Leserbriefe

«Und morgen ist es dann ein anderer Mensch, der so geplagt wird»

Sehr vielen Dank für die mutige und aber notwendige Berichterstattung über Julian Assange! Dem Investigativjournalisten werden von seiten der britischen Justiz, aber auch von seiten Schwedens, das die skandinavische pazifistische Tradition von Olaf Palme und von Dag Hamerskjöld offenbar vergessen hat, so viele Steine in den Weg gelegt, und er wird solcher Marter ausgesetzt, in einem Sicherheitsgefängnis in Grossbritannien, und zwar in Einzel- und Isolierhaft, dass es wirklich kaum zu fassen ist.
  Man mag sehr hoffen, dass im britischen Rechtssystem noch ein Winkel übrig ist für die Menschlichkeit, für die sich Herr Assange eingesetzt hat. Es ist einfach ganz ungerecht, ganz abscheulich, was mit Herrn Assange gemacht wird – und was alarmierend für mich ist, ist, dass die Uno und ihre Stimme keine Achtung mehr geniesst, ja, sogar nicht mehr gehört wird.
  Wenn wir dem nicht Einhalt gebieten, wird man die Uno bald verhöhnen … Und morgen ist es dann ein anderer Mensch mit Menschlichkeit, der nächste, der so geplagt wird, der in Isolierhaft kommt, und dann haben wir gar keine rechtliche Handhabe und keine rechtlichen Mittel mehr dagegen! Wehret den Anfängen! Herrn Assanges Rechtsfall ist ein Präzedenzfall, und ich weiss nicht, was man noch tun kann, wenn schon die Uno offenbar ohnmächtig zusehen muss.
  Wir sollten uns da nichts vormachen, die USA haben hier, so wie auch die Bücher von Daniele Ganser (leider) bestätigen, noch die volle Macht zu tun, was sie wollen, aber langsam, langsam ändert sich doch die Einstellung auf der Welt, und viele Leute erkennen die Verdienste Herrn Assanges um die Wahrheit.
  Eigentlich sollte man dem Menschenrecht auf Frieden noch ein Menschenrecht auf die Wahrheit an die Seite stellen – ein Hoffnungsschimmer sind die Privatinserate in mancher Zeitung, in denen Assanges Freilassung gefordert wird.

Susanne Wiesinger, Freiburg i. B.


Jede Generation hat ihre Aufgaben

Wieso klagen wir über die Corona-Krise und die damit für uns verbundenen notwendigen Einschränkungen?
  Hat nicht jede Generation ihre in der Gegenwart begründeten Aufgaben? Sei es Schule, Beruf, Daseinssicherung, Altern, gesundheitliche Veränderungen, Umweltveränderungen, Weltpolitik und …
  Jeder dieser Bereiche erfordert, dass wir damit umgehen lernen. Ein Klagen darüber, dass die Dinge so sind, wie sie sind, ist eine Zeitlang als Bestandesaufnahme ja vorstellbar, aber am Ende braucht es einen Weg, wie mit der Änderung sinnvoll umzugehen ist. Wenn die Menschheit dies nicht über viele Jahrtausende mal besser, mal schlechter hinbekommen hätte, würde es heute wohl keine Menschen mehr geben. Als im Zweiten Weltkrieg die Bedrohung vor der Tür stand und der Hunger gross war, musste, auch wenn es unbequem war, das Problem von jedem angepackt werden. Auch jetzt braucht es wieder ein beherztes Anpacken, um solidarisch die aktuelle Bedrohung durch Corona gemeinsam zu meistern. Die Jungen und die Alten, alle sollten sich an die AHA-Regeln halten und die Kontakte reduzieren.
  Nicht zuletzt bietet – oder auch fordert – die heutige Situation die Möglichkeit, dass jung und alt, Eltern und Kinder, alle miteinander sich wieder besser kennenlernen und aufeinander im Menschlichen zugehen, und ein mehr an Miteinander schadet uns wie auch der Menschheit sicher nicht, sondern kommt allen zugute. 

Lutz Geisen, Trimmis

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