Wien: Lichtermeer zum Gedenken an die Corona-Toten

Österreichs Ärzte appellieren an Vernunft und Menschlichkeit

zf. Am frühen Abend des 19. Dezember versammelten sich in der Wiener Innenstadt rund 30 000 Bürgerinnen und Bürger, um der mehr als 13 000 Menschen zu gedenken, die seit Beginn der Corona-Pandemie in Österreich an den Folgen einer Infektion mit dem Virus verstorben sind. Zugleich bedankten sich die Kundgebungsteilnehmer bei allen Krankenschwestern und -pflegern, Ärztinnen und Ärzten für ihren Einsatz bei der Bekämpfung der Pandemie und die Fürsorge für die Erkrankten. Zum Gedenken an die Verstorbenen hielten die Teilnehmer der Kundgebung zehn Minuten lang eine Kerze, ihre Mobiltelefon-Lampe oder ein anderes Licht zu einem Lichtermeer hoch, danach applaudieren die Teilnehmer den Krankenschwestern, -pflegern, Ärztinnen und Ärzten. Reden wurden nicht gehalten.
  Initiatoren der Kundgebung waren zwei Österreicher aus Wien und Innsbruck. Man wollte, so die beiden Initiatoren, ein «kurzes, ruhiges Zeichen» setzen. Einer der Initiatoren wird mit den Worten zitiert: «Wir glauben, dass sich eine sehr grosse Mehrheit von Menschen umeinander kümmert.»
  Die Kundgebung wurde von rund 40 Organisationen unterstützt. Die Zeitungen erwähnen die Wiener Ärztekammer, die Volkshilfe, den Samariterbund, Attac sowie Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und auch Persönlichkeiten aus der Politik.

Eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten aus ganz Österreich unterstützte die Aktion mit einer Erklärung, die wir wegen ihrer grossen Bedeutung im folgenden dokumentieren.

Die Lichtermeer-Erklärung

Wir, die hier unterzeichnenden Ärztinnen und Ärzte, möchten uns zu Wort melden, genau jetzt, wo die Pandemie einer Infektion immer mehr zu einer Pandemie der Emotionen wird.
  Wir möchten unsere Arbeit für einen Moment unterbrechen, um Stellung zur gezielten Desinformation und zu den Attacken gegen Wissenschaft und gegen Gesundheitspersonal zu beziehen.
  Wir fühlen uns ausschliesslich der Wissenschaft verpflichtet, den Erkenntnissen Tausender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die seit Beginn der Pandemie mit Leib und Seele unerlässlich daran arbeiten, Gesundheit und Menschenleben zu schützen und zu retten.
  Eine Impfung ist keine politische Aussage. Sie ist nicht rot, grün, schwarz, pink oder blau.
  Sie sollte farblos und neutral sein.
  Es sterben tagtäglich Menschen, weil sie ungeimpft sind. Sie sind ungeimpft, weil sie Angst haben und weil sie fehlinformiert wurden und weiterhin fehlinformiert werden.
  Wir brauchen unser Gesicht nicht eigens zu zeigen, denn wir sind für all unsere Patientinnen und Patienten in unseren Ordinationen, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen stets nach bestem Wissen und Gewissen erreichbar.
  Wir Ärztinnen und Ärzte behandeln alle Menschen, die unsere Hilfe benötigen, gleichermassen.
  Heute aber zeigen wir uns, nicht um unser selbst willen oder weil Medizin und Wissenschaft einen Fürsprecher bräuchten, sondern weil auch wir nur Menschen sind und zunehmend besorgt sind, wie all das mit Füssen getreten wird, was die Wissenschaft hervorgebracht hat.
  In unseren Herzen brennen wir weiterhin, so viele Mitmenschen wie möglich vor dieser Krankheit zu schützen, sei es durch Impfungen oder durch andere Massnahmen.
  Aber heute brennen unsere Kerzen für all die Menschen, denen wir nicht helfen konnten.
  Mögen all die Lichter leuchten, um Orientierung zu schenken, durch die lange Nacht der Pandemie, vorbei an den Ängsten und Verirrungen, geradeaus zur Hoffnung und dem Wissen, ein Teil von Vernunft und Menschlichkeit zu sein.
  Gemeinsam gegen Covid-19, miteinander und füreinander.

ÄrztInnen vs Covid

P S Auf der Internetseite www.aerztinnenvscovid.info/kopie-einwilligung findet man die sehr lange Liste der Unterstützer (bislang von fast 4000 Ärztinnen und Ärzten unterzeichnet).

Quelle: https://www.aerztinnenvscovid.info

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