Die Feindbildpropaganda gegen Russland wird immer unerträglicher

km. Sicher, man kann die derzeitige Propaganda westlicher Medien und Politiker gegen Russland und seinen Präsidenten Wladimir Putin gut einordnen. Der Artikel von Hans Köchler in Zeit-Fragen Nr. 2 vom 24. Januar bietet dafür ein sehr gutes Analyseraster. Und es gibt auch noch immer die Gegenstimmen in den eigenen Ländern oder in der eigenen Sprache – fast möchte man sagen Nato-Samisdat* –, mögen es nun infosperber, die Nachdenkseiten oder der Anti-Spiegel sein, um nur ein paar wenige zu nennen.
  Nichtsdestoweniger wird es immer unerträglicher, was nun jeden Tag in die Köpfe und Seelen der Menschen eingehämmert werden soll. Man muss hier tatsächlich von einer Gleichschaltung grosser Teile unserer Medien-welt sprechen. Die Realität wird dabei auf den Kopf gestellt: Russland soll der aggressive, das Recht missachtende Kriegstreiber sein – und die Nato rechtschaffen, friedliebend und dialogbereit, Russland gegenüber aber leider zu harten Gegenmassnahmen gezwungen.
  Michael Lüders hat in seinem neuesten Buch, «Die scheinheilige Supermacht. Warum wir aus dem Schatten der USA heraustreten müssen», Literatur zum Thema gesichtet und die Manipulationstechniken unserer Medien mit vielen Beispielen veranschaulicht.
  Die Gefahren dieser Gleichschaltung sind gross. Millionen von Menschen in unseren Ländern bekommen nur diese Botschaften mit. Menschen werden selbst dann in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie nicht glauben wollen, was ständig auf sie niedergeht. Propaganda ist eine Form der Gewalt gegen Geist und Seele, und sie verletzt jeden.
  Kommt hinzu, dass diejenigen, die sich (bislang noch) innerhalb der Machteliten öffentlich anders geäussert haben, mit medialen Breitseiten beschossen und an den Pranger gestellt werden – ob es nun der ehemalige Generalinspekteur der deutschen Bundesmarine ist, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder oder die Teile der deutschen SPD sind, die von der US- und Nato-Linie auch nur leicht abweichen. Kampagnen werden inszeniert, um die Angegriffenen, aber auch die Menschen, die es gewagt haben, ähnlich zu denken, einzuschüchtern und mundtot zu machen.
  Zwar kann jeder auch die andere Seite sehen, hören und lesen. Russische Internetseiten in deutscher oder englischer Sprache: die Internet-seite des russischen Aussenministeriums, die Internetseite des russischen Präsidenten oder auch die deutschsprachigen Internetseiten russischer Medien. Leicht wird man dabei feststellen, dass dort die Dinge anders dargestellt werden als bei uns. Vorsorglich werden diese Stimmen bei uns mit dem Vorwurf «Desinformation» abgetan – während unsere Medien «Qualitätsmedien» mit «Qualitätsjournalismus» sein sollen. Und selbstverständlich wird nur den anderen «Propaganda» vorgeworfen, ganz nach dem Prinzip: «Haltet den Dieb!»
  Wer hat schon die Zeit und die Kraft, sich auf allen Seiten zu informieren und sich dann auch noch ein eigenes Bild zu machen? Trotzdem bleibt die Grundidee: «Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!» Und sich innerlich gegen alles zu wappnen, was darauf aus ist, Feindschaft zu säen und Menschen, Völker und Staaten gegeneinander aufzubringen.  •



*  Samisdat bezeichnete in der Sowjetunion und später auch in weiten Teilen des Ostblocks die Verbreitung von alternativer, nicht systemkonformer, zumeist verbotener Literatur über nichtoffizielle Kanäle. Beispielsweise wurden Texte per Hand oder Schreibmaschine abgeschrieben, fotokopiert oder auf andere Weise vervielfältigt und anschliessend privat von Hand zu Hand weitergegeben.

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