangsamen müssen. Damit es in den Spitälern weiterhin genug Platz hat, um Schwerkranke zu pflegen. Das ist im Interesse von uns allen, ob Jung oder Alt. Wenn in den nächsten Tagen zu viele Menschen auf einmal am Corona-Virus erkranken und ein Teil von ihnen im Spital eingeliefert wird, dann kommt es zu einem Engpass. Dann kann auch der verunfallte Töffahrer nicht mehr eingeliefert werden. Dann kann das krebskranke Kind nicht mehr gepflegt werden, die Herzoperation nicht mehr durchgeführt werden und der Hirntumor nicht mehr entfernt werden. Meine Damen und Herren, das ist der Grund, weshalb wir jetzt, und zwar wirklich jetzt, sofort, alles dafür tun müssen, um den Anstieg der Corona-Virus-Erkrankungen zu bremsen. Das ist möglich, und es dient uns allen, der ganzen Bevölkerung. Aber möglich ist es nur, wenn wir alle diese Massnahmen nun strikte einhalten. Jetzt muss ein Ruck durch unser Land gehen. Maintenant, une réaction forte s’impose, en tout le pays. Adesso dobbiamo darci tutti una mossa in tutto il paese. Uossa stu mincha persuna far ün sforz. Ein Ruck heisst, dass wir Ansteckungen zu verhindern haben. Und das heisst konkret, dass die Jassgruppe im Restaurant nicht mehr ihren Jassabend durchführen kann und dass die organisierte Wanderung oder der Wanderausflug nicht mehr stattfindet. Ja, das ist nicht einfach. Viele tun sich schwer damit. Aber es gibt Wege, damit wir uns auch in diesen Tagen nahe sein können und trotzdem Distanz halten. Meine Damen und Herren, das ist ein Appell des Bundesrates an die ganze Bevölkerung. Nehmt diese Massnahmen – Distanzhalten, Hygienemassnahmen – nehmt diese Massnahmen ernst! Was wir der ganzen Bevölkerung aber auch sagen, und eindringlich sagen: Wir lassen Euch nicht allein. Wir kümmern uns um Euch. Wir werden zusammen mit den Kantonen alles dafür tun, dass schwerkranke Menschen in unserem Land auch weiterhin gepflegt, operiert, betreut und, wenn immer möglich, geheilt werden. Wir kümmern uns auch um die Wirtschaft, um die Arbeitsplätze, um all jene, die von diesen Massnahmen im Kern ihrer Existenz getroffen werden. Die 10 Milliarden, die der Bundesrat bereits gesprochen hat, sind als Soforthilfe zu verstehen. Der Bundesrat weiss, dass es noch mehr Mittel brauchen wird. Der Bundesrat erwartet auch von den Banken, dass sie einen Beitrag leisten, damit die Liquidität von KMU und von der Wirtschaft erhalten bleibt. Der Bundesrat tauscht sich ausserdem auch eng aus mit den Nachbarstaaten und auch mit der Europäischen Union.

Ich danke im Namen des Bundesrates allen aus ganzem Herzen, die in dieser Krise, in dieser ausserordentlichen Lage dazu beitragen, dass das Bedürfnis von uns allen nach Kontakt und nach Nähe trotz dieser Distanzmassnahmen gelebt werden kann. Es gibt so viele kreative wunderbare Initiativen von jungen Menschen, von Kindern, von Älteren, um einander in dieser Situation zu unterstützen. Diese Krise braucht alle, jeden einzelnen von uns. Jetzt braucht es einen Ruck, dann können wir sie gemeinsam bewältigen. Cette crise nous sollicite tous, sans exception. Il faut une réaction forte dans tout le pays, et il la faut maintenant. C’est le seul moyen de parvenir à surmonter cette crise. Quista crisa dovra tuots. Nus stuvain far ün sforz. Bisogna avere il sostegno di tutti per affrontare questa crisi. Dobbiamo davvero darci una mossa. Se uniamo le forze possiamo soperare questo momento difficile. Grazie. Danke.»

Quelle: www.admin.ch 16.3.2020

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