Annäherung der Völker durch Dialog – Realität oder Illusion?

von Prof. Dr. Stanislas Bucyalimwe Mararo (DR Kongo/Belgien)*

«Annäherung der Völker durch Dialog – Realität oder Illusion?» So lautet der Titel meines Beitrags zu den gegenwärtigen Diskussionen. Es handelt sich in seiner schriftlichen Version um einen zwanzigseitigen Text, der in kurzer Zeit entstanden ist und deshalb noch Entwurfs-charakter hat. Trotz dieses Umstands bin ich überzeugt, dass er umfassende Realitäten zum Problem des internationalen Dialogs, einem Kernthema dieses Kongresses, benennt. Wenn mein Vortrag am Ende die Aufmerksamkeit einiger von Ihnen erregt und zu einem vertieften Problembewusstsein der Debatte insgesamt beiträgt, dann ist mein Ziel erreicht.
  Meine Zusammenfassung gliedert sich in die folgenden Teile:

  • eine Einleitung, in der ich Grundlegendes nenne,
  • den Hauptteil, meine Darlegungen zu gescheiterten Dialogen auf lokaler und globaler Ebene in drei Abschnitten,
  • meine darauf gegründende persönliche Einschätzung zur Frage des Dialogs,
  • die Schlussfolgerung, in der ich vertrete, dass der Dialog als Mittel zur Annäherung der Völker nur in kleinem Rahmen oder bei der Beilegung lokaler Konflikte möglich und erreichbar ist. Auf globaler Ebene oder bei komplexen regionalen und internationalen Konflikten bleibt dies jedoch illusorisch.

Einleitung

Mein Ausgangspunkt ist, dass einige Individuen, Menschen, Staaten oder Nationen zum Mittel der Gewalt und der Kriege greifen, um ein Problem oder einen Konflikt in ihrem Sinne zu «lösen». Andere hingegen bevorzugen den Dialog. Diesbezüglich stehen wir auch heute vor einem Dauerproblem; die Geschichte der Menschheit bietet zahllose Beispiele, aus denen wir Einsichten ziehen können.
  Aber auch der beste Fall einer Friedensregelung in Westeuropa, diejenigen nach dem Zweiten Weltkrieg, die einige von Ihnen besser kennen als ich, ist nicht frei von kritischen Punkten. Zum Beispiel das besiegte Deutschland: Seine Wunden sind immer noch spürbar: Es wurde gedemütigt und unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten und der Maschinerie der Europäischen Union gestellt, zumindest in militärischer Hinsicht.
  Hinzu kommt, dass Adolf Hitler nicht vom Himmel gefallen ist. Er war das Produkt des europäischen Rassismus, der schon vor seiner Zeit wirksam war (vgl. dazu die weite Verbreitung des Gedankenguts rassischer Überlegenheit, Minderwertigkeit und Eugenik im 18. und 19. Jahrhundert) und bis heute anhält. Wie kann man ernsthaft vertreten, dass Hitler als Einzelfall dasteht, wenn man bedenkt,

  1. was (um nur einige zu nennen) Grossbritannien und andere westliche Grossmächte indigenen Völkern in verschiedenen Kontinenten angetan haben, ebenso der belgische König Leopold II. und Deutschland im ehemaligen «Freistaat Kongo» und in Namibia (Deutsch-Südwestafrika), wie die Afroamerikaner während und nach der Zeit der Sklaverei behandelt wurden;
  2. was die westlichen Führer Afrika mit dem Sklavenhandel des 16. bis 18. Jahrhunderts angetan haben und was sich, aus ähnlichen Gesinnungen heraus, in unserer Zeit zum Beispiel in Serbien, im Irak und in Afghanistan abgespielt hat;
  3. und wie sie sich in anderen «Krisenländern» im Nahen und Mittleren Osten und in der Region der Grossen Seen Afrikas verhalten?

Einzelheiten dazu finden sich dokumentiert in nachstehenden Quellen:

  • Kuljit Kooj Chuhan. «The development of racist theories and ideas», http://revealinghistories.org.uk/legacies-stereotypes-racism-and-the-civil-rights-movement/articles/the-development-of-racist-theories-and-ideas.html
  • David Olusoga. «The roots of European racism lie in the slave trade … colonialism», in: The Guardian vom 8.9.2015
  • Alex Ross, zitiert von Jason Kottke, in: «How American Racism Influenced Adolf Hitler» vom 18.6.2020
  • Adam Hochschild, «King Leopold’s Ghost, A Story of Greed, Terror and Heroism in Colonial Africa», 1998
  • Joël Kotek, «Le génocide des Herero, symptôme d'un Sonderweg allemand ?», in: Revue d'Histoire de la Shoah 2008/2 (N° 189), pp.177 à 219 ; «Le premier génocide du XXe siècle fut perpétré à partir de 1904 dans la colonie allemande du Sud-Ouest africain. Il entraîna la mort d’environ 75 000 personnes », zit. in. Pierre Ancery, Le génocide des Héréros, Echo de Presse vom 8.9.2020
  • Serbian Genocides Hidden History. The Yugoslav Wars: Story of Serbian Genocide Still Remains Untold, in: Genocide/Holcaust/Hidden History, 17.8.2015
  • Keith Snow. «The Plunder and Depopulation of Central Africa: The Politics of Genocide, White Supremacy, Ideology and Political Control» (4.3.2021)
  • Ian Douglas; Abdul Ilah Albayaty; Hana Al Bayaty. «US Genocide in Iraq» (1.6.2007)
  • The Story of genocide in Afghanistan, https://publishing.cdlib.org/ucpressebooks/view?docId=ft7b69p12h&chunk.
  • The Genocide of the Palestinian People: An International Law and Human Rights Perspective (25.8.2016)
  • Syria: Timeline of War and Genocide – The truth source (6.4.2017)

Die Kollusion zwischen dem nationalsozialistischen Regime und einigen zionistischen Führern zwischen 1933 und 1945 wird oft verschwiegen oder vernachlässigt. Die offiziellen Narrative über den Holocaust erwecken den Eindruck, es gebe einige Personen, die das Wahrheitsmonopol über die Komplexität des Zweiten Weltkriegs innehaben, während andere mundtot gemacht oder zur ständigen Selbstzensur gezwungen werden. Warum diese intellektuelle Intoleranz oder geschichtliche Verfälschung? Das ist die grosse Frage.
  In seinem Artikel über den manipulativen Charakter der Berichterstattung über den Irakkrieg, «What If There Were No Official Narratives?» (media, 2018), legt Caitlin Johnson den Finger auf eine Situation, die auch in diesem speziellen Fall von Bedeutung ist: «Nach [der Feststellung] der Komplizenschaft der Massenmedien beim Verkauf [the selling] der Irak-Invasion an die westliche Welt hätten zahlreiche Menschen entlassen und Änderungen vorgenommen werden müssen, um zu verhindern, dass eine solche unverzeihliche Komplizenschaft jemals wieder vorkommt. Statt dessen wurden keinerlei Änderungen vorgenommen, die in die Richtung gingen, dass Nachrichtenmedien nie wieder eine weitere derartige Katastrophe, herbeigeführt durch das verdeckte Vorgehen geheim operierender Regierungsbehörden, ermöglichen können. Und jetzt dürfen dieselben Medien ungestört weltbewegende Geschichten verbreiten, die auf keiner anderen Grundlage beruhen als der, dass es wahr ist, weil wir es gesagt haben. Es gibt heute eine übereinstimmende, vereinbarte Darstellung dessen, was in der Welt vor sich geht, die von allen Massenmedien verbreitet wird, unabhängig davon, welchem politischen Sektor diese Medien angehören. Was genau bei einzelnen Ereignissen und Situationen zu tun ist, mag von Experte zu Experte und von Medienhaus zu Medienhaus ein wenig variieren, aber die allgemeine Darstellung der Geschehnisse ist überall die gleiche. Dies ist das offizielle Narrativ, und die von den Plutokraten kontrollierten Medien und die politische Klasse haben die volle Kontrolle darüber. Wir alle kennen das offizielle Narrativ, nicht wahr? Die USA und ihre Verbündeten sind die Guten, und was auf der anderen Seite dieses Spektrums steht, das sind die Bösen.»
  Unter diesen Bedingungen bleiben in den offiziellen Narrativen über den Zweiten Weltkrieg dunkle Seiten übrig. Der Titel von Eddy Bauers Werk «Histoire controversée de la Deuxieme guerre mondiale, 1939–1945» (Kontroverse Geschichte des Zweiten Weltkriegs) ist nur ein Beispiel dafür.1
  Das Problem der Länder des Südens liegt anderswo. Sie wurden [im Kalten Krieg] zu Schlachtfeldern der Kriege der Westmächte, [die dort oft «heiss» und nicht «kalt» geführt wurden], wie dies zum Beispiel der Fall war für die Demokratische Republik Kongo in den frühen 1960er Jahren sowie nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 mit der Operation Wüstensturm 1991 und der Wiederbelebung der Neuen Weltordnung durch Präsident George Bush unter der Flagge des Twenty-First American Century, dem Projekt weltweiter amerikanischer Hegemonialkriege. Dazu seien die folgenden Dokumentationen genannt:

  • The Project for the New American Century/PNAC
  • Patrick J. Buchanan. Where the Right Went Wrong. How the Neoconservatives Subverted the Reagan Revolution and Hijacked the Bush Presidency. Macmillan Audio, 8.9.2004
  • Pierre Hillard. La marche irrésistible du nouvel ordre mondial. In: L’oeil F.x. De Guibert, 05/2015.

Die hier als Quelle genannte «PNAC», die sich selbst als Non-profit-Organisation darstellt, erklärte, dass «die amerikanische Führung sowohl für Amerika als auch für die Welt gut ist», und versuchte, Unterstützung für «die Reagansche Politik der militärischen Stärke und moralischen Klarheit» zu gewinnen … Was für eine Arroganz und selbsternannte Mission in Weltangelegenheiten! Man sagt, dass das Böse im Detail liegt, und das ist hier nicht anders.
  Dies sind einige Gründe, die mich dazu veranlassen, vorsichtig oder sogar skeptisch zu sein, wenn es darum geht, den Dialog zwischen Ungleichen unbesehen zu loben.

Lokal, regional und international gescheiterte Dialoge

Ich habe sechs bezeichnende Fälle ausgewählt, um meine bereits genannte Position zu untermauern. Die ersten drei Fälle werden je für sich genannt, während die letzten drei Fälle zusammengefasst werden, da sie wichtige gemeinsame Elemente aufweisen.

Fall 1:
Das Scheitern des Nord-Süd-Dialogs

«Der Nord-Süd-Dialog bezieht sich auf den Prozess, durch den die Entwicklungsländer und die neuen unabhängigen Nationen der ‹Dritten Welt›, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, die Industrieländer in Nord-amerika und Westeuropa in den 1970er Jahren in Verhandlungen über Veränderungen des internationalen Wirtschaftssystems einbezogen haben.» Erklärtes Ziel dieses Dialogs war es, eine gemeinsame Basis für das Verständnis der wirtschaftlichen Kluft zwischen dem Norden und dem Süden und für die Möglichkeiten ihrer Überwindung zu finden. Dieses Ziel wurde mit den Worten umschrieben «Partnerschaft in ihrer Zusammenarbeit». (Céline Lemme; Franck Signoret. «Partenariat Nord-Sud à l'épreuve au quotidien. Une dynamique riche, complexe, aux multiples facettes», in: Site Acodev, 02/2016)
  Die Ergebnisse waren jedoch nicht ermutigend: Die Kluft blieb unverändert. Robert L. Rothstein betonte bereits 1984, dass es dem Nord-Süd-Dialog nicht gelungen sei, eine neue Wirtschaftsordnung zu schaffen, wie dies Anfang der 1970er Jahre beabsichtigt war; vielmehr sei es nur gelungen, einige kosmetische Vereinbarungen (wie den Gemeinsamen Fonds) zu treffen, während gleichzeitig knappe Ressourcen verschwendet wurden und Zynismus und Gleichgültigkeit bei vielen der Teilnehmer zunahmen.
  Spätere Studien von Alexander Nnaemeka Aegbaenyi und Michael Chedebe Oddih (2012), Richard Sokolsky und Daniel R. Depetris (2019) sowie Dick Uduma (2019) bestätigen diesen Befund. Ihre Studien weisen darauf hin, dass das Nord-Süd-Gefälle auf Grund starker ideologischer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Barrieren fortbesteht. Dadurch wird das System der Abhängigkeit aufrechterhalten, anstatt dass eine Partnerschaft entsteht, die sowohl für den Norden als auch für den Süden von Vorteil ist. Im heutigen Afrika sind die sogenannte «Françafrique» [das Machtgebilde ehemaliger französischer afrikanischer Kolonien unter französischer Regie] und der tödliche Wettbewerb zwischen dem Westen/den USA auf der einen und Russland/China auf der anderen Seite Gradmesser dieses ungerechten Systems.
  Schlimmer noch ist die globale Armut im Süden, Zentrum der Rohstoffe, ohne welche die westlichen Industrien drastisch leiden würden. Um sie am Laufen zu halten, behalten die entwickelten Mächte die Kontrolle über den Süden durch ungleiche Kooperationsvereinbarungen, nicht enden wollende Gewalt und Kriege. Mit anderen Worten: Die Armut oder Unterentwicklung des Südens nährt die Entwicklung des Nordens. Der Dokumentarfilm «Le coltan du sang» [er zeigt die Situation in der östlichen Demokratischen Republik Kongo] ist dazu ein Schulbeispiel. Daher glaube ich, dass das Wort «ungleiche Entwicklung», der Schlüsselbegriff in der Dependenz-Denkschule, die hier nur angedeutete traurige Realität nicht angemessen ausdrückt.

Fall 2: Das Scheitern des sozialistisch/kommunistisch-kapitalistischen Dialogs
Im Westen sind «Russophobie» und «Chinaphobie» eine Realität; die antiwestlichen Ressentiments sind auch in Russland und China sehr stark. Die Rede vom «Ende des Kalten Krieges», viel beschworenes Narrativ seit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989, ist leere Rhetorik. Der Hass und der Krieg zwischen den beiden Lagern gehen in vielerlei Hinsicht weiter. Dabei kämpfen die USA um ihre «Überlegenheit auf allen Ebenen» («Full Spectrum Dominance», vgl. das gleichnamige Buch von William Engdahl aus dem Jahr 2009) in der sogenannten Neuen Weltordnung oder der «neuen Welle der Globalisierung» (Pierre Hillard, 2014). In diesem erbitterten Wettbewerb um die Weltherrschaft und die Kontrolle über die Ressourcen des Südens hat der Krieg Priorität; Frieden, Stabilität, Freiheit und Demokratie werden dabei geopfert oder sind bedeutungslos.
  Karl-Jürgen Müller (2021) unterstreicht diese unglückliche Entwicklung aus einer anderen Perspektive, wenn er schreibt: «Die vergangenen Jahrzehnte haben aber gezeigt, dass insbesondere die Rechtsbindung in den internationalen Beziehungen sehr gelitten hat. Und man muss hinzufügen, dass die Staaten, die dabei ganz wesentliche Rechtsbrüche begangen haben, die USA und weitere Mitgliedsstaaten der Nato waren, Staaten also, die heute angeblich angetreten sind, um die Freiheit zu verteidigen und die Demokratie zu schützen. Hinzu kommt, dass der Rechtsbruch in den internationalen Beziehungen, zum Beispiel einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu führen, auch negative Folgen für die Freiheitlichkeit und die Demokratie im Inneren eines Staates hat. Eine Politik auf Konfrontationskurs scheut Freiheit und Demokratie.» (Zeit-Fragen Nr. 16 vom 13. Juli 2021)
  Die verschiedenen Diskussionen über die Abrüstung, die Förderung der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie in der Welt, die sogenannte Entspannung, haben nur wenig gebracht: Das Wettrüsten geht weiter (die jährliche Erhöhung der Waffenbudgets der USA, Chinas und Russlands ist ein gutes Beispiel dafür), die globale Sicherheit ist täglich bedroht, totalitäre Demokratien nehmen zu, und die meisten Gesellschaften in den mächtigen Ländern werden militarisiert (Der Krieg gegen den sogenannten globalen Terrorismus, der inländische Terrorismus und die Zensur von Sprache und Informationen durch die «Big Tech» untergraben beispielsweise die traditionellen Werte der USA). Und doch ist das Mantra der amerikanischen Ideologen und Militaristen «der Kampf für die Demokratie», «eine sichere Welt», «eine Welt der Freiheit». In der Tat wiederholen die meisten amerikanischen Eliten dieses Mantra ständig wie Roboter und folgen damit der berühmten «Manifest Destiny Doctrine» von 1845. Was für ein schlechter Witz! Was für eine Lüge! Vor diesem Hintergrund kann man nur feststellen, dass offensichtlich eine Handvoll amerikanischer Führer die alte «Peitschen-Politik» wieder hervorholt und diese sogar innerhalb des eigenen Staates zur Anwendung bringt.
  Trotz ihrer Rivalitäten und der häufigen offenen Konflikte gibt es einen gemeinsamen Nenner zwischen beiden Lagern: Sie werden von kriminellen Strategen der Globalisierung geführt, die gemeinsame Interessen haben und zu deren Durchsetzung auch vor Attentaten nicht zurückschrecken, wenn es darum geht, diejenigen Führer der südlichen Halbkugel zu unterwerfen, die sich dem Diktat des Nordens verweigern. Seit den 1960er Jahren sind mehr als 30 afrikanische Staatsoberhäupter und -politische Führer auf diese Weise ermordet worden, und ihre Mörder, unter ihnen namhafte westliche Führer, geniessen weiterhin Straffreiheit. Damit wird der Eindruck immer mehr Gewissheit, dass der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag ausschliess-lich zur Verfolgung widerspenstiger Führer des Südens eingerichtet worden ist.
  Die Beherrschung und Ausbeutung der Völker des Südens ist ein weiterer gemeinsamer Nenner beider Lager. Wenn in verschiedenen Regionen der Welt Kriege ausbrechen, hören wir oft die Parole, dass es um den Schutz des westlichen Gemeinwohls gehe. Was bedeutet das aber für den Süden? – Leiden!

Fall 3: Das Scheitern des israelisch-palästinensischen Dialogs
Die Balfour-Erklärung vom 2. November 1917, das Übergabeabkommen von 1933, die nazi-zionistischen Absprachen zwischen 1933 und 1945, die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen palästinensischen Staat durch die Vereinten Nationen am 29. November 1947 und die Palästina-Beschlüsse der USA von 1948 sind sowohl der Auftakt als auch der Beweis für die Verantwortung des Westens (vor allem Grossbritanniens, Deutschlands, der Vereinigten Staaten und der Vereinten Nationen) bei der Anheizung des Dramas im Nahen Osten. Anders ausgedrückt: Der Prozess, der zur Gründung des Staates Israel führte, und dessen Gründung selbst haben den gesamten Nahen Osten in nicht enden wollende Gewalt und bewaffnete Konflikte hineingezogen, wobei die palästinensische Frage im Mittelpunkt dieses Dramas steht. Die Tatsache, dass sich die westlichen Mächte nach 1948 bedingungslos hinter die Regierungen Israels stellten, erwies sich dabei als alles andere als hilfreich.
  Die israelischen und westlichen Faktoren in diesem Drama zu leugnen und die dahinter liegenden Interessen bei der Suche nach Frieden und Stabilität gutzuheissen, bedeutet ganz einfach, den Status quo zu verwalten. Das Scheitern des israelisch-palästinensischen Dialogs ist hauptsächlich auf dieses Versäumnis zurückzuführen.

Lassen Sie mich gleich zu den wichtigsten Fakten kommen, die diese Sicht stützen. Trotz allen vom Westen geförderten Gesprächen (Abkommen von Camp David 1978, Konferenz von Madrid 1991, Abkommen von Oslo 1993, Abkommen von Hebron 1997, Memorandum von Wye River 1998, Gipfeltreffen von Camp David 2000, Gipfeltreffen von Taba 2001, Gipfeltreffen von Beirut 2002, Road Map für den Frieden 2003; Genfer Abkommen 2003; Annapolis-Konferenz 2007; Annäherungsgespräche 2010; die Fortsetzung der israelisch-palästinensischen Friedensgespräche bis heute, immer unter der Aufsicht des besten Verbündeten Israels, der Vereinigten Staaten) ist die Situation völlig festgefahren und die Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung ernsthaft gefährdet. Mit anderen Worten: 43 Jahre Friedensgespräche (1978–2021) haben bisher zu nichts geführt. Vor einigen Jahren galt die al-Fatah als das grosse Problem bei den Friedensgesprächen; heute ist es die Hamas, die übrigens anfangs von Israel gegen die al-Fatah unterstützt wurde und angesichts der israelischen Militärmacht eine eher geringe Bedrohung darstellt. Wo liegt die Wahrheit hier? Die Wahrheit ist meiner Meinung nach, dass das grösste Hindernis für Frieden und Versöhnung im zionistischen Projekt besteht, Israel zu einem jüdischen Staat zu machen, ein Gross-Israel zu errichten, das vom Mittelmeer bis an Euphrat und Tigris oder bis zu den Grenzen Irans reicht, und daran zu arbeiten, die einzige Supermacht im Nahen Osten zu sein und zu bleiben – also das im Nahen Osten zu tun, was die Vereinigten Staaten in der Welt zu tun versuchen.

Fälle 4, 5 und 6: Das Scheitern der Dialoge in Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und der Elfenbeinküste
Die Krisen in den drei Ländern sind zwar historisch bedingt, haben sich aber nach den jüngsten Kriegen dramatisch zugespitzt. Diese Kriege sind alle von auswärtigen Mächten angezettelt worden: in Ruanda zwischen 1990 und 1994 von den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, Israel, Tansania, Uganda und Burundi; in Zaiire zwischen 1996 und 2002 von denselben ausländischen Mächten sowie von Ruanda, in der Elfenbeinküste zwischen 2002 und 2011 von Frankreich, den Vereinigten Staaten und Burkina Faso. In allen drei Fällen stellten sich die Vereinten Nationen (MINUAR/UNAMIR, MONUC/MONUC und ONUCI) auf die Seite dieser ausländischen Mächte.
  Diese ausländischen Mächte benutzten die Tutsi in Ruanda und Zaire und die Burkinabe [Staatsangehörige von Burkina Faso] in der Elfenbeinküste, um ihre imperialen Interessen durchzusetzen. Innenpolitisch wurden in diesen Kriegen die Tutsi (Niloten) gegen die Hutu (Bantu) in Ruanda und gegen die Kongolesen (Bantu) in Zaïre eingesetzt, so wie sie es mit den Burkinabe gegen die Autochthonen an der Elfenbeinküste taten.
  Dieselben ausländischen Mächte, die die ethnischen Konflikte schürten, traten als Friedensstifter auf; sie erzwangen Friedensgespräche und -vereinbarungen, die letztlich ihren Söldnern eine beherrschende Stellung im sogenannten Post-Konflikt-Kontext einräumten. Auf diese Weise wurde in den genannten drei Fällen die Versöhnung hintertrieben.
  Im Ruanda der Jahre nach 1994, das oft als Tutsi/RPF2-Ruanda bezeichnet wird, hat das «Neue Israel in Zentralafrika» eine Apartheidherrschaft errichtet, in der die Hutu keinerlei Mitspracherecht haben. Selbst Angehörige der Tutsi, die 1994 dem Völkermord entkommen konnten, werden schikaniert und getötet. Einen Ausweg sehen einige Hutu und Tutsi, die sich vor der Invasion 1990 in Ruanda aufhielten, darin, die Ruandische Patriotische Front (RPF) mit allen Mitteln von der Macht zu stürzen und sie aus jeder künftigen Regierung auszuschliessen. Die meisten Mitglieder der RPF stammen aus Uganda und sind Ausländer. Ehrliche Ruander sind der Meinung, dass diese Invasoren und Besatzer keine Liebe für Ruanda und das ruandische Volk empfinden, sondern dass sie nur mit der Absicht ins Land gekommen sind, zu töten und zu plündern. Die Schwere ihrer Verbrechen bewirkt, dass es für sie zu schwierig ist, sich zum Guten zu wenden. Letztendlich hat ihr kriminelles Verhalten aber einige Hutu und Inland-Tutsi3 wieder näher zusammengebracht, was ein für die Kriegstreiber wohl unerwartetes oder unbeabsichtigtes Ergebnis des Krieges in Ruanda ist.
  Im Kongo (Zaïre) nach 2002 (das Land wurde im Juli 1997 in Demokratische Republik Kongo umbenannt) hat die Umsetzung der Friedensabkommen von Lusaka vom Juli 1999, Sun-City vom April 2002 und Pretoria vom Dezember 2002 die Positionen Ruandas und der Tutsi zur Tutsisierung der Institutionen der Demokratischen Republik Kongo konsolidiert. Das Dokument von Honoré Ngbanda vom Februar 2015, «Dossier Enquête sur le fonctionnement de l’infiltration et du fonctionnement du système d’occuption de la RDC par le Rwanda»4 ist so eindeutig, dass es keines Kommentars bedarf. Wie ich in meiner Studie von 2009 deutlich gezeigt habe, ist die sogenannte «Verhinderung eines Völkermords an den Tutsi durch die internationale Gemeinschaft in der Demokratischen Republik Kongo» sowohl gefährlich als auch eine humanitäre Heuchelei. Wie kann man so etwas wie die Bande von Verbrechern, hier die Tutsi-Besatzer des Kongo, schützen? Ich möchte daran erinnern, dass die Tutsi-Bevölkerung im Kongo vor 1990 mehr Privilegien genossen hatte als andere ethnische Gruppen (mit Ausnahme der Ngbandi, der ethnischen Gruppe, der Präsident Mobutu angehörte). Auch nach 1990 hatten die Tutsi im Kongo weniger zu leiden als jede andere ethnische Gruppe des Landes. Um es in der gebotenen Kürze zu sagen: Als Folge des Krieges und gefälschter Friedensverhandlungen wurden die Kongolesen von den ruandischen «Tutsi ohne Grenzen» in eine neue Ära der Rekolonisierung getrieben, die mit der Ermordung von Premierminister Lumumba und den patriotisch gesinnten Führern im Jahr 1961 begonnen hatte. All diese Ereignisse schürten einen Anti-Tutsi-Hass, der noch lange anhalten wird und der in naher oder ferner Zukunft zu einem neuen unvorhersehbaren Drama führen kann.
  In der Elfenbeinküste nach 2011 hat die Umsetzung der Friedensgespräche und -abkommen von Marcousis vom Januar 2002, von Pretoria vom April 2005 und von Ouagadougou vom März 2007 die Positionen der Burkinabe um Alassane Dramane Ouattara (den Mann der Weltbank und die Marionette der französischen Oligarchen) gefestigt. Heute hat Präsident Ouattara keine Chance mehr, Frieden und Stabilität im Land zu schaffen. Die Verfolgung der Anhänger von Präsident Laurent Gbagbo und von Guillaume Soro, seinem ehemaligen Hauptverbündeten im Krieg gegen Gbagbos Präsidentschaft, geht weiter. Inzwischen versucht Ouattara, sich mit allen Mitteln an der Macht zu halten, vor allem mit massiver Korruption und Morden; sein demütigender Versuch, in der Mali-Krise Frankreichs Spiel mitzuspielen, hat ihm auch den Zorn und Hass der Panafrikaner eingebracht. Als Führungspersönlichkeit ist er in der Elfenbeinküste und in vielen anderen afrikanischen Ländern nicht mehr glaubwürdig; seine Fähigkeit, die Bevölkerung der Elfenbeinküste zu versöhnen, steht in Frage. In Wirklichkeit bröckelt sein Glanz in den Augen vieler, er wird für die Rolle Frankreichs in den westafrikanischen Länder zunehmend zum Problem. Am Ende werden sowohl Ouattara als auch sein Pate Frankreich den Preis für ihre schlechten Taten zahlen müssen, da die nationalistischen Gefühle in der Elfenbeinküste und in der gesamten Region zunehmen.

Die entscheidende Frage des Dialogs

Damit ein vertrauensvoller oder echter Dialog gelingen kann, müssen mindestens folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit;
  • Transparenz: Die Diplomatie, die immer wieder ins Feld geführt wird, wirkt ihr entgegen;
  • Geist des guten Willens sowie Ausdruck des Wohlwollens gegenüber dem anderen;
  • die Menschlichkeit und die Menschenrechte in den Mittelpunkt stellen;
  • Verständnis für die Leiden, Gefühle und Emotionen der anderen;
  • einander zuhören und versuchen, sich gegenseitig zu verstehen;
  • Geist der Offenheit und der Versöhnung;
  • politischer guter Wille;
  • Vermeiden, ein Übel durch ein anderes zu ersetzen.

Die hier genannten Friedensgespräche scheiterten, weil sie diese Bedingungen nicht erfüllten. Ihr Ziel war es nicht, Konflikte zu lösen, sondern durch irreführende Vereinbarungen die Oberhand über eine Partei zu gewinnen. Darin liegt der Hauptgrund dafür, warum eine sichere Welt, wo die Demokratie wächst und die Freiheit und die Menschenrechte geschützt werden – «dank» der Agenda der Globalisierer auch in den sogenannten westlichen Demokratien – untergraben wird. Denn die «totalitäre Demokratie» (der Begriff stammt von William Engdahl) findet nicht nur in den Vereinigten Staaten statt. Nur wenige Länder entziehen sich, wie die Schweiz, noch diesem gefährlichen Trend. Wie lange werden sie das noch können? Und ist ihr Modell auf den Rest der Welt übertragbar? Dies sind zwei grosse und unbeantwortete Fragen.

Schlussfolgerung

Es ist klar, dass einige Menschen nicht bereit sind, ihre Vorherrschaft aufzugeben, oder sie niemals aufgeben werden. Andere sollen also weiterhin unter ihrer Unterwerfung leiden.
  Die Devise der Globalisierer und/oder der Grossmächte lautet: Wohlstand für sie selbst und Elend für andere (die Schwachen). Wer in diesem Raum kann die von den USA im Irak begangenen Verbrechen vergessen? Präsident George Bush jr. beschloss, in dieses Land einzumarschieren, obwohl er wusste, dass es dort keine Massenvernichtungswaffen gab, wie es in den offiziellen Berichten und den Medien behauptet wurde. Schlimmer noch: Der irakische Präsident Saddam Hussein, der den USA lange gedient hatte, wurde gehängt, und die Vereinten Nationen und ihr Generalsekretär Kofi Annan, die dieser Invasion grünes Licht gegeben hatten, wurden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. So sieht die Welt von heute aus!
  Auf Grund des Ungleichgewichts der Kräfte zwingen die Mächtigen den Schwachen stets ihre Agenda der «Friedensgespräche» auf und bestimmen letztlich deren Ergebnis. So übernehmen die Schwachen notgedrungen die ihnen zugewiesene Rolle der Übervorteilten.
  Für alle Konfliktparteien kann sich der Dialog mithin nur bei kleineren oder lokalen Konflikten auszahlen. Das ist die unbestreitbare Realität. Auf globaler Ebene ist ein ehrlicher Dialog jedoch nicht möglich, da die Schwachen immer die Verlierer und die Mächtigen immer die Nutzniesser sind. Es ist eine Illusion zu glauben, dass er so gelingen kann.
  Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. •



* Vortrag bei der Jahreskonferenz der Arbeitsgemeinschaft «Mut zur Ethik» («Das Bonum commune in den Beziehungen zwischen den Menschen, Völkern und Staaten. Probleme und Konflikte würdig lösen – miteinander statt gegeneinander») vom 3.–5. September 2021 in Sirnach TG

1 Beim genannten Autor handelt es sich um den Schweizer Historiker Eddy Bauer, 1902–1972, Geschichtsprofessor an der Universität Neuenburg und der École polytechnique Fédérale, Lausanne. Sein hier genanntes Werk über den Zweiten Weltkrieg, veröffentlicht 1966–1967, ist eine auf sieben Bände angelegte umfassende Darstellung.
2 RPF: Rwandian Patriotic Front, französisch FPR, politischer Flügel der Guerillaformation der ruandischen Exil-Tutsi (RPA), unter Führung des jetzigen Staatspräsidenten Paul Kagame, welche im Interventionskrieg von 1990–1994 von Uganda aus die verlorene Vormachtstellung in Ruanda zurückeroberte und seither in Ruanda ihr ethnisches Minderheits- und politisches Einparteienregime aufrechterhält. (A.d.Ü.)
3 So werden oft diejenigen Tutsi genannt, die nach dem Staatsstreich von Juvénal Habyarimana (Hutu) 1973 im Land geblieben sind, währenddem vor allem ehemals einflussreiche Tutsi-Kreise emigrierten, ein grosser Teil nach Uganda, wo viele von ihnen Yoweri Museveni in seinem Guerilla-Krieg gegen Obote militärisch unterstützten. Das erleichterte dann für die revanchistischen ruandischen Exil-Tutsi in Uganda den Aufbau der RPF, ihre exklusive Bewaffnung sowie ihr militärisches Operationsfeld (alles unterstützt von den USA. (A.d.Ü.))
4 dt.: Dossier über die Untersuchung der Funktionsweisen der Infiltrierung und des Okkupationssystems der Demokratischen Republik Kongo durch Ruanda

Dankeswort

von Prof. Dr. Stanislas Bucyalimwe Mararo

Da wir uns nun dem Ende dieser Tagung nähern, möchte ich drei Bemerkungen machen, bevor ich «Mut zur Ethik» im Namen des kongolesischen Volkes einige Worte des Dankes sage.
  Die an diesem Kongress dargestellte und diskutierte Haltung Ungarns und Weissrusslands ist ein gutes Beispiel und ein Zeichen der Hoffnung im Kampf für nationale Unabhängigkeit und Würde. Dieser Kampf hat oft einen hohen Preis. In Afrika wurden zum Beispiel die Präsidenten Thomas Sankara (Burkina Faso), Muammar al-Gaddafi (Libyen), Juvénal Habyarimana (Ruanda), Laurent-Désiré Kabila (DRK), Pierre Nkurunziza (Burundi) und John Magufuli (Tansania) ermordet, weil sie für eine so edle Sache kämpften.
  Den Boten anzugreifen statt die Unterzeichner der Botschaft wurde zu einer widerlichen Taktik. Das ist der Grund, warum Führungspersönlichkeiten wie Professor Emmanuel Seemanpillai (Sri Lanka)1 missverstanden oder sogar dämonisiert werden. Er wurde in seiner Heimat von Usurpatoren der Macht als Extremist bezeichnet. Wenn mich jemand als «Extremist» bezeichnet, ist meine Reaktion immer einfach und gleich: Gott sei Dank werde ich nicht als «gemässigt» bezeichnet.
  Eine weiterer schmutzige Taktik von Kriegstreibern ist die Erfindung von Feinden oder das Handeln unter «falscher Flagge», um einen Casus belli herzustellen. Ein wieder sehr häufig genanntes Beispiel für diese Taktik ist das berüchtigte 9/11, der 11. September 2001.
  Ich möchte nicht damit, sondern mit einem Dank schliessen. Seit dem Ausbruch des imperialistischen und rassistischen Krieges in der Demokratischen Republik Kongo (damals Zaire) in den späten 1990er Jahren hat sich «Mut zur Ethik» auf die Seite des kongolesischen Volkes gestellt, indem es gegen Lügen, Desinformation und Ungerechtigkeit gekämpft und sowohl individuell als auch kollektiv viele Arten von Hilfe geleistet hat. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.



1 Redner und Diskussionsteilnehmer am Kongress «Mut zur Ethik» 2021 (per Video zugeschaltet)

pk. Aufgewachsen als einfacher Bauernsohn in der Hügelwelt des Nordkivu, nahm Stanislas Bucyalimwe Mararo noch in der Mobutu-Zeit sämtliche Hürden einer damals äusserst schwierigen Hochschulkarriere, nach dem Abschluss unterbrochen von Doktorats- und Postdoktoratssemestern an amerikanischen Hochschulen. Während seiner langjährigen Lehrtätigkeit an Hochschul-Instituten des Kivu forschte Stanislas Bucyalimwe Mararo weiter am Thema, dem schon seine Dissertation gewidmet war: die schädlichen Einflüsse fremder Interessen auf seine Heimat. Seine klare Sprache schuf ihm eine immer dreister auftretende Gegnerschaft. Als im Herbst 1996 die Mord und Totschlag verbreitenden Söldnerhorden der AFDL unter dem Strohmann Laurent Desiré Kabila zuerst Goma, dann Bukavu einnahmen und gezielt die kongolesischen Patrioten in Gewahrsam nahmen oder sofort auf offener Strasse umbrachten (wie den im Kivu vom Volk verehrten mutigen Erzbischof Christophe Munzihirwa, siehe Kasten "Aufruf des Erzbischofs Christophe Munzihirwa") wurde Bucyalimwe zugetragen, dass sein Name als zweiter (neben dem Erzbischof) auf ihren Todeslisten stehe. Es folgte ein halbes Jahr Untertauchen im vom AFDL besetzten Bukavu, dann die langwierige Flucht, die ihn schliesslich nach Antwerpen führte, wo er sich im Forschungsinstitut der Region der Grossen Afrikanischen Seen (Universität Antwerpen) eine zweite wissenschaftliche Existenz aufbaute. Zahlreiche Studien, Forschungsberichte und Analysen belegen seine inzwischen weltweit geachteten (von seinen Gegnern auch gefürchteten) Publikationen zum gegenwärtigen Stand der Leiden seiner Heimat.

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