Joe Biden rekrutiert Vasallen

von Manlio Dinucci, Italien

Joe Biden hatte es in seinem Wahlprogramm angekündigt: «Während Präsident Trump Verbündete und Partner im Stich gelassen und die amerikanische Führungsrolle aufgegeben hat, werde ich als Präsident sofort Massnahmen ergreifen, um die Allianzen der Vereinigten Staaten zu erneuern und sicherzustellen, dass Amerika ein weiteres Mal die Welt anführt.» Er hat sein Versprechen gehalten. Der Flugzeugträger Dwight D. Eisenhower und seine Kampfgruppe, bestehend aus fünf Raketenwerfern (missile launchers), «haben Positionen des Islamischen Staates in Syrien und im Irak vom östlichen Mittelmeer aus angegriffen», da der Islamische Staat «die Verantwortung für einen Angriff auf Palma in Mosambik übernommen hat». Die US-Marine gab dies am 31. März offiziell bekannt, ohne zu erklären, wie der IS, der in Syrien und anderswo vor allem nach der russischen Intervention besiegt wurde, nun mit verdächtiger Pünktlichkeit bedrohlich wieder auftaucht.
  Nach dem Angriff aus dem östlichen Mittelmeer – Gebiet der Seestreitkräfte des United States European Command mit dem Hauptquartier in Neapel Capodichino – durchquerte der Flugzeugträger Eisenhower am 2. April den wiedereröffneten Suezkanal und kam in das Gebiet des US Central Command, das den Persischen Golf umfasst. Hier schloss er sich dem französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle an, der auf Wunsch Washingtons am 31. März das Kommando über die US-Task Force 50 übernahm, nicht für den Einsatz gegen den IS, sondern in Wirklichkeit gegen Iran.
  Die Tatsache, dass Washington Paris gebeten hat, mit seinem Flaggschiff eine US-Marineeinheit zu führen, fällt in die Politik der Biden-Präsidentschaft, die immer noch die Kontrolle über die Befehlskette behält, da die Task Force 50 vom US Central Command abhängt.
  Dies wird durch die von der US Army geplante Warfighter-Übung bestätigt, die vom 6. bis 15. April 2021 von US-amerikanischen, französischen und britischen Divisionen in Fort Hood und Fort Bliss in Texas, in Fort Bragg in North Carolina und in Grafenwöhr in Deutschland durchgeführt wurde. Bei dieser Übung operierten französische und britische Brigaden innerhalb einer US-Division, während US-Brigaden innerhalb französischer und britischer Divisionen operierten, jedoch immer nach dem US-Plan. Die Warfighter-Übung integriert die derzeit laufende Grossübung Defender-Europe 21, die die US-Armee in Europa und Afrika bis Juni zusammen mit europäischen und afrikanischen Verbündeten und Partnern durchführen wird, um «die Fähigkeit der Vereinigten Staaten als strategischer Partner auf dem Balkan und im Schwarzen Meer, im Kaukasus, in der Ukraine und in Afrika» zu demonstrieren.
  Das soeben in Fort Knox (Kentucky) reaktivierte V. Korps der US-Armee nimmt an Defender-Europe 21 teil und hat sein Kommando-Hauptquartier in Poznan (Polen) eingerichtet, von wo aus es die Operationen gegen Russland leitet. Am 31. März wurde der polnische General Adam Joks auf Wunsch der Vereinigten Staaten zum stellvertretenden Kommandeur des V. Korps der US-Armee ernannt. «Es ist das erste Mal», berichtet die US-Botschaft in Warschau, «dass ein polnischer General in die militärische Kommandostruktur der Vereinigten Staaten eingetreten ist.» Mit anderen Worten: General Adam Joks gehört weiterhin zur polnischen Armee, ist aber als stellvertretender Kommandeur des V. Korps der US-Armee nun direkt der Befehlskette unterstellt, an deren Spitze der Präsident der Vereinigten Staaten steht.
  Die neuen Sicherheitskräfte-Unterstützungsbrigaden, Spezialeinheiten der US-Armee, die «ausländische Sicherheitskräfte organisieren, ausbilden, ausrüsten und beraten», fallen unter dieselbe Politik. Sie werden «zur Unterstützung einer legitimen Regierungsbehörde» im Nahen Osten, in Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa eingesetzt, derzeit im Rahmen von Defender-Europe. Sie sind ein effektives Instrument, um unter dem Deckmantel der «Unterstützung» de facto militärische Operationen unter US-Kommando zu starten. Das erklärt, warum der ukrainische Generalstabschef Ruslan Chomtschak nach einer relativen Atempause am 1. April erklärte, die Kiewer Armee bereite sich «auf die Offensive in der Ostukraine vor», also gegen die russische Bevölkerung im Donbass, auch unter Einsatz von «territorialen Verteidigungskräften» (wie dem Neonazi-Regiment Asow), und bei dieser Operation sei «die Beteiligung von Nato-Verbündeten vorgesehen».  •

Quelle: Il manifesto vom 6. April 2021

(Übersetzung Zeit-Fragen, wobei einige Zeitangaben angepasst wurden)

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