Doktrinäres «Kauderwelsch» oder verständliche Sprache?

Der Gender-Neusprech führt zu sprachlicher Verarmung und ideologischer Zensur

von Dr. Peter Küpfer, Germanist

«Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.» Man wird angesichts der aktuellen Verrenkungen mit der angeblich gerechten «Gender-Sprache» oft an diese Redewendung aus Shakespeares Hamlet erinnert. Ein gutes Mass Tollheitspotential haben die angestrengten Sprachverdrehungen tatsächlich, die heute Lehrern (Entschuldigung: Lehrpersonen), Politikern (Entschuldigung: Politikerinnen und Politikern), und Journalisten (Entschuldigung: Journalist*innen) zugemutet und überall durchgesetzt werden. Methodisch ist dabei die Vorgehensweise: Durch Wiederholung und Einhämmerung soll die Sprachgemeinschaft an diese systematische Verhunzung unserer Sprache «gewöhnt», ja, umerzogen werden. Das erinnert an vergleichbare Vorgänge: Drogengenuss wird solange als Menschenrecht propagiert, bis diejenigen Unmenschen sind, die davor warnen. Gewalt gegen Sachen und gegen Polizisten wird solange als leichter Verstoss beschrieben, bis er zu den in jüngerer Zeit gehäuften Gewaltexzessen führt. Wir haben uns in den letzten Jahren an viel methodisch durchgesetzten sprachlichen Schlendrian gewöhnen müssen. Zu tolerieren ist er trotzdem nicht, denn er stammt, wie jede obrigkeitlich durchgesetzte Sprachzensur, aus einer zutiefst intoleranten Gesinnung.

Expertengruppen, offizielle Empfehlungen und verschiedene, bisher ungewohnte, oft selbsternannte Instanzen einer eigentlichen Sprachüberwachung schiessen aus dem Boden. Wer modern sein will, muss sich einem neuen Ritual anpassen, der sogenannten «gendergerechten Sprache». In den gesprochenen Nachrichten erfahren wir heute auf praktisch allen Sendern nicht mehr, dass die Neuseeländer zufrieden sind mit ihrer Regierung. Es sind nämlich nicht die Neuseeländer, sondern – Sie haben es geahnt – die Neuseeländerinnen und die Neuseeländer. Wo es bei Arzneimittelwerbungen früher hiess «… fragen Sie Ihren Arzt oder Ihren Apotheker» heisst es heute «… fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker».1 Das führt in der Sache zu gar keiner zusätzlichen oder genaueren Information, sondern verlängert und verkompliziert unnötigerweise die Mitteilung. Radiosprecher machen, da es ihnen selbst als zu lange und kompliziert vorkommt, nun eine Kunstpause dort, wo im Schriftlichen das Sternchen platziert wird – unnötige, seltsame und den Sprachfluss hemmende Verbeugung vor der sprachlichen Unvernunft. Sie bedeutet nichts anderes als die Akzeptierung der ideologisch motivierten Sprachverbiegung.
  Die sogenannt gendergerechte Sprache hat nämlich einen klar politisch-ideologischen Hintergrund. Sie wurde im deutschen Sprachraum von Exponentinnen (hier gilt mit Absicht und zu Recht die weibliche Form!) der grün-linken Bewegung in die Debatte geworfen. Eine ihrer Pionierinnen ist die scharfzüngige linguistische Feministin Luise Pusch, die schon ab den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegen «den sprachlichen männlichen Grössenwahn» wetterte und der «männlich dominierten» Sprache «sprachtherapeutische Massnahmen» aufoktroyierte.2 Deshalb findet sie komplizierte Sprachverdrehungen als gerechte Strafe für die angeblich typisch männliche Sprachdominanz. Sie fand in Vertreterinnen einer feministischen Grammatik des Deutschen willige Nachfolgerinnen. Heute ist dieser politisch motivierten Bewegung ein Teilsieg sicher. Satzungetüme wie die folgenden sind heute in vielen, sogar amtlichen Dokumenten Standard geworden: «Nicht jede oder jeder toleriert einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, der/die ihre/seine Kolleginnen oder Kollegen in männlich dominierter Sprache anspricht.» Oder, weil es da auch eifrigen Neusprech-Pflegern zu dumm wird beim Schreiben, das gleiche im weder les- noch sprechbaren Sternchen-System: «Nicht jede*r toleriert eine*n Mitarbeiter*in, die*der ihre*seine Kolleg*innen in männlich dominierter Sprache anspricht.»
  Dieser heute in vielerlei Formen anzutreffenden Verrenkung der Sprache liegt eine sprachwissenschaftlich nicht haltbare ideologische Annahme zugrunde, auch eine hartnäckig aufrechterhaltene Verwechslung.

Das grammatische Geschlecht hat mit dem biologischen nichts zu tun!

Dem ganzen modernen Murks mit der Sprache liegt ganz einfach die systematische Verwechslung des grammatischen Geschlechts eines Nomens mit dem biologischen Geschlecht des gemeinten Lebewesens zugrunde. Vor einigen Jahren konnte man noch ganz selbstverständlich Sätze wie die folgenden sagen und schreiben: «Die Kantonsschüler stammen im Kanton Zürich vor allem aus den Gemeinden mit hohem Lebensstandard.» Dass man damit nur die männlichen jungen Leute meinte, wäre niemandem in den Sinn gekommen, zumal wir heute in der Schweiz deutlich mehr weibliche Kantonsschüler haben als männliche.
  Zur Hauptbegründung der Gender-Manie in der deutschen Sprache stand aber die von ihren Vertreterinnen absichtlich in die Welt gesetzte Verdrehung, wer von Schülern, Lehrern, Politikern oder Teilnehmern spreche, meine ausschliesslich die männlichen Exemplare dieser Vielheiten. Dass dies Mumpitz ist, kann jeder Deutschsprechende selbst nachvollziehen, man muss da kein Sprachwissenschaftler sein.
  Viele Sprachen kennen beim Nomen (Substantiv) ein grammatisches Geschlecht (in der Grammatik das Genus genannt), andere nicht. Das Deutsche hat beim Nomen drei Geschlechter oder Genera, maskulin (männlich), feminin (weiblich) und neutral (sächlich): der Mond, die Sonne, das Fenster. Die romanischen Sprachen kennen beim Nomen nur zwei grammatische Geschlechter (maskulin und feminin) und das Englische nur eines. Das Nomen bezeichnet alle Lebewesen, Dinge und Sachverhalte, die es auf der Welt gibt, auch die Menschen.
  Es sieht jeder, der bei Verstand geblieben ist, dass das grammatische Geschlecht der Substantive oder Nomen eine recht zufällige Angelegenheit ist. Es gibt keinen Grund, warum «der Baum» im Deutschen ein männliches Substantiv ist, und «die Blume» weiblich. In den romanischen Sprachen ist «der Mond» weiblich (la lune, la luna), «die Sonne» männlich (le soleil, il sole), aus offensichtlich unterschiedlicher Deutung dieser Naturphänomene (für die romanischen Völker war entscheidend, dass die Römer in der Sonne eine männliche Gottheit sahen, die germanischen jedoch eine weibliche).
  Nun gibt es bei der Gattung Mensch auf der ganzen Welt nur zwei Geschlechter: die männlichen und die weiblichen (nicht vier oder unendlich viele, sonst hätte die Gattung Mensch nicht überlebt). Es ist auch bei Menschen nicht so, dass es beim grammatischen und biologischen Geschlecht eine völlige Kongruenz zwischen Genus und Sexus gäbe. Etwas so Weibliches wie «das Weib» ist zum Beispiel im Deutschen als Nomen neutral. Etwas so klassisch Männliches wie «eine Schildwache» aber feminin: die Wache. Auf Französisch heisst ein Rekrut «une recrue», ohne dass der Betreffende zu einer ärztlichen Geschlechtsbestimmung aufgeboten würde.
  Die Argumentation der neuen Sprachlenkerinnen geht anders. Sie attackieren die Berufs-, Funktions- und Gruppenbezeichnungen in der menschlichen Gesellschaft, die grammatisch meistens männlichen Geschlechts sind: der Arzt, der Schuster, der Frisör, der Beamte, der Funktionär, die auch in ihrer Pluralform männliche Endungen haben (-er): die Maurer, die Handwerker, die Schweizer, die Politiker, als Ausdruck nicht zu tolerierender sprachlicher Dominanz der Männer, seit Jahrhunderten als angelblich ideologische männliche Vorherrschaft in der Sprache verankert, und haben deshalb zum Kampf gegen das sogenannte «generische Maskulinum» aufgerufen. Dem liegt die willkürliche, jedem grammatischen Sachverstand fremde und irrige Meinung zugrunde, wer in der deutschen Sprache «die Schweizer», «die Ärzte» oder «die Frisöre» sage, meine damit ausschliesslich die männlichen Exemplare dieser Gattung. In Wahrheit wird dieses generische Maskulinum (die Schweizer) eben gerade dann gebraucht, wenn es nicht darum geht, eine Gruppe von Menschen nach ihrem biologischen Geschlecht zu unterscheiden. Darin sehen militante Sprach-Feministen eine schreiende Ungerechtigkeit.

Überflüssiger Kampf gegen das angeblich «sexistische» generische Maskulinum

Das ist ein Irrtum und eine Unterstellung. Das generische Maskulinum ist eine rein grammatische Erscheinung und hat mit Biologie nichts zu tun. Es bezeichnet ganz einfach Angehörige, männliche und weibliche, einer bestimmten Gruppe, häufig bei Berufsbezeichnungen und in Rechtstexten. Wer noch vor einigen Jahren geschrieben hat, die Schüler seien in unseren Zeiten selbstbewusster geworden und die Lehrer zurückhaltender in der Durchsetzung einer gewissen Disziplin, hat damit in keiner Weise ausdrücken wollen oder ausgedrückt, dass er damit ausschliesslich nur die männlichen Schüler und männlichen Lehrer meinte.
  Bis zu den heutigen, von ideologisch aufgeregten Kreisen der Sprachgemeinschaft uns allen aufgezwungenen Verrenkungen hiess die Verwendung des generischen Maskulins, dass man von einer Gruppe von menschlichen Wesen spreche (quasi soziologisch), eben gerade unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht, man kann es nicht genug wiederholen. Wenn man dagegen ausschliesslich weibliche Angehörige speziell meinte, sprach man ganz natürlich von Schülerinnen oder Lehrerinnen. Wenn eine Frau eine Auseinandersetzung in ihrem Mietverhältnis hat und in ihrem Mietvertrag feststellt, dass immer vom Vermieter und dem Mieter die Rede ist, nie aber von der Mieterin, kann sie die Geltung dieses Vertrages nicht mit dem Argument in Frage stellen, sie sei als Frau mit der Bezeichnung «Mieter» nicht gemeint. Das Gesetz gilt für alle, es unterscheidet bei allgemeinen Rechtssetzungen in der Regel nicht zwischen Mann und Frau. Ein Mietvertrag gilt, ganz gleich, ob es auf eine Frau oder einen Mann angewendet wird.
  Unverständlich, ja, empörend ist, dass der deutsche Duden, bisher auf der ganzen Welt respektiertes Referenzwerk für alle, die sich schriftlich korrekt auf Deutsch ausdrücken wollen, die ideologisch motivierte Sprachveränderung offensichtlich mitträgt. In seinem Band «Rechtschreibung» kann man in der Online-Version zum Beispiel beim Begriff «Mieter» die folgende Kurzdefinition lesen: «männliche Person, die etwas gemietet hat». Das ist nicht nur Unsinn, sondern verdreht alles. Gibt man weiter den Begriff «Mieterverein» ein, dann steht dort: «Verein, in dem Mieter zur Vertretung ihrer Interessen zusammengeschlossen sind». Nach dieser neuen Logik definiert dann also der Rechtschreibeduden einen Mieterverein als ausschliesslich männliche Gesellschaft, was den ganzen Irrsinn illustriert.
  Dass man heute gegenüber jedem, der das generische Maskulinum verwendet, den Totalverdacht erhebt, er benutze eine frauenverächtliche Ausdrucksweise, hat Gründe, die man nicht von der Sprache, und schon gar nicht von der Grammatik her erklären kann.
  Meine Generation hat noch in der Schule gelernt, dass diktatorische Regimes auch die Sprache mit strengen Vorschriften an «neue Wirklichkeiten» anpassen. Beispiele gaben der nationalsozialistische sowie der ostdeutsche Neusprech zur Genüge.
  In George Orwells berühmtem Roman «Die Farm der Tiere» (es handelt sich dabei um eine grimmige Karikatur moderner Gewaltherrschaften, insbesondere derjenigen von Stalin) führt der Autor lückenlos den Nachweis, wie das diktatorische Regime der Schweine seine neue Herrschaft nicht nur mit Verordnungen regelt, sondern es auch durch eine von oben diktierte Sprache festigt. Hiess es zu Beginn, nach der Vertreibung des tierschinderischen Farmers auf der angeblich gemeinschaftsorientiert geführten Farm noch «Alle Tiere sind gleich», so ändert sich diese Devise, nachdem die Schweine ihre Vormachtstellung schrittweise ausgebaut hatten, in die neue Parole: «Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.» Die sprachliche Vergewaltigung («gleich» kann man nicht steigern, entweder sind alle gleich, oder sie sind es nicht), folgt der wirklichen (die Revolutionsführer wurden Ausbeuter) auf dem Fuss.

Zwischenmenschliches Verständnis ist kein Resultat von Sprachzensur

Wie bei allen menschlichen Verhältnissen entsteht Verstehen aus Kenntnisnahme, Einfühlung und Anteilnehmen. Wenn sich Sprechende (und Schreibende) nicht mehr darauf verlassen können, dass ihr Zuhörer (Leser) sich Mühe gibt, zu verstehen, was sie sagen, ist die menschliche Kultur des Miteinander-Lebens zutiefst gefährdet. Sprache spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Für das, was wir leben, stehen prägende Begriffe zur Verfügung. Wenn wir Neues erfahren, schaffen wir sie uns oder geben ihnen eine aktuelle Bedeutung: Pandemie, Lockdown, Internet, Patchwork-Familie, Handy usw.
  Dass nur schon diese Beispiele zeigen, wie stark dabei heute der englisch-amerikanische Einfluss ist, mag einige verdriessen, ist aber nicht zu bekämpfen. Sprache erobert sich das Neue, baut es ihren Baugesetzen zufolge ein. Dass Berufsbezeichnungen im Deutschen so oft auf die Nachsilbe «-er» enden, ist nicht männliche Vorherrschaft oder Missachtung der Frauen. Es hat sich in unserer Geschichte so ergeben, dass Berufe während Jahrhunderten fast ausschliesslich von Männern ausgeübt wurden. Ein Handwerker war eben früher meistens ein Mann, der mit den Händen arbeitete, ein Maurer einer (ein kräftiger), der Mauern bauen konnte, und ein Schuster einer, der die Fertigkeit hatte, Schuhe herzustellen. Die Handwerkerinnen sind auch heute bei uns immer noch eher selten, die Maurerinnen noch mehr, und einer Schusterin bin ich in meinem ganzen Leben noch nie begegnet, obwohl das sicher ein Beruf ist, den Frauen auch bei uns meisterhaft ausüben könnten, wenn sie es denn wollten. Den Rezepten der «frauengerechten» Sprache zu folgen, kann hier nur Verwirrung stiften.
  Eine Frankfurter Journalistin vertrat kürzlich den in den genannten Kreisen beliebten Standpunkt, man könne doch mit dem gleichen Recht und mit der gleichen Konsequenz einfach festlegen, dass von nun an nicht mehr das generische Maskulinum angewendet werde, sondern das generische Femininum. Also: Wenn nicht ausdrücklich gesagt, meine man (frau!) mit dem Ausdruck «die Schülerinnen» eben Angehörige beider Geschlechter.3 Dann probieren Sie doch einmal, wie Sie so mit folgendem Satz zurechtkommen wollen: «Damals gab es für alle Schüler noch zwei Treppenaufgänge, den einen für Schüler, den anderen für Schülerinnen.» Er würde dann heissen: Damals gab es für alle Schülerinnen noch zwei Treppenaufgänge, den einen für Schüler, den anderen für Schülerinnen. Die Wahrheit und die Vernunft liegen auch hier übrigens nicht im einzelnen Begriff und im einzelnen Satz, auch nicht in einer wie immer begründeten «Regel» und Neu-Reglementierung der Sprache (sie braucht das nicht), sondern im Sprachzusammenhang, im Kontext. Der reale oder gemeinte Zusammenhang macht meistens sonnenklar, wie ein Begriff zu verstehen ist.
  Die Theoretikerinnen der «gerechten» Gendersprache (ist sie gerecht?) wollen durch immer kompliziertere Sprachregeln eine neue Gesinnung durchsetzen. Sie denken dabei nicht nur an die Frauen, sondern auch an die wie Pilze aus dem Boden schiessenden farbigen «Geschlechter» der LGBTQ-Szene. Was da an Sternchen, Kreuzen und anderen geistverwirrenden Sprachverunstaltungen noch auf uns zukommt, kann man ahnen. Die angeblich angepeilte «gerechte» Sprache wird sich mittels dieser Sprachdiktatur nicht durchsetzen. Hingegen mit einer Sprache, die überall und immer die Verständigung der Menschen untereinander sucht. gerade auch bei unterschiedlichen Vorstellungen.
  Das ist nur möglich, wenn sich alle um Verständnis bemühen. Die Gendersprache tut das nicht, sondern spaltet die Gesellschaft in belehrbare Männer, die beflissen das feministisch aufoktroyierte Ritual bedienen, und die unbelehrbaren, denen wohl weiterhin finstere Absichten unterstellt werden und die sprachlich umerzogen gehören. Das ist schade, unnötig, lästig und auch schädlich, wie alle aus der Ablehnung geborenen negativen Unterstellungen. Dass hier massgebende Kreise in der öffentlichen Verwaltung, in Parteien und Betrieben, in den Medien, in den Kirchen, sogar beim Duden so anpasserisch mit-«dudeln», ist ein weiteres Zeichen dafür, wie weit es Ideologinnen mit ihrer Sprachzensur, einer neuen Form des ideologischen Klassenkampfs, inzwischen schon gebracht haben. Da hilft wohl nur ein Stück ziviler Ungehorsam: den arrogant durchgesetzten Neusprech weder beachten noch befolgen.  •



1 Das Beispiel stammt von der Homepage der Schweiz. Eidgenossenschaft, Bundesamt für Gesundheit, Informationsblatt Coronavirus, https://bag-coronavirus.ch/impfung/, 22.12.2020
2 Vgl. Kubelik, Tomas. Genug gegendert! Eine Kritik der feministischen Sprache (Projekte Verlag), EU o.J., ISBN 978-3-94971-02-4, S. 46f.
3 Schupp, Antje. «Gendersternchen und Co: Brauchen wir eine andere Sprache?» in: Ideon.de vom 26.10.2020

Tomas Kubelik: Genug gegendert! Eine Kritik der feministischen Sprache

pk. Der österreichische Germanist und Gymnasiallehrer Tomas Kubelik legt mit dieser fundierten und gut zu lesenden Schrift Grundlegendes vor. Einleitend gibt er einen Überblick über die Genese des neuen, ideologisch motivierten Neusprechs, die den westlichen Gesellschaften, insbesondere den deutschsprachigen, von streitbaren Vertreterinnen des radikalen Feminismus aufgezwungen wurde. Am Beispiel der Thesen namhafter Vertreterinnen dieser Richtung zeigt der Autor, welche «Befunde» zum angeblichen «Patriarchalismus» in der deutschen Sprache führten. Er weist darauf hin, dass weder die dort zitierten angeblich empirischen Untersuchungen noch die sprachwissenschaftlichen Erwägungen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben können. Hinter der Bewegung steht der Generalverdacht an die Standardsprache, sie folge in unseren westlichen Gesellschaften, insbesondere der deutschen, sexistischen Vorstellungen. Entsprechend dieser Zwangsjacke im Kopf sind die Resultate: Gerade Deutsch sei eine typische «Männersprache». Der Autor stellt dieser aufgeregten Diagnose fachlich begründete Befunde der Sprachwissenschaft und Grammatik entgegen und zeigt mit einer Vielfalt einleuchtender Beispiele, wohin diese «Sprachreinigungs-Übung», die heute weite Teile der professionell Schreibenden und Sprechenden erfasst hat, uns führt: Zur Verhunzung und Verarmung der deutschen Sprache und zum Sprachzwang, der nicht in der Sache begründbar ist, sondern in der streitbaren Ideologie ihrer Verfechterinnen.

Projekte Verlag, 2017, ISBN 978-3-945971-02-4

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